Forum der Rasur

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Rasurartikel aus China: Pro & Kontra

Wer ist hier alles mit Excalibur- und Romulus in die AC-Welt eingestiegen? Und wer hat sich ohne einen solchen Appetizer auf Anhieb einen Vector oder La Faulx gekauft?

Schuldig, auch bei mir war der Remus die „Gateway-Drug“ zu SE AC und dann ging die Party erst richtig los.

Um @Elbes Vergleich zur Uhrenwelt zu bemühen: Bei Rolex wird der Gewinn nicht einbrechen, weil alle Welt 250 €-Submariner-Hommagen oder -Kopien aus China trägt. Das trägt zum "guten" Ruf bei (Habenwollen...), generiert damit sicherlich auch ein paar zahlungskräftige Käufer mehr und treibt zahlreiche Kunden in Richtung höherpreisiger Hommagen wie Steinhart Ocean One etc. (Über die "Nobelkopien" lässt sich aber seltsamerweise kaum jemand aus, im Gegensatz zu San Martin & Co.)

Auch hier schuldig, hatte viele Jahre eine Steinhart, mittlerweile ein höherpreisiges (reines) Schweizer Gerät am Arm.

Gute Punkte :daumenhoch
 
Die Käufer die du beschrieben hattest, die vom Original wissen, und den günstigen Klon so zu Ausprobieren kaufen, und dann doch das Original, die gibt es bestimmt.
Insofern stimmt das natürlich, dass das auch so einen Win-Win-Effekt haben kann.
Aber ich meine, dass viele erst über die Massenreichweite der großen Plattformen auf diese neuen coolen Aternativen aufmerksam werden. Ich denke da z.B. an all diese Hobelneulinge die zuerst über die Störtbekker (oder ähnlich) Angebote bei Amazon stolpern. Plattformen wie AliExpress haben eine riesige Reichweite, und viele Kaufinteressenten schauen hier zuerst, und nicht in irgendwelchen Rasurforen. Vor allem die junge Zielgruppe. Sehen dann all die tollen Sachen die hier angeboten werden, und die Nutzerbewertungen dazu, und kaufen danach. Was natürlich dann auch die Anteile der klassischen Nassrasur am Gesamtmarkt erhöht. Also vielleicht doch wieder Win-Win :lol.
 
Das muss jeder für sich selber entscheiden. Mir wird kein China-Billig-Klon ins Haus kommen. Meine Meinung ist, dass jeder der sich so ein Yaqi, Kämpfe oder sonst was Klon aus China bestellt, dafür sorgt das die EU, Kanadischen oder US Hobel immer teurer werden oder zwangsläufig irgendwann vom Markt verschwinden.
Wenn ich mir keinen Rocnel oder Tadeus Hobel leisten will oder kann Kauf ich mir noch lange kein Plagiat. Ich würde auch nie auf die Idee kommen auf einer Serien C Klasse ein AMG Schild zu kleben nur weil mir der AMG zu teuer ist.

Eins ist sicher die Billig Klone sind eine ernste Gefahr für Hersteller von günstigen Hobeln, die werden als erstes vom Markt verschwinden, wenn die Verkaufszahlen nicht mehr stimmen. Und die anderen Hobel werden dann immer teurer weil die Entwicklungs und Betriebskosten dann mit immer niedrigeren Verkaufszahlen erwirtschaftet werden müssen.

Jeder der also mit einen Klon Geld sparen will sorgt langfristig dafür das die Originale immer teurer werden oder ganz verschwinden und erreicht somit genau das Gegenteil von dem was er eigentlich wollte.
 
@Krone-Merkur
wie ich im Post #21 schon geschrieben habe, die Mehrheit derer die Klone kaufen, drücken damit nicht die Stückzahlen der Edel Hobel Hersteller. Wer weis den schon das ein Kämpfe St03-A03P der Klon eines Rocnel Elite ist? Dies sind doch nur ein Paar wenige die sich intensiv damit in Foren wie dieses beschäftigen und das sind doch nicht mehr wie 10% hier. Der “Ottonormalhobler” kauft Merkur Mühle, Razorock und Co. und der Nerd kauft sich den Edelhobel. Die Edelhobel Hersteller machen das alle nebenher und könnten von den Stückzahlen garnicht leben, das erklärt auch die Lange Herstellungs- und Lieferzeiten.
 
