Forum der Rasur

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Wieviele Züge mit welchem Finisher?

mazemaze

Member
Hallo,

Mich würde interessieren wieviele Züge ihr mit welchen Finishern macht? Oft liest man ja in den Kommentaren, solange bis sich das Gefühl und der Sound auf dem Stein ändern, etc. etc.
Gleichzeitig finden sich immer wieder Meinungen, dass z.b. 10 - 15 Züge auf dem Thüringer ausreichend sind. Wie macht sich bei 10 Zügen der Unterschied bemerkbar?

Mich würde interessieren wieviele Züge ihr bei welchen finishern macht und wie ihr beurteilt, dass ihr durch seid.
Für mich von Interesse:
1) Thüringer (oihne slurry)
2) Coticule unter Wasser
3) Charnley Forest bzw. Lyn Idwall
4)Translucent Arkansas
5) Franke
6) Slate

Wieviel Druck übt ihr dabei aus und klebt ihr eine Lage am Rücken ab oder nicht?
Danke.
 

Hellas

Klingenflüsterer
Moderator
Gold FdR-Pate
Spannendes Thema. Ich fürchte nur, dass es darauf schon deshalb keine Pauschale Antwort gibt, weil nicht jeder Naturstein gleich fein, lang und breit ist. Zudem hängt es auch von den persönlichen Vorlieben ab. Mag man eher eine besonders sanfte Schneide oder eine eher „bissigere“.

Aber versuchen wir uns mal anzunähern (soweit ich zu den aufgeführten Steine etwas beitragen kann)


Für eine sanfte Schneide nach Gefühl und Gehör. Kommend von Pre-finisher gleitet das Messer erst mal mit kaum Widerstand über den Stein. Der Klang der Klinge ist dabei etwas „dumpfer“. Mit zunehmenden Doppelschüben sollte sich der Schubwidertand erhöhen und der Klang des Messers dabei Heller werden. Wenn der Klang noch heller wird und die Klinge schon fast „klebt“ noch zwei-drei Doppelschübe und aufhören. Dass kann bei einem blauen Thüringer (20x5cm) bei 35-45 Doppelschüben der Fall sein oder bei einem Grüngelben (20x4cm) bei 15-25 Doppelschüben. Abhängig auf von welchem Pre-finished man kommt und natürlich auch von der Feinheit des eigenen Steins.

Aus welcher Schicht, welche Größe und vor allem von welchem Stein kommend? „Den“ Coticule gibt es nicht. Aber 50 DS sind vielleicht mal ein Näherungswert bei einem La Grise nach einem Feinen Pre-Finisher um die 8k, wohingegen du bei einem Les Latneuses unter 100DS nicht viel zu erwarten brauchst.
Dito. Nach einem Feinen Pre-Finisher und einem feinen ca 20x4cm CF auf Öl wohl deutlich über 100 DS, aber dazu sollen mal die Kollegen etwas sagen, die auf einem CF Finishen. Mir ist die Schärfe zu „bissig“
Welchen? Wenn ich mal unterstelle, das du den Grey Slate meinst, verhält der sich genau gegensätzlich zu den Thüringern. Klangunterschiede konnte ich hier noch nicht ausmachen. Aber von einem 4-6k kommend, hat die Klinge auf meinem Grey Slate erst mal einen erheblichen Widerstand, der dann mit zunehmender Anzahl von Doppelschüben abnimmt. Zum Schluss Rutscht die Klinge dann fast von selbst über den Stein und dann ist mal auch schon „durch“. Vom genannten Pre-finisher passiert das bei meinem Grey Slate (30x7cm) bei etwa 80-90 DS.

