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Imperial Razor (Adolph Kastor)

Peterhans19

FdR-Pate
Hier die Bilder eines Imperial Geradkopf, ca. 6/8 ", mit einem außergewöhnlichen Heft (bambus imitierend?).
 

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Nun, ich habe jetzt auch ein Imperial Razor und mal recherchiert wer da einheitlich hinter steckte.

Also, es war Adolph Köster, geboren 1856 als Sohn einer jüdischen Familie aus Wattenheim, Deutschland. Er wanderte 1870 nach New York aus mit der Hoffnung, im Besteckgeschäft Fuß zu fassen. Dort benannte er sich, nicht ganz unüblich für Einwanderer, erst einmal in Kastor um. Sein Onkel Aaron war bereits im Geschäft und diente dem jungen Mann als Mentor, indem er dem jungen Kastor eine Stelle in seinem Hardware-Versorgungsunternehmen Bodenheim, Meyer, & Company bot. Kastor begann am Boden - ironischerweise - im Untergeschoss, wo er für die Kuhketten verantwortlich war. Im Laufe der Zeit arbeitete er sich hoch bis zur Schusswaffen- und Besteckabteilung. Diese Abteilung bei Bodenheim, Meyer, & Company war ein saisonales Geschäft, wobei der Zeitraum Juli-August-September die beste Zeit war - und Adolph Kastor war mittendrin und hat sich im Besteckgeschäft die Zähne ausgebissen. 1873 markierte das Jahr, in dem das Unternehmen den Verlust eines seiner Gründer erlitt und kurz darauf in Meyer & Kastor umbenannt wurde. Zu diesem Zeitpunkt verlief das Geschäft nicht gut, geplagt von schlechten Verkaufszahlen. Trotz der schwierigen Zeiten der letzten Jahre hatte Kastor viel über die Führung des Unternehmens gelernt - von den mühsamen finanziellen Aspekten bis hin zum vollständigen Wissen über alle Niederlassungen von Meyer & Kastor und alles dazwischen. Im September 1876 schloss das Unternehmen. Es dauerte nicht lange, bis Kastor sich zum Ziel setzte, eine eigene Firma zu gründen. Am 1. Oktober 1876 hatte der 20-jährige Kastor seinen eigenen Betrieb. Adolph Kastor & Bros. befindet sich in einem Gebäude an der Canal Street in New York City und begann, die Träume seines Gründers zu erfüllen, indem er Messer aus deutscher Produktion importierte und vertrieb. Alles verlief reibungslos bis 1897, dem Jahr, in dem der Dingley-Tarif eingeführt wurde. Diese Gesetzgebung wurde erarbeitet, um die heimische Fertigung zu fördern. So wurden Messer zu teuer, um sie mit ihrem Schutzzoll auf alle importierten Stahlprodukte zu importieren. Die einzige Lösung, die Kastor sah, war die Herstellung von Messern direkt in New York, um seine Preise niedrig zu halten. Kastor eröffnete einen kleinen Besteck- und Eisenwarenladen und bald trat auch sein Bruder Nathan Kastor in dieses Unternehmen ein.

In den 1880er Jahren traten seine beiden jüngeren Brüder Sigmund und August in das Unternehmen ein. Zuerst importierten A. Kastor & Brothers alles aus Sheffield, England. In den 1880er Jahren übertraf die Solinger Besteckindustrie in Deutschland die Effizienz von Sheffield und produzierte Messer zu niedrigeren Kosten. Kastor & Brothers begann mit dem Import deutscher Produkte und bald war Solingen deren Hauptlieferant. Nathan Kastor kehrte Ende der 1880er Jahre als Käufer nach Deutschland zurück und gründete später eine Fabrik, die Germania Cutlery Works in Solingen. Nathan benutzte schwedischen Stahl für seine Rasierklingen! 1938 viel die Firma der „Arisierung“ anheim.

Viele der Kastor-Importe wurden in diesem Werk hergestellt. Diese Firma war einer der Riesen des Besteckimports. Schließlich bestand ihr Geschäft ausschließlich aus der Belieferung von Großhandelsunternehmen. "Imperial Razor Company" war eines ihrer ersten Markenzeichen. Das vielleicht bekannteste Markenzeichen von Kastor & Brothers war das vierblättrige Kleeblatt.
Um 1901 kauften Kastor & Brothers die Camillus Knife Company of Camillus, New York. Sie benannten die Firma 1902 in Camillus Cutlery Company um. Schließlich wurde der Name Kastor fallen gelassen, aber er ist immer noch als Camillus im Geschäft. Kastor & Brothers war in den frühen 1890er Jahren in der 126-128 Duane Street, New York City. Bis 1906 waren sie auf 109 Duane umgezogen. 1916 war die Adresse 190-111 Duane. Die Mitglieder der Firma waren 1916 Adolph, August und Alfred B. Kastor. 1934 waren sie am 1239 Broadway mit Alfred B. Präsident. 1941 waren sie in der 245 5th Avenue. Alfred B. Kastor war damals Präsident der Camillus Cutlery Company und der A. Kastor & Brothers. Bis 1946 waren sie in der 60 East 42nd Street.
1946 starb Adolph Kastor. 1947 wurde der Name Kastor & Brothers gestrichen, und alle Marken wurden an die Camillus Cutlery übertragen.

