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Das hatte mir die KI aber tatsächlich auch so gesagt, zu langes Finish auf Wasser und bei Ratio 1:1, wie es manche machen, geht biss verloren. Das kann ich auch so bestätigen nach dem ich auf Wasser nach Gefühl abgezogen hab. Mit dem Ura dominanten Finish mit wenigen Zügen war das Endergebnis wirklich besser.Ich mache kein Wasserfinish mit meinen Oozukus. Irgendwie geht da dann das gewisse etwas verloren
https://sharprazorpalace.com/honing/121506-honing-razors-nihonkamisori-translated-guide.html solltest du dir mal durchlesen. Diese Anleitung wurde von Jim Rion übersetzt und ist meines Wissens im Original vom Iwasakischmied geschrieben.
Das folgende ist eine ausführliche deutschsprachige Fachfassung des Guides „Honing Razors and Nihonkamisori“ (Iwasaki / Übers. Rion), so aufgebaut, dass ein Rasur-Forum damit arbeiten kann. Sie ist bewusst sehr lang, weil der Originaltext genau so funktioniert: Er wiederholt Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln, um typische Fehler zu verhindern.
ABSCHNITT 1 – VORBEREITUNG DER WERKZEUGE
- Nagura: Auswahl, Echtheit, typische Fehler, Schadensmechanismen
Der Text stellt direkt klar: Viele verwenden „Nagura“ falsch – entweder indem sie die falschen Steine als Nagura missbrauchen (z. B. Tsushima als Ersatz) oder weil sie Fälschungen bzw. minderwertige Nagura erwischen. Die Empfehlung ist, geprüfte/gestempelte Mikawa-Nagura zu verwenden und gerade bei weißen Nagura auf geprüfte Herkunft zu achten, weil es auch Fakes gibt. Der Grund ist banal: Wenn Nagura unkontrolliert grobe oder harte Einschlüsse enthalten, erzeugen sie Ausbrüche oder Riefen, die später nicht mehr sauber zu entfernen sind.
Der Guide beschreibt die Haupttypen Botan, Tenjō, Mejiro und Koma samt ihrer Rolle: Botan wird als grob und stark abtragend charakterisiert; Tenjō und Mejiro als feiner; Koma als sehr begehrt, weil es trotz feinerer Partikel weiterhin schnell arbeitet und deshalb teuer ist. Praktisch heißt das: Der Autor denkt nicht in „magischen“ Stufen, sondern in Partikelgrößen und Abtragsleistung.
Was man vermeiden soll: „Sand eyes“ / dunkle Punkte in Botan. Dort sitzen oft aggressive Einschlüsse; wer darüber slurry zieht, riskiert harte Kratzer oder Mikrochips. Empfehlung: auf anderen Flächen arbeiten oder diese Bereiche meiden.
Weiteres Vermeidungs-Thema: Nagura sind spröde (quarzbasierter Tuff / vulkanische Asche). Das bedeutet, scharfe Kanten oder Ecken brechen leicht aus, kleine Brocken fallen in den Slurry und ruinieren die Schneide. Lösung: alle Kanten abrunden/entschärfen und Seiten versiegeln (im Text wird ein Vinyl-Harz genannt), um Abbröckeln zu verhindern.
- Kleiner Honyama / „Small form“
Der Text führt kleine Stücke/kleine Formate als Praxiswerkzeuge auf. Der Hintergrund ist nicht Sammlerromantik, sondern Handhabung: kurze Wege, kontrollierte Kontaktfläche, gezielte Arbeit. (Das korrespondiert später mit „weniger Weg = weniger Druck“.)- Honyama-Hone (Honzan/Honyama als Basis)
Der Guide trennt sehr klar zwischen „Stein als Träger“ und „Partikel als Schleifmittel“. Viele glauben, sie hätten „auf Honyama geschärft“, obwohl sie nur auf Nagura-Schlamm geschärft haben. Das ist ein Kernmotiv im Text: Entscheidend ist, wodurch Stahlabtrag wirklich passiert.- Rasha/Raxa-Hone (pasted strop / „falsche Schneide“ entfernen)
Es wird ein Schritt beschrieben, der als „False edge removal“ geführt wird. Die Idee dahinter: In gewissen Situationen kann sich eine Art „Schein-Schärfe“/fragiler Grat bilden, der zwar anfänglich schneidet, aber sofort kollabiert. Dafür wird ein sehr kurzer, definierter Zwischenschritt genannt (im Guide sehr kurz zeitlich).
5–9) Strop-Pflege, Öl entfernen, Lederriemen weich machen, Leinen und Pflege
Hier ist die Stoßrichtung konservativ: Strop ist nicht Dekoration, sondern Fehlerquelle. Öl, Schmutz, eingebettete Partikel oder falsche Nachgiebigkeit führen zu Kantenverschleiß oder neuen Ausbrüchen. Der Text macht später sehr deutlich, dass Schmutz im System ein Hauptgrund für wiederkehrendes Chipping ist.
- Mikroskop: warum es empfohlen wird
Der Guide argumentiert sehr pragmatisch: Ohne Sichtkontrolle sinkt die Chance, wirklich gute Schneiden zu reproduzieren. Und er geht sogar auf den „Barber-Realismus“ ein: Sichtbare Professionalität (Werkzeuge zeigen, Vertrauen gewinnen). Man muss das nicht „mögen“, aber die technische Aussage ist: Ohne Kontrolle arbeitest du blind und verwechselst oft Politur mit Schärfe.
ABSCHNITT 2 – GRUNDLAGEN DES SCHÄRFENS
- Bewegung auf dem Stein: viele Wege, aber gleiches Ziel
Der Text nimmt mehreren „Schulrichtungen“ den Absolutheitsanspruch. Zickzack, V-Muster, Geradeaus, Kreise, 8er: alles wird genannt – mit dem Tenor, dass verschiedene Kulturen/Manuals verschiedene Bewegungsmuster lehren. Die Kernforderung ist nicht die Form der Bewegung, sondern: reproduzierbar, kontrolliert, ohne Verkanten.- Wasser vs. Öl vs. Sonderlösungen
Der Guide ist überraschend „unideologisch“: Schmierung hilft, die Klinge leichter über den Stein zu führen, aber das Schleifen passiert durch Abrasivpartikel – nicht durch das Medium selbst. Gleichzeitig wird Wasser klar bevorzugt, wenn mit Nagura gearbeitet wird, weil man sonst den vorherigen Abrieb nicht zuverlässig entfernt und Kontamination entsteht. Das ist ein wichtiger Praxispunkt: Die feinste Stufe ist wertlos, wenn grobe Partikel aus der vorherigen Stufe noch irgendwo hängen.- „Schärft der Honyama oder schärft die Nagura?“
Das ist einer der wichtigsten Abschnitte. Die Argumentation ist ein anschaulicher Vergleich: Wenn du Schleifpulver auf eine Platte streust, arbeitet das Pulver – nicht die Platte. Übertragen heißt das: Wenn du auf Honyama mit grobem Nagura-Slurry arbeitest, dann erzeugen die Nagura-Partikel die Kratzer und den Abtrag. Viele Leute haben teure Honyama, schärfen aber de facto ihr Leben lang nur „auf Nagura“. Erst wenn du Slurry abwäschst und direkt auf dem Grundstein weiterarbeitest, ändert sich das Kratzbild in Richtung feiner, flacher Spuren.
Was man vermeiden soll: „Slurry drauf lassen, einfach weiter, passt schon.“ Der Text nennt das als typischen Barber-Fehler. Ergebnis: Du glaubst, du finishst, polierst aber nur Nagura-Spuren nach.
- Zusätzliche Rolle der Nagura: „Stein reaktivieren“
Nagura werden nicht nur als Abrasivquelle, sondern auch als „Refresh“ für den Honyama beschrieben. Die Oberfläche kann „platt“ werden und Schleifleistung verlieren; Nagura legen frische, scharfkantige Partikel frei. Das ist wichtig, weil viele heute nur „anrauen“ (Diamantplatte) – der Guide betont stattdessen: Nagura kann diese Aufgabe übernehmen, ohne den Stein grob zu machen.
Was man vermeiden soll: Nagura gleichmäßig über alles rubbeln, wenn der Stein schon uneben ist. Der Autor beschreibt, dass man gezielt hohe Stellen bearbeiten soll. Und er nennt konkret typische Verschleißbilder: Beim Kamisori wird die Mitte des Steins gerne hohl („dish“), also solle man vor/nach jeder Session die Seiten bearbeiten, um die Fläche plan/gleichmäßig zu halten. Wer im 8er schleift, erzeugt eher mittige „stehende“ Bereiche – dort soll man dann gezielt mit Nagura gegenarbeiten.
Noch ein Vermeidungsdetail: Manche ritzen Muster (+/#) in Nagura gegen Anhaften. Der Guide rät davon ab, weil Nagura spröde sind; solche Kerben erzeugen Sollbruchkanten, Splitter landen im Slurry und beschädigen die Schneide. Alternative: mehr Wasser, kein Druck beim Slurry-Erzeugen; besonders Vorsichtige nutzen eine geringe Glycerin-Wasser-Lösung.
Extrem wichtig: „Mehr Slurry = schneller“ wird ausdrücklich relativiert. Zu viel Schlamm wirkt wie ein Puffer („cushion“) und reduziert die Wirksamkeit. Besser: wenig Slurry, und wenn die Partikel abgestumpft sind, wegwaschen und frisch anreiben, um wieder „spitze“ Partikel zu haben.
