Forum der Rasur

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Schwedensteine

KY4400

Very Active Member
Im Internet werden recht häufig alte Steine angeboten, die zumeist auf Holzpaddel oder "Griffelkästen" geklebt sind. Oft handelt es sich hierbei um sog. "Schwedensteine", die vermutlich aus Thüringen kommen.

Viele Infos über die Steine gibt es nicht. @Doorsch hat mir mal einen Link zu einem Bericht von Hatzicho geschickt, den ich aber leider nicht mehr finde.

Ich habe vor einigen Tagen einen solchen Schwedenstein bekommen, der Teil eines "Griffelkastens" ist
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Ich bin mir noch nicht sicher, dass ich mit dem Stein richtig umgehe. Ich gehe vom 8 K King auf den Schwedenstein. Dort zunächst angerieben und mit Schleifschlamm. Diesen verdünnte ich immer weiter, bis ich klares Wasser habe. Gleichzeitig bemühe ich mich, immer weniger Druck auszuüben. Schließlich benutze ich auf dem Stein noch Spülwasser. Nach dem Stein gibt es dann noch Jeans und Leder.

Die Rasuren fühlen sich nicht besonders sanft an. Nach dem so geschärften Puma sah ich auch entsprechend aus. Nach dem Paul Schulze allerdings gar nicht. Nach Dden Rasuren mit diesen ist mein Gesicht glatt wie noch nie nach einer Messerrasur und ich habe keinerlei Hautreizungen.
 
Ich bin mir noch nicht sicher, dass ich mit dem Stein richtig umgehe.
Wie lange schärfst du schon?
Und an wie vielen Steinen hast du dich in dieser Zeit schon versucht?
Für mich zählt es nämlich zu den schweren Anfängerfehlern, wenn gleich zu den verschiedensten Steinen gegriffen wird.
Man muss zunächst einmal das, was Schärfen ist, begriffen haben, und dann seine handwerklichen Skills so weit ausgebildet und gefestigt haben, dass man reproduzierbare Ergebnisse erzielen kann.

Dies gelingt auf Kunststeinen am besten! Deshalb rate ich allen Anfängern zu den Naniwas, da diese imho die mit Abstand besten "Lehrmeister" sind. Für einen Profi sind diese Steine fürchterlich langweilig, weil sie eben (fast schon) vorhersehbare Ergebnisse liefern, für einen Anfänger ist das aber das Wichtigste vom Wichtigsten, weil er nur auf diese Art und Weise die Basics erwirbt. Die sind aber vonnöten, soll nicht vollkommen planlos herumdilettiert werden.

Wenn ein Vergleich gestattet ist: Es hat schon seine guten Gründe - abgesehen von der Preisfrage! -, warum in Fahrschulen keine Porsches, Ferraris und Lamborghinis zum Einsatz kommen....

Und die allermeisten Natursteine verlangen nun mal ein Können, das dem nicht unähnlich ist, um ein PS-Monster im Straßenverkehr sicher pilotieren zu können...

Meine Meinung. Andere mögen eine andere haben.
 
Ich schärfe noch nicht lange. Dies mache ich auf einem 1 K/3 K-Kombistein von Schmiedeglut, einem 8 K-King, also soweit auf synthetischen Steinen. Ich nutze lediglich mit dem Schwedenstein einen Naturstein zum Abschluss.

Welche Erfahrungen hast Du denn mit Schwedensteinen gemacht @EasyRider ?
 
