Forum der Rasur

Registriere Dich jetzt kostenlos!

Dadurch bekommst Du Zugang zu dem geschützten Mitgliederbereich, kannst beim Gebrauchtmarkt mitmachen und stellst nebenbei auch noch sicher, dass niemand Dir Deinen Wunsch-Usernamen wegschnappt.

Pierre du sud ouest

mazemaze

Active Member
Ich habe den gezeigten Stein von @Sebslo erworben. Wie einige hier inklusive mir im Forum mutmaßen dürfte es sich um einen Pierre du sud ouest handeln. Im Netz finden sich in anderen Foren einige Berichte dazu. Mein erster Eindruck: Härte mittel, heller Klang, etwas speckig im Griff. Mit Druck und slurry ziemlich schnell, mit zunehmender Verdünnung sehr fein. Der Stein ist nur in der Mitte plan, an den Enden fällt er beidseitig ab. Es ist genug Fläche zum Abziehen da. Nach Handabzug fliegen Beinhaare in der Luft schneidend Feuerwerk über die Klinge. Erste Rasur nach vorherigem jnat finish war sehr gut. Habe jetzt nochmals Schneide aufgebaut mit 2000, 4000, slurry, Verdünnung und dann unter fließend Wasser. Zweite Rasur steht noch aus, bin grad im Hobel - täglich - Loch, wird wohl noch dauern. Abzug ist samtig, samtig, samtig. Das Gefühl ändert sich nicht wesentlich von slurry zu nur Wasser. Ich meine damit das Gefühl der Haftung am Stein. Am Rand zeigen sich Stellen die etwas härter wirken, den Einfluss auf die Schneide vermag ich nicht zu beurteilen. Die Facette zeigt sich beinahe spiegelpoliert. Etwas größeres Format wäre toll. Mich wunderts warum es nicht mehr dieser Steine gibt bzw. warum diese nicht populärer waren. Sie stehen einem Coticule bzw. Thüringer um nichts nach.
20260110_111707.jpg
20260110_111913.jpg
20260110_113255.jpg
20260110_113707.jpg
 
Hallo! Ich habe auf dein Feedback gewartet und jetzt ist es da! Vielen Dank, dass du deine Eindrücke geteilt hast.
Meiner Meinung nach ist dieser Stein wahrscheinlich doch näher am Coticule als am Thüringer Schiefer, wobei man bei der Vielzahl an Varianten und Schichten nichts ganz eindeutig sagen kann.
Persönlich mag ich die klassische Kombination JNS + Escher (blau oder blau-grün, etwa 20 Züge) sehr.
Ich bin generell kein großer Fan von Coticules, denn ja sie liefern viel Komfort beim Rasieren, aber mir fehlt dabei oft die letzte Schärfe und die Klinge fühlt sich für mich etwas stumpf an. Dieser Stein liegt da wahrscheinlich irgendwo in der Mitte.
Nichtsdestotrotz hatten viele alte Barbershops in Spanien genau solche Steine oder eben Coticules im Einsatz.
 
Ich habe zuwenig Belgier um diese Frage für mich hinreichend klären zu können. Auch ist es mit den Belgiern vom bevel set bis finish als one stone hone oft eine topp oder Flopp Sache. Manchmal kriege ich eine sagenhafte Schärfe mit irrem post shave feel und ein anderes mal fehlt es sowohl an Schärfe als auch an Sanftheit. Trotzdem will ich glauben, dass es superfeine, alte Belgier gibt. Einen solchen zu bekommen ist halt eine Glückssache. Die Varianz innerhalb der Belgier scheint mir jedenfalls gro$ zu sein. Bei den pierres du sid ouest finde ich zudem spannend, dass der Herkunftsort nicht eindeutig geklärt zu sein scheint. Wenn er nahe Siena abgebaut wurde, warum existieren keine Aufzeichnungen über diese Steine? Das museale Vergleichsstück kommt optisch finde ich sehr nahe. Zu finden waren die Steine aber ja vor allem in Spanien und in Frankreich. Ich kann mir irgendwie nur schwer vorstellen, dass die Vermarktung und der Vertrieb dieser Steine so exklusiv waren. Für mich ein klarer Kandidat für die Rubrik mystery hone. Das wäre doch auch mal ein Buch für nerds wert. Bei den Thüringern habe ich zuwenig Vergleiche und Expertise, die feinsten Exemplare sind oft unerschwinglich. Sollten die pierre du sud ouest Steine aus der Gegend Siena stammen, so wären zumindest geologisch gesehen Eisenoxid plus Silikate als abrasive Bestandteile naheliegend und würde den Steinen einen eigenständigen Platz im Vergleich zu den Coticule und Thüringern zuordnen.
 
Zurück
Oben