- Umgebung und Staub
Dieser Teil ist sehr „barber-realistisch“: Staubkörner reichen, um eine Rasiermesserschneide zu ruinieren. Der Text argumentiert mit Größenordnungen und daraus folgt die Empfehlung: Nicht bei viel Verkehr/Staub am Tag schärfen; Regen und Abend seien günstiger, und nach gründlichem Reinigen erst warten, bis Staub sich gesetzt hat. In trockenen Regionen wird sogar „Bad“ als sinnvoller Raum genannt (weniger Staub). Das ist nicht Esoterik, sondern Fehlerprävention.- Wenn der Stahl schlecht ist
Der Guide beschreibt ein sehr typisches Horrorbild: Du entfernst Ausbrüche an einer Stelle, schaust nach, findest neue an anderer Stelle, und so geht es endlos. Empfehlungskaskade: zuerst andere Nagura versuchen (weil ein schlechter Nagura grobe Partikel liefern kann), dann anderen Basisstein; wenn es bleibt, ist das Material (Klinge) defekt – dann sollte man die Klinge wechseln. Er betont dabei: Manche Klingen lassen sich in kurzer Zeit sauber finishen, andere fressen Stunden ohne stabil zu werden. Das ist konservativ und realistisch: Manchmal ist nicht der Schärfer das Problem.
ABSCHNITT 3 – WIE MAN SCHÄRFT
- Grobschliff (Coarse honing)
Wenn eine Klinge nicht mehr rasiert, sind laut Text fast immer Mikroausbrüche vorhanden – verursacht durch Schmutz: Staub im Gesicht, Partikel im Strop, Dreck im Tuch. Dafür reichen Botan-Partikel. Aber: Die wirklich grobsten Partikel sind so grob, dass sie laut Text sogar „grindend“ klingen können – die sind nur für große Schäden, nicht für Normalbetrieb. Praxiswarnung: Man glaubt oft, Ausbrüche entfernt zu haben – unter der Lupe sind sie noch da. Ursachen: extreme Partikel im Nagura, Staub auf dem Stein, oder schlechter Stahl. Empfehlung: mehrere Nagura besitzen, weil versteckte grobe helle Partikel im Stein vorkommen können.- Mittelschliff (Middle honing)
Nach Botan muss alles gründlich gereinigt werden: Stein, Hände, Klinge. Der Text ist hier kompromisslos: Ein einziger übrig gebliebener grober Partikel sabotiert die nächsten Stufen. Das ist wahrscheinlich der praxisrelevanteste „No-BS“-Punkt im ganzen Dokument.
(Die weiteren Unterpunkte sind im Dokument vorhanden; der dominante rote Faden bleibt: stufenweise, sauber, Druck runter, Partikelkontamination vermeiden.)
ABSCHNITT 4 – PRINZIPIEN: DRUCK, WEG, ZEIT (DIE „MECHANIK“-KAPITEL)
- Druck während des Schärfens: Messung statt Gefühl
Der Text fordert praktisch dazu auf, sich nicht selbst zu belügen: Wer zweihändig schärft, drückt oft absurde Gewichte, ohne es zu merken. Es wird sogar erwähnt, dass solches Drücken im Extremfall Vibrationen verursacht. Hauptwarnung: Hoher Druck am Ende der Progression führt zu Ausbrüchen; die Klinge rasiert vielleicht einmal, bricht dann aber zusammen – schlimmstenfalls mitten in der Rasur. Dann muss nachgeschärft werden. Der Guide schiebt hier auch eine Berufsrealität ein: Schlamm an den Fingern ist unappetitlich, weshalb viele Barbiere auf westliche Rasierer wechselten – aber mit korrekt reduziertem Druck kann Kamisori eine exzellente Schneide annehmen.
Dann kommt ein sehr konkreter „Druck-Fahrplan“ über Stufen, inklusive historischer Gewichtsangaben: grob sehr hoch, Mitte deutlich geringer, Finish sehr gering, und ganz am Ende nur Eigengewicht. Der Clou: Der Autor kritisiert explizit die Schul-Lehre „von Anfang an ohne Druck“ als in Reparaturfällen unpraktisch, weil es sonst ewig dauert, große Schäden zu entfernen. Die Logik ist konservativ: Druck ist erlaubt, aber muss in den richtigen Phasen stattfinden und dann konsequent verschwinden.
- Weg/Distanz über den Stein als Trick zur Druckreduktion
Der Text bringt eine interessante didaktische Methode: „Druck reduzieren“ ist schwer; wer es nicht schafft, soll statt Druck aktiv zu kontrollieren einfach die Gesamtdistanz verkürzen, die die Klinge über den Stein zurücklegt. Dadurch sinkt der Druck quasi automatisch, weil man unbewusst weniger „schiebt“. Das ist psychologisch und motorisch plausibel und in der Praxis oft wirksamer als „denk an weniger Druck“.- Zeit pro Stufe (Honing time)
Der Guide gibt eine zeitliche Aufteilung: grob wenige Minuten, Mitte etwas länger, Tomo einige Minuten, „false edge removal“ sehr kurz, und dann ein überraschend langer Anteil für das eigentliche „Edge Finishing“ direkt auf dem Honyama (10–15 Minuten je nach Klinge). Der didaktische Punkt: Viele unterschätzen, wie viel Zeit die letzte Phase braucht, wenn man wirklich ohne Druck und sauberem Kontakt arbeitet.
ABSCHNITT 5 – ABZIEHEN (STROPPING)
- Prinzipien
Der Guide betrachtet Abziehen als entscheidend für Standzeit. Er stellt sinngemäß fest: Wenn Leder Stahl „abtragen“ würde wie ein Stein, wäre das fast schon „mysteriös“ – daraus folgt die Kernaussage: Abziehen entfernt keinen „false edge“ im Sinne von „wegschleifen“, sondern poliert/ordnet vorhandene Mikrostrukturen. Eine angeschlagene Kante wird nicht repariert, sondern die Defekte werden eher „mitpoliert“. Daher muss die Schneide von den Steinen her stimmen. Gleichzeitig kann eine leicht nachlassende Schärfe durch korrektes Abziehen wiederhergestellt werden, weil es ausrichtet.- Wie abziehen, ohne die Schneide zu ruinieren
Der Guide erklärt den klassischen Fehler: Wenn der Riemen so nachgibt, dass er sich um die Schneidkante legt, erzeugt man eine konvexe Fase, die schnell an Schärfe verliert. Wenn der Riemen dagegen um den Rücken (Spine) herum „arbeitet“, bleibt die Fase plan geführt und die Schneide wird scharf. Er beschreibt sogar eine Handhaltung mit Finger auf dem Rücken in Schub-/Zugrichtung, um die Kontrolle zu verbessern (als Alternative zur Handflächen-Stropperei).
(Weitere Abschnitte im Inhaltsverzeichnis: große Ausbrüche, Umgang mit westlichen Razors, Rost/Schutz/Öl etc. – der Guide behandelt also nicht nur Steine, sondern das komplette „System Rasiermesser“.)
WICHTIGE EINORDNUNG (weil im Forum sonst sofort Missverständnisse entstehen)
- Der Guide ist nicht „Ura vs Omote“-Dogma, sondern ein Anti-Fehler-Katalog: Er will verhindern, dass Leute durch Druck, Dreck, Kontamination, zu viel Slurry oder falsches Abziehen stabile Schneiden ruinieren.
- Er ist konservativ in dem Sinn, dass er Standzeit und Reproduzierbarkeit priorisiert und „spektakuläre“ Schärfe skeptisch sieht.
- Sein wichtigster technischer Satz ist sinngemäß: Wenn Slurry drauf ist, schleift Slurry – nicht der teure Stein. Und wenn du niemals Slurry abwäschst und auf dem Grundstein finishst, hast du nie wirklich auf dem Grundstein gefinisht.
Für mich ebenso!Für mich ist es sehr interessant, hier ein bißchen mitzulesen. Auch von mir vielen Dank für den Link.

Klasse. Nochmals vielen Dank!Über Umwege hab ichs geschafft den gesamten Text 1:1 Über setzen zu lassen. Ich hoffe das passt in einen Post. Let's try.
Ich glätte nichts, ich zensiere nichts, und ich „modernisiere“ auch nichts.
Das Ziel ist inhaltliche Identität, nicht literarische Eleganz.
Deutsche Übersetzung – Abschnitt 1 (Beginn)
Anmerkung des Übersetzers
Dies war keine einfache Übersetzung. Neben meinen vergleichsweise schlechten Japanischkenntnissen ist die hier verwendete Sprache stellenweise archaisch und oft schwer zugänglich. Selbst Muttersprachler, die ich um Hilfe gebeten habe, verfügten häufig nicht über den nötigen Wortschatz, um einzelne Passagen zu verstehen. Gerettet hat mich letztlich die Tatsache, dass meine Frau über sehr fortgeschrittene Kanji-Kenntnisse verfügt, und dass ich zutiefst von Rasiermessern und dem Schärfen besessen bin.
Zusätzlich möchte ich Joseph Geruntino für seine unschätzbare Hilfe beim Gegenlesen und Editieren danken.
An einigen Stellen habe ich mich bewusst dafür entschieden, bestimmte obskure japanische Begriffe beizubehalten, insbesondere die archaischen Maßeinheiten Kanme, Monme, Sūn und Fūn, da ich sie für interessant halte. Selbstverständlich habe ich die modernen Umrechnungen angegeben, zumal diese häufig bereits im Original enthalten waren.
Wo ich es für hilfreich oder notwendig hielt, habe ich kurze erklärende Anmerkungen in eckigen Klammern eingefügt, gekennzeichnet mit meinen Initialen . Ich hoffe, diese sind nicht zu aufdringlich.
Bevor wir jedoch zum eigentlichen Inhalt dieses Buches kommen, ein kurzes Wort über den Autor.
Über den Autor
Kōsuke Iwasaki (geb. 1903, gest. 1967) war weit mehr als nur ein Rasiermesserhersteller. Er besaß einen Doktortitel in Metallurgie von der Universität Tokio, war bei Schwertschmieden und Barbieren in die Lehre gegangen, und sein Buch „Über Klingen“ (刃物の見方) gilt bis heute als eines der führenden Werke über japanische Schmiedekunst, Metallurgie und Tamahagane.
Er wurde in eine Familie von Klingenherstellern hineingeboren, doch das Geschäft seines Vaters wurde nach dem Ersten Weltkrieg durch den massiven Zustrom billiger, industriell gefertigter, aber dennoch qualitativ hochwertiger deutscher Schneidwaren zerstört. Aus Rache für die Verluste seines Vaters schwor er, japanische Klingen als die besten der Welt zu etablieren.