Druck gibt es auf dem Finisher überhaupt keinen von oben sondern nur so viel nach vorne, wie halt zur Überwindung des jeweiligen Widerstandes erforderlich ist. Und ja, ich klebe mittlerweile meine Messer immer ab und bei Finish sogar mit zwei lagen (in der Regel, was bedeutet, das es auch Ausnahmen gibt)
 
Zuletzt bearbeitet:

Nargothrond

Writes More Here Than At Work
Bei meinem GBB, kommend vom 5000er Shapton, mache ich nur auf Wasser auch ca 50 DS. Dann halte ich den Stein unter fließend Wasser und schiebe das Messer nur noch ganz leicht vorwärts, solange bis sich die Klinge richtig in den Stein "reinbeißt". Ich zähle da nicht mit. Ich fühle das dann. Wenn das passiert bin ich durch. Zuletzt meist ohne Tape, kommt aber auf das Messer an.

Den Grey Slate habe ich noch nicht ausreichend getestet, und kann daher keine verlässlichen Aussagen treffen.
 

mazemaze

Member
Danke Hellas für die Antwort. Ein paar Fragen hätte ich noch: Welches Schärf-Öl oder Honing Solution benutzt du für Ölsteine? (Smith´s, Dan´s, Ballistol, WD40?) Wie lässt sich die Viskosität von Öl beeinflussen, bzw. mit was verdünnen? Zum slate - dabei meinte ich den yellow lake oilstone in der roten Verpackung.
Wenn ich das Messer am Rücken für das finish abklebe, wie lange dauert es dann wenn ich z.B. wieder eine neue Facette setze dass diese Mikrophase wieder auf null ist? Mein Verständnis ist, dass das Abkleben dazu führt dass der Finisher auch wirkich nur an der Schneidenkante arbeitet, ähnlich dem Ruler Trick von David Charlesworth bei Hobeleisen.
Denkst du der Naniwa 5k ist als Prefinisher ausreichend bzw. wieviel ändert sich wenn ich z.B. auf dem SS10k abziehe und dann wieder auf einen Naturstein gehe. Da weiß ich dann ja nicht, was jetzt wirklich vom Finisher kommt und was vom SS10k? Gibt es überhaupt so etwas wie overhoning? Also dass man mit zunehmenden Zügen wieder an Schärfe verliert? Was sind eure Erfahrungen dazu? Danke. LG
 

Hellas

Klingenflüsterer
Moderator
Gold FdR-Pate
Ganz ordinäres Nähmaschinenöl das man noch in gut sortierten Supermärkten bzw Haushaltswarenläden findet. Das passt für mich mit der Viskosität und ich benutze es so wie es ist.
Ah, also ein Waliser Llyn Melynllyn. Nun, den (nicht den Abgepackten aus deiner Box) hab ich nie mit Öl benutzt, sondern nur mit Wasser, weil Schiefer. Feinheit unterschiedlich. Kann Finisher sein, aber auch oft nur Pre-Finisher. Jedenfalls in der Regel nicht so fein wie Thüringer.
Ja, kann man mit Arbeiten. Dauert halt dann auf Finisher etwas länger. Bzgl. 10k merke ich deutlich ein Natursteinfinish, weil die Schärfe nach dem 10k sehr hoch, aber für meinen Geschmack doch recht bissig ist. Ab 12k Naniwa kann ich mich mit rasieren, wobei für mich ein Messer auch da noch nach einem Natursteinfinish auf Thüringer gewinnt.


Im Extremfall ja. Wenn der Zenith überschritten ist, besteht durchaus das Risiko, dass man sich mit weiteren Schüben wieder Microausbrüche in die Schneide haut. Das wirkt sich aber m.E nur recht selten auf die Schärfe aus (Microzerzahnte Schneiden fühlen sich oft schärfer an als ohne), aber fast immer verliert die Schneide nach meiner Erfahrung dabei an Sanftheit. Insofern verwundert es mich auch nicht, wenn ich lese, das man nach 100+x Schüben auf einem Thüringer im Finish anschließen noch gepastete Riemen bemüht.