Und nun mein Imperial. Die Rückseitige Schale ist gebrochen, so das ich ein neuen Heft drauf machen muss, aber ich zeig es schon mal, mein „Admiral Dewey“, 6/8 etwas halbhohl.

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Ich denke mal, es lässt sich recht gut datieren. Die Schlacht von Manila begann Ende April 1898, aber da war Dewey noch nicht Admiral, sondern noch Commodore. Nach der Schlacht wurde er Rear Admiral und bereits 1899 nach Sprungbeförderung (unter überspringend des Vice-Admiral) zum Admiral befördert. 1903 wurde Dewey dann vom Kongress rückwirkend zum 2. März 1899 zum Admiral of the Navy (der später als seniorer erklärt wurde als der später eingeführte Admiral of the Fleet, der ebenfalls einem 6-Sterne-General entspricht). Daher vermute ich mal, dass das Messer zwischen 1899 und 1903 hergestellt wurde, als Dewey noch sehr populär war und man mit dem Konterfei verkaufen konnte.

Wenn das neue Heft drauf ist und dass Messer geschärft, werde ich wissen, ob es dem Konterfei des Admirals würdig ist.
 
Wenn da was zu restaurieren wäre, würde ich es machen. Aber es fehlt ein großes Stück vom Heft über der Angelniete. Leider nichts zu machen, außer neues Heft. Soll aber von der Form so werden wie das alte (wenn auch vermutlich in Ebenholz).
 
Wenn da was zu restaurieren wäre, würde ich es machen. Aber es fehlt ein großes Stück vom Heft über der Angelniete. Leider nichts zu machen, außer neues Heft. Soll aber von der Form so werden wie das alte (wenn auch vermutlich in Ebenholz).
Du hast uns ja nur die gute Seite(n) gezeigt. Und es ist dein Messer. ;)
Ich würde nur das ausgebrochene Material ersetzen. Ein Seemann mit Holzbein ist für mich OK. :D
Ich sehe es wie @EasyRider. Und ein historisches Kleinod sollte nicht ohne Not neu eingekleidet werden. :schlaumeier1
 
Nun, ich habe jetzt auch ein Imperial Razor und mal recherchiert wer da einheitlich hinter steckte.
Wenn das neue Heft drauf ist und dass Messer geschärft, werde ich wissen, ob es dem Konterfei des Admirals würdig ist.
Respekt, tolle Recherche + tolles Messer!
Ich finde auch das Du nur das defekte/fehlende Stück ersetzen solltest.
 
Nun, ich habe jetzt auch ein Imperial Razor und mal recherchiert wer da einheitlich hinter steckte.
Wenn das neue Heft drauf ist und dass Messer geschärft, werde ich wissen, ob es dem Konterfei des Admirals würdig ist.
Respekt, tolle Recherche + tolles Messer!
Ich finde auch das Du nur das defekte/fehlende Stück ersetzen solltest.

Danke. Normalerweise würde ich euch allen recht geben, aber um das Kunsstoffheft teilweise zu sanieren fehlten mir Material und Fähigkeiten.

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Daher habe ich das Messer heute entheftet, wie man sieht, und dann erst mal die Klinge gereinigt und vorsichtig ein wenig poliert:

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Und dann habe ich für den Admiral ein neues Heft aus schwarzem Ebenholz gebaut (die Maße und Grundform des Alten Hefts wurden Beibehalten).

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Freue mich schon aufs Schärfen. Heute hatte ich dazu keine Lust mehr.
 
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Ein Freund, der alte Fahrräder restauriert und sammelt (also wirklich alte Räder 100 Jahre und älter) hat dieses Messer an Land gezogen:
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An Hand des abgebildeten Rades, ein sogenanntes "safety", das als "Sicherheitsrad" das "gefähhrliche" Hochrad abgelöst hat, lässt sich das Messer zeitlich ganz gut in die 1890er Jahre einordnen. Interessant wäre, etwas über den Hersteller zu erfahren. Ist das möglicherweise ein deutscher Hersteller, der für "Imperial Razor" hergestellt hat? Oder ist Imperial sogar ein deutscher Produzent gewesen? Oder hat Imperial garnichts mit Rädern zu tun sondern war der Hersteller des Rades und hat zu Werbezwecken in Deutschland die Messer herstellen lassen? Oder...oder...oder?
Weiß jemand was?
 
Müsste die Imperial Razor Co. New York von Adolph Kastor (Köster) sein. Der hat Ende des 19. Jahrhunderts mit Solinger Hilfe diese Messer vertrieben. War auch zeitweise in den USA und Deutschland und wurde von den Nazis wieder vertrieben, vermutlich Jude gewesen.
Köster starb wenige Jahre nach dem II. WK.
 
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