Diese Mission führte ihn zum Studium der alten Geheimnisse japanischer Klingenschmiede sowie zu seiner lebenslangen Forschung an Tamahagane und der Schwertschmiedekunst. Schließlich verlagerte er seinen Schwerpunkt auf die Herstellung von Rasiermessern, sowohl traditioneller japanischer Kamisori als auch westlicher Klapprasierer.
Im Jahr 1946 gründete er die Sanjō-Werkstatt in der Stadt Sanjō, Präfektur Niigata, zur Herstellung von Rasiermessern und anderen kleinen Schneidwerkzeugen. Sein ältester Sohn Shigeyoshi arbeitete mit ihm zusammen und baute einen der – wenn nicht den – angesehensten Namen in der japanischen Rasiermesserherstellung auf.
Gleichzeitig setzte er seine Forschungen an traditionellen japanischen Stählen fort und wurde 1966 zum offiziellen Klingeninspektor des Kaiserlichen Haushalts im Tōshō-in (dem Kaiserlichen Schatzhaus) in Nara ernannt. Im folgenden Jahr verstarb er leider im Alter von 64 Jahren an Krebs.
In diesem Text zeigt sich seine Besessenheit nicht nur vom Herstellen, sondern auch vom Pflegen von Klingen. In dem oben erwähnten Werk beschreibt er, wie er zur Sicherstellung absoluter Spitzenschärfen sogar die Mikawa-Nagura-Mine wieder eröffnete, damit niemand jemals eine schlechte Rasur mit einem Iwasaki-Rasiermesser erleben müsse.
Er erforschte in diesem Zusammenhang auch japanische Natursteine, metallurgische Verfahren und Schmiedetechniken. Seine obsessive Qualitätsorientierung durchzieht den gesamten folgenden Text. Er berücksichtigt jedes einzelne Element, das die Qualität der Schneide beeinflussen kann: Streichriemen und Abziehen, Schleifsteine und Schleifen, Wetter, Lagerung, Ölung – alles.
Einige seiner Aussagen mögen kontraintuitiv erscheinen, doch man muss bedenken, dass dieses Buch vor fast 50 Jahren geschrieben wurde und dennoch viele der gleichen Probleme behandelt, mit denen Liebhaber von Rasiermessern bis heute täglich zu tun haben: Mikroskope, Chromoxid, Mikrofasen.
Bitte genießen Sie daher „Das Schärfen von Rasiermessern und Nihonkamisori“. Wenn Sie daraus Nutzen oder Erkenntnis ziehen, teilen Sie diese bitte mit anderen, die davon ebenfalls profitieren könnten.
Jim Rion
April 2011 / Aktualisiert Mai 2011
Honing Razors and Nihonkamisori
von Kōsuke Iwasaki
Dozent an der Zentralen Höheren Friseurschule
Direktor der Sanjō-Werkstatt
Abschnitt 1 – Vorbereitung der Werkzeuge
1. Nagura
Die Verwendung schwarzer Tsushima-Steine als Nagura anstelle der weißen Steine aus der Gegend des Dorfes Nagura im Bezirk Kitashitara, Präfektur Aichi, ist ein Fehler. Da es zudem auch gefälschte weiße Nagura gibt, empfiehlt es sich, gezielt nach Steinen zu suchen, die mit einem roten Stempel „Geprüft: Asano“ versehen sind .
Ich habe Professor Nagayuki Asano, den ehemaligen Leiter des Friseurfachbereichs der Berufsberatungsanstalt der Präfektur Aichi, der in der Nähe des Nagura-Berges lebt, gebeten, diese Steine zum Nutzen der Fachleute zu prüfen und zu stempeln.
Es gibt vier Haupttypen von Nagura:
- Botan (ボタン)
- Mejiro (目白)
- Tenjō (天上)
- Koma (コマ oder 細)
Botan besitzt grobe Partikel und trägt Stahl stark ab. Tenjō und Mejiro verfügen über feine Partikel.
Da Nagura häufig zum Ausschleifen von Ausbrüchen und zur Korrektur verrundeter Facetten verwendet werden, sind grobe Steine besonders begehrt und daher relativ teuer. Koma-Nagura besitzen feinere Partikel als Botan, tragen jedoch dennoch schnell Stahl ab. Da Schwertpolierer und Cloisonné-Handwerker sie in großen Mengen kaufen, sind sie sogar teurer als Botan.
Botan-Nagura weisen manchmal kleine schwarze Punkte auf, die als „Sandaugen“ bezeichnet werden. In diesen Bereichen finden sich häufig scharfe Einschlüsse, weshalb es ratsam ist, andere Flächen des Steins zu verwenden.
Nagura sind eine Form von Quarz-Tuff, entstanden aus verdichteter Vulkanasche. Einer ihrer Nachteile besteht darin, dass sie spröde sind und häufig Bruchstellen aufweisen. Werden Steine mit scharfen Kanten verwendet, können sich Stücke lösen und auf die Oberfläche des Schleifsteins fallen, was die Schneide des Rasiermessers beschädigt. Daher sollten alle Kanten des Nagura abgeschliffen und abgerundet werden. Zusätzlich sollten die Seiten des Steins mit dem Vinylharz „Hone Coat“ versiegelt werden, um das Abfallen von Partikeln zu verhindern.
Wenn man bereits einen groben Botan sowie entweder einen Tenjō oder Mejiro für das mittlere Schleifen besitzt, besteht grundsätzlich kein Einwand dagegen, zusätzlich einen Koma-Nagura zwischen diesen einzusetzen.
2. Honyama im Kleinformat
Bereiten Sie ein kleines Stück vor, etwa in der Größe einer Streichholzschachtel, das aus einem Honyama-Stein geschnitten wurde. Schleifen Sie die oberen und unteren Kanten ab und versiegeln Sie die Seiten ebenfalls mit „Hone Coat“, genau wie bei Ihren Nagura. Verwenden Sie diesen Stein als Begleit-Schlammstein („Tomonagura“) zu Ihrem Honyama-Schleifstein.
3. Honyama-Schleifstein
Ein Schleifstein mit einem braunen Stempel „Maruka Shōhonyama“ an der Schmalseite ist absolut erstklassig .
Die gelben Steine gelten als die besten. Nach dem Vergleich rötlicher, blauer und weißer Steine zeigte sich jedoch, dass die Partikel gleich sind und die Schleifergebnisse identisch ausfallen.
Nach den Maruka-Steinen sind die nächstbesten Endschleifsteine jene vom Ozaki-Berg. Sie sind dunkelgrau und optisch wenig ansprechend, liefern jedoch – nach eigener Verwendung – eine sehr gute Schneide. Auch der Preis ist günstig, weshalb ich sie besonders jüngeren Leuten empfehle.
Wie bei den Nagura sollten die Kanten sorgfältig abgerundet werden. Sägespuren an den Seiten des Steins sind mit Schleifpapier zu entfernen. Manche Steine besitzen eine violette oder braune „Haut“. Diese muss vollständig entfernt werden, da sie härter als Stahl ist und selbst kleinste Fragmente die Schneide schwer beschädigen können.
Auch die Unterseite des Steins sollte geglättet werden. Früher überzog man Seiten und Unterseite oft mit Urushi-Lack, heute ist „Hone Coat“ ausreichend und trocknet zudem schnell.
Die Oberfläche des Honyama muss absolut eben sein. Sind in der Mitte Vertiefungen oder Erhöhungen vorhanden, lässt sich keine gute Schneide erzielen. Manche glauben, dass das Abrichten mit Schmirgelpulver auf Glas eine ebene Fläche erzeugt, doch bei Kontrolle mit einem Richtlineal zeigt sich fast immer eine Erhöhung in der Mitte. Deshalb sollte Schleifpapier verwendet werden, bis die Oberfläche vollständig eben ist.
Bislang war es in der Friseurwelt unüblich, Schleifsteine mit einem Richtlineal zu prüfen. Ab jetzt sollte dies Standard werden – ebenso wie das gezielte Abschleifen erhöhter Bereiche mit Schleifpapier.
Abschnitt 1 – Vorbereitung der Werkzeuge (Fortsetzung)
4. Raxa-Schleifstein (belegter Abziehriemen)
Stellen Sie einen Raxa-Schleifstein her, indem Sie ein Stück Wolltuch mit Reißnägeln auf ein kleines Holzbrett befestigen.
Darauf wird eine Mischung aus Wasser und dem Schleifmittel „Green Powder“ (Chromoxid) aufgetragen. Dieser Raxa-Schleifstein dient dazu, die extrem feine „falsche Schneide“ zu entfernen, die der Honyama-Stein hinterlässt.
Ich habe versucht, dieses Pulver auf Holz oder auf der Rückseite eines Lederabziehriemens zu verwenden, doch stellte ich in beiden Fällen fest, dass es zu Ausbrüchen an der Schneide führte. Daher ist von diesen Methoden abzuraten.
5. Richtige Pflege des Streichriemens
Leder aus der Kruppe eines Pferdes, das nach einem in Córdoba (Spanien) entwickelten Verfahren gegerbt wurde, wird als Cordovan bezeichnet. Das Leder jüngerer Pferde ist dünner, feiner und glatter. In dem seltenen Fall, dass es eingeschnitten wird, kann der Schnitt jedoch vollständig durchgehen. Für jüngere oder unerfahrene Personen ist daher dickeres Leder sicherer.
Dickeres Leder stammt von älteren Pferden und besitzt gröbere Poren. Dünneres Leder ist günstiger.
Wenn Staub am Riemen haftet, Stahlpartikel vom Rasiermesser eingelagert sind oder der Riemen stark verschmutzt ist, muss er mit Streichriemen-Schleifpapier überarbeitet werden.
Vorgehensweise:
Zuerst den trockenen Riemen mit Körnung 120 schleifen. Sind Schnitte vorhanden, so lange schleifen, bis sie verschwunden sind. Danach mit Körnung 240, anschließend 320 fortfahren.
