SolingerStahl
Hersteller/Händler
Die Firma Gebr. Bell wird 1876 von den drei Brüdern Ernst, Arthur und Paul Bell gegründet.
Diese sind Söhne des Kaufmanns Ferdinand Bell, der bis 1871 in Gräfrath 127 bei Solingen eine Stahl- und Eisenwarenhandlung betreibt.
Die Gebrüder Bell errichten in Nümmen bei Gräfrath ein Fabrikgebäude und produzieren zunächst hochwertige Stahlwaren wie Messer und Bestecke.
Ab ca. 1895 werden dort auch Rasiermesser produziert und in Annoncen zusammen mit dem neuesten Prachtkatalog beworben.
1899 ist bereits Emil Bell, einer der Söhne der drei Gebrüder, Inhaber der Fa. Gebr. Bell
In den Jahren 1906-09 umfaßt der Versandhauskatalog bereits alle möglichen Haushaltsartikel und Metallwaren, inkl. Engelsgeläut, Feldstecher, Pfeife und Revolver...
1910 gerät Emil Bell als Alleininhaber durch die plötzliche Entziehung eines Bankkredites in Zahlungsschwierigkeiten und es wird ein Konkursverfahren gegen ihn eröffnet.
Die Firma wird wie üblich auf den befreundeten Kaufmann Robert Plücker überschrieben, ohne daß dieser die Verbindlichkeiten übernimmt. Dann geht Emil Bell einen Zwangsvergleich mit den Gläubigern ein. Nach der Annahme dieses Vergleiches wird das Konkursverfahren aufgehoben und eine Woche später ist Emil Bell wieder der Alleininhaber der Gebr. Bell.
Robert Plücker, der ein knappes Jahr Inhaber sein durfte, wird von diesem Manöver ebenfalls profitiert haben...
Jedenfalls wird zu Weihnachten 1913 wieder das gesamte Sortiment des Versandhauses Gebr. Bell beworben
Die Firmenadresse lautet nun Blumenstr. 3 in Gräfrath.
Während des 1. Weltkrieges wird das Sortiment der Handelswaren an die Bedürfnisse der Soldaten mit einem Feldkatalog angepasst
Mittlwerweile arbeiten auch Emil's Söhne Ernst, Eugen und Paul Bell mit im Unternehmen und werden 1921 Gesellschafter zusammen mit drei weiteren Kommanditisten.
Im gleichen Jahr wird das Warenzeichen KING BELL eingetragen, mit dem man sich auf dem nordamerikanischen Markt behaupten will
1926 feiert man bereits 50-jähriges Jubiläum... es sind nun fünf Brüder im Unternehmen tätig, so lautet zumindest dieTelegrammadresse...
Auch Kunden in Accra an der afrikanischen Goldküste des heutigen Ghana zeigen Interesse an den Waren der Gebr. Bell...
Im Januar 1931 scheidet Eugen Bell aus der Gesellschaft aus, und Arthur Bell tritt als persönlich haftender Gesellschafter ein.
Eugen Bell ist dann dafür ab November 1931 Inhaber der Fa. August Heidfeld Nachfolger in Solingen-Wald.
Den zweiten Weltkrieg übersteht die Fa. Gebr. Bell wie üblich mit Lieferungen für den Militärbedarf, für den man per Annonce ständig Nachschub an Personal sucht
1953 bis 1976 sind die Gebr. Bell immer noch mit Ernst, Paul und Artur an der Zwinglistr. 3 in Solingen-Gräfrath gelistet,
aufgrund des hohen Alters dürften diese allerdings in den späten 1950ern ausgeschieden sein...
danach verliert sich die Spur...
Mein persönliches Belegstück der Gebr. Bell ist ein frühes 4/8 Rasiermesser #76 mit Barber's Notch
im Knochenheft aus der Produktion um 1900-1910 mit Originalschuber
Ein wohl später hergestelltes #50 mit 5/8 Blatt und amerikanischem Geradkopf im Bakelitheft hatte ich auch mal in der Sammlung
...aber dann 2014 an einen Rasurfreund verkauft.
Nun zeigt auch mal Eure Schätze der Gebr. Bell hier vor...
