Forum der Rasur

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"Monopol" Haarschneidemaschine -> Wie schärft man die?

Michl

Member
Hallo!

Kürzlich hab ich eine alte "Haarschneidemaschine" bekommen. Sie ist ansich in recht gutem Zustand. Ich hab sie zerlegt, gründlich gereinigt und desinfiziert und dann wieder zusammengebaut und geschmiert. Schön ist, daß zwei Aufsätze dabei sind, mit denen man die Haarlänge einstellen kann. Im Grunde funktioniert sie recht gut, aber wenn man sie ohne Aufsatz verwendet - also so kurz wie möglich schneidet (ca. 3mm), klemmen sich doch recht oft Haare ein, was dann ein bissl schmerzhaft ist. Vor allem merkt man das, wenn man das Gerät vom Bart weg nimmt. Obwohl sich die Schneiden recht scharf anfühlen, nehme ich an, sollte das Gerät mal wieder geschärft werden.
Meine Frage an Euch: Weiß jemand, wo man das machen lassen kann bzw. wie man das selber machen kann? Wer von Euch verwendet solche Haarschneidemaschinen? Wer hat sowas schon mal erfolgreich nachgeschärft?

Freue mich über alle Ratschläge, denn die Maschine ist bis auf das geziepfe in der kürzesten Einstellung wirklich gut und praktisch.

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Auf dem Bild sieht es so aus, als fehlte ganz rechts ein Zahn. Aber ich vermute, der obere Teil schwingt so weit aus, oder? Ansonsten wäre das natürlich der Grund fürs Ziepen.

Auf mich wirkt das eher unschärfbar bzw. sogenannt selbstschärfend. Du könntest es auch noch mit einem kombinierten Reinigungs- und Schmiermittel versuchen wie z.B. Clippercide. Bei elektrischen Maschinen wirkt das nach der Benutzung Wunder gegenüber einfachem Schmieren.
 
Hallo Michl,
Such doch mal mit dem Begriff "Werkzeugschleiferei" bei Dir in der Gegend. Viell. kann Dir da geholfen werden.

Und ich glaub Du machst den Leuten hier im Forum sicher eine Freude, wenn Du Dich im passenden Unterforum kurz vorstellst. ;)
 
Vielleicht interessiert´s den einen oder anderen. In der Bucht gibt´s gerade eine alte Zeitungs-Anzeige von 1909, die genau die selbe Maschine zeigt. Link läßt sich hier nicht posten.

Ich hab so den Eindruck, daß solche Geräte hierzulande, heutzutage nicht mehr groß in Gebrauch sind. Im Netz hab ich nur ein paar Videos vom Gebrauch solcher Maschinen, aus Ostasien und der Türkei gefunden. In den Foren scheint´s auch keine entsprechenden Kategorien zu geben. Die Geräte selber werden zwar scheinbar noch neu hergestellt, aber was ich gefunden hab scheint qualitativ eher nicht an die alten Geräte ran zu kommen. Was den Preis der neuen Geräte angeht, schließe ich mal auf Fertigung in China oder Pakistan oder so. Die Bucht und Kleinanzeigen sind aber voll von alten Geräten aus verschiedensten Jahrzehnten, die oft sehr gut gearbeitet aussehen.

@mehldau Nein - es fehlt kein Zahn. Das obere "Scherenteil" bewegt sich über zwei untere Zähne weit. Daß es unschärfbar ist, glaub ich nicht. Ich denke, wenn man die, sich berührenden Flächen der Schneidplatten, jeweils auf einem sehr exakt planen Stein schleift, könnte das klappen. Das trau ich mich aber gerade noch nicht ausprobieren. Will nix kaputt machen. Falls man die einzelnen Zähne seitlich nachschleifen muß, wird´s allerdings schwieriger. Dann bräucht man warscheinlich einen speziellen, drehenden Schleifstein mit entsprechender Vorrichtung zum einspannen und Führen der Scherenteile. Kann man dann wohl eher nicht selber machen. Da frag ich mich, ob´s noch eine Firma in Deutschland/Europa gibt, die solche Geräte herstellt und/oder noch entsprechendes Schleifwerkzeug hat.
Danke für den Tip mit "Clippercide". Das kannte ich noch nicht.

Vielleicht is auch einfach nur die Feder zu schwach, die die beiden Scherenteile aneinanderpresst. Ich werde wohl mal eine etwas stärkere bestellen und ausprobieren...