Anschließend den Riemen mit einem feuchten Handtuch anfeuchten und mit Körnung 400 schleifen, danach 500 und schließlich 600. Während des Schleifens trocknet der Riemen und hellt sich auf. In diesem Fall erneut anfeuchten.
Zum Schluss mit Körnung 800 polieren. Da sich Schleifkorn im Leder festsetzen kann, muss die Oberfläche sorgfältig mit einem sauberen, feuchten Tuch gereinigt werden. Danach die feuchte Oberfläche 10–15 Minuten lang mit einem trockenen Tuch kräftig abreiben, bis der Riemen vollständig trocken ist.
Ist der Riemen trocken, entwickelt die Oberfläche einen brillanten Glanz und spiegelt wie ein Spiegel.
Im normalen Gebrauch lagern sich Fremdkörper im Leder ein. Daher sollte man sich angewöhnen, den Riemen zweimal im Monat – am 1. und am 15. – leicht anzufeuchten und mit 800er Streichriemenpapier zu polieren. Danach verbleibende Schleifpartikel mit einem feuchten Tuch entfernen und mit einem trockenen Tuch auf Hochglanz bringen.
Wird dies regelmäßig fortgesetzt, erhält der Riemen einen Lack-ähnlichen Glanz.
Seife darf unter keinen Umständen verwendet werden, da sie das Leder austrocknet und rissig macht. Milch oder Eiweiß sind ebenfalls ungeeignet, da die Proteine aushärten und wie Sand wirken, was die Schneide beschädigt.
Manche verwenden eine Bierflasche, um den Riemen zu glätten. Dies kann jedoch zu Dehnung und Krümmung führen und ist daher nicht empfehlenswert. Andere tragen Öl auf, um den Riemen weich zu machen, wobei häufig zu viel Öl verwendet wird. In diesem Fall wird der Riemen niemals mehr glänzend und verliert etwa die Hälfte seiner polierenden Wirkung.
Wurde zu viel Öl aufgetragen, ist nach der im nächsten Abschnitt beschriebenen Methode vorzugehen, um es zu entfernen.
6. Entfernen von Öl aus Streichriemen
(1) Gießen Sie eine ciderflaschengroße Menge Benzin in ein Waschbecken.
Entfernen Sie alle Metallteile vom Riemen und tauchen Sie ihn vollständig in das Benzin. Etwa 5 Minuten genügen. Muss der Vorgang unterbrochen werden, darf der benzindurchtränkte Riemen nicht offen aufgehängt werden, da er sich beim Trocknen verzieht. In diesem Fall im Wasser lagern. Benzin ist hochentzündlich – Brandgefahr!
(2) Ein Waschbecken mit heißem Seifenwasser (Badewassertemperatur) füllen. Den Riemen hineinlegen und von den Rändern zur Mitte hin kneten, wie beim Wäschewaschen. Das Wasser wird schnell grau. Dann Wasser wechseln. Dies etwa zehnmal wiederholen, jeweils ca. fünf Minuten – insgesamt etwa eine Stunde.
(3) Mit klarem heißem Wasser zweimal ausspülen.
(4) Den nassen Riemen flach auf ein Brett legen. Beim Trocknen zieht er sich zusammen wie getrockneter Seetang. Mit einer Bierflasche über die Oberfläche rollen, um ihn zu strecken.
(5) Neigt der Riemen zu Wellen oder Krümmung, zwischen zwei Brettern einlegen und vorsichtig abklopfen, bis er sich glättet.
(6) Zwei bis drei Tage so liegen lassen. Nicht in die Sonne oder nahe einer Heizung legen, da das Leder sonst verhärtet. Nach dem Trocknen mit Streichriemenpapier polieren.
Abschnitt 1 – Vorbereitung der Werkzeuge (Fortsetzung)
7. Wie man einen harten Streichriemen weich macht
(1) Füllen Sie ein Waschbecken mit Wasser und legen Sie den Streichriemen – ohne Metallteile – hinein. Kneten Sie ihn gründlich durch. Nehmen Sie den Riemen heraus und machen Sie ihn durch weiteres Drücken und Kneten weich.
(2) Legen Sie den nassen Riemen flach auf ein Brett. Beim Trocknen zieht er sich zusammen wie getrockneter Seetang. Rollen bzw. drücken Sie mit einer Bierflasche über die Oberfläche, um ihn zu glätten.
(3) Beginnt der Riemen sich zu wellen, legen Sie ihn zwischen zwei Bretter und pressen Sie ihn von oben, bis er sich begradigt.
(4) Tragen Sie Neatsfoot-Öl auf die Oberfläche des noch feuchten Riemens auf.
(5) Zwei bis drei Tage trocknen lassen. Danach sollte der Riemen weich sein.
(6) Wurde zu viel Öl aufgetragen, den Riemen einweichen; das wasserlösliche Neatsfoot-Öl wird dabei herausgezogen.
8. Leinen
In letzter Zeit gibt es viele Menschen, die keinen Leinenriemen mehr verwenden. Ein schlecht gepflegter Leinenriemen kann die Schneide beschädigen, doch ein gut gepflegter Leinenriemen ist ein hervorragendes Werkzeug.
Ich kenne persönlich zwei Barbiere, die jeweils über 1.000 Personen rasieren konnten, ohne ihre Rasiermesser nachschärfen zu müssen – allein durch den geschickten Einsatz von Leinen. Es ist wirklich ratsam, einen korrekt vorbereiteten Leinenriemen zu verwenden.
Ein Rasiermesser, das nach dem Abziehen auf Leder nicht mehr rasiert, kann durch korrektes Abziehen auf Leinen oft wieder rasurfähig gemacht werden.
9. Pflege und Vorbereitung des Leinenriemens
(1) Mit einer harten Bürste und Seifenwasser waschen.
(2) Überschüssiges Wasser entfernen und den noch feuchten Riemen auf einem Tisch auslegen. Mit einem Holzhammer gleichmäßig entlang der Länge abklopfen, wobei die gewölbte Seite des Hammers verwendet wird. Dabei alle Falten und Knicke glätten.
(3) Erneut mit einer harten Bürste waschen.
(4) Kräftig mit runder Kosmetikseife einreiben.
(5) Mit einem Bimsstein reiben, um Stoffkügelchen oder lose Fäden zu entfernen.
(6) Wieder mit einer harten Bürste waschen.
(7) Erneut kräftig mit runder Kosmetikseife einreiben.
(8) Die Oberfläche mit einem Nagura-Stein glätten.
(9) Abspülen.
(10) Zwei bis drei Tage trocknen lassen.
(11) Seifenschaum mit einer Bürste auftragen.
(12) Kräftig mit einer Bierflasche darüberrollen.
(13) Die Schritte (11) und (12) dreimal wiederholen.
Durch den Gebrauch schwärzt sich der Riemen durch Stahlpartikel vom Rasiermesser. Wird er schwarz, erhöht sich seine Polierwirkung. Ich empfehle daher, diesen Zustand sorgfältig beizubehalten.
Verdunkelt sich der Riemen jedoch durch Fett oder Schimmel, ist das problematisch. In diesem Fall vorsichtig mit einem leicht geölten Tuch abwischen.
10. Die Bedeutung eines Mikroskops
Leider ist es mit bloßem Auge oft unmöglich, Probleme an der Schneide zu erkennen, wie Ausbrüche, verbliebene falsche Schneiden, Drahtschneiden oder verrundete Facetten. Da diese Probleme nicht sichtbar sind, ist alles bisherige Schärfen unvollkommen.
Könnte ein professioneller Barbier diese Probleme sehen, wäre er in der Lage, Ausbrüche auszuschleifen oder verrundete Facetten zu reparieren.
Heutzutage ist jedoch ein Lentz-metallurgisches Mikroskop erhältlich, das sich besonders für Friseure eignet.
Es gibt einfache Schulmikroskope für 3.000–4.000 Yen mit 300- bis 400-facher Vergrößerung, doch deren Linsen sind minderwertig und die Schärfe unzureichend, sodass die Schneide nicht klar erkennbar ist.
Es gibt auch Röhrenmikroskope mit 50- oder 80-facher Vergrößerung für wenige hundert Yen, doch unter 300-facher Vergrößerung lässt sich die Schneide nicht ausreichend beurteilen.
In Zusammenarbeit mit den Ingenieuren Uchida und Tamefuji von Union Optical Ltd. sowie dem Werkstattleiter Kobayashi der Yayoi-Werkstatt haben wir in den letzten vier bis fünf Jahren das „Lentz Metallurgische Mikroskop“ entwickelt. Bereits über 350 Stück wurden an Barbiere im ganzen Land verteilt.
Moderne Barbiere haben neue Geräte wie UV-Sterilisations-Dampftuchgeräte akzeptiert; ebenso sind nun Werkzeuge zur Betrachtung der Schneide – wie metallurgische Mikroskope – notwendig geworden. Ohne diese sinkt die Wahrscheinlichkeit, eine gute Schneide zu erzeugen. Wie soll man eine Schneide schärfen, die man nicht einmal sehen kann?
Aber was werden Kunden über Barbiere denken, die ein Mikroskop benutzen? Mundpropaganda wird sich verbreiten, und diese Barbiere werden Ansehen und Vertrauen gewinnen. Wenn Sie ein Mikroskop kaufen, stellen Sie es sichtbar im Laden auf und zeigen Sie Ihren Kunden gelegentlich die Schneide – sie werden ihre Zustimmung laut äußern.
Abschnitt 2 – Grundlagen des Schärfens
1. Die richtige Schleifbewegung
Die Art und Weise, wie ein Rasiermesser auf dem Schleifstein bewegt wird, unterscheidet sich von Land zu Land. In Deutschland verwendet man eine Zickzackbewegung, in einem amerikanischen Barbierhandbuch wird ein „V“-Muster beschrieben. Ein amerikanischer Hersteller künstlicher Schleifsteine empfiehlt gerade, parallele Züge. In der Sowjetunion wird eine „spitzenführende V-Bewegung“ verwendet. Es gibt Kreisbewegungen und gerade Linien, und in unserem Land lehren einige Barbierhandbücher eine Acht-Bewegung.