Mit scharfen Grüßen aus der Klingenstadt
Rainer
Diese sind Söhne des Kaufmanns Ferdinand Bell, der bis 1871 in Gräfrath 127 bei Solingen eine Stahl- und Eisenwarenhandlung betreibt.
Die Gebrüder Bell errichten in Nümmen bei Gräfrath ein Fabrikgebäude und produzieren zunächst hochwertige Stahlwaren wie Messer und Bestecke.
Ab ca. 1895 werden dort auch Rasiermesser produziert und in Annoncen zusammen mit dem neuesten Prachtkatalog beworben.
1899 ist bereits Emil Bell, einer der Söhne der drei Gebrüder, Inhaber der Fa. Gebr. Bell
In den Jahren 1906-09 umfaßt der Versandhauskatalog bereits alle möglichen Haushaltsartikel und Metallwaren, inkl. Engelsgeläut, Feldstecher, Pfeife und Revolver...
1910 gerät Emil Bell als Alleininhaber durch die plötzliche Entziehung eines Bankkredites in Zahlungsschwierigkeiten und es wird ein Konkursverfahren gegen ihn eröffnet.
Die Firma wird wie üblich auf den befreundeten Kaufmann Robert Plücker überschrieben, ohne daß dieser die Verbindlichkeiten übernimmt. Dann geht Emil Bell einen Zwangsvergleich mit den Gläubigern ein. Nach der Annahme dieses Vergleiches wird das Konkursverfahren aufgehoben und eine Woche später ist Emil Bell wieder der Alleininhaber der Gebr. Bell.
Robert Plücker, der ein knappes Jahr Inhaber sein durfte, wird von diesem Manöver ebenfalls profitiert haben...
Jedenfalls wird zu Weihnachten 1913 wieder das gesamte Sortiment des Versandhauses Gebr. Bell beworben
Die Firmenadresse lautet nun Blumenstr. 3 in Gräfrath.
Während des 1. Weltkrieges wird das Sortiment der Handelswaren an die Bedürfnisse der Soldaten mit einem Feldkatalog angepasst
Mittlwerweile arbeiten auch Emil's Söhne Ernst, Eugen und Paul Bell mit im Unternehmen und werden 1921 Gesellschafter zusammen mit drei weiteren Kommanditisten.
Im gleichen Jahr wird das Warenzeichen KING BELL eingetragen, mit dem man sich auf dem nordamerikanischen Markt behaupten will
1926 feiert man bereits 50-jähriges Jubiläum... es sind nun fünf Brüder im Unternehmen tätig, so lautet zumindest dieTelegrammadresse...
Auch Kunden in Accra an der afrikanischen Goldküste des heutigen Ghana zeigen Interesse an den Waren der Gebr. Bell...
Im Januar 1931 scheidet Eugen Bell aus der Gesellschaft aus, und Arthur Bell tritt als persönlich haftender Gesellschafter ein.
Eugen Bell ist dann dafür ab November 1931 Inhaber der Fa. August Heidfeld Nachfolger in Solingen-Wald.
Den zweiten Weltkrieg übersteht die Fa. Gebr. Bell wie üblich mit Lieferungen für den Militärbedarf, für den man per Annonce ständig Nachschub an Personal sucht
1953 bis 1976 sind die Gebr. Bell immer noch mit Ernst, Paul und Artur an der Zwinglistr. 3 in Solingen-Gräfrath gelistet,
aufgrund des hohen Alters dürften diese allerdings in den späten 1950ern ausgeschieden sein...
danach verliert sich die Spur...
Mein persönliches Belegstück der Gebr. Bell ist ein frühes 4/8 Rasiermesser #76 mit Barber's Notch
im Knochenheft aus der Produktion um 1900-1910 mit Originalschuber
Ein wohl später hergestelltes #50 mit 5/8 Blatt und amerikanischem Geradkopf im Bakelitheft hatte ich auch mal in der Sammlung
...aber dann 2014 an einen Rasurfreund verkauft.
Nun zeigt auch mal Eure Schätze der Gebr. Bell hier vor...
Mit scharfen Grüßen aus der Klingenstadt
Rainer