Forum der Rasur

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Vorstellung: Die Hybridrasur

PK91

Active Member
Hallo zusammen,

ich möchte heute mal eine Rasurmethode vorstellen, die ich spontan "Hybridrasur" getauft habe und die es bestimmt in der gleichen oder ähnlichen Form schon geben wird.

Hintergrund:

Im Zusammenhang mit der Nassrasur liest man immer wieder von folgenden Problemen:

1. Rasur gegen den Strich selbst mit Hobel ohne Irritationen nicht möglich

2. Rasur nur mit dem Strich und quer zum Strich mit dem Hobel nicht gründlich genug (selbst bei 3 Durchgängen)

Punkt 2 trifft auch auf mich zu, da ich über einen starken und dunklen Bartwuchs verfüge und es bei mir mit dem Hobel ohne gegen den Strich zu rasieren einfach nicht sauber rasiert aussieht. Zum Glück bereitet mir die Rasur gegen den Strich größtenteils keine Probleme aber es gibt eben auch Leute (mit starkem Bartwuchs), bei denen es nicht so ist. Zudem habe ich mich wie viele andere auch vor meiner Hobelzeit mit einem Systemrasierer rasiert, mit dem ich mich zwecks eingewachsener Haare nicht gegen den Strich rasieren konnte, die Rasur aber optisch trotzdem sauber aussah. Das Problem mit den Systemrasierern war, dass die Klingen einfach zu teuer sind und bei starkem Bartwuchs (2,5 Durchgänge) nicht wirklich lange halten. Die Folge: Ich habe Klingen aus Kostengründen viel zu lange verwendet, was natürlich auch wieder zu Hautproblemen geführt hat. Daher bin ich kürzlich hergegangen und habe mich gefragt, wie man die Hobelrasur und den Systemie bestmöglich verbinden könnte. Glücklicherweise hatte ich noch einen nagelneuen Gillette Mach3 im Schrank und konnte die letzen Tage ein wenig experimentieren.

Für wen ist diese Model gedacht:

Leute, die sich selbst mit dem Hobel nicht gegen den Strich rasieren können, über starken Bartwuchs verfügen, sodass es einfach nicht glatt/sauber wird und die nicht ganz auf Systemrasierer umsteigen möchten (zu hohe Kosten).

Warum das Ganze?

Beide Rasurarten haben ihre Vor- und Nachteile, die ich beim "Hybridmodel" bestmöglich kombinieren will.

1. Hobel:

Vorteile:
  • Günstigere Klingen
  • Keine Probleme bei längerem Bartwuchs (Verstopft nicht und geht durch wie Butter)
  • Sehr sanfte Rasur ohne Ziepen (gerade bei längeren Stoppeln)

Nachteile:


  • Braucht mehrere Durchgänge um die selbe Gründlichkeit wie ein guter Systemrasierer zu erzielen (vom R41 mal ganz abgesehen)
  • Passt sich der Gesichtsform nicht an, sodass er gerade am Kinn mehr Arbeit als ein guter Systemrasierer verrichten muss

2. Systemrasierer

Vorteile:
  • Nimmt in einem Durchgang (vor allem quer zum Strich) mehr Bart weg als die meisten Hobel (vom R41 mal ganz abgesehen)
  • Narrensicher
  • Passt sich der Gesichtsform an, was gerade am Kinn erhebliche Vorteile hat

Nachteile:
  • Klingen sind teuer und werden bei täglich mehreren Durchgängen (bei starkem Bartwuchs) sehr schnell stumpf.
  • Rasur ist gerade mit dem Strich, also wo noch viel Bart da ist, eher unsanft (Ziepen)
  • Rasur gegen den Strich führt häufig zu Problemen (eingewachsene Haare)
  • Verstopft schnell (gerade bei längeren Stoppeln) -> Ständiges Ausspülen notwendig

Hardware:

1. Hobel (in meinem Fall ein Mühle Rocca mit einer Sputnik Klinge bestückt)
2. Systemrasierer (in meinem Fall ein Mach3 Turbo)
3. Rasierpinsel

Software:

1. Rasiercreme oder -seife im Gesicht oder Mug aufgeschlagen

Vorgehensweise:

3 Durchgänge (Mit/Quer/Quer), wobei Durchgang 1 und 2 mit dem Hobel erfolgen und der 3. Durchgang mit dem Systemrasierer.

Resultat:

Wesentlich gründlicher als 3 Durchgänge (Mit/Quer/Quer) mit dem Hobel und etwas unergründlicher als 3 Durchgänge mit dem Hobel (Mit/Quer/Gegen). Keinerlei Hautreizungen und die Rasur war relativ angenehm. Das Ergebnis kann sich definitiv sehen lassen: Optisch sauber und sogar größtenteils BBS

Schlussfolgerungen:

1. Bei Verwendung von guter Software (Rasiercreme oder -seife) in Verbindung mit einem Pinsel ist der Systemrasierer bei einem Durchgang gründlicher als der Hobel

2. Dadurch, dass der Hobel das Meiste an Bart weghobelt, hält sich das typische Ziepen (und Verstopfen) mit dem Systemie in Grenzen.

3. Dadurch, dass der Hobel die meiste Arbeit macht und man keinen billigen Dosenschaum verwendet, sollten die Systemklingen auch wesentlich länger halten

4. Hautreizungen gehen gegen Null und das Aftershave hat kaum gebrannt.

Man kombiniert bei der "Hybridrasur" quasi das beste aus beiden Welten um eine möglichst gründliche und dennoch hautschonende Rasur zu erhalten, ohne jedoch dabei gegen den Strich rasieren zu müssen. Voraussetzungen ist natürlich, dass die Hobeltechnik und Vorbereitung (Schaumkonsistenz etc.) passen. Ich kann für mich sagen, dass das Ergebnis dem einer Hobelrasur bei 3 Durchgängen (Mit/Quer/Gegen) nur minimal nachsteht.

Wer also nicht gegen den Strich rasieren kann, mit seinen Hobelergebnissen (noch) unzufrieden ist und kein Problem damit hat neben dem Hobel parallel auch noch einen Systemie zu verwenden, der sollte die "Hybridrasur" mal ausprobieren.

Wünsche euch allen erholsame Feiertage mit eueren Liebsten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!
 
Wer sich nicht gegen den Strich rasieren kann, weil er sonst Rasurbrand und/oder Pickel und eingewachsene Haare bekommt, kann auch versuchen, im dritten Durchgang mal diagonal gegen den Strich zu rasieren (Sozusagen "gegen den Strich light"). Anfangs würde ich das nur alle 2 bis 3 Rasuren machen. Falls die Haut das verträgt, kann man die Intervalle verkürzen. In der Endstufe kann man dann versuchen, auch gegen den Strich zu rasieren (Rhythmus wie zuvor beschrieben). So würde ich versuchen, mich heranzutasten. Auch sollte man dabei immer mal wieder mit Rückschlägen rechnen. Die Haut muss sich an diese Strapaze erstmal gewöhnen.

Zeitlich? Da sollte man auf jeden Fall Wochen, besser noch Monate einplangen.

Es hilft auch, sich ein gewisse "Ungründlichkeitstoleranz" anzueignen; man sollte das als Langzeitprojekt sehen.
 
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