Forum der Rasur

Registriere Dich jetzt kostenlos!

Dadurch bekommst Du Zugang zu dem geschützten Mitgliederbereich, kannst beim Gebrauchtmarkt mitmachen und stellst nebenbei auch noch sicher, dass niemand Dir Deinen Wunsch-Usernamen wegschnappt.

Was heisst rasieren ohne Druck?

Fünftagebart

Active Member
Ich habe jetzt immer wieder gelesen, dass man mit einem Hobel ohne Druck rasieren solle. Vor allem wenn man von den Systemrasierern komme. Und man würde es gar nicht merken, dass man zu viel Druck ausübe. Zumindestens bei meinem Müllermühle R89.

Ächz. Wie soll ich mir was abgewöhnen, wenn ich es gar nicht bemerke / registriere? Wann ist es Druck, wann ist es kein Druck? Was könnte ich tun um bewusst keinen Druck auszuüben? Gibt es da irgendwelche Tipps / Empfehlungen / best practises?
 

Matthias R.L.

FdR-Pate
Vielleicht musst du dir auch gar nichts abgewöhnen weil du dir vorher gar nichts angewöhnt hattest ;)
Die extreme Sanftheit eines z.B. Gilette Fusion und die automatische Anpassung an die Gesichtskonturen verleitet halt dazu dass man fester drückt, weil man ja eigentlich nix merkt. Dazu kommt dann noch das sehr geringe Gewicht, das man schnell meint mit Druck ausgleichen zu müssen.
Verleiten heisst natürlich nicht, dass man das auch wirklich so macht.
Achte bei der Rasur einfach mal drauf ob du den Griff nur zur Führung locker zwischen den Fingern hälst und das Eigengewicht des Kopfes die eigentliche Rasur machen lässt, oder ob du mit den Fingern den Griff an das Gesicht drückst, statt nur drüber zu führen.
Das sollte man merken.
Ich selber hatte am Anfang (auch mit R89 Kopf) zuviel Druck ausgeübt und dabei mehr gehobelt als ich wollte ...
Auch wenn das beim R89 meist nicht dramatisch sein wird, so kann das bei agressiveren Hobeln schnell sehr schmerzhaft werden.
 

TeaTime

Active Member
Ja und nein.

Erstmal gilt das bereits Gesagte: Geduld ist gefragt, eine Lernkurve muss akzeptiert werden, nicht für Alles und Jedes gibt es eine klare Anweisung oder Technik, sondern bedarf viel Routine, die sich selbst über die Zeit entwickeln muss.

Beim Druck kann man z.T. Einfluss über die Art und Weise, wie man den Hobel hält, operieren. Z.B. in dem man ihn nur ganz ganz locker mit den Spitzen von Daumen, Zeige- und Mittelfinger hält und, wie es immer so schön heißt, nur mit dem Eigengewicht des Rasierers zu rasieren. Diesen "Druck" muss man halt dann an anderen Stellen (z.B. bei Aufwärtbewegungen ^hier wird besonders gern unbewusst gedrückt) beibehalten. Das braucht eben Zeit, das muss man am Haut- und Rasurgefühl und am Ergebnis abschätzen.

Grundsätzlich gilt: je ungeduldiger, verkrampfter und fixierter du da ran gehst, desto länger dauert es. Frei nach dem Motto: "Ein junger Mann sucht einen Meister der Schwertkunst auf und fragt 'Wie lange dauert es bis jemand die Schwertkunst erlernt hat?' Sagt der Meister: 'Etwas zwölf Jahre'. Der junge Mann: 'Und wie lange wird es dauern, wenn ich doppelt so viel und doppelt so hart trainiere wie alle anderen?' 'Mindestens drei Mal so lange!' antwortet der Meister."
 

