SolingerStahl
Hersteller/Händler
Bereits 1790 werden in Gembloux / Belgien mehr als 150 Fachkräfte im Messerschmiedehandwerk beschäftigt.
1794 wird in Gembloux die ERNEST PIERARD LEFEBVRE Messerfabrik EPL gegründet.
1806 gibt es in Gembloux mehr als 30 Messerschmieden, die über 200 Leute beschäftigen.
1814 eröffnet die Messerfabrik L. PIERARD AINE ein dampfbetriebenes Werk, das sich auf Macheten, Dolche und Entermesser für die afrikanischen und südamerikanischen Märkte spezialisiert.
1833 wird Jean Joseph Pierard in der Liste der Messerschmiede aufgeführt.
1889 und 1893 werden die beiden Warenzeichen, das EPL-Herz und der Schlüssel eingetragen.
Aus dieser Zeit stammt mein 6/8+ schulterloses #12 Schorkopf-Rasiermesser mit Daumenmulde und Adler-Ätzung Rasoir-Garanti,
die Klinge stammt aber wohl eher aus der Solingen-Kohlfurter Fertigung von Abr. Knyn oder W. Picard...
Der Stempel zeigte einst RASOIR BELGE GARANTI - BREVETE - PIERARD LEFEBVRE - A. GEMBLOUX und hat leider etwas unter dem Zahn der Zeit gelitten...
...ebenso wie die Blattspitze, die sich aber noch halbwegs retten ließ...
Die Rückseite ließ sich recht gut aufarbeiten...
...auch der Stempel mit dem EPL-Herz ist noch gut erhalten...
Den Ausgangszustand und die Aufarbeitungsschritte hatte ich ja bereits im Faden "Heute ein wenig Rost entfernt" gezeigt...
Ein ähnliches Messer wird auch mit der #3 gefertigt...
Hier kommt ein Hornheft zum Einsatz...
1903 fertigt EPL ein Rasiermesser mit "Gunstock"-Heftschalen... oder ist die Nummer nur zufällig gewählt...?
1905 fertigt PIERARD-LEFEBVRE zur Weltausstellung in Lüttich ein prächtiges Taschenmesser, das die Büsten von Prinz Leopold II. und Prinz Albert zeigt und wird so zum belgischen Hoflieferanten.
1909 gründet Leon Pierard Laduron die NATIONALE MESSERFABRIK, die verzinntes Stahlbesteck produziert.
Sohn Richard Pierard führt das Unternehmen als NATIONALE STAHLBESTECKFABRIK weiter.
1913 bewirbt die ERNEST PIERARD LEFEBVRE Messerfabrik ihre Waren mit den Warenzeichen EPL und Schlüssel, Abbildungen der Privatvilla und des Werkes, sowie diversen Preisen und Medaillen, die auf internationalen Ausstellungen erworben wurden.
Die links im Briefkopf gezeigte Privatvilla Cahateau De Champs Elisees zeigt deutlich den Erfolg des Familien-Unternehmens PIERARD an, es gibt sogar Postkarten davon...
Hier noch ein recht ansehnliche 8/8 Spanisch ...
..nun aber scheinbar ohne den Vornamen in der Adresse... das "E." würde zu weit unten links "hängen"...
...auch fehlt auf der Rückseite das EPL-Herz... Vielleicht handelt es sich aber sogar um ein Messer vor der Warenzeichenregistrierung 1893...?
Auch mit dem 1889 als Warenzeichen registrieten Schlüssel werden noch in den 1920ern Rasiermesser hergestellt...
1924 gründet Richard Pierard's Bruder Maurice Pierard die COUTELLERIE MURICE PIERARD CMP.
Es handelt sich hierbei immer noch um die gleichen Fabrikgebäude, wie sie bereits 1913 gezeigt wurden.
Sein Sohn Michel Pierard modernisiert die Fabrik in den späten 1920ern und führt sie unter dem Namen KARA weiter.
Anstelle verzinntem und verchromtem Besteck wird dieses nun in Edelstahl produziert.
Ebenfalls aus Edelstahl wird ein DRAREIP-DEMONTABLE Rasiermesser mit Wechselklinge hergestellt... DRAREIP ist übrigens das Palindrom von PIERARD...
E. PIERARD LEFEBVRE firmiert währenddessen in den 1930ern als "Goldschmiede" mit Silberwaren, als Spezialist für Restaurants und Sportmesser...
1958 beginnt bei KARA die Produktion von VA-Servierplatten- und Geschirr, 1959 folgen sogar Kochtöpfe.
1968 muß der Betrieb angesichts ausländischer Konkurrenz, steigender Lohnkosten und abnehmender Nachfrage geschlossen werden.
So erging es auch den anderen Schneidwarenherstellern in Gembloux...
Quelle: LVR-INdustriemuseum, J.Putsch 1990
Am Ortseingang steht heute zur Erinnerung an "gute Zeiten" die Friktions-Spindelpresse aus dem Werk von E. PIERARD LFEBVRE...
...was einerseits eine traurige Erinnerung darstellt, mich aber als Modellmaschinensammler trotzdem erfreut...
Mit scharfen Grüßen aus der (anderen) Klingenstadt
Rainer
1794 wird in Gembloux die ERNEST PIERARD LEFEBVRE Messerfabrik EPL gegründet.
