Asylum Shave Works

maranatha

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Gold FdR-Pate
Die Seife von Asylum Shave Works ist ein außergewöhnlich gutes Stöffchen, das auf jeden Fall seinen eigenen Strang verdient hat. Irgendwie läuft sie einem nicht so häufig über den Weg, was daras liegen mag, dass sie im Grunde nur über Bullgoose zu beziehen ist. Qualitativ jedoch hat man richtig feines in ihr.

Hergestellt wird sie von WSP für „Bullgoose Shaving“. Auch Saponificio Varesino hat schon exklusiv für Bullgoose eine oder vielleicht auch schon mehrere produziert. Diese Seifen hier sind in der Rezeptur wohl identisch mit den WSP-Seifen der Tallow-Serie, die ich schon testen durfte, und die ich mit am meisten schätze unter den US-Artisans. Die Duftkreationen laufen wohl in eigener Regie.

Die Rasurqualitäten sind für mich wieder mal vom Feinsten, völlig unkompliziert aufzuschäumen zu dickem, fettem Lather, und die Düfte sind sehr interessant. Die kleinen Döschen, die man schon von den WSP-Seifen kennt, sind nur bedingt praktisch. Sehen gut aus, sind klein und lassen sich gut verstauen, das Label ist ansprechend, aber auf eine gewisse „Sauerei“ beim Materialaufnehmen muss man sich einstellen. Sie sind bis zum Rand gefüllt und so tut man sich bisweilen schwer der Seife Material zu entlocken, ohne hinterher die ganze Dose reinigen zu müssen. Bezeichnenderweise kommt der größte meiner Pinsel, der Thäter 4125/5, am besten damit zurecht, weil er seine Kugelform ideal behält. Das nur am Rande.
Gleit- Schutz-, und Pflegeeigenschaften verorte ich auf ganz hohem Niveau. Die Seife macht Spaß. Maggards hat sie allerdings nicht im Programm, das übernimmt Bullgoose dann schon selber, daher kommt der Kauf mit Anreise üblicherweise recht kostenintensiv.

Die Düfte. Drei davon habe ich jetzt vor Ort.

- Neroli/Black Pepper: ein frischer, sehr würziger Duft. Ganz eigen. Neroli beherrscht das Ganze mit einer (zumindest am Anfang) sehr dominanten Pfeffernote. Muss man mögen. Mir war es zu Beginn etwas zu viel Pfeffer. Jetzt, nach einiger Zeit, ist der mir zu strenge Pfeffer etwas gewichen und die „Komposition“ wirkt viel runder und angenehmer. Ich habe schon mal Anklänge an „Tabac“ erwähnt, aber das ist wohl dem Umstand geschuldet, dass ich Neroli mag und sehr schnell heraus rieche. Und Tabac hat nun mal auch eine deutliche Neroli-Note. Die warme Frische überwiegt, es gibt nur im Hintergrund hölzerne Noten. Dabei vernehme ich nichts in Richtung Zitrus, was mir sehr entgegen kommt.

- Old Virginia: Zeder und süßer Pfeifentabak sind die vorherrschenden Eindrücke. Dahinter Vanille und Tonka. Sehr warm, süßlich und verführerisch. Hat ein bischen von Fitjar's Fjellheim. Aber wärmer, schmeichelnder und ohne die frischen Holzspäne des frisch geschlagenen Nadelholzes, die einem bei der Norwegerin aus der Dose anspringen. Ein Zedernwald im Sommer, in dem man jemanden irgendwo entfernt Pfeife rauchend wahrnimmt. Den finde ich im Moment ja mal so was von lecker. Das ist so ein „Wow-Duft“, wie es sie schon häufig bei den US-Artisans gibt. Die aber auch sehr oft nach längerer Zeit etwas an Reiz verlieren können. Mal sehen, wie lange der so verführerisch bei mir bleibt. Momentan sehr begehrt.

- Royal Fougere: angegeben sind Moschus, Eichenmoos, Basilikum, Amber und hölzerne Noten. Er ist aber dennoch sehr frisch und edel. In den US-Foren überschlagen sie sich gerade wegen des Duftes. Die einen benutzen die „Royal Fougere“ als passendste Seife zu Penhaligon's English Fern, die anderen meinen sie wäre Trumper's Wild Fern ähnlicher. Ich kenne beide nicht, kann also dazu nichts sagen. Aber es ist ein sehr „britischer“ Duft für eine US-Seife. An der Seife geschnuppert kommen mir leicht minzige Noten entgegen. Die sind bei der Rasur aber weg und es entfaltet sich ein sehr eleganter und komplexer Fougere-Duft.