In alten Friseurzeitungen kann man auch einiges über solche und frühe elektrische Haarschneidemaschinen nachlesen. z.B.:
 
Ich vermute der obere Kamm wird plan geschliffen um die Maschine zu schärfen.
Der untere Kamm hat seitlich die Anschläge und kann deswegen sicherlich nicht bearbeitet werden
 
Im Grunde funktioniert sie recht gut, aber wenn man sie ohne Aufsatz verwendet - also so kurz wie möglich schneidet (ca. 3mm), klemmen sich doch recht oft Haare ein, was dann ein bissl schmerzhaft ist.
vielleicht auch auch Anwendungsfehler
hier hat letztens jemand darüber berichtet
wie er und seine Brüder von Muttern mit so einem Ding malträtiert wurden


Ich hab so den Eindruck, daß solche Geräte hierzulande, heutzutage nicht mehr groß in Gebrauch sind.
hatte mehrere davon
und in der Bucht einige Auktionen beobachtet
aber keiner hat sie gekauft
so sind sie im Rundordner gelandet

eine kleine mit 3 cm Breite hab ich noch die funktioniert

Daß es unschärfbar ist, glaub ich nicht. Ich denke, wenn man die, sich berührenden Flächen der Schneidplatten, jeweils auf einem sehr exakt planen Stein schleift, könnte das klappen.
ich denke das sollte funktionieren
is zwar elektrisch sollte aber für ne Handmaschine ähnlich sein



Vielleicht is auch einfach nur die Feder zu schwach, die die beiden Scherenteile aneinanderpresst. Ich werde wohl mal eine etwas stärkere bestellen und ausprobieren...

auseinandernehmen und alle beweglichen Teile gut mit Nähmaschinenöl einschmieren

unter der Rändelmutter sollte eine glatte geschlossene gewellte Federscheibe sein
die Rändelmutter sollte recht fest angezogen sein
 
…Richtig, meine Mom war das und ich als jüngster durfte als erster…nicht gut, wirklich nicht gut!

Und obgleich meine Mom noch bis ins hohe Alter meinte, dass es doch gar nicht so schlimm war,
löste dies wahrscheinlich so eine Art PTBS in Bezug auf Friseure/-innen bei mir aus…:z04975

Hört sich ja schlimm an. Was ist denn damals passiert? Ohrläppchen abgeschnitten?
 
Ohrläppchen abgeschnitten?
Ganz so schlimm, wem auch immer sei Dank, war es nicht.
Meine Mom war der Meinung, dass man mit so einem Teil die Friseurrechnung für 4 Kinder
sparen kann und kaufte oder lieh sich solch ein Teil. Eines Tages dann, war es soweit, dass
der heimische Friseursalon eröffnet wurde. Irgendwie schafften meine älteren Geschwister
bis auf meine Schwester sich der Premiere zu entziehen…dann kam wohl das Thema
Mädchen - Junge ins Spiel und ich auf den „Stuhl“.

Meine Mom bekam es aber trotz aller Bemühungen nicht hin, die Vorwärtsbewegung mit
dem zusammendrücken des Schneidmechanismus richtig zu koordinieren. Es war ein
fürchterliches ziehen und reißen, mal abgesehen vom Aussehen. Alles jammern nutzte
nix, so schlimm kann es nicht sein, ich sei ja schließlich ein Mann…mit 7-8 Jahre!

Meine Schwester feuerte fleißig meine Mom an, so ging es weiter…da links kürzer als rechts,
mußte das ja ausgeglichen werden. Nur schade, das es nirgendwo auch nur ansatzweise gleich
war. Für mich eine äußerst schmerzhafte Prozedur, die ich bis heute nicht vergessen habe.
Daher bekomme ich immer so ein DeJaVu, wenn ich so ein Teil sehe.

Letztendlich hatte meine Mom aber ein Einsehen und brach alle Ambitionen in Richtung
Friseurin ab und der Rest der Bande war gerettet. Außer ich…

Die Story ging noch nach Jahrzehnten regelmäßig bei irgendwelchen Anlässen in die Runde und
löste ein Gelächter und Erheiterung aus - nur bei mir nicht wirklich. Heute lache ich aber auch…:lol
 
Genauso steht´s in den alten Anzeigen: Anschaffung rentiert sich schon nach soundsoviel Wochen - und - Jeder kann damit Haare schneiden.
(Haare Abschneiden würde es wohl eher treffen)

... dann lag der Mißerfolg letztlich also eher am Bediener als am Gerät.
 
Inzwischen funktioniert das Schneiden mit der Maschine ziemlich gut und wenn man alles richtig macht, ziepft auch nix.

-> Ich hab mir stärkere Federscheibchen besorgt, so daß die beiden Schneidkämme stärker aneinander gepresst werden (ich hatte nur eine rel. schwache Scheibe eingebaut, denn die dickere, originale ging mir beim Reinigen verloren. War aber eh sehr stark verrostet).

-> Ein weiterer Grund für das Ziepfen, das nur auftritt, wenn man die Maschine vom Gesicht weg bewegt, ist glaube ich folgender: Wenn die beiden Schneidkämme nicht in ihrer Ausgangsposition sind, überschneiden sie sich. Dadurch entsteht ein spitzer winkel am "Zahngrund". In der Ausgangsposition ist das nicht der Fall. Da ist der Zahngrund gerundet. Siehe Zeichnung:

Kämme liegen genau übereinander. Der Zahngrund ist gerundet. Es können sich keine Haare einklemmen:
zwei kämme genau übereinander.JPG


Kämme sind leicht verschoben. Der Zahngrund ist spitz. Hier können sich Haare einklemmen:
zwei Kämme, leicht verschoben.JPG


Der Gerundete Zahngrund sorgt dafür, daß keine Haare eingeklemmt werden können. Wenn der Zahngrund spitz ist, kann das aber passieren. Dann ziepft´s.