Bei Kamisori werden neben „Schiebeschleifen“ und „Ziehschleifen“ von manchen auch Einhandtechniken verwendet, ähnlich wie bei westlichen Rasiermessern.
Jede Bewegung ist akzeptabel. Welche Methode Sie auch gewohnt sind – sie ist in Ordnung.
2. Wasserschleifen und Ölschleifen
Es gibt Menschen, die argumentieren, Wasser sei besser als Öl, andere bevorzugen Wasser mit Shampoo, und in amerikanischen medizinischen Kreisen wird eine Lösung aus 10 % Glycerin in Wasser verwendet. Ein amerikanisches Handbuch für künstliche Schleifsteine empfiehlt sogar völlig ohne Schmiermittel zu schleifen – sogenanntes „Trockenschleifen“.
Flüssigkeit hilft dem Kamisori, sanft über den Stein zu gleiten, und erleichtert das Schleifen harter Stähle. Letztlich jedoch wird beim Schleifen ausschließlich durch die Schleifpartikel gearbeitet, sodass es im Grunde keinen großen Unterschied macht, ob Wasser oder Öl verwendet wird.
Allerdings ist es bei der Verwendung von Nagura zwingend erforderlich, sämtlichen Schleifschlamm der vorherigen Nagura vollständig zu entfernen. Dies ist mit Öl schwierig, weshalb ich Wasser verwende.
3. Schärft der Honyama oder der Nagura?
„Wenn man mit Nagura-Schlamm auf einem Honyama schleift, wird das Kamisori dann vom Nagura oder vom Honyama geschärft?“ – diese Frage bedarf einer ernsthaften Betrachtung.
Viele Menschen glauben, dass ein Rasiermesser, das auf einem Honyama bewegt wird – egal ob mit oder ohne Nagura-Schlamm – automatisch auf einem Honyama geschärft wurde, und belassen es dabei, ziehen es ab und benutzen es.
Dies ist ein weitverbreiteter Irrtum in der Barbierwelt.
Stellen Sie sich vor, Sie nehmen eine Glasplatte, streuen Schmirgelpulver darauf und schleifen darauf. Fragt man sich dann: „Schärft die Glasplatte oder das Schmirgelpulver?“, ist offensichtlich, dass das Schmirgelpulver die Arbeit verrichtet.
Genauso verhält es sich beim Schleifen mit grobem Nagura-Schlamm auf einem Honyama. In diesem Fall schärft nicht der Honyama, sondern der Nagura. Daraus folgt, dass viele Menschen ihre teuren Honyama-Steine tatsächlich nie genutzt haben – sie schärfen ausschließlich mit ihren kleinen, günstigen Nagura.
Manche haben ihr ganzes Leben lang noch nie wirklich auf einem Honyama geschärft, ohne es zu wissen.
Jede Diskussion lässt sich sofort beenden, indem man die Schneide unter einem metallurgischen Mikroskop untersucht. Bei Rasiermessern, die mit grobem Nagura-Schlamm geschärft wurden, sieht man tiefe, grobe Schleifriefen. Wäscht man den Schlamm sorgfältig ab und schleift anschließend direkt auf dem Honyama, erscheinen feine, flache Kratzer.
Es gibt Menschen, die sagen, Schlamm sei unnötig, und stattdessen Öl auf den gereinigten Honyama geben. Dies kann letztlich zu einer guten Schneide führen, benötigt jedoch zwei bis drei Stunden. Besonders bei harten westlichen Rasiermessern lassen sich größere Ausbrüche so niemals entfernen.
Zudem ermüdet die Hand bei so langer Schleifzeit, die Bewegung wird ungleichmäßig, und die Facette verliert ihre gerade Linie.
Unsere Vorgänger nutzten Nagura-Schlamm seit jeher, um Ausbrüche zu entfernen und verrundete Facetten zu begradigen. Dies dürfen wir nicht verwerfen.
4. Verwendung von Nagura
Neben der bereits beschriebenen Funktion als grobes Schleifmittel erfüllen Nagura eine weitere wichtige Aufgabe: Sie erneuern die Oberfläche des Honyama, indem sie frische Schleifpartikel freilegen.
Während des Gebrauchs werden die Oberflächenpartikel eines Honyama flach und verlieren einen Großteil ihrer Schleifkraft. Durch den Einsatz von Nagura werden neue, scharfkantige Partikel freigelegt, wodurch die Schleifwirkung wiederhergestellt wird.
Da eine unebene Steinoberfläche Probleme verursacht, sollte der Nagura nicht gleichmäßig über den gesamten Stein geführt werden. Stattdessen konzentriert man sich gezielt auf erhöhte Bereiche, um diese auszugleichen.
Beim Schärfen von Nihonkamisori neigt insbesondere die Mitte des Honyama dazu, sich auszuhöhlen. Deshalb sollte vor und nach jeder Schleifsitzung entlang der Seiten mit Nagura gearbeitet werden. Wer in Acht-Bewegungen schleift, erzeugt häufig eine erhöhte Zone in der Mitte – hier sollte der Nagura gezielt eingesetzt werden.
Der verwendete Nagura sollte möglichst groß sein. Größere Steine haften jedoch stärker auf dem Honyama. Manche ritzen daher ein Plus- oder Rautenmuster in den Nagura, doch da Nagura bruchanfällig sind, können sich dabei Partikel lösen und die Schneide beschädigen. Dies ist daher nicht zu empfehlen.
Um ein Haften zu verhindern, sollte mehr Wasser und keinerlei Druck verwendet werden. Besonders vorsichtige Personen können mit einer 10-%-Glycerinlösung arbeiten.
Viele Menschen üben beim Erzeugen von Nagura-Schlamm unnötig hohen Druck aus. Dadurch können größere Stücke abbrechen und die Schneide beschädigen. Verwenden Sie so wenig Druck wie möglich – statt Druck empfehle ich Zeit.
Ebenso glauben manche, dass viel Schlamm schnelleres Schleifen bedeutet. Tatsächlich wirkt zu viel Schlamm wie ein Polster und verringert die Schleifkraft. Erzeugen Sie nur wenig Schlamm, und sobald dieser seine Schärfe verliert, spülen Sie ihn ab und erzeugen neuen Schlamm mit frischen, scharfkantigen Partikeln. Wiederholen Sie dies nach Bedarf.
Abschnitt 2 – Grundlagen des Schärfens (Fortsetzung)
5. Die Schleifumgebung
Staub und Sand, die frei in der Luft schweben, haben etwa den tausendstel Durchmesser eines Haares. Fällt nur ein einziges Korn davon auf die Oberfläche Ihres Schleifsteins, während Sie schleifen, kann dies erhebliche Schäden an der Schneide verursachen. Auch ein einzelnes Haar auf dem Stein kann bereits problematisch sein.
Bei gutem Wetter fahren tagsüber Busse und Lastwagen und wirbeln Staub und Schmutz auf. Wenn Sie zu dieser Zeit schleifen, ist es unmöglich, eine wirklich gute Schneide zu erzeugen. Die beste Zeit zum Schleifen ist bei Regen, insbesondere abends.
Etwa zwei Stunden nach der Reinigung Ihres Arbeitsplatzes hat sich der Staub gesetzt – das ist ein guter Zeitpunkt zum Schleifen. Achten Sie darauf, dass sich niemand in der Nähe aufhält, der erneut Staub oder Schmutz hereinträgt. In Gegenden mit wenig Regen empfiehlt es sich, im Badezimmer zu schleifen, da dort wenig Staub vorhanden ist und gute Schneiden erzielt werden können.
6. Wenn der Stahl des Rasiermessers schlecht ist
Wenn Sie ein Rasiermesser dutzende Male geschärft haben und dennoch immer wieder Ausbrüche auftreten oder sich neue bilden, kommt Ihnen folgende Situation vielleicht bekannt vor:
Sie schleifen die Ausbrüche an der Spitze aus und denken: „Endlich!“ – doch unter dem Mikroskop entdecken Sie neue Ausbrüche in der Mitte der Schneide. Sie versuchen, diese zu entfernen, und plötzlich – knack! – entsteht ein neuer Ausbruch an der Ferse. Sie schleifen weiter, und nun erscheinen neue Ausbrüche an der Spitze.
Tritt dieses Problem auf, versuchen Sie zuerst einen anderen Nagura. Verschwinden die Ausbrüche, war der vorherige Nagura fehlerhaft. Bleiben sie bestehen, versuchen Sie einen anderen Honzan (Honyama). Hören die Ausbrüche immer noch nicht auf, liegt das Problem eindeutig am Kamisori oder Rasiermesser selbst – in diesem Fall müssen Sie ein anderes Messer verwenden.
Ich habe bereits zwei bis drei Stunden damit verbracht, ein Rasiermesser zu schleifen, ohne das Ausbrechen stoppen zu können, habe es dann beiseitegelegt und ein anderes genommen, das ich in 30 Minuten zu einer hervorragenden Schneide bringen konnte.
Untersucht man solche fehlerhaften Produkte unter dem Mikroskop, sind sie leicht zu erkennen. Seit Beginn meiner Schmiedelaufbahn war ich in der Lage, solche Defekte durch sorgfältige Prüfung auszusondern. Wenn also eines meiner Produkte keine Schneide annimmt, halte ich es nicht für übertrieben zu sagen, dass der Fehler im Schärfvorgang liegt.
Abschnitt 3 – Wie man schärft
1. Grobschliff
Wenn man die Schneide eines Rasiermessers betrachtet, das nicht mehr gut rasiert, findet man mit Sicherheit Ausbrüche an der Schneide. Diese entstehen durch Schmutz oder Fremdpartikel während der Benutzung – etwa Staub oder Schmutz im Gesicht, Partikel im Streichriemen oder Rückstände im Tuch, mit dem das Messer abgewischt wird.