Dann darf ich aber keine Hobel in der Türkei oder in USA kaufen. Das sorgt in Deutschland auch nicht für Arbeitsplätze.
Der signifikante Unterschied ist, Produkte aus der Türkei, USA oder auch Kanada sind normale Wettbewerber die sich über den Preis, die Qualität oder auch das Design dem Wettbewerb stellen müssen,
Chinas Strategie ist nicht der Wettbewerb sondern schlicht Verdrängung.
Staatlich alimentierte Verdrängung mit hohen Subventionen und daraus resultierenden Dumpingpreisen.
China macht daraus nicht mal ein Geheimnis. Das offizielle Ziel Chinas ist es bis 2049 zur globalen (wirtschaftlichen) Supermacht aufzusteigen.

Als Geschäftsführer einer Firma war ich selbst ein Ziel dieser Strategien.
Ich will jetzt nicht so tief in die Details gehen aber es ging darum dass eine Chinesische Firma einen Vertriebskanal für Europa aufbauen wollte.
Ich war Geschäftsführer eines teils der Unternehmensgruppe die Leistungen in der IT sowie in der Logistik anbot.
Die chinesische Firma wollte das wir einerseits den Vertrieb und andererseits auch die Logistik für sie übernehmen.
Diese Firma hatte kurz zuvor einen amerikanischen Marktführer in ihrem Segment übernommen.
Nach dem wir uns alle Aspekte angesehen haben, waren wir der Meinung, dass wir die Ziele der chinesischen Firma höchstens sehr langfristig umsetzen könnten und wir daher eher ablehnen müssen.
Die chinesische Firma jedoch lies nicht locker und so kam es zu einem treffen mit hochrangigen Mitarbeitern dieser Firma.
Was dann passiert vergesse ich nie. Wir legten die Zahlen auf den Tisch (eine höhere siebenstellige Zahl) und sagten das wir nicht denken dass sich dieses Geschäft wirklich für alle Seiten lohnen würde.
Unsere Gegenüber sahen sich die Zahlen an und machten uns ein Angebot was sie für den Aufbau der Logistik, Distribution sowie dem Vertrieb bereit wären zu zahlen. Die Zahl war ca. 70 mal höher als unsere avisierten Kosten. Sie wollten uns einfach mit Geld zuschei… Hauptsache wir machen mit.

Ergo sie wollten auf den Europäischen Mark.. Egal was es kostet und auch egal ob sich das ganze überhaupt trägt.
Uns war die Sache dann zu dubios und auch zu risikoreich und wir lehnten ab.
Diese chinesische Firma ist inzwischen in ihrem Bereich in Asien Marktführer und im Westen hoch umstritten.
Mein Fazit daraus ist, sie wollten mit Gewalt die Marktführerschaft in diesem Segment in Europa um jeden Preis.
 
@Micha
so ist es leider heut zu tage. Die Frage die sich hier stellt ist, warum haben unsere Unternehmen in Europa nicht den gleichen Drive und Ehrgeiz. Den hatten sie mal aber viele ruhen sich seit Jahren auf ihren Lorbeeren aus. Und nun wo der Zug fast abgefahren ist, ist es umso schwerer wieder Anschuss zu finden.
 
@freeshave Zumindest jedem Unternehmer in Deutschland ist hinlänglich bekannt wo die Probleme bei uns liegen.
Aber ich denke niemand möchte gerne Chinesische Verhältnisse die in China als Sozialistischer Kapitalismus bezeichnet werden.
Dann habe ich doch lieber die Deutschen Probleme als Chinesische Lebensverhältnisse. :)
 
Der signifikante Unterschied ist, Produkte aus der Türkei, USA oder auch Kanada sind normale Wettbewerber die sich über den Preis, die Qualität oder auch das Design dem Wettbewerb stellen müssen,
Ich denke da an die Zollpolitik der USA, die Arbeitsbedingungen etc. in der Türkei, ... Chancengleichheit sieht anders aus.
China macht daraus nicht mal ein Geheimnis. Das offizielle Ziel Chinas ist es bis 2049 zur globalen (wirtschaftlichen) Supermacht aufzusteigen.
Das würden doch viele gerne (MAGA...) und ist im Grunde doch auch ein legitimes Ziel solange man es nicht - und das scheint der Trend, dem auch Deutschland nicht entgegen tritt - mit Gewalt erzwingt. Wir sind aber eben raus aus dem Rennen. China ist zu groß. Wenn dort anteilig genauso viele intelligente, strebsame und geschäftstüchtige Menschen leben wie bei uns, dann sind das rund 17mal so viele. Wie sollten wir in Zeiten zunehmender Globalisierung gegen dieses Potenzial ankommen? Vielleicht müssen wir das auch gar nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist doch immer eine Frage was man aus der VRC kauft (die Frage ist ja allgemein gehalten)
PRO: Produkte die dort wirklich eigenständig entwickelt wurden (ich denke bei einem Pinsel z.B. kann sich keiner beschweren)
CONTRA: bei billigen Nachbauten
Aber da stellt sich die Frage ob man dann z.B. einen der derzeitigen Gillette oder Wilkinson Hobel kaufen darf (egal ob die jetzt aus der VRC oder Indien kommen)
 
