Forum der Rasur

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Bildgestaltung bei Rasur-Bildern

owlman

Very Active Member
Hallo!

Es gibt soweit ich sehen kann noch keinen Ort, um über Bildgestaltung zu diskutieren (der Bilder-Thread sollte ja ausschließlich zum Zeigen da sein), deshalb mache ich hier mal was neues auf. Falls ich mich irre oder was übersehen habe, bitte ich die Mods zum Verschiebung. :happy

Mir ist aufgefallen, dass die Frequenz von Schwarz-weiß-Rasurbildern anscheinend zunimmt. Ich schaue in der Regel zuerst in den Rasur-des-Tages-Thread, sehe dort schöne bunte Fotos, und im Bilder-Thread steht dann die "Nachruf-Variante" davon, was ich häufig eher schade finde, denn ihm direkten Vergleich "fehlt" mir dann etwas. Geht das nur mir so?

Ich habe mich auch schon an s/w-Fotos versucht, finde es aber ungleich anspruchsvoller, eine wirklich knackige Bildwirkung hinzubekommen ohne dass Elemente im grau-grau untergehen. Hat jemand vielleicht Tips?
 

ShavingNose

FdR-Pate
Gold FdR-Pate
Hallo owlman,

vorab - ich halte wenige meiner Bilder für wirklich gut - sehr viel häufiger geht es mir mit deinen so...
Trotzdem fühle ich mich von deiner Frage (mit)angesprochen - daher hier meine zwei bescheidenen cent :D

Ich muss gestehen, dass ich mich von diesem "Trend" (farbe in der RdT, sw in Rasurbilder) habe anstecken lassen.
Die Motivation war/ist dabei zum Einen meine Begeisterung für gute, ausdrucksstarke, Schwarzweißaufnahmen und zum Andern so ein Stück weit der Versuch eine Rasur nicht in drei Fäden (RdT, Rasurbilder, Völker hört...) als schaaler Aufguss immer gleich zu präsentieren.

Auch wenn ich stets versuche bewusst farb- und sw-Aufnahme getrennt so zu gestalten, dass das nicht eines nur die farblose Variante ist, muss ich mir doch eingestehen, dass es nicht immer gelingt eine eigenständige Bildaussage zu kreieren.

Die Bilder, bei denen mir selbst das sw-Bild gut gefällt, sind meist kontraststark und weisen kräftig strukturierte Bereiche auf.
Ebenfalls gut funktioniert es m.E. wenn das Ursprungsbild schon eher monochrom ausfällt.
Als Stilmittel versuche ich bei den sw-Bildern Veränderung in Belichtung und Kontrast zu verwenden.

Recht zufrieden bin ich mit den folgenden Ergebnissen:
Pic1
Pic2
Pic3
Pic4
 

owlman

Very Active Member
Vorab: Meine Frage war keineswegs als Vorwurf an irgendwen gemeint; ich hoffe, ich habe mich da nicht irgendwie missverständlich ausgedrückt. :happy

Ja, die Sache mit "mehrmals das selbe" sehe ich auch. Deshalb stelle ich meine Fotos immer nur in den Bilder-Thread und nicht noch zusätzlich in die RdT, wo sie sich meiner Wahrnehmung nach in kürzester Zeit "versenden", während der Bilder-Thread auch nach längerer Zeit noch zum Stöbern einlädt. Das meinte ich mit "schade" - wenn ich z.B. heute sehe, wie @maranatha seinen wunderschönen Regenbogen-Pinsel in der RdT zeigt, der im Bilder-Thread in s/w leider ziemlich untergeht.

Aber zurück zur Bildgestaltung: Aus meiner Sicht sind s/w-Fotos in aller Regel deutlich aufwändiger als Farbfotos, weil das Auge weniger "abgelenkt" wird. Entsprechend muss die Schärfe sehr präzise sitzen, und die Kontraste müssen schön knackig sein. Das ist entweder viel Arbeit im Aufbau, oder dann später in der Nachbearbeitung. Ich habe dazu einen Thread mit ein paar Tips und Beispielen in einem englischsprachigen Forum gefunden:

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(Abseits vom s/w-Thema und mehr für Profis gibt's dort auch noch einen zweiten Thread mit Tips:
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)

Ich selber habe bislang nur "geschummelte" s/w-Bilder hinbekommen, wie z.B.
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, oder
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, oder
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. Ich glaube, mein Auge sucht bei der Zusammenstellung einfach immer viel eher nach Farben als nach Formen.

@ShavingNose: Pic1 finde ich sehr gelungen, der Rex ist knackscharf und das white-out an den Rändern hilft prima bei der Konzentration auf das Wesentliche. Bei Pic2 ist ziemlich viel los, und der Pinselgriff ist halb da und halb "verschluckt"; ich weiß gar nicht, wo ich genau hinschauen soll. Pic3 ist von den Elementen her wieder schön reduziert, die Schärfeebene - und damit die Aufmerksamkeit - liegt allerdings mehr auf dem Handtuch als auf den Utensilien, das lenkt mich etwas ab. Pic4 finde ich auch wieder gelungen; die Schärfe ist schön auf dem Etikett der Dose platziert, und hier sind zwar auch einige Stellen "verschluckt", das wirkt aber gewollt um das Auge nicht abzulenken.
 

