Forum der Rasur

Registriere Dich jetzt kostenlos!

Dadurch bekommst Du Zugang zu dem geschützten Mitgliederbereich, kannst beim Gebrauchtmarkt mitmachen und stellst nebenbei auch noch sicher, dass niemand Dir Deinen Wunsch-Usernamen wegschnappt.

pure nature - Amboyna, eine Klasse für sich...

RasurKult

FdR-Pate
Hersteller/Händler
Guten Morgen zusammen,

heute mal wieder ein Schmuckstück aus der "pure nature" Serie.
Bedeutet, Holz - reines Holz, kein Epoxi, auch nicht stabilisiert oder gefärbt.
Hier zeigt die Natur was sie kann und weißt uns "Laien" immer wieder in die Schranken ;)

Wie schon beim letzten Griff aus Amboyna Holz, erlaube ich mir die Info, dass diese Holz hier in D schon eher schwierig zu bekommen ist, zumindest in dieser beeindruckenden Qualität. Das Holz kommt vorwiegend aus Südostasien und steht überraschender Weise NICHT auf der Artenschutzliste (CITES).
Trotzdem zählt es, wie schon erwähnt, zu den teuersten Hölzer der Welt. Größtenteils wird es deshalb auch nur als Furnier verwendet, da als Massivholz einfach zu teuer.

Ich hatte erneut die Gelegenheit, an ein paar sehr schöne Stücke zu kommen.
Hier in einer noch selteneren Farbgebung, ich würde es als "Orange-Braun" bezeichnen...
Ich bin selbst immer noch "hin und weg", nicht von meinem Pinsel, sondern vom Holz selbst - alles Natur, da habe ich außer mit hochwertigem Öl nicht nachgeholfen!

Der Griff ist für einen 24er Knoten gemacht, hat einen Außendurchmesser von ca. 41mm und eine Länge von ca. 64mm.
Auf dem Bild ist er mit dem obligatorischen Manchurian abgebildet.


26-1275_2.jpg
26-1275_3.jpg
26-1275.jpg
26-1275_4.jpg
26-1275_5.jpg
 
Phaethon
Nach Ovid, Metamorphosen II — neu erzählt

Eigentlich bin ich im Urlaub. Eigentlich.
Aber als Bernhard dieses Stück zeigt, legt man den Sonnenschirm zur Seite. Manche Dinge dulden keinen Aufschub und ein Amboyna-Griff in dieser Farbgebung ist einer davon.


So sprach Helios zu seinem Sohn, und seine Stimme trug das Gewicht von tausend Sonnenaufgängen:

«Ich bitte dich, lass ab von diesem Wunsch. Was du begehrst, ist mehr als sterbliche Hände tragen können. Selbst Zeus wagt es nicht, diesen Wagen zu lenken. Bedenke, was ich dir sage.»

Phaethon hörte nicht.

Er bestieg den Sonnenwagen, als die Nacht noch nicht ganz gewichen war. Das Viergespann spürte sofort die fremde Hand und raste los. Die Pferde stiegen auf, verliessen die gewohnte Bahn, rasten zu hoch, dann zu tief, und die Erde, die niemals zuvor die Sonne so nah gespürt hatte, brannte.

So berichtet es Ovid: «Die Erde geht in Flammen auf, die höchsten Gipfel zuerst, tiefe Risse springen auf, und alle Feuchtigkeit versiegt. Die Wiesen brennen zu weisser Asche; die Bäume werden mitsamt ihren Blättern versengt.»

Was die Dichter sangen, hat das Holz behalten.

Denn dieses Amboyna, rein, unstabilisiert, ungefärbt, so wie die Natur es hinterlassen hat, trägt in seiner Maserung jenen Augenblick, da das Feuer noch schöpferisch war. Die wirbelnden Strudel in Orange und tiefem Braun, die Sonnenflecken die sich durch das Holz ziehen wie Protuberanzen durch die Korona. Kein Pinsel dieser Erde gleicht dem anderen. Bernhard hat nur das Öl hinzugefügt und zugeschaut, was das Holz aus sich selbst macht.

Die Natur hat Phaethon gemalt. Bernhard hat ihn gefunden.

Darüber ein 2-Band Manchurian, so unberechenbar und dicht wie das Viergespann selbst. Kein zahmer Knoten für einen Griff dieser Natur.

«Hier ruht Phaethon, der Lenker des väterlichen Wagens. Zwar konnte er ihn nicht steuern, doch starb er als einer, der Grosses gewagt hatte.»

Dieser Pinsel wagt Grosses.
 
Zurück
Oben