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Fatip Il Vario – erster verstellbarer Fatip

ankerbart

Gold FdR-Pate
Ich stelle euch heute den Fatip Il Vario vor, den ersten und bisher einzigen verstellbaren Rasierhobel von Fatip, frisch ab Werk. Meine Variante ist der Fatip Originale (OC) in Gold.

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vario2.jpg

(Meine zwei Rasuren findet ihr hier und hier.)

Aufbau & Mechanik

Der Il Vario ist im Prinzip ein Vierteiler: Kopfplatte, Klinge, Basisplatte, schwarzer Kunststoff-Spacer, plus Griff.
vario3.jpg
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In der Praxis muss man nicht jedes Mal komplett zerlegen – dann verhält er sich wie ein Zweiteiler mit zusätzlichem Handling über den Spacer.
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Die Verstellung (faktisch die Änderung des Blade Gaps) erfolgt über ein Rändelrad im klassischen Grande-Griff. Dieses ist sehr leichtgängig, ohne Rastung/Klicks, und das kann in der Anwendung problematisch sein.

Die Skala und der Referenzpunkt sind nicht farblich hinterlegt – das habe ich nachträglich selbst markiert.
voll zu:
vario5.jpg

Voll auf:
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Skala & Einstellweg
  • Die Skala ist eher „nice to have“ als präzise einteilbar, schon wegen der leichten Gängigkeit.
  • Mit eingelegter Klinge liegt der Startpunkt nicht beim vordersten Punkt, sondern beim zweiten.
  • Die Maximalstellung liegt leicht hinter dem letzten Punkt. (Italienische Genauigkeit?)
  • Mit etwas Kraft lässt sich die Minimalstellung bis auf den vordersten Punkt zurückdrehen – mit nassen Fingern würde ich das nicht empfehlen.

Blade Gap voll auf ohne Klinge:
vario7.jpg

Blade Gap voll auf mitKlinge:
vario10.jpg

Voll zu ohne Klinge:
vario8.jpg

Voll zu mit Klinge:
vario11.jpg

Besonderheit je nach Platte, und wie man gut sieht
  • OC rasiert in Minimalstellung weiterhin (die Zähne „tragen“).
  • Gentile (SB) deckt die Klinge in dieser Stellung praktisch vollständig ab – da geht nichts mehr.
Kopfspiel & Führung
  • In den Endpositionen (Min/Max) sitzt Kopf-/Basisplatte stabil.
  • Dazwischen merkt man Spiel: Beim Schütteln klappert es leicht; die Schaumkante gibt minimal nach. Kommt man schräg an die Haut, kann der Blade Gap dadurch nicht ganz parallel anliegen.
Material & Verarbeitung
  • Wie bei Fatip üblich: Zinkdruckguss (Zamak).
  • Verarbeitung Fatip-typisch gut, aber die Oberfläche ist kratzanfällig, wenn man nicht aufpasst.
Community-Feedback (Italien)
Die Punkte oben werden dort kritisch gesehen:
  • Kunststoff-Spacer statt Metall („für 5 € mehr…“),
  • fehlende Rastung bzw. wertigere Verstellung (ggf. Feder),
  • insgesamt Anmutung – zumal China bereits spürig wirkende Adjustables (Futur-Klone) sehr günstig baut.
Praxis & Einordnung
Ich habe das Experiment trotzdem gewagt – und wurde belohnt:
  • Führt man den Hobel „normal“ mit etwas Eingewöhnung und fatip-typischem flachen Winkel, werden die Kritikpunkte zweitrangig.
  • Wichtig: Nicht zu nah am Kopf greifen (schon wegen des Einstellrings), sondern Griffmitte bis -ende fassen. Dann arbeitet der Kopf gewollt „von selbst“.
  • So versteht man auch den Kunststoff-Spacer: Gewichtsersparnis und Balance – in der Hand stimmig.
Auf mittlerer Einstellung liegt er etwa auf Grande Classic OC-Niveau; man kann sehr gut nach unten und nach oben variieren. Trotz leichtgängigem Ring hat sich nichts von allein verstellt – solange man nicht daran kommt.

Ergebnis
Mir hat der Il Vario zwei sehr sanfte, sehr gründliche und effiziente Rasuren mit starker Nachhaltigkeit beschert. Der Hobel kommt sicher öfter zum Einsatz.Er gefällt mir persönlich gut und hat Charakter.

Daten
  • Gewicht: 80 g
  • Gesamtlänge: 93 mm
  • Grifflänge: 82 mm
  • Kopfbreite: 42 mm
 
Sind die restlichen Fatips nicht alle aus Messing?

Top, danke Kollege @ankerbart

Es scheint auch hier beim Vario italienischer Charme auf italienische Nachlässigkeit in Sachen Verarbeitung zu Treffen.

Bist du Dir sicher mit dem Material? Ich war der Meinung Fatip Arbeit grundsätzlich mit Messing.

Viele Grüße
oooopps... stimmt.... War wohl mit den Gedanke schon wo anders... Danke für die Korrektur!
 
Optisch, bzw. von der Funktionsweise her, sind ja doch deutliche Ähnlichkeiten zum Progress zu erkennen. Mich würde interessieren, in wie weit die Ähnlichkeit auch während der Rasur zu vernehmen ist. Eventuell wäre der Vergleich aber beim "gentile pettine" passender.
 
Haben sie die normale Grundplatte etwa einfach rumgedreht (und größere Löcher reingebohrt) um so Platz für den Verstell-Mechanismus zu bekommen?
 
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