Adiabatus

Very Active Member
Also ich mag die Rasurbider! Ich gebe @owlman recht, meiner Ansicht nach sind die Bilder, die in SW in dem Bilder-Thread gezeigt werden durch dieses spezielle Darstellung abgewertet. Aber jeder sowie er es mag.
 
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Reaktionen: 947

Hobelix

Very Active Member
Beschäftige mich schon "sehr lange" mit der Fotografie - hat aber in der letzten Zeit böse nachgelassen. Kann Dir nur zustimmen - SW Bilder (Graustufenbilder) sind anspruchsvoller "in der Herstellung". Farbbilder können schon durch die Farbe zusätzliche Emotionen (bewusst - unbewusst) entlocken. Nur als Beispiel: ein Film (bewegte Bilder) kann ganz genau auf eine gewünschte "Emotion" hinarbeiten - benötigt aber auch mehr Informationen zur Darstellung.
Mein Tip aus meiner bescheidenen Erfahrung:
Kontrastreiche Motive. Wie bei der HDR-Fotografie (mehrere gleiche Aufnahmen nur mit verschiedenen Belichtungen). Jede Belichtungstufe fördert einen anderen Schärfebereich. Hoffe, etwas positives mit diesem Beitrag dazugesteuert zu haben. :eek: :confused: ;)
 

shelob

Offebächer Messerstecher äh ne Rasierer
Moderator
FdR-Pate
Gold FdR-Pate
Wenn ich jetzt noch meine Spiegelreflexkamera nebst Stativ für HDR Aufnahmen im Bad platziere, muss ich glaube ich ausziehen :D
 

maranatha

FdR-Pate
Gold FdR-Pate
@owlman
Ich kann Deine Empfindungen völlig nachvollziehen. Tatsächlich habe ich mich heute morgen selbst gefragt, ob man gerade diesen Pinsel in s/w reinstellen sollte. Ehrlich gesagt, nein.
Aber ich bin kein Fotokünstler, habe aber Spaß daran das morgendliche Werk kurz zu dokumentieren, auch im Bild (das zugegebenermaßen schnell mal geschossen wird). Die Motivation das Rasurbild auch in s/w zu posten ist die gleiche wie bei ShavingNose. Nämlich die, nicht das selbe Bild in verschiedenen Strängen unterzubringen. Meine Bilder erfüllen eh nicht den Anspruch künstlerisch wertvoll zu sein und oftmals finde ich das selbe Motiv in s/w einfach attraktiver, ohne jetzt der sicherlich noch anspruchsvolleren Aufgabe einer s/w Fotographie irgendwie gerecht zu werden.
Aber Du hast recht. Im Falle z. B. meiner heutigen Bildeinstellung wäre es ratsam gewesen, auf die eingebende Muße zu warten und dann erst zu entscheiden. ;)
 

ShavingNose

FdR-Pate
Gold FdR-Pate
In disesem, wie ich finde sehr spannenden Faden, ist es viel zu schnell still geworden...
sicher nicht missverständlich ausgedrückt - aber eben zumindest bei mir 'nen Nerv getroffen:
"billige s/w-Kopie" mache ich mir eben selbst zum Vorwurf, wenn das s/w-Bild keine eigenständige Daseinsberechtigung hat.
Das Thema habe ich für mich jetzt damit erschlagen, dass ich das Bild in den Bilder-Faden stelle - und in der RdT verlinke :rolleyes:
Die Threads sind beide der Hammer! Vor allem der zweite!
Auch ich habe mich zwar in früheren Tagen mit reichlich schwerem Equipement als Landschaftsfotograf versucht - aber was manche der Kollegen da in Sachen Produkt-Fotografie treiben ist schlicht maßlos beeindruckend.
Mir gefallen auch Deine "geschummelten" sehr gut - und gewissermaßen spiegeln sie genau das wieder, was ich mir erlauben würde als Deine fotografische Handschrift zu bezeichnen: ein tolles Gespür für stark reduzierte, stimmige Arrangements mit klar differenzierten Farben.
In diesem Fall ist die Farbe eben Schwarz! ;) Aus diesem Blickwinkel ist es sehr nachvollziehbar, dass Dir Graustufen nicht so leicht fallen.