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Welche Erfahrungen hast Du denn mit Schwedensteinen gemacht @EasyRider ?
Sehr gute, nachdem ich die Hinterfotzigkeit dieses Steins erst mal durchschaut hatte....:)
Und aus eben diesem Grund halte ich den "Schweden" für einen denkbar ungeeigneten "Anfängerstein".
Um auf dieser Orgel spielen zu können, muss man wissen, wie man die großen Register zieht....
Dann kann man darauf auch die (Schärf-)Kantaten von Bach spielen....:D
 
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass der "Schwede" unter meinen Finishern der einzige ist, der angerieben werden will, und zwar nicht mit seinesgleichen. Ist er das nicht, hat er bei mir das auf den Pre-Finishern (GBB, NSS 10k und Surgical Black Arkansas) erzielte Ergebnis jedes Mal verschlechtert, z. T. sogar beträchtlich. Schwede nach Belgier kam fast schon einer Katastrophe gleich. Dann habe ich ihn versuchsweise mit einen GBB-Anreiber angerieben - und siehe da: auf einmal lief der Schwede zur Hochform auf und performte auf einen Niveau, dass ich bei ihm nicht für möglich gehalten hätte.

Dann unterhielt ich mich mit dem Kollegen El Gringo vom Nachbarforum, der mir riet, den Schweden doch mal mit einem Nakayama Maruka Suita anzureiben, denn dieser sei für diesen Stein so etwas ähnliches wie ein Turbo. Da aber schon der Anreiber von diesem Edel-Naturjapaner preislich in Regionen angesiedelt ist, zu denen sich ein kleiner Student wie ich nicht emporzuschwingen vermag, ließ mir der Kollege freundlicherweise seinen NMS-Anreiber zu Testzwecken zukommen.

Um es kurz zu machen: Ich hätte es schlichtweg nicht für möglich gehalten, dass diese Kombination ein Ergebnis liefern könnte, das ich nur als sensationell bezeichnen kann....Eine Rasur vom Stein weg - also ohne jegliche Pasten - und nur auf Leinen und Leder abgezogen, war nicht nur möglich, sondern auch höchst erfreulich, weil unglaublich sanft und gründlich.

Warum das so ist, kann ich dir nicht erklären. Aber wir haben ja mit @Dr. Mabuse den Inhaber des "Lehrstuhls für theoretische, angewandte und vergleichende Schärfwissenschaften" hier, und ich bin mir sicher, dass er für das, was ich nur staunend zur Kenntnis nehmen konnte, eine Erklärung haben wird.

Meine Erkenntnis aus diesen Experimenten: Ein unangeriebener Schwede ist als Finisher für die Fisch'. Mit dem richtigen Stein angerieben jedoch einer für die Götter.....:)

Und das meinte ich mit "hinterfotzig".
 
Zuletzt bearbeitet:
Was passiert, wenn man einen Schwedenstein mit Japanern oder anderen Steinen anreibt, kann ich nicht sagen. Ich habe nur folgende Erfahrung gemacht: .

Mein (ehemaliger) Schwedenstein verhielt sich da recht unproblematisch und gar nicht so weit entfernt von anderen Thüringern. Die Thematik ist bei beim Schwedenstein und Thüringer m.E, dass man nach einem vernüftigen "Pre-Finisher" nicht zu lange drauf bleibt. Wenn man da mächtig viele Schübe mit anreiben, Slurry-undercut etc. macht, hat man bestimmt ein sehr scharfes Messer. Nur sanft ist da was anderes (für mein Empfinden). Gehe ich hingegen nach z.B. einem 12 k Naniwa auf den Schwedenstein (oder Thüringer) und mach da nur noch 20-40 (abhängig vom Stein) zarte Doppelschübe nur auf Wasser, hab ich eine für mich angenehm sanfte Schneide.

Hat man keinen 12k Naniwa zur Hand und will z.B. vom 8 k auf den Schwedenstein, auch das geht dann mit dem "vollen Programm" von anreiben und Slurry-undercut, ABER: Wenn man mit der wilden session durch ist, am Ende noch mal zarte Doppelschübe (20-40 je nach Stein und was der braucht ... muss man halt bei seinem Steinen austesten) nur mit Wasser und ich danach eine sanfte schneide...