ReliefpfeileR

Active Member
Wenn die Rasur ruppig war, war es beim R89 aller Voraussicht nach zu viel Druck, zumindest wenn der Rest stimmt.
Man kann das schwer in Worte fassen, man lernt es aber recht schnell, damit die Rasur sanft bleibt, oder der rote Saft im Körper bleibt. Das Gewicht des Hobelkopfes sollte schon reichen um zu rasieren. Einfach aufliegen lassen und behutsam nach unten führen.

Wird schon, ist kein Hexenwerk.
 

Betriebsarzt

Very Active Member
Rasieren ohne Druck = Frau und Kinder sind aus dem Haus und ich habe Zeit und Ruhe.

Aber Du meinst vermutlich das Führen des Hobels entlang des Gesichtes.
Obigen Tipp kann ich nur wiederholen: Probiere den Hobel nah am HobelKopf mit 3 Fingern zu führen um zu viel Druck zu vermeiden.
 

Alvaro

Writes More Here Than At Work
Bei einem Systemrasierer fängt der Kopf den Druck ab.
Weil der Kopf beweglich gelagert ist verteilt sich der Druck bei der Rasur automatisch auf die recht große Fläche des Kopfes.
Bei einem DE Hobel gibt es kaum Auflagefläche, deshalb wirkt ein höherer Druck pro qmm.
Das führt zu einer höheren Verletzungsgefahr.
 

Hellas

Klingenflüsterer
Moderator
Gold FdR-Pate
Ok ich versuche es noch einfacher: Ohne Druck heißt, leg den Hobel mit der Schneidkante ans Gesicht und halte ihn einfach zart und locker dort, ohne im Geringsten Richtung Gesichtshaut zu „Pressen“. Gerade so viel, das der Kontakt zur Haut bleibt, die du rasieren willst. Jetzt noch den Richtige Winkel „einstellen“ und die zu Rierende Hautpartien Langfahren, als wenn du dir nur die Haare aus dem Gesicht „steicheln“ wolltest. Dabei weiterhin nur soviel „pressen“, das der Kontakt der Klinge zur Haut erhalten bleibst, also quasi „Null pressen“.

Der Sinn ist es, den Bart damit ab zu bekommen, dass man den Hobel im richtigen Schneidwinkel führt (der nicht bei jedem Hobel identisch ist), nicht dass man versucht, was man mit dem Winkel nicht hinbekommen hat an Glätte dadurch auszugleichen, dass man den Kopf des Hobeln und damit auch die Klinge mehr ins Gesicht „presst“.
 

Hellas

Klingenflüsterer
Moderator
Gold FdR-Pate

Och, den R89 habe ich als recht winkeltollerant empfunden. Bei mir klappte es immer am besten: mit dem Strich und quer relativ „schabend“ (also Griffende näher am Gesicht) und gegen den Strich recht „steil“ (also griff weiter weg vom Gesicht, schon fast im 80-Grad Winkel vom Gesicht weg). Aber grundsätzlich richtig, wenn er krach macht, rasiert er auch.. auch wenn der R89 jetzt nicht gerade der größte Krachmacher ist.
 

efsk

The Music was Thud-like
Moderator
FdR-Pate
Gold FdR-Pate
Der richtige Winkel ist derjenige, wobei die meiste Haaren geschnitten werden und die wenigsten (lese keine) Irritationen entstehen.
 

Matthias R.L.

FdR-Pate
Kommt wohl auch auf die Klinge an.
Gestern abend hatte ich mich mal wieder mit dem R89 (eingelegt war eine Sputnik) rasiert und ich war erstaunt wie laut der war, klang schon fast wie Messer, hatte den leiser in Erinnerung.