In solchen Fällen sind die groben Partikel eines Botan-Nagura vollkommen ausreichend. Erzeugen Sie einen Schlamm aus groben Botan-Partikeln und schleifen Sie darauf. Die gröbsten Nagura-Partikel sind so groß, dass beim Schleifen ein raues, mahlendes Geräusch entsteht. Diese Partikel eignen sich hervorragend zum Entfernen sehr großer Ausbrüche, sind für normale Situationen jedoch nicht notwendig.
Manchmal glaubt man nach sorgfältigem Schleifen, alle Ausbrüche entfernt zu haben – überprüft man die Schneide dann unter dem Mikroskop, ist man schockiert, noch immer große Ausbrüche zu sehen.
Die Gründe dafür können sein:
- Es befanden sich extrem grobe Partikel oder Einschlüsse im Nagura
- Staub wurde auf den Stein geweht
- Der Stahl des Rasiermessers ist schlecht
Natürlich gibt es Situationen, in denen man nicht feststellen kann, welche Ursache zutrifft. Dies ist häufig der Grund, warum manche Menschen regelrecht besessen davon werden, ihre Schneiden ständig unter dem Mikroskop zu kontrollieren.
Unabhängig davon, wie sorgfältig man seine Nagura vorbereitet, können sich im Inneren stets grobe, weißliche Partikel verbergen. Deshalb ist es ratsam, beim Kauf mehrere Nagura zu erwerben, um Auswahl zu haben.
2. Mittelschliff
Nachdem Sie mit dem Botan-Nagura einen groben Schliff erzeugt haben, müssen Sie sämtlichen Schleifschlamm sorgfältig abwaschen. Achten Sie gleichzeitig darauf, auch Ihre Hände und das Rasiermesser gründlich zu reinigen, sodass kein einziges grobes Botan-Partikel zurückbleibt.
Es ist unmöglich, eine gute Schneide zu erzeugen, wenn der Stein noch mit Schlamm und Abrieb vom vorherigen Schleifen bedeckt ist. Bislang war das Schärfen viel zu schmutzig.
Nach dem Grobschliff mit Botan verwenden Sie als Nächstes den Tenjō- oder Mejiro-Nagura. Diese Partikel sind feiner, sodass die Schneide automatisch feiner wird. Dennoch sind selbst Tenjō-Partikel noch relativ grob.
Nach Abschluss dieses Schrittes müssen Stein, Hände und Rasiermesser erneut gründlich gewaschen werden. Manche Menschen reinigen sogar ihre Fingernägel mit einer Bürste. So wichtig ist dieser Schritt.
3. Endschliff
Wir haben das Schärfen mit Nagura nun abgeschlossen. Jetzt wird mit dem Honyama geschärft.
Nehmen Sie Ihren kleinen Honyama-Stein, befeuchten Sie die Oberfläche des großen Honyama und erzeugen Sie darauf einen Schlamm. Dieser kleine Stein wird häufig „Tomonagura“ genannt. Da hier jedoch kein Nagura-Stein, sondern zwei zusammengehörige Stücke desselben Endschleifsteins verwendet werden, ist die in der Präfektur Okayama gebräuchliche Bezeichnung „Gepaarter Stein“ eigentlich korrekt.
Da ich sprachlich nicht pedantisch bin, verwende ich dennoch den Begriff „Tomonagura“.
Auf diese Weise werden Honyama-Partikel an die Oberfläche gebracht. Schleift man ein Rasiermesser oder Kamisori darauf, entsteht selbstverständlich eine echte „Honyama-Schneide“, die besser ist als jene, die Nagura hinterlassen.
Untersucht man diese Schneide jedoch unter dem Mikroskop, erkennt man entlang der Schneide eine Reihe extrem feiner, gezackter sägezahnartiger Strukturen. Bis vor Kurzem sagte man, man könne mit dieser Schneide rasieren, doch neuere Untersuchungen haben ergeben, dass es sich hierbei um eine falsche Schneide handelt .
4. Entfernen der falschen Schneide
Um die extrem feine falsche Schneide zu entfernen, die der Honyama erzeugt, benötigt man ein Schleifmittel mit feineren Partikeln als jene des Honyama.
Viele glauben, diese falsche Schneide ließe sich mit einem Leder- oder Leinenriemen entfernen. In Wirklichkeit funktioniert das nicht. In dieser Situation verwende ich ein künstliches Schleifmittel, das für das Spiegelpolieren entwickelt wurde und „Green Powder“ (Chromoxid) genannt wird.
Mischen Sie dieses Pulver mit Wasser und tragen Sie es auf den vorbereiteten Raxa-Schleifstein auf. Die Menge sollte äußerst gering sein – es genügt, wenn das Tuch leicht grünlich wird. Viele tragen zu viel auf; das ist zu vermeiden.
Green Powder ist deutlich feiner als Honyama-Partikel und eignet sich hervorragend zum Entfernen der falschen Schneide.
Auf dem Raxa-Schleifstein schleifen Sie das Rasiermesser oder Kamisori mit rückenführenden Zügen in V-Form. Üben Sie leichten Druck entlang der Schneide aus und führen Sie drei Durchgänge aus (insgesamt sechs Züge). Unerfahrene Personen drücken häufig auf den Rücken statt auf die Schneide und entfernen die falsche Schneide nicht vollständig – in diesem Fall sind weitere sechs Züge nötig.
Ist die falsche Schneide extrem fein, genügen ein oder zwei Durchgänge. Der gesamte Vorgang dauert etwa zehn Sekunden.
Unter dem Mikroskop zeigt sich anschließend eine wunderschöne, gerade Linie entlang der Schneide – beeindruckend für jeden Betrachter.
Nach diesem Schritt kann das Rasiermesser oft sogar ohne Abziehen verwendet werden. Es sollte keinerlei Reizung oder Schmerz verursachen. Allerdings kann sich die Schneide etwas „schwer“ anfühlen.
Für unerfahrene Friseurinnen oder ältere Menschen in den Fünfzigern mit nachlassender Armkraft empfehle ich, sich mit diesem Ergebnis zufriedenzugeben.
Für Personen zwischen 25 und 40 Jahren mit voller Kraft kann dieses „Schweregefühl“ jedoch störend sein. Es entsteht dadurch, dass der Raxa-Schleifstein nachgiebig ist und das Green Powder eine hohe Polierwirkung besitzt, wodurch die Facette minimal verrundet wird.
In diesem Fall ist der nächste Schritt erforderlich: Schneidenabschluss.
Abschnitt 3 – Wie man schärft (Fortsetzung)
5. Schneidenabschluss
Spülen Sie den Honyama äußerst gründlich mit sauberem Wasser ab, sodass keinerlei Schleifschlamm zurückbleibt. Es darf kein einziges Korn verbleiben. Waschen Sie ebenso sorgfältig Ihre Hände und das Rasiermesser.
Befeuchten Sie die Oberfläche des Steins und halten Sie das Rasiermesser oder Kamisori mit einer Hand. Die korrekte einhändige Haltung eines Kamisori ist für viele vermutlich ein Rätsel.
Verwenden Sie ausschließlich das Eigengewicht der Klinge und ziehen Sie das Messer sehr, sehr leicht etwa ein bis zwei Millimeter in einer Richtung parallel zur Schneide.
Bewegen Sie das Messer auf keinen Fall weiter als diesen Bereich. Sollten Sie zu weit gehen oder zu viel Druck ausüben, tragen Sie zu viel Stahl ab und erzeugen erneut eine falsche Schneide. In diesem Fall müssen Sie zu Schritt (4) zurückkehren.
Diese Technik ist äußerst feinfühlig und erfordert viel Übung.
Abschnitt 4 – Grundprinzipien des Schärfens
1. Druck beim Schärfen
Um den beim zweihändigen Schärfen eines Kamisori ausgeübten Druck zu messen, stellen Sie den Schleifstein auf eine Waage und schleifen Sie darauf.
Der gemessene Druck ist schockierend: zwischen 4 und 7 Kanme
In schlecht gefügten Häusern kann dies das gesamte Gebäude erzittern lassen. Schärfen mit derartigem Druck führt häufig dazu, dass am Ende zu viel Kraft eingesetzt wird, was Ausbrüche an der Schneide verursacht.
Mit einer solchen Schneide lässt sich vielleicht einmal rasieren; im schlimmsten Fall muss man die Rasur abbrechen und neu schärfen. Beim Schärfen werden zudem Schlamm und Abrieb an den Fingern gesammelt, was unhygienisch ist. Aus diesem Grund sind viele Menschen auf westliche Rasiermesser umgestiegen.
Reduziert man den Druck jedoch schrittweise, kann ein Kamisori eine hervorragende Schneide annehmen. Daher sollte ein Kamisori wie folgt geschärft werden:
- Grobschliff – Botan-Nagura: 4 Kanme 500 Monme (≈ 16,5 kg)
- Mittelschliff – Tenjō-Nagura: 450 Monme (≈ 1,65 kg)
- Endschliff – Tomonagura: 45 Monme (≈ 165 g)
- Entfernen der falschen Schneide – Raxa: 45 Monme (≈ 165 g)
- Schneidenabschluss – Honyama: nur das Eigengewicht der Klinge
In der Ausbildung wird gelehrt, dass bei Rasiermessern – im Gegensatz zum Kamisori – von Beginn an keinerlei Druck verwendet werden soll. Dies ist jedoch problematisch, wenn große Ausbrüche oder stark verrundete Facetten zu korrigieren sind, da es dann extrem lange dauert.
In den Anleitungen eines amerikanischen Kunstschleifsteins heißt es:
„Zu Beginn etwas Druck verwenden, nachdem die Facette gesetzt ist, den Druck entfernen.“
Das ist exakt richtig.
Da viele Menschen ohne Druck schärfen, bevorzugen sie weichere Rasiermesser, da diese auch ohne Druck eine Schneide annehmen. Härtere Messer hingegen nehmen schwieriger eine Schneide an und werden daher häufig mit der Begründung zurückgegeben, sie „rasieren nicht“.
Weiche Messer halten ihre Schneide jedoch nicht so lange wie harte.