Man kann sich über die Chinesen beschweren; ändern wird es nichts. Nur weil ein paar deutsche Rasuristi die chinesischen Clone der Hobel verteufeln und nicht mehr kaufen, wird es nichts an der Tatsache ändern, dass sie weiter machen.
Wobei inzwischen ja jeder der ein CAD-Programm bedienen kann und zugriff auf eine CAD-Fräse hat, Hobel herstellt.
Als ich vor rund 15 Jahren im Nachbarforum eingestiegen bin, gab es nur Mühle und Merkur. Es fingen dann ganz zögerlich die ersten kleinen Firmen an, selbst neue, modernere Hobel zu bauen. Das war jedesmal eine kleine Sensation, wenn ein neuer Hersteller oder ein neues Hobelmodell auf den Markt kamen.
Heute verliert man doch den Überblick, weil gefühlt jeder meint, er müsse die Teile bauen. Das Rad hat damit aber bisher kein Anbieter neu erfunden, da jeder DE-Hobel noch immer auf den Modellen von Gillette basiert.

Die Chinesen werden weiter kopieren; wir werden an der Tatsache nichts ändern. Und nur weil es gerade die Teile, die unser Hobby bestimmen, wird sich aufgeregt. Aber was ist mit den 100.000 anderen Sachen, die kopiert und nachgebaut wurden; nicht nur von den Chinesen?
Jeder, der ein Auto fährt, das kein Mercedes ist, fährt mit Kopien von Motoren, ABS, ASR, ESP, Airbag, Sicherheitsgurten etc. herum, da Mercedes die ersten waren, die diese Sicherheitsgeschichten in ihren Fahrzeugen hatte. Alle anderen sind dann später nachgezogen. Hier schreit aber keiner „Empörung!“, oder?
 
Wo lässt eigentlich Razorock seine Hobel produzieren?
Im 51. US-Bundesstaat:
Screenshot_20260304_055014_Firefox.jpg

Und woher nehmen die ihre "Inspiration"?
Viele der Hobel sehen sich und anderen DE-Hobeln doch sehr ähnlich. Da wird der Kopf mal etwas mehr oder weniger gebogen, die Schaumkante eckiger, ... Inspiration braucht es dafür wohl kaum.
Gut, für die neuerdings doppelt gebogene Klinge war wohl der eine oder andere Joint verantwortlich.

Wesentliche, v.a. technische Innovationen sehe ich bei keinem mir bekannten Hobel, nicht nur bei RazoRock. (Vielleicht gibt es eine solche bei den verstellbaren Hobeln, aber bei denen kenne ich mich nicht aus.)
 
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Gilt das auch für die Zamak-Köpfe? Mein Mentor ist nicht beschriftet, und die Verpackung habe ich nicht mehr.
PRC. Du Schlingel! Dann das nächste in Edelstahl investieren: Alpha Shaving Outlaw. Oha - auch China! Aber immerhin eine etwas abtrünnige Sonderverwaltungszone.

(Damit in diesem Strang kein falsches Bild aufkommt: Ich besitze nur einen Hobel aus chin. Produktion und das ist der Shield AC1. Folglich fühle ich mich nicht unter "Rechtfertigungszwang", es geht mir lediglich um eine ausgewogene Argumentation).
 
