Dieses Thema
C.&H. BIRKENDAHL hat hier vor 6 Jahren etwas unglücklich angefangen... falscher Titel (
BIRKASO gehört nicht zu C.&H. Birkendahl, sondern zu
Hugo Birkendahl) und falscher Text in der Überschrift (Carl und Hugo Birkendahl anstatt
Carl und Heinz Birkendahl) ... ein kleines gedankliches Durcheinander, wohl bedingt durch Falschinfos im Netz (z.B. bei britva.ru), das ich hier jetzt mal ordnen will...
BIRKASO war ein Marke von
Hugo Birkendahl, der seinen Betrieb bereits vor dem 1.WK an der Schützenstr. 73 an der Krahenhöhe in Solingen mit der Fertigung von Scheren begann.
1922 dann an der Casinostr. 94 als Fabrikant, im Hause seines Bruders Gustav Casinostr. 88 wohnend, verlegte er den Betrieb 1927 zur MeigenerStr. 35.
In der einzig bekannten Werbung von 1922 sind zwar auch zwei Rasiermesser abgebildet, jedoch ist mir außer einem #134 BIRKASO GOLD, dessen einziges Verkausbild so schlecht war, daß ich es KI verbessern lassen mußte, kein weiteres bekannt...
Wahrscheinlich hat er es gar nicht selbst hergestellt, sondern sein jüngerer Bruder
Carl Birkendahl, der wohl erst bei ihm arbeitet und Mitte der 1920er Jahre seinen eigenen Betrieb
CARL BIRKENDAHL an der HerbergerStr. 4 in Solingen II Wald am Krankenhaus gründet und Lehrlinge wie Gesellen zur Rasiermesserproduktion sucht.
Ein Handelsregistereintrag ist nicht zu finden, scheinbar wird der Betrieb als Kleinunternehmen geführt.
1928 warnt Carl Birkendahl jeden davor, seine ihm eingetragene Wortmarke
LUPUS zu mißbrauchen...
LUPUS Rasiermesser sind so selten zu finden, wie die Nadel im Heuhaufen... jedoch habe ich noch ein altes Archivbild, daß sogar die Ätzung CB zeigt...
der MACERO Schuber gehört natürlich nicht dazu, sondern zu Henkel & Müller... hätte ich aber gerne, da ich ein schuberloses #7 von denen besitze...
...und einen einzigen LUPUS Fund im Netz habe ich auch noch gemacht... dieses Rasiermesser war wohl für den spanischen oder südamerikanischen Exportmarkt gedacht.
1928 laufen die Geschäfte wohl gut, Carl Birkendahl sucht einige Mitarbeiter.... 1943 ist dann der Sohn
Heinz Birkendahl Mitinhaber des Betriebes.
Heinz Birkendahl wird dann eingezogen und heiratet 1944 als Leutnant die Margot Zimmermann, mit der er den Sohn
Rainer Birkendahl hat.
In der Nachkriegszeit werden noch Rasiermesser hergestellt, allerdings nicht mehr mit LUPUS, sondern lediglich mit der Firmenadresse geschlagen...
Eine neue Birkendahl Wortmarke für Rasiermesser in den 1950ern ist
KIT-FO mit der Ätzung KING, von dem ich mal ein Exemplar hatte, aber mittlerweile verkauft habe...
Die Vorstellung eines weiteren C.&H. Birkendahl Rasiermessers überlasse ich gerne Gregor
@DailyDriver ...
Rainer Birkendahl tritt 1962 mit 18 Jahren ins Unternehmen ein, das nun unter HRA 19652 beim AG Wuppertal als
CARL & HEINZ BIRKENDAHL eingetragen wird.
Ab dieser Zeit produziert C.&H. Birkendahl allerdings vorrangig nur noch Rasierklingen.
Rainer Birkendahl studiert Wirtschaftswissenschaften und ist in den 1970ern Dipl. Kaufmann, in einer Zeit, als das Geschäft mit Solinger Stahlwaren und Rasierklingen merklich nachlässt. Deshalb orientiert er sich seit den 1990ern neben der Firma Birkendahl in verschiedenen Positionen im Finanzwesen.
Seine Ehefrau Gabriele Langerbein erhält vom Schwiegervater Heinz Birkendahl Prokura für die Firma C.&H. Birkendahl, deren Firmensitz dann zum Spielbruch 69 in ein Wohnhaus in einer verkehrsberuhigten Strasse verlegt wird... dort wird wohl nicht mehr produziert.
2005 scheidet
Heinz Birkendahl aus dem Unternehmen aus und
Rainer Birkendahl ist Inhaber.
Er beschließt die Firma nicht weiter zu führen, die schließlich 2007 gelöscht wird und deren Rasierklingenfertigung an
WILKINSON SWORD übergeht, wo Rainer Birkendahl Geschäftsführer wird.
Mit scharfen Grüßen aus der Klingenstadt
Rainer