Rasur am 07.06.2026
Basic-Care: Weleda Calendula Pflegeöl
Pre-Shave: Proraso Crema Pre Barba, Blau
Rasierseife: T.F.S. Linea Intenso Zagara Gelsomino Forte
Rasierpinsel: Semogue SOC Dachs, 24 mm
Rasierhobel: Yaqi Précise Kopf, mit RazoRock Super Halo Handle
Rasierklinge: Amazon Eigenmarke (1)
After-Shave: Elkos Men Fresh
Das Original dieser chinesischen Kopie, den Blutt, hatte ich schon länger im Fokus. Die Schwer- oder Nichtverfügbarkeit, und viele andere Rasierhobel die ich ausprobieren wollte, hatten mir jedoch immer Argumente geliefert ihn nicht zu kaufen. Doch wer zu spät kommt den bestraft bekanntermaßen ja das (Rasur)-leben. Jetzt wird er nicht mehr produziert.
Neugierig geworden durch eine Rezension des Nutzers "Errol" im australischen Paste & Cut Rasurforum wollte ich ihn jetzt aber doch mal ausprobieren. Laut dem Rezensenten "Errol" soll er ja sehr nahe am Original sein (das er wohl hat), was ich nicht beurteilen kann, da ich das Original nicht habe und auch nicht hatte. "Errol" schreibt dort, dass der Précise mehr dem Blutt 0,99 ähnelt, obwohl von Yaqi ein Spalt von 1,15 mm angegeben wird.
Dieser "Précise" Kopf ist sehr präzise und exakt gearbeitet. Hier gibt es absolut nichts auszusetzen. Dies muss man, neutral betrachtet, einfach anerkennen, unabhängig von dieser zweifelhaften Kopierpraxis.
Der Précise hat mich erst ein wenig an den Tatara Masamune Kopf erinnert, in dieser leichten Filigranität. Bei genauerer Betrachtung, und verglichen mit den Köpfen anderer Hobel die ich habe, finde ich jedoch mehr genetische Wurzeln beim RazoRock GameChanger (dessen Original mir nicht bekannt ist). Wenn ich mir die beiden Platten (Précise / GameCanger) mal so nebeneinanderlege und mir die Querprofile ansehe, dann wirkt er für mich wie eine stark verbesserte Version des GC. Beim Précise (im Original Blutt) ist die Klemmfläche in ganzer Länge durchgehend und bis kurz vor die Klingenkante gezogen. Auch liegt die Klemmfläche weiter Außen. Die Klinge wird weiter Außen und möglicherweise auch etwas stärker gebogen. Beim GC wird diese Klemmfläche zwei mal unterbrochen und liegt nicht so weit Außen. Beim Précise ist auch die Schaumkante weiter nach Außen gezogen. Die Schaumkante ist beim Précise filigraner und an der Unterseite stärker ausgenommen. Diese stärker ausgestellte und sehr dünne Schaumkante ist das auffälligste Merkmal, das ich so noch bei keinem anderen Hobelkopf gesehen habe, und das ich bei der Rasur deutlich positiv wahrnehme.
Der Rasierkopf hat einen größeren sehr angenehm und effizient nutzbaren Winkelbereich. Man kann den Griff steiler führen, aber eben auch sehr gut flacher (Griff Richtung Haut). Durch die weit ausgestellte und sehr filigran ausgebildete Schaumkante rasiert dieser Kopf auch bei steiler gestellter Klinge sehr angenehm sanft und hocheffizient. Dies ist mir unterhalb der Kiefernlinie deutlich positiv aufgefallen. Dieser Kuhlenbereich wird von den meisten Rasierern schlecht erfasst. Durch diese weiter ausgestellte und dünn zulaufende Schaumkante erfasst der Hobel die Barthaare in diesem "Kuhlenbereich", auch bei steil rasierender Klinge sehr gut. Auch unter der Nase, funktioniert dieses steil Ansetzen und dann nach unten Drehen, das hier häufig Anwendung findet, äußerst gut. Ein Rasierer der hier ähnlich gut zu Sache geht, jedoch beim steil Stellen der Klinge für mich sehr unangenehm aggressiv wird, ist der RazoRock Lupo. Mit dem "Précise" geht das, bei gleichem Ergebnis, jedoch deutlich sanfter.
Die Rasur mit diesem "Précise" Kopf hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die Lorbeeren gebühren jedoch, soweit dieser "Précise" dem Blutt im Original entspricht, wovon ich jetzt mal ausgehe, eigentlich dem "Blutt". Sofern sich jetzt, bei den noch folgenden Rasuren, mein erster Eindruck verfestigt, werde ich nach dem Original mal Ausschau halten.
Noch kleine Anmerkung: Von diesem RazoRock Super Knurl Griff in Titan bin ich schwer begeistert.