Ansonsten gibt es noch „Frankincense & Myrrh“ und „Vetiver Bourbon“. Kenne ich aber beide nicht.

Die Seifen sind sehr ergiebig. Die 125 gr., die in die kleinen Döschen gestopft sind, erweisen sich als sehr komprimiert. Man braucht nur wenig Material, um wirklich genug fetten Schaum für drei bis vier Durchgänge zu erhalten.
Ich persönlich empfinde die Seifen als mittel bis mittelstark beduftet. Von den Amis werden die Seifen eher als, naja zurückhaltend geschildert. Erschließt sich mir nicht ganz. Aber ich bin auch einige eher schwach beduftete Seifen gewohnt, und reagiere auf normale Stärke evtl. etwas anders, als Rasurfreunde über dem Teich. Auf der Stärke der erwähnten Tabac würde ich sie einordnen. Dabei sind sie erstaunlich lange für mich auf der Haut oder auch im Pinsel zu erschnuppern. Ein nachgelegtes AS sollte vielleicht in der gleichen Duftfamilie zu suchen sein.

Von meiner Seite bekommt die Asylum eine unbedingte Empfehlung. Es ist wie erwähnt nicht so ganz kostengünstig an sie heran zu kommen, da sie nicht mal eben z.B. bei Maggards mit in den Korb hüpfen kann. Und Sampler habe ich bei Bullgoose auch keine entdeckt. Kommt aber vielleicht noch
 

Szkuddy

Member
Schade , das nicht noch mehr hier ihre Eindrücke über diesen Seifen geschildert haben. Denke der hohe Preis über Bullgoose scheint ein bissel abzuschrecken. :(...nun ja, ich spiele mit dem Gedanken mir dennoch eine von diesen Seifen zu kaufen. Werde dann berichten.........
 

Drill Instructor

Very Active Member
  • Asylum Shave Works – Neroli & Black Pepper: Endlich mal wieder Black Pepper – könnte mehr sein für meinen Geschmack! Dafür hätte ich gerne (wie schon bei der P&B) weniger Domestos. Nix gegen Domestos, man bekommt damit das Bad sauber – und „es macht die Nase frei“, egal ob mit Ammoniak oder Chlor. Wer also „die Nase freibekommen“ will, der kann natürlich mal einen tiefen Zug von der Asylum Shave Works nehmen, alternativ kann man natürlich auch „Drano Rohrfrei Pulver“ schnupfen oder sich zwei 16er Schrot in die Nasenlöcher jagen. Kann man alles machen, muss man aber nicht. Ich für meinen Teil lasse den Ammoniak gerne im Badreiniger und habe ihn nicht in der Rasierseife. Immerhin: Wenn man die Seife aufschäumt, ist der Putzmittelgeruch weg. Wenn es aber die beste Eigenschaft einer Rasierseife ist, dass sie aufgeschäumt nicht mehr nach Domestos riecht, dann ist das nicht unbedingt ein Kandidat für eine 10er Seife – insbesondere, wenn sie bestenfalls mittelprächtig aufschäumt und bestenfalls grobporigen Veganerseifenschaum produziert. Aber wie war nochmal der Spruch? „Es gibt kaum ein Problem mit Rasierschaum, dass sich nicht durch mehr Material lösen lässt“? Genau das habe ich am ungeplanten, dritten Tag des Tests versucht und mit wiederholter Zugabe von kochend heißem Wasser immer weiter aufgeschäumt und irgendwann nur noch mehr Seife in den Schaum gearbeitet. Zu nass-blubberblasig, zu nass-blubberblasig, zu nass-blubberblasig,… zu fest. Verdammt. Also wieder ein Tropfen Wasser dazu – und wieder zu wässrig. Sorry, aber so macht das keinen Spaß. Die beste Asylum Shave Works schafft es immerhin auf 2/10. Es gibt schlechteres, wenn auch nicht viel.
  • Asylum Shave Works – Old Virginia: Wonach soll es bitte duften? Grüne Tabakblätter? Naja, könnte sein, muss aber nicht. Kein Test.
  • Asylum Shave Works – Royal Fougere: Fougere war leider oder zum Glück noch nie mein Ding. Daher kein Test.
 
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