Der Punkt ist herauszufinden, bei wie vielen Doppelschüben am Ende bei seinem Individuellen Stein das Optimum erreicht wird, bevor die Sanftheit wieder "abbaut". Da variieren meine hellgrünen und blauen Thüringer ein wenig und mein ehemaliger Schwedenstein auch. Ich würde mal pauschal sagen Je schneller der Stein, desto weniger zarte Doppelschübe zum Schluss und ansonsten herantasten.
 
arum das so ist, kann ich dir nicht erklären. Aber wir haben ja mit @Dr. Mabuse den Inhaber des "Lehrstuhls für theoretische, angewandte und vergleichende Schärfwissenschaften" hier, und ich bin mir sicher, dass er für das, was ich nur staunend zur Kenntnis nehmen konnte, eine Erklärung haben wird.

Lehrstuhl ... oh Easy o_O ... dabei ists doch nur der Donnerbalken :D:D:D

So so so ... der arme, alte Onkel Mabuse soll mal wieder ... "Der Papa wirds schon richten, der Papa machts schon gut. Der Papa, der macht alles was sonst keiner gerne tut" :D

Vorweg - wissen tue ich es nicht und eine ordentliche Erklärung habe ich auch nicht.

Ich habe meine beiden Schwedensteine (ein O-Ha-Magnet-Elektrostein und einer als Plättchen auf Stoßriemen) meist nur als Prefinisher verwendet. Als Finisher liefert mir der Stein vom Stoßriemen eine viel zu grobe Schneide - das Steinplättchen ist leider viel zu grob abgerichtet und auch noch ganz leicht gebogen. Richtig selber abrichten traue ich mich nicht, da es mit ca. 1 - 1,5 mm Dicke viel zu dünn ist und mir beim Abrichten vermutlich zerbrechen würde.
Der O-Ha-Stein hingegen ist ein andere Hausnummer, sehr fein und ein guter Finisher, der nur mit Wasser verwendet bei mir allerdings eine etwas bissige Schneide abliefert. Ich habe die Schneiden (außer mit Chromoxriemen) bisher vom Stein selber noch nicht sanft bekommen, da muß ich - irgendwann mal - noch weiter herumexperimentieren. In Planung ist, auf dem Schwedenstein einmal mit einem dunkelblauen Thüringer-Anreiber ganz nach Escher-Vorschrift "feinen Schleim" zu erzeugen ... und dann wollen wir doch mal sehen :)

Aber eine schwache Hypothese könnte ich anbieten:
Es könnte sein, daß der Schwedenstein, ähnlich wie viele andere Natursteine, einfach sehr vom Schleifschlamm profitiert. Auch wegen der Schleifwirkung, aber noch mehr deshalb, weil der Schleifschlamm die "Täler" zwischen den "Spitzen" der Steinoberfläche auffüllen und somit eine deutlich feinere Oberfläche ergeben kann. Und dann kommt wohl noch der Slurry-Effekt hinzu - es wird durch überschüssigen Schleifschlamm schon auf dem Stein eine ganz leichte Verrundung, der "gotische Spitzbogen", die "micro convexity" hinter der Schneide erzeugt.
Und diese leichte Verrundung ergibt ja - meiner Erfahrung nach - fast immer die gesuchten spitzbogenförmigen Klingen, die m.E. nach noch angenehmer rasieren als gerade, dreieckige Schneiden, wie man sie von nur auf gewässerter Oberfläche gefinishten Messern kennt ;)
Bitte bei Science of Sharp selber gucken was der gute Todd zum Schärfen mit Slurry so schreibt, das ist recht interessant.