1806 gibt es in Gembloux mehr als 30 Messerschmieden, die über 200 Leute beschäftigen.
1814 eröffnet die Messerfabrik L. PIERARD AINE ein dampfbetriebenes Werk, das sich auf Macheten, Dolche und Entermesser für die afrikanischen und südamerikanischen Märkte spezialisiert.
1833 wird Jean Joseph Pierard in der Liste der Messerschmiede aufgeführt.
1889 und 1893 werden die beiden Warenzeichen, das EPL-Herz und der Schlüssel eingetragen.
Aus dieser Zeit stammt mein 6/8+ schulterloses #12 Schorkopf-Rasiermesser mit Daumenmulde und Adler-Ätzung Rasoir-Garanti,
die Klinge stammt aber wohl eher aus der Solingen-Kohlfurter Fertigung von Abr. Knyn oder W. Picard...
Der Stempel zeigte einst RASOIR BELGE GARANTI - BREVETE - PIERARD LEFEBVRE - A. GEMBLOUX und hat leider etwas unter dem Zahn der Zeit gelitten...
...ebenso wie die Blattspitze, die sich aber noch halbwegs retten ließ...
Die Rückseite ließ sich recht gut aufarbeiten...
...auch der Stempel mit dem EPL-Herz ist noch gut erhalten...
Den Ausgangszustand und die Aufarbeitungsschritte hatte ich ja bereits im Faden "Heute ein wenig Rost entfernt" gezeigt...
…heute wieder ein wenig Rost entfernt…
Gestern für nen 10er eine Ortschaft weiter abgeholt Ein 4/8 in der größe habe ich auch noch nicht. Patina, Rost, Pitting, Ausbruch :D Also schon Recht erbärmlicher Zustand. Um den Ausbruch rauszukriegen, habe ich die Schneide senkrecht auf 1200er Dia Platte die Fase weggeschliffen. Mit...
forum-der-rasur.de
Ein ähnliches Messer wird auch mit der #3 gefertigt...
Hier kommt ein Hornheft zum Einsatz...
1903 fertigt EPL ein Rasiermesser mit "Gunstock"-Heftschalen... oder ist die Nummer nur zufällig gewählt...?
1905 fertigt PIERARD-LEFEBVRE zur Weltausstellung in Lüttich ein prächtiges Taschenmesser, das die Büsten von Prinz Leopold II. und Prinz Albert zeigt und wird so zum belgischen Hoflieferanten.
1909 gründet Leon Pierard Laduron die NATIONALE MESSERFABRIK, die verzinntes Stahlbesteck produziert.
Sohn Richard Pierard führt das Unternehmen als NATIONALE STAHLBESTECKFABRIK weiter.
1913 bewirbt die ERNEST PIERARD LEFEBVRE Messerfabrik ihre Waren mit den Warenzeichen EPL und Schlüssel, Abbildungen der Privatvilla und des Werkes, sowie diversen Preisen und Medaillen, die auf internationalen Ausstellungen erworben wurden.
Die links im Briefkopf gezeigte Privatvilla Cahateau De Champs Elisees zeigt deutlich den Erfolg des Familien-Unternehmens PIERARD an, es gibt sogar Postkarten davon...
Hier noch ein recht ansehnliche 8/8 Spanisch ...
..nun aber scheinbar ohne den Vornamen in der Adresse... das "E." würde zu weit unten links "hängen"...
...auch fehlt auf der Rückseite das EPL-Herz... Vielleicht handelt es sich aber sogar um ein Messer vor der Warenzeichenregistrierung 1893...?
Auch mit dem 1889 als Warenzeichen registrieten Schlüssel werden noch in den 1920ern Rasiermesser hergestellt...
1924 gründet Richard Pierard's Bruder Maurice Pierard die COUTELLERIE MURICE PIERARD CMP.
Es handelt sich hierbei immer noch um die gleichen Fabrikgebäude, wie sie bereits 1913 gezeigt wurden.
Sein Sohn Michel Pierard modernisiert die Fabrik in den späten 1920ern und führt sie unter dem Namen KARA weiter.
Anstelle verzinntem und verchromtem Besteck wird dieses nun in Edelstahl produziert.
Ebenfalls aus Edelstahl wird ein DRAREIP-DEMONTABLE Rasiermesser mit Wechselklinge hergestellt... DRAREIP ist übrigens das Palindrom von PIERARD...
E. PIERARD LEFEBVRE firmiert währenddessen in den 1930ern als "Goldschmiede" mit Silberwaren, als Spezialist für Restaurants und Sportmesser...
1958 beginnt bei KARA die Produktion von VA-Servierplatten- und Geschirr, 1959 folgen sogar Kochtöpfe.
1968 muß der Betrieb angesichts ausländischer Konkurrenz, steigender Lohnkosten und abnehmender Nachfrage geschlossen werden.
So erging es auch den anderen Schneidwarenherstellern in Gembloux...
Quelle: LVR-INdustriemuseum, J.Putsch 1990
Am Ortseingang steht heute zur Erinnerung an "gute Zeiten" die Friktions-Spindelpresse aus dem Werk von E. PIERARD LFEBVRE...
...was einerseits eine traurige Erinnerung darstellt, mich aber als Modellmaschinensammler trotzdem erfreut...

Mit scharfen Grüßen aus der (anderen) Klingenstadt
Rainer