Um eine gute Schneide auf einem harten, langlebigen Rasiermesser zu erzeugen, ist folgender Druckeinsatz erforderlich:
- Grobschliff – Botan-Nagura: starker Druck
- Mittelschliff – Tenjō-Nagura: mittlerer Druck
- Endschliff – Tomonagura: sehr leichter Druck
- Entfernen der falschen Schneide – Raxa: sehr leichter Druck
- Schneidenabschluss – Honyama: nur das Eigengewicht
Beachten Sie: Nur im letzten Schritt wird ausschließlich das Eigengewicht verwendet. Von Anfang an völlig ohne Druck zu arbeiten, ist falsch.
Abschnitt 4 – Grundprinzipien des Schärfens (Fortsetzung)
2. Zurückgelegte Strecke des Kamisori
„Den Druck schrittweise reduzieren“ oder „den Druck stufenweise verringern“ ist leicht gesagt, in der Praxis jedoch schwierig. Für Personen mit wenig beruflicher Erfahrung ist dies anfangs nahezu unmöglich.
Diesen Personen wird empfohlen, beim Schärfen die insgesamt zurückgelegte Strecke des Rasiermessers auf dem Stein schrittweise zu verkürzen. Im Verlauf dieses Prozesses reduziert sich der ausgeübte Druck gewissermaßen von selbst.
Daher sollte die Weglänge des Kamisori oder Rasiermessers wie folgt reduziert werden:
- Grobschliff – Botan-Nagura: 6 Sūn 6 Fūn (≈ 200 mm)
- Mittelschliff – Tenjō-Nagura: 3 Sūn 3 Fūn (≈ 100 mm)
- Endschliff – Tomonagura: 5 Fūn (≈ 18 mm)
- Entfernen der falschen Schneide – Raxa: 3 Sūn 3 Fūn (≈ 100 mm)
- Schneidenabschluss – Honyama: 0 (stehendes Schärfen – 0 mm)
Auch bei Rasiermessern, die in einer Acht-Bewegung geschärft werden, führt die schrittweise Verkürzung der Weglänge zu einer Reduktion des Drucks. Dadurch wird die falsche Schneide immer feiner, bis sie im letzten Schärfschritt vollständig verschwindet.
3. Schärfzeit
Viele Menschen glauben, dass sie beim Schleifen mit groben Schleifmitteln viel Zeit aufwenden sollten und die Schärfzeit mit zunehmender Feinheit reduzieren müssten. In Wirklichkeit ist genau das Gegenteil richtig: Die Schärfzeit sollte schrittweise verlängert werden.
Beim Schärfen mit Druck auf groben Partikeln werden nicht nur Ausbrüche entfernt, sondern auch Stahl von Rücken und Klinge abgetragen.
Die Schärfzeiten für Kamisori und Rasiermesser sollten wie folgt aufgeteilt werden:
- Grobschliff – Botan-Nagura: 3–4 Minuten
- Mittelschliff – Tenjō-Nagura: 4–5 Minuten
- Endschliff – Tomonagura: 5–6 Minuten
- Entfernen der falschen Schneide – Raxa: etwa 10 Sekunden
- Schneidenabschluss – Honyama:
- japanisches Klapprasiermesser: 10 Minuten
- Kamisori / importiertes Rasiermesser / Iwasaki-Rasiermesser: 15 Minuten
Viele übersehen, dass der letzte Schritt – der Schneidenabschluss – ganze 10 bis 15 Minuten dauert. Sobald man es jedoch selbst ausprobiert, wird dies unmittelbar einleuchtend.
Abschnitt 5 – Abziehen (Stropping)
1. Grundprinzipien des Abziehens
Nachdem mit den Steinen eine gute Schneide erzeugt wurde, hängt die Lebensdauer dieser Schneide vom Abziehen ab. Abziehen ist für die Schneide das, was Vitamine für den menschlichen Körper sind.
Wie bereits erwähnt, kann eine falsche Schneide durch Abziehen nicht entfernt werden. Würde hartes Stahlmaterial allein durch Leder abgetragen, müsste man dies als ein Rätsel bezeichnen.
„Stropping“ oder „Lapping“ wird im Japanischen als „Takuma“ übersetzt, was „Endpolitur“ bedeutet.
Zieht man ein Rasiermesser mit Ausbrüchen ab, werden diese Stellen lediglich poliert, ohne beseitigt zu werden. Existiert eine falsche Schneide, werden deren scharfe Spitzen poliert. Das ist die Aufgabe des Abziehens.
Eine Schneide, die durch Gebrauch etwas an Schärfe verloren hat, kann durch Polieren wiederhergestellt werden.
Abschnitt 5 – Abziehen (Fortsetzung)
2. Wie man abzieht
Wenn Sie beim Abziehen zulassen, dass sich der Streichriemen um die Schneide herum biegt (siehe Abb. 1), bildet sich sehr schnell eine konvexe Facette, und die Schneide verliert rasch ihre Schärfe.
Biegt sich der Riemen hingegen um den Rücken des Rasiermessers (Abb. 2), bewegt sich die Facette auf einer ebenen Fläche, und es entsteht eine scharfe Schneide.
Bislang wurden Kamisori häufig auf der Handfläche abgezogen. Befolgt man jedoch die hier beschriebenen Prinzipien, hält die Schneide deutlich länger.
Beim Schubzug ist wie in Abb. 3 dargestellt der Zeigefinger auf den Rücken des Rasiermessers zu legen. Beim Rückzug wird der Daumen auf den Rücken gelegt (Abb. 4). Da die Fingerposition häufig gewechselt wird, ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen.
Westliche Rasiermesser sollten grundsätzlich auf dieselbe Weise wie Kamisori abgezogen werden, allerdings empfiehlt es sich, dies zunächst auszuprobieren.
Diese Technik erfordert Übung. Lassen Sie sich von einer zweiten Person ein Handtuch an einem Ende halten und üben Sie vor einem Spiegel. Biegt sich der „Riemen“ um den Rücken, haben Sie die Technik korrekt ausgeführt.
Mit diesem Prinzip kann selbst ein sehr dünner und weicher Riemen verwendet werden, ohne dass die Standzeit der Schneide leidet.
Hinsichtlich der Anzahl der Züge sind normalerweise 20–30 ausreichend. Verwenden Sie dabei wenig Druck und ziehen Sie nicht zu schnell. Die bisherigen, durch Nagura erzeugten Schneiden erforderten oft kräftiges Abziehen, doch mit den hier beschriebenen Techniken der „Entfernung der falschen Schneide“ und des „Schneidenabschlusses“ entstehen deutlich feinere Schneiden.
Zieht man diese zu stark ab, kann es zu ernsthaften Ausbrüchen kommen. Ziehen Sie daher sanft und begrenzen Sie die Zuglänge auf etwa 2 Sūn 3 Fūn (≈ 70 cm). Beginnt die Schneide an Schärfe zu verlieren, kann die Zuglänge erhöht werden.
Vor dem Abziehen sollte die Schneide zunächst durch eine kurze Rasurprobe getestet werden. Rasiert sie gut, besteht kein Grund abzuziehen. In der Barbierwelt gibt es die Gewohnheit, eine Schneide unabhängig vom Zustand immer abzuziehen. Doch so wie man eine Schneide nicht schärft, wenn es nicht nötig ist, sollte man sie auch nicht abziehen, wenn es nicht erforderlich ist.
Ich kenne Personen, die bis zu zehn Kunden rasieren, ohne zwischendurch abzuziehen.
3. Leinen
Leinen besitzt eine noch höhere Polierwirkung als Leder und steht daher funktional zwischen Schleifstein und Lederriemen.
Eine Schneide, die nach dem Abziehen auf Leder nicht mehr gut rasiert, kann durch Abziehen auf Leinen häufig wieder rasurfähig gemacht werden.
Abschnitt 6 – Entfernen großer Ausbrüche
Stößt man mit dem Rasiermesser an harte Gegenstände oder lässt es fallen, können große Ausbrüche in der Schneide entstehen.
Versucht man, diese auf einem sehr groben Schmirgelstein auszuschleifen, lassen sich zwar auch große Ausbrüche schnell entfernen, doch die dabei entstehenden tiefen Riefen und kleineren Ausbrüche müssen anschließend ebenfalls beseitigt werden.
In dieser Situation sollte stattdessen ein sogenannter „gelber Nagura“ verwendet werden, dessen Partikel sogar gröber sind als jene eines Botan-Nagura. Die Partikel dieses Steins sind extrem grob. Das Schleifen auf diesem Schlamm trägt Stahl sehr schnell ab und erzeugt ein schreckliches Mahlgeräusch, hinterlässt jedoch keine tiefen Kratzer wie ein Schmirgelstein.
Nach dem „gelben Nagura“ wird der Raxa-Schleifstein hervorgeholt und großzügig mit „Green Powder“ bedeckt. Unabhängig davon, wie fein die Partikel sind: Ist eine Oberfläche flach und mit ausreichend Schleifmittel bedeckt, entspricht sie funktional einem Schleifstein.
Geben Sie etwas Wasser hinzu und üben Sie enormen Druck auf die Schneide aus – nutzen Sie die gesamte Kraft Ihres Arms – und führen Sie etwa 200 V-förmige Züge aus.
Anschließend kehren Sie zum „gelben Nagura“ zurück und danach wieder zum Raxa-Schleifstein. Wiederholen Sie diesen Zyklus mehrmals. Selbst große, mit bloßem Auge sichtbare Ausbrüche lassen sich so in 30–40 Minuten entfernen.
Danach wechseln Sie zum Botan-Nagura und schärfen wie gewohnt weiter.
Abschnitt 7 – Verwendung westlicher Rasiermesser
In den Anleitungen, die deutschen Rasiermessern der Marke „Henckels“ beiliegen, heißt es beim Rasieren:
„Halten Sie das Rasiermesser nahezu flach am Gesicht.“
Eine sehr ähnliche Aussage findet sich auf der Vorderseite englischer „Haddon“-Rasiermesserverpackungen.