Denn anders als z.B. @Hellas finishe ich auf meinen Steinen ja meist mit Slurry. Ich fange mit relativ dickem Slurry an und komme dann durch stetiges Verdünnen des Slurries (auf Slurry-Undercut achten!) bis zu halbdurchsichtigem Slurry, bis runter auf klares Wasser gehe ich nicht bzw. selten.
Diese Methode ist ist für mich als Grobmotoriker halt unkomplizierter und da muß ich mir weniger Gedanken machen, den "Dilucot" habe ich mir einfach so angewöhnt ... ein Überbleibsel vom Schärfen auf GBB :D
Die endgültige Verrundung erziele ich auf meinen Messer dann durch Pastenriemen oder ausgedehntes Leinen/Ledern ... aber das dürfte sich inzwischen ja schon im Forum rumgesprochen haben ;)
 
Der O-Ha-Stein hingegen ist ein andere Hausnummer, sehr fein und ein guter Finisher, der nur mit Wasser verwendet bei mir allerdings eine etwas bissige Schneide abliefert. Ich habe die Schneiden (außer mit Chromoxriemen) bisher vom Stein selber noch nicht sanft bekommen,
Das deckt sich dann also mit meinen Erfahrungen, die ich bis jetzt mit meinen Schwedenstein gemacht habe. Mit meinem Breidra, mit dem ich nach dem Schwedenstein auf grüner Paste war, hatte ich gestern eine sehr angenehme Rasur.
 
Wenn ich mich nicht irre, verwendet @Jazzman2018 meinen ehemaligen Schwedenstein nach dem Naniwa auch nur mit Wasser. Vielleicht berichtet er, was er für Erfahrungen mit ihm gemacht hat.
Ich mache es kurz: Meine Erfahrung ist durchweg positiv. Die Messer sind danach einfach tadellos sanft.Ich mache im Durchschnitt 30 Doppelhübe und fertig ist.
Ich behaupte mal: Manchmal ist weniger mehr !
 
Wenn ich mich nicht irre, verwendet @Jazzman2018 meinen ehemaligen Schwedenstein nach dem Naniwa auch nur mit Wasser. Vielleicht berichtet er, was er für Erfahrungen mit ihm gemacht hat.
Ich mache es kurz: Meine Erfahrung ist durchweg positiv. Die Messer sind danach einfach tadellos sanft.Ich mache im Durchschnitt 30 Doppelhübe und fertig ist.
Ich behaupte mal: Manchmal ist weniger mehr !
Das freut mich. Machst Du das nur mit Wasser oder reibst Du den Stein an? Von welchem Stein kommend gehst Du auf den Schwedenstein?
 
Das freut mich. Machst Du das nur mit Wasser oder reibst Du den Stein an? Von welchem Stein kommend gehst Du auf den Schwedenstein?
Ich reibe nichts an, wüsste auch nicht warum. Ich verwende nur Wasser, gespritzt und nicht gerührt.Ich arbeite mich, einlagig den Rücken des Rasiermessers abgeklebt, von einem 1000er zu einem 3000er auf einen 5000er und dann 8000er hoch, um dann doppellagig auf dem Schwedenstein zu finishen.
Ach ja @Jazzman2018, was machst Du noch nach dem Schwedenstein?
Danach wird das Messer mit 50 Doppelhüben abgeledert, dann letzter Armhaartest und dann noch mal 10 Doppelhübe auf dem Leder und dann ab ins Gesicht.
 
Danke @Jazzman2018, ich habe heute auch mein Schulze, das ich auf dem Schwedenstein gefinisht habe, 10 Züge auf grüner Paste, 50 Züge auf Jeans und 30vzuge auf Leder gehabt. Danach hatte ich mit dem Messer - ähnlich wie vorgestern mit dem Bradrei nach der selben Vorgehensweise - eine sehr angenehme und gründliche Rasur.
 
das ich auf dem Schwedenstein gefinisht habe, 10 Züge auf grüner Paste, 50 Züge auf Jeans und 30vzuge auf Leder gehabt. Danach hatte ich mit dem Messer - ähnlich wie vorgestern mit dem Bradrei nach der selben Vorgehensweise - eine sehr angenehme und gründliche Rasur.

Ich glaube immer mehr, dass die waren Helden des Schärfens nicht die Steine sondern die Riemen sind.
 
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