Zum Winkel: mit Schaum sieht man ja nix, da kann man nur fühlen.
Leg mal den Hobel ohne Schaum bei gutem Licht an die Wange.
Griff senkrecht.
Dann schwenke den Griff langsam nach oben bis du im Spiegel siehst dass die Schneide die Haut berührt.
Ab dieser Stellung merkst du dass sich was tut wenn du dann wenige Millimeter nach unten ziehst.
Mit dieser Trockenübung hast du schon mal eine Idee für den Ansatz wenn du Schaum im Gesicht hast.
 

efsk

The Music was Thud-like
Moderator
FdR-Pate
Gold FdR-Pate

dirk

Gründer FdR
Admin
Für mich ist "ohne Druck", wenn man nur mit dem Eigengewicht des Hobels arbeitet.

Ich streiche mit dem Hobel über das Gesicht, als ob ich mit einer weichen Daunfeder darüber gehen würde. Es ist wie ein "streicheln"

Letztendlich soll nur der Schaum weggeschoben werden, nicht die Haut darunter
 

Herne

Very Active Member
Wobei das streng genommen so nicht stimmt, auch wenn wir geübteren Hobler meinen, gänzlich ohne Druck und 'nur mit dem Eigengewicht' zu rasieren.

Im GRF hat das mal jemand, der das physikalisch besser erklären kann als ich, näher erläutert. Quintessenz so in etwa:
Ganz ohne Druck würde der Hobel nicht rasieren, sondern nur der Schwerkraft folgend gerade nach unter fallen. Jede Art Führung ist schon Kraftaufwand bzw. Druck.

Wir bemühen uns natürlich so wenig wie möglich (bzw. wie nötig) davon auszuüben. Und da gibt bekanntlich je nach Hobel durchaus Unterschiede.
 

Hellas

Klingenflüsterer
Moderator
Gold FdR-Pate

Och Herne, jetzt bringst du eiserne Glaubensdogmen der Hobelrasur in wanken:hammer1. Das Credo lautet: Doch das geht ganz ohne Druck... :menno1:menno1:menno1 Man muss nur fest daran glauben und den Hobel einfach nur so festhalten, dass er gerade nicht der Schwerkraft folgen kann. teufel_lachend :flucht1
 

Fünftagebart

Active Member
4 „drucklose“ Rasuren später (was der Threadersteller so als drucklos empfindet)

Beobachtung #1
Die ASP „rattert“ am Kinn gegen den Strich, was die GSB bei weitem nicht in dem Umfang tut. Liegt das an der Klinge oder an mir? Ich habe da jedes Mal einen Schreck und bekomme Panik, dass ich mir die Klinge ins Fleisch hacke und ein Blutbad anrichte. Technik ändern, einfach durchziehen, andere Klinge nehmen?

Beobachtung #2
Unterhalb der Wangenknochen und des Kinns wachsen meine Haare von links nach rechts. Fact.

Beobachtung #3
3 Durchgänge plus jede Menge Ausputzen, bis die Haut streikt. Das ist zu viel Stress für die Haut. Was könnte ich anders machen?
 

dirk

Gründer FdR
Admin
#1 kann beides sein. Einfach mit verschiedenen Winkel experimentieren.

#2 Dementsprechend die Laufrichtung des Hobels bei m/g/q an der Stelle anpassen.

#3 Das ist nur Übungssache. Jeder Hobel ist da anders im gleichen Gesicht. Gewöhne Dich erst an einen Hobel immer mit der gleichen Klinge.

Bei einem Hobel sollte eigentlich 3 Durchgänge vollkommen ausreichend sein, um wirklich überall Babypopoglatte Ergebnisse zu erzielen. Wenn nicht, hat man sich nicht bei der Haltung konzentriert.
 

ReliefpfeileR

Active Member
So leich schneidet man sich auch nicht gleich in das Fleisch, selbst mit Messer nicht, ein wenig "Kraft" mit Gefühl geführt ist schon nötig.
Mach erst einmal langsam und übertreibe es nicht, die Gründlichkeit kommt mit der Technik. Versuche halt erst einmal zweimal mit und einmal quer. Wenn nötig vielleicht mit sanften Systemie ausputzen. Lass Dir und der Haut Zeit.
 
Oben