Man muß das Gerät also so einstellen, daß die beiden Schneidkämme mit genügend Druck aufeinander gepresst werden (oberes Einstellrädchen) - aber man muß auch die Feder zwischen den beiden Griffteilen so einstellen, daß sie die Schneidkämme beim loslassen wieder bis in ihre Ausgangsposition zurück drückt (Bei meinem Exemplar sind sogar zwei Federn in der Schachtel. Eine ist ein bisschen länger, so daß man zusätzlich zur Schrauben-Einstellung noch die Möglichkeit hat, die Feder zu wechseln). Außerdem muß man drauf achten, bei Gebrauch des Gerätes, wirklich immer komplett loszulassen - so daß die beiden Kämme wirklich in ihre Ausgangsposition zurück können.

So funktioniert das Gerät jetzt jedenfalls wunderbar!

Vielleicht hilft das dem Einen oder Anderen bei der Benutzung von manuellen Haarschneidemaschinen und rettet das Eine oder Andere, von diesen schönen Geräten.
 
Kann auch sein, daß einzelne Haare nur angeschnitten sind, wenn die Schneidkämme nicht ganz in der Ausgangsposition zurück sind. Dann Klemmen diese Haare im Kamm und es ziepft.
 
Hier hat mal irgendjemand von so einem speziellen Haarschneidemaschinenölspray geschrieben, mit dem man solche Maschinen ölen und damit vor´m Rosten bewahren kann. Nebenbei hat das Zeug auch noch gespült und desinfiziert, glaube ich. Leider finde ich den Beitrag nicht mehr. Weiß jemand, wie das Zeug heißt? Bisher hab ich nämlich das gute alte Nähmaschinenöl aus den 1950ern genommen, das hier noch rumsteht. Aber ich bezweifel ein wenig, daß das langfristig so gesund für meine feine Backenhaut ist...
 
@Michl Meines Erachtens passt dein Öl noch wunderbar. Nähmaschinenöl kannst du dir ja auch neues kaufen, wen das alte nicht mehr passt.
Sonst nehm ich für alles was sich "flutschend" bewegen muss einfach Ballistol, das ist sogar "extra" hautverträglich. Für die Lagerung nehm ich Vaseline oder Lanolin.
 
Hier hat mal irgendjemand von so einem speziellen Haarschneidemaschinenölspray geschrieben, mit dem man solche Maschinen ölen und damit vor´m Rosten bewahren kann. Nebenbei hat das Zeug auch noch gespült und desinfiziert, glaube ich. Leider finde ich den Beitrag nicht mehr. Weiß jemand, wie das Zeug heißt? Bisher hab ich nämlich das gute alte Nähmaschinenöl aus den 1950ern genommen, das hier noch rumsteht. Aber ich bezweifel ein wenig, daß das langfristig so gesund für meine feine Backenhaut ist...
Soweit ich weiß, nimmt man Weissöl für Scherköpfe. Ist auch unter Nähmaschinenöl bekannt.
Das z.B.
Amazon product ASIN B004GKCR4MNehme ich auch.
 
Hier hat mal irgendjemand von so einem speziellen Haarschneidemaschinenölspray geschrieben, mit dem man solche Maschinen ölen und damit vor´m Rosten bewahren kann. Nebenbei hat das Zeug auch noch gespült und desinfiziert, glaube ich.

Hallo Michl, ich glaube, das war ich: Clippercide von Barbicide reinigt, desinfiziert und schmiert. Ich benutze das regelmäßig bei meiner elektrischen Maschine.

Werbetext: „Diese exklusive 5-in-1-Formel für Haarschneidemaschinen und -geräte aus Metall desinfiziert, schmiert, reinigt, kühlt und verhindert Rost in einem einfachen Schritt.“

Das mit dem Kühlen dürfte bei Handschneidegeräten aber eher nebensächlich sein.
 
Danke! Genau. Clippercide war das.
Medizinisches Weißöl gefällt mir aber auch. Da weiß man was genau drin ist. Nämlich medizinisches Weißöl.
Beim Clippercide hab ich keine genauen Angaben zu den Inhaltsstoffen gefunden. Und die Desinfektion brauch ich eigentlich nicht. Is warscheinlich eher bei Friseuren sinnvoll. Mir geht´s nur darum, daß die Maschine nicht rostet und immer schön geschmiert ist.
Nur aus Neugierde: Hat das Clippercide auch Parfum drin? (Ein Grund warum ich Ballistol eher nicht nehmen würde).
 
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