Trud Vacha (Gravjura, Podarok, Kama, Tschaika u.a.)

Barbon

FdR-Pate
Hier möchte ich ein Messer aus der Fabrik „TRUD“ in Watscha (Вача) Englisch Vacha vorstellen. Die Messerherstellung in Watscha lässt sich bis 1800 zurückverfolgen. In der Sowjetunion galten die Produkte von TRUD, das heißt Arbeit auf Deutsch, als qualitativ besser als die Produkte von STIZ Moskau.
Das hier vorgestellte Messer ist ein „Gravjura“ «гравюра» , was auf Deutsch „Gravur“ heißt. Die Messer von TRUD tragen erst seit 1949 bestimmte Namen.
Diese Gravjura hat eine schöne Ätzung :
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Die Übersetzung lautet : Der sowjetische Mensch, der erste im Kosmos. Das bezieht sich auf dem ersten Ausstieg eines Menschen am 18.03.1965 aus einer Raumkapsel. Alexej Leonov verließ die Raumkapsel „Woschod-2“ und kehrte nach 16 Minuten zurück.
Das Messer ist ein halbhohl geschliffenes 5/8“ aus dem Jahre 1967.
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Tosca

Very Active Member
Danke für die Vorstellung deiner russischen Messer @Barbon daumenh!
Diese Messer hätte ich auch zu gerne! :sabber1 Vor allem wegen dieser Gravur. Der findige Alexej musste sich schließlich was einfallen lassen, damit er wieder in die Kapsel grabbeln konnte.
 

EasyRider

Very Active Member
In meinem Land gibt es solche Rasierer Fabrik "Vacha", aber sehr wenige solcher Rasierer in gutem Zustand.
Wundert mich nicht! Die Guten sind nämlich längst schon bei mir....:D
Von Trud Vacha hab ich vier Stück, von Stitz 5.
Alle in der Ukraine gekauft; alle waren in einem sehr guten Zustand, 3 sogar NOS.
Ist allerdings schon ein paar Jahre her....
Aktuell verkauft eine Bulgare sehr gut erhaltene Messer von Trud und Stitz.
 

Barbon

FdR-Pate
Danke für die Vorstellung deiner russischen Messer @Barbon daumenh!
Diese Messer hätte ich auch zu gerne! :sabber1 Vor allem wegen dieser Gravur. Der findige Alexej musste sich schließlich was einfallen lassen, damit er wieder in die Kapsel grabbeln konnte.
Ich gebe gerne zu, dass ich eigentlich nur dieses Messer wollte, dann war da aber noch...ich habe auch nur 7 von 8 möglichen Messern gekauft :rolleyes:
 

Barbon

FdR-Pate
Heute wieder eine Neuvorstellung von TRUD Vacha. Ein weiteres „Gravjura“ in 5/8“ halbhohl mit schöner Ätzung aus dem Jahre 1964.
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Die Ätzung lautet «миру мир» d.h. „Der Welt den Frieden“. Ich finde das passt sehr gut in unsere jetzige Zeit. Die Flecken bin ich noch nicht angegangen, das ist der originale Kaufzustand. Das Messer läuft straff und mittig. Ein schönes Stück, gebaut 6 Jahre vor meiner Geburt. Es hat wieder Plastikschalen ohne Keil.
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Damit beende ich den Reigen der geätzten Messer. Die nächsten Messer haben andere Besonderheiten. Bis jetzt kann ich sagen, dass sich die TRUD Messer etwas wertiger anfühlen. Allerdings weiß ich nicht ob das in einem Blindtest so wäre...
 

Barbon

FdR-Pate
Heute haben wir hier ein besonders Messer, ein namenloses TRUD Vacha von 1964 mit Edelstahlschalen! Was wollten die Genossen damit? Sollte es damit möglich sein sich im Weltraum zu rasieren?
Nein, der Grund ist sehr trivialer Natur.
Diese Messer wurden für den medizinischen Bereich hergestellt und dienten z.B. der Rasur vor Operationen. Bitte nicht vergessen, der Einwegrasierer, wie ihn wir heute kennen war noch nicht erfunden! Damit die Messer nach der Nutzung gut desinfiziert werden konnten, im Autoklaven herrschen >130 Grad Celsius über etwa 120 Minuten, wurden die Schalen in Edelstahl ausgeführt.
Das Messer hat 6/8“ und wiegt satte 82 g.
Hier die Bilder:
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Das Messer ist in bestem Zustand, ich freue mich auf die Rasur!
 

Barbon

FdR-Pate
Mein Neuzugang ist ein Trud Vacha „Wolga“, es stammt aus dem Jahre 1962 und trägt den Produktnamen auf dem Erl auf der Rückseite ist das Fertigungsjahr angegeben.
Typisch ist wieder ein Kunststoff-Heft ohne Keil und ohne vordere Niete.
Im letzten Bild habe ich mal mein „Tschaika“ mit meinem „Wolga“ verglichen.
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nikipore

FdR-Pate
Heute haben wir hier ein besonders Messer, ein namenloses TRUD Vacha von 1964 mit Edelstahlschalen!
Und hier mein Trud Vacha mit Edelstahlheft von 1959. Die Klinge sitzt stramm, eckt aber am Heft an, wenn man beim Schließen nicht aufpasst. Mal schauen wie man das gerichtet bekommt, ist ja Edelstahl, kein Kunststoff … es ließ sich gut schärfen, wie's rasiert sehen wir die Tage, das Heft ist sehr schwer im Verhältnis zur leichten und mit 11/16 nicht übermäßig breiten Klinge.

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Barbon

FdR-Pate
@nikipore meine Rasiererfahrung war trotz guter Schärfe eher negativ.
Das Heft ist sehr schwer und lässt, wenn man es klassisch hält, keine gute Führung zu. Vielleicht muss man es wie ein Kamisori halten?

Ich habe in den letzten Tagen etwas in russischen Seiten gestöbert und dort wurden diese Messer als „медицинская/хирургическая“ also „medizinisch/chirurgisch“ bezeichnet. Das weist darauf hin, das es eher um die Rasur durch jemand anderen geht.
 

Barbon

FdR-Pate
Und wieder ein Messer aus der „Gravjura“ Reihe, diesmal von 1962.
Auf der Klinge ist eine Ansicht der Stadt Gorki, die heute wieder Nischni Novgorod heißt, abgebildet. Das ist kein Zufall, denn Vacha liegt im Oblast Nischni Novgorod.

Ich hatte das Messer ja mal kurz im Schärf-Thread erwähnt und habe jetzt einige Rasuren hinter mir. Das Ergebnis ist reproduzierbar gut!
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Barbon

FdR-Pate
Heute gibt es ein ZTV "Gravjura" aus dem Jahre 1959. Ich hatte es bei Ebay mit gebrochenen Schalen gekauft, da die Wildtier-Serie der "Gravjura" inzwischen sehr selten ist. Die Schalen wurden bei @Koraat durch rote Acryl-Schalen ersetzt, es wurde poliert und geschärft. Die Rasur war ein großer Genuss. Die Bilder wurden mir von Ulrik Beyer zur Verfügung gestellt, noch einmal vielen Dank dafür!

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