In unserem Land hingegen wird gelehrt, das Rasiermesser beim Rasieren in einem Winkel von 45 Grad zu halten. Dieser 45-Grad-Winkel – egal ob in Bezug auf die Haut oder die Haare – ist eine stehende Position.
In anderen Ländern wird das Rasiermesser liegend verwendet.
Seit jeher werden Kamisori liegend benutzt.
Verwendet man ein Rasiermesser in stehender Position, zeigen sich sehr schnell Schäden an der Schneide. Eine Schneide, die eigentlich 200 Gesichter oder mehr rasieren könnte, hält dann oft nur etwa zehn Rasuren.
Wer seine Schneiden also möglichst lange erhalten möchte, sollte die Klinge beim Rasieren so flach wie möglich halten.
Natürlich gilt: Hat man keine gute Schneide erzeugt, rasiert das Messer in flacher Lage überhaupt nicht, und man ist gezwungen, den Winkel zu erhöhen. Doch mit einer solchen Schneide zu rasieren, ist ein Fehler.
Abschnitt 8 – Über Rost
1. Ursachen von Rost
Rost hat zwei Ursachen.
Ein trockenes Rasiermesser rostet nicht – Feuchtigkeit ist also die erste Ursache.
Neben Wasser können auch Gase Rost verursachen. Holzkohle kann ein schwefelartig riechendes Gas freisetzen. Dieses darf nicht in die Nähe von Rasiermessern gelangen, da es Schwefelsäure enthält und Klingen schnell angreift.
Auch fehlerhaftes Zelluloid kann Rost verursachen. Zelluloid enthält Nitrat, und bei zu hohem Anteil kann es salpetrige Gase freisetzen, die selbst bei größter Sorgfalt Rost verursachen. In diesem Fall bleibt nur eine Maßnahme: Die Griffschalen müssen ersetzt werden.
2. Abziehen nach der Rasur
In den Anleitungen deutscher „Henckels“-Rasiermesser und englischer „Haddon“-Rasiermesser wird darauf hingewiesen, dass selbst nach sorgfältigem Abwischen mit einem trockenen Tuch winzige Wassertröpfchen auf der Schneide verbleiben.
Unter dem Mikroskop lässt sich dies eindeutig bestätigen.
Da diese Tröpfchen Rost verursachen und in der Folge zu Ausbrüchen führen können, empfehlen diese ausländischen Hersteller, das Rasiermesser nach dem Abwischen ein- oder zweimal abzuziehen.
Ich habe dies ausprobiert und halte es für korrekt.
In unserem eigenen Land wird hingegen nicht gelehrt, die Schneide nach dem Gebrauch durch Abziehen zu trocknen. Ich empfehle dies nachdrücklich, da es die Standzeit der Schneide deutlich verlängert.
Ich habe versucht, die Klinge mit Hirschleder abzutrocknen, doch dieses zog die Wassertröpfchen lediglich zu langen, dünnen Linien auseinander und ist daher für den dauerhaften Einsatz ungeeignet.
3. Verwendung von kochendem Wasser
Selbst nach dem Entfernen der Wassertröpfchen kann Feuchtigkeit in winzigen Vertiefungen der Klingenoberfläche verbleiben. Dies kann zu der schwarzen Korrosion führen, die als „Seifenbrand“ bezeichnet wird.
Um dies zu verhindern, ist es ratsam, nach der Rasur kochendes Wasser über das Rasiermesser oder Kamisori zu gießen.
Das heiße Wasser erwärmt die Klinge. Nachdem das überschüssige Wasser abgeschüttelt wurde, genügt es, auf die Klinge zu pusten, um sie vollständig zu trocknen.
Manche befürchten, dass die durch kochendes Wasser eingebrachte Hitze die Härtung der Klinge zerstören könnte. Dafür besteht keinerlei Anlass. Man könnte ein Kamisori stundenlang auf 100 °C erhitzen, ohne die Härtung zu beeinträchtigen.
4. Rostschutzpapier
In England wurde eine spezielle Papierart entwickelt, die mit einer weißen Chemikalie behandelt ist. Diese gibt Dämpfe ab, die Rost verhindern. Lagert man ein Rasiermesser in einem Beutel aus diesem Papier, rostet es nicht.
Diese Chemikalie ist unter der Abkürzung VPI bekannt, was für Vapor Phase Inhibitor steht.
Deutsche „Puma“-Rasiermesser werden in Kunststoffbeuteln mit diesem Papier ausgeliefert. Die Firma „National“ kleidet damit die Böden von Bügeleisenverpackungen aus. Tenyō und Taihei verpacken ihre Metalle damit, und auch ich selbst wickle meine Rasiermesser und Nihonkamisori in dieses Papier.
Ich habe dieses Papier getestet, indem ich daraus einen Beutel klebte und ein Rasiermesser darin lagerte. Nach etwa zwei Jahren war keinerlei Rost vorhanden.
Ich empfehle dringend, auch täglich benutzte Rasiermesser so zu lagern. Bei Kamisori kann die Schneide durch Lagerung in einem Beutel beschädigt werden; hier empfiehlt es sich, den Boden der Schachtel mit diesem Papier auszulegen.
So wirksam dieses Papier auch ist: Wird ein Rasiermesser nass eingelagert, rostet die feuchte Stelle mit Sicherheit. Daher muss das Messer stets vollständig getrocknet werden.
Gut. Ich setze konsequent fort.
Abschnitt 8 – Über Rost (Fortsetzung)
5. Rostschutzöl
In der Vergangenheit habe ich Rasiermesser, die ich längere Zeit nicht benutzte, eingeölt und weggelegt. Nach etwa einem Jahr holte ich sie wieder hervor – und sie waren verrostet.
Man würde erwarten, dass ein gut eingeöltes Rasiermesser sicher vor Rost ist. Tatsächlich ist das jedoch nicht der Fall. Egal wie viel im Inland hergestelltes mineralisches oder pflanzliches Öl man aufträgt – vollständiger Rostschutz ist damit nicht gewährleistet.
Die Amerikaner verfügen jedoch über ein überlegenes Produkt. Es handelt sich um ein Öl, dem gewöhnliches Blei zugesetzt ist, das äußerlich jedoch wie ein normales braunes Öl erscheint.
In jüngerer Zeit wurde dieses Öl für Verkauf und Herstellung in Japan zugelassen. Ich würde mir wünschen, dass es auch bei Haarschneidemaschinen und Scherenlagern verwendet wird.
Ich habe dieses Öl selbst an elektrischen Haarschneidemaschinen, Scheren sowie an Rasiermessern getestet, die ich längere Zeit nicht benutzt habe. Trägt man dieses Öl auf und wickelt die Werkzeuge zusätzlich in das zuvor erwähnte Rostschutzpapier ein, bleiben sie über drei Jahre hinweg ohne Schäden.
Achtung: Befinden sich noch Rückstände eines herkömmlichen Öls auf dem Werkzeug und trägt man dieses neue Öl darüber auf, kann sich Rost von dem darunterliegenden schlechten Öl ausbreiten. Daher ist es äußerst wichtig, vor der Anwendung des neuen Öls sämtliches altes Öl gründlich zu entfernen.
6. Rost und die Schneide
Lässt man achtlos einen Wassertropfen auf der Schneide zurück, klappt das Rasiermesser zu und lagert es weg, entsteht dort tiefer Rost.
Beim nächsten Schärfen wird diese Stelle ausbrechen. Die Schneide schneidet schlecht, man schärft erneut, doch die betroffene Stelle ist bereits „verfault“ und bricht immer wieder aus. Sie lässt sich nicht leicht entfernen.
Aus diesem Grund glauben manche, dass ein Rasiermesser plötzlich keine Schneide mehr annimmt, bemerken den Rost jedoch nicht und schicken das Messer als fehlerhaft zurück.
Hätten sie die Schneide unter einem Mikroskop überprüft, wäre die Ursache sofort klar geworden. Da sie dies nicht getan haben, geben sie stattdessen dem Rasiermesser die Schuld.
Nachwort
Beim Schreiben dieses Buches bin ich Sakurai Kiyokazu, Saijō Tadao, Takei Michio, Asama Ishimatsu, Satō Juichirō, Ōhata Keneichi, Yoshigawa Akitoshi, Takami Kanji, Takato Hideya, Asano Nagayuki, Sano Yasutaro, Nakakōji Kiyoshi, Muramatsu Tashikazu, Hatanaka Hyōgorō und Katō Masumichi zutiefst verpflichtet.
Ich spreche ihnen allen meinen tiefsten Dank für ihre Unterstützung aus.
Erster Monat, Shōwa 38
Katalog
- Tamahagane-Rasiermesser – 1 Stück – 3.500 Yen
- Tamahagane-Nihonkamisori – 1 Stück – 600 Yen
- Nr. 30 Rasiermesser – 1 Stück – 1.700 Yen
- Kohlenstoffstahl-Nihonkamisori – 1 Stück – 430 Yen
- Streichriemenpapier – Packung mit 7 Blatt – 300 Yen
- Richtlineal – 1 Stück – 250 Yen
- Green Powder (Chromoxid) – Beutel 20 g – 100 Yen
- Rostentferner – 1 Packung – 300 Yen
- Streichriemen mit Griff, Marke „Elephant“ – 1 Stück – 800 Yen
- Sukisen – 1 Stück – 250 Yen
- Lentz Metallurgisches Mikroskop – 1 Stück – 15.000 Yen
- Honyama-Schleifstein für Rasiermesser – 1.000–4.000 Yen (alle Varianten)
- Honyama-Schleifstein für Kamisori – 2.000–10.000 Yen (alle Varianten)
- Honyama im Kleinformat – 200–500 Yen
- Nagura – 200–1.000 Yen
- Raxa-Schleifstein – 1 Stück – 100 Yen
- Rostschutzpapier – 0,7 m² – 100 Yen
- Hone Coat – 50 cm³ – 100 Yen
Vertrieb:
Hersteller:
Sanjō Works
Kōsuke Iwasaki
Status
Gesamter fachliche Originaltext vollständig und 1:1 ins Deutsche übersetzt.

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