Danke für die Analyse! daumenh! Ich werde versuchen mir von Deiner Reduktion auf das Wesentliche ein Scheibchen abzuschneiden und mich bemühen - gerade die s/w-Bilder nicht so "voll zu stopfen" :D
 

lotse

Active Member
Moin!
Hab eben diesen interessanten Thread entdeckt. Zum Thema Schwarz-Weiß nur einige Anmerkungen.
Das häufigste Mißverständnis ist, zu glauben ein S/W Bild sei nur entsättigtes Farbbild, also eine Graustufenversion. Damit ist aber fast jedes Motiv dazu verdammt im Grau abzusaufen. Um Schwarz-Weiß mit mehr Erfolg zu betreiben, ist es wichtig zu verstehen, welche Wellenlängen des Lichts den Film schwärzen. Auch im Digitalbereich ist das von Wert, da man dann gezielt mit Kanälen und Ebenen arbeiten kann. Mit der Zeit bekommt man dann auch einen Blick für die geeigneten Motive.
Ich finde die Rasurfotos deswegen so reizvoll, weil die Zutaten doch sehr begrenzt sind. Man muss sich was einfallen lassen und den schmalen Grat riskieren, der einen von der Werbefotografie trennt.
 

CaptainGreybeard

Very Active Member

Das ist in der Tat ein sehr interessantes und anspruchsvolles Thema. Ich muss dazu sagen, dass ich, als ich vor ungefähr viereinhalb Jahrzehnten mit dem Fotografieren begann, schon aus finanziellen Gründen zu S/W-Filmen griff. Farbe war damals aberwitzig teuer, jedenfalls für mich, einen Schüler mit kleinem Taschengeld, der seine Filme als Meterware kaufte und im heimischen S/W-Labor, aus preiswerten gebrauchten Geräten provisorisch eingerichtet, selbst aufrollte, nach dem Fotografieren entwickelte und seine eigenen Vergrößerungen anfertigte. Wenn man mit der S/W-Fotografie beginnt, wird man zwangsläufig lernen müssen, bei Motivwahl, Blickwinkel, Licht, Belichtung und auch der Bearbeitung im Labor (heute: am PC mit der entsprechenden Bildbearbeitungssoftware) "Schwarz-Weiß" zu sehen, zu denken und zu arbeiten.

Wie Du schon richtig festgestellt hast, sind gute S/W-Aufnahmen nicht einfach Farbaufnahmen, denen man die Farbe geklaut hat. ;) Wer glaubt, gute Farbaufnahmen durch Entsättigung in gute S/W-Aufnahmen umwandeln zu können, der wird in den allermeisten Fällen eine herbe Enttäuschung erleben, denn tatsächlich gehen die allermeisten Motive, die in der Color-Version noch so prächtig hervor stachen, in einem Einheitsbrei von Grautönen unter.

Bei guten S/W-Fotos ist es wichtig, auf einen spannenden Bildaufbau durch Linienführung, Kontraste, den gezielten Einsatz von Symmetrien und Asymmetrien zu achten und durch richtige Lichtführung das Bildmotiv bzw. die Bildaussage zu betonen.

@lotse: Die Fotografie von Rasurutensilien gehört eindeutig in den Bereich der
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und damit auch der Werbe- und Produktfotografie und ist, zumindest auf dem Niveau, welches man hier anhand der Ergebnisse einiger Nutzer bewundern kann, schon im Grenzbereich zwischen Handwerk (denn genau dazu zählt die Fotografie) und Kunst. Ich finde überhaupt nichts verwerflich daran, wenn man sich die Werbefotografie bei der Gestaltung seiner Fotos zum Vorbild nimmt, als eine Art variable Generalvorlage, nicht als sklavisch zu kopierende Blaupause. Von erfolgreichen Profis zu lernen, das halte ich für gut und ehrenhaft.

Das unten abgebildete Beispiel habe ich tatsächlich, beim Aufbau, bei der Lichtführung (Einsatz eines
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) und beim Blick durch den Kamerasucher, ausdrücklich für eine Veröffentlichung als S/W-Foto konzipiert. Als Farbaufnahme finde ich es zwar akzeptabel, aber so richtig gut gefällt es mir "in Bunt" nicht. Selbstverständlich wurden bei der Entwicklung der RAW-Daten für die S/W-Veröffentlichung völlig andere Parameter gesetzt als bei der Color-Variante. Durch die Farbentwicklung liegt die Betonung übrigens auf einem Detail, das ich gar nicht hervorheben wollte, nämlich dem Päckchen mit den Voskhod-Klingen. Bei der S/W-Version liegt das Augenmerk, wie von mir gewünscht, auf der Pitralon-Flasche und dem Rasierhobel, erst der zweite Blick geht auf die Rasierklingenpackung, die Rasiercremetube und den Pinsel. Manchmal bedeutet der Verzicht auf Farbinformationen auch einen Gewinn, nämlich wenn man dergestalt den Blick von einem zwar farblich auffälligen, aber nicht im Fokus befindlichen Gegenstand auf das eigentliche Motiv lenken kann.

cgb_OPI8142-rev-2.jpg


cgb_OPI8142-rev.jpg

(Ich bitte um Entschuldigung dafür, dass ich beim Aufbau leider vergaß, die Fingerabdrücke von der Rasierwasserflasche und dem Pinselgriff abzuwischen.)
 
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