Dann versuchst doch mal mit dem als Stand-alone-Variante https://forum-der-rasur.de/forum/threads/schärfen-mit-dem-coticule-k-eine-anleitung.1623/
 
Zuletzt bearbeitet:

Trake

Very Active Member
Ich denke, diese "zweite Facette" wird schon nach regelmäßiger Rasur und Lederei immer kleiner (so wurde es mir hier zumindest nahegelegt und das kann ich aus Erfahrung mittlerweile auch bestätigen). Wenn Du wieder auf einen groben Stein gehst wird sie relativ schnell wieder dem Rest der Klinge angeglichen, da würde ich mir also keinen großen Kopf drum machen.
Ich würde vermuten, das macht nur Sinn, wenn der Finisher feiner ist als 10k, wobei auch das ja schwer zu sagen ist und die Angaben bei künstlichen Steinen sehr stark differieren und bei Natursteinen fast nichtssagend sind.
Ich denke hier gilt wirklich: Probieren geht über Studieren. Im Grunde genommen ist ja auch nicht nur der Prefinisher relevant, sondern die ganze Progression. Alles hat ja irgendwie Einfluss auf das Endergebnis.
 

Nightdiver

Pinselbauer aus Leidenschaft
Gold FdR-Pate
Hersteller/Händler
Würde ich nicht in jedem Fall so unterschreiben.
Kommt sehr auf den Finisher an. Beim Thüringer reicht der 5k nicht wirklich aus. Da nüdelt man sich nach einem 5k tot. Beim Grey Slate gehe ich nach dem 4K direkt drauf und habe nach rund 90DZ I.d.R. die Klinge so weit, dass eine zweite Lage Tape für die zweite Facette kommt, oder ich für den Rest auf den Thüri wechsle.
 

BoSs

Active Member
Tja... schwieriges Thema und nicht pauschal zu beantworten. Ich möchte mich meinen Vorrednern anschließen und sagen es kommt darauf an!

Ein Finisher sollte dir die individuelle Feinheit und Sanftheit liefern, die du möchtest!

Ich persönlich habe auch einen Remos GBB... ist sehr wahrscheinlich ein La Gris und den würd ich nur für Messer nehmen. Kann bei deinem aber wieder ganz anders sein.

Im Prefinish würde ich dir empfehlen auf einen 10 oder 12k Stein zu gehen, wenn du einen künstlichen Stein nimmst. Die meiste Arbeit für eine perfekte Schneide machst du eh auf den gröberen Steinen.

Thema Abkleben: wenn du ein super edles Messer mit vergoldetem Rücken usw hast, dann solltest du es abkleben, allein schon um den Rücken zu schützen. Pass aber bitte beim Tapen auf und wisch die Klinge dort wo das Tape endet regelmäßig trocken. Machst du das nicht, dann kann es hässliche Korrosionsränder hinterlassen. Besonders, wenn du viel weg schleifen musst.

Ich persönlich klebe nicht ab. Ich versuche selbst im Prefinish mit Natursteinen zu arbeiten. Ich finde, dass Kunststeine aggressiver an der Schneide sind und das mag ich nicht.

Ich nehme dafür einen weichen Narutaki oder einen Shobu ... angerieben mit ordentlich Slurry gehen die sehr schnell zu Werk. Damit setzt ich die Facette und mach das Prefinish, indem ich die Slurry dann weiter verdünne... Wenn ich auf diesen Steinen fertig bin, kann ich dann auf meinen jeweiligen Finisher gehen. egal welchen.

Danach mach ich meist ca. 40-50 DZ auf dem Finisher und danach geht es noch mal 50 DZ auf einen Cordovan Riemen. Dann habe ich in der Regel meine Messer so wie ich es brauch.

Probier dich aus... du wirst eh mehrere Steine brauchen, um festzustellen, mit welcher Härte und Slurrybildung du am besten zurecht kommst. Mach das Ergebnis nicht an irgendwelchen Haartests usw. fest. Teste mit einer Rasur! Es geht hier darum, dass du deine Individualschärfe findest, die du haben willst.

VG Marko
 
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