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Ich bin jetzt noch nicht so lange beim Hobeln dabei, dass ich zum Sammler werde oder immer wieder was Neues ausprobieren muss. Einen Klon, ich bezeichne das ganz einfach mal als Fakehobel, würde ich persönlich allerdings niemals kaufen. Warum? Aus dem einfachen Grund, dass ich mich bei der Benutzung wohl fühlen muss. Und das ist für mich ganz einfach nur beim Original gegeben. Es kommt mir hier nicht auf die Praktikabilität an oder ob der Fakehobel genau so gut rasiert - das ist bei mir eine reine Kopfsache. Ich würde auch nie eine Uhr als Fake kaufen. Wobei ich hier einen deutlichen Unterschied zwischen Anschein erwecken mit einem gefälschten Statussymbol und einem Hobel mache: Der Hobel ist sicherlich kein Statussymbol (es sei denn möglicher Weise in einer so kleinen Blase wie hier im Forum, ohne dass das jetzt negativ klingen soll). Dazu ist unser Hobby einfach zu speziell.

Generell: Ich muss mich wohl fühlen mit dem, was ich trage und benutze. Das ist bei China-Nachbauten bei mir generell nicht der Fall.
 
@Micha
Die Frage die sich hier stellt ist, warum haben unsere Unternehmen in Europa nicht den gleichen Drive und Ehrgeiz.

Ist das eine ernstgemeinte Frage? :D

Fängt wohl beim Lohn und Sozialleistungen an (wie viele Gewerkschaften gibt es in China?), geht über Förderbeiträge an chinesische Unternehmen, zu strukturellen Problemen wie Digitalisierung und endet irgendwo bei der überbordenden Bürokratie..

Also aus meiner Sicht alles halb so wild, ist halt freie Marktwirtschaft, mit der sich alle Hersteller nicht erst seit gestern arrangieren müssen.

Also aus meiner Sicht alles halb so wild, ist halt freie Marktwirtschaft, mit der sich alle Hersteller nicht erst seit gestern arrangieren müssen.

In einer freien Marktwirtschaft gibt es trotzdem ein Rechtssystem welches vor Plagiaten schützt. Deswegen findest du in Deutschland auch keine Plagiate von adidas oder anderen Marken.
 
@Krone-Merkur
wie ich im Post #21 schon geschrieben habe, die Mehrheit derer die Klone kaufen, drücken damit nicht die Stückzahlen der Edel Hobel Hersteller. Wer weis den schon das ein Kämpfe St03-A03P der Klon eines Rocnel Elite ist? Dies sind doch nur ein Paar wenige die sich intensiv damit in Foren wie dieses beschäftigen und das sind doch nicht mehr wie 10% hier. Der “Ottonormalhobler” kauft Merkur Mühle, Razorock und Co. und der Nerd kauft sich den Edelhobel. Die Edelhobel Hersteller machen das alle nebenher und könnten von den Stückzahlen garnicht leben, das erklärt auch die Lange Herstellungs- und Lieferzeiten.

Die drücken vielleicht nicht die Stückzahl der Edel Hobel Hersteller, sondern in der günstigeren Hobel. Wer sich für 100 € einen Kämpfe Klon kauft, kauft sich noch lange nicht für 1000 € einen Rocnel. Er hätte aber ansonsten vielleicht einen Merkur oder Mühle Hobel gekauft, der dann eben kein Klon ist.

Ob das jetzt "Ottonormalhobler" so macht oder nur 10 % von den eingefleischten Rasurnerds werden wir hier so nicht feststellen können ist für mich auch nebensächlich. Ich habe es ja schon geschrieben, das muss jeder für sich selber entscheiden, ob er den Klon-Angriff der Chinesen unterstützen will oder nicht. Ich persönlich habe mich aus den v.g. Gründen dagegen entschieden, und das ist eher eine Grundsatzentscheidung und nicht auf Rasurartikel / Hobel begrenzt. Ich bin aber auch total Fine damit, wenn sich jemand anderes anders entscheidet.
 
Ihr könntet ja gar keinen Hobel- Klon kaufen,wenn es nicht Menschen gegeben hätte,die zuvor das Original hergestellt hätten.
Wenn z.B. Henson nie einen Rasierhobel produziert hätte,gäbe es dann diesen Nachbau überhaupt?
 
Wenn z.B. Henson nie einen Rasierhobel produziert hätte,gäbe es dann diesen Nachbau überhaupt?
Nö, aber den bräuchte vermutlich auch niemand. Das "Brauchen" ist doch meist ein Haben-wollen. Da draußen gibt es genügend sehr gute Hobel in jeder Preisklasse und ob es nun irgendeinen Hobel oder dessen Klon gibt (bzw. gäbe) oder nicht; es würde ihn wohl kaum jemand vermissen.
 
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