BlackForestGuy
Very Active Member
Ich hatte mich sehr auf den Master gefreut, aber bei diesen Preisen bin ich ja ganz schnell bei 450 Euro inkl. Nebenkosten für den Titanen mit 2 Platten. Das ist mir ein China-Hobel nicht wert, zumal man ja auch noch garnicht weiß, wie er so rasiert. Fand die Preise für die erste Verson schon recht ambitioniert für China, aber da es eine Neuentwicklung war, will ich da noch nichts zu sagen. Aber der Preissprung jetzt ist nicht nachvollziehbar. Wenn andere Titanhobel für 100 Euro über Ali weggehen, dann dürften das hier höchstens 200 sein, das sollte dem Überarbeitungsaufwand mehr als gerecht werden. Auch finde ich die Limitierung und das damit verbundene "Druckmachen" völlig deplatziert.
Ist denn schon bekannt, ob es den Rasierer danach in einer nicht limitierten Version gibt, die dann ggf. günstiger ist. Auch hätte ich eigentlich lieber Edelstahl als Titan als Material. Das was zwar auf den Photos zu sehen, wurde dann aber doch nicht angeboten . Wenn es wirklich nur die 100 Stück gibt, ist es mMn ziemlich albern, den Hobel mit Hilfe verschiedener Forianer zu entwickeln, großes TamTam zu machen und ihn dann nur einem kleinen Teil zugänglich zu machen.
Ich kann nachvollziehen, dass dir 450 € für den Master zu viel sind. Einige deiner Schlussfolgerungen sehe ich allerdings anders.
Der Vergleich mit einem 100-Euro-Titanhobel von AliExpress hinkt für mich ziemlich. Nur weil zwei Hobel aus China stammen und aus Titan gefertigt werden, sind sie hinsichtlich Konstruktion, Fertigungsqualität und Oberflächenbearbeitung noch lange nicht vergleichbar.
Carry hat ausführlich dokumentiert, wie umfassend der Master gegenüber der ersten Version überarbeitet wurde. Das betrifft nicht nur die Kopf- und Grundplatte, sondern auch die Klingengeometrie, die Schaumabfuhr und den Griff. Hinzu kommt die aufwendigere Oberflächenbearbeitung. Ob sich das alles in der Rasur auszahlt, muss sich natürlich erst zeigen. Aber woher kommt die Annahme, dass dafür maximal 100 € Aufpreis gerechtfertigt wären?
Was mich besonders wundert, ist der unterschiedliche Maßstab, der offenbar im Vergleich zu europäischen/amerikanischen Herstellern angelegt wird.
Ein Nord Freyja mit zwei Platten hat bei Einführung ebenfalls schon oberhalb von 400 € gekostet - und der wird in Polen (und nicht in Schweden) gefertigt. Atelier Durdan hat 2022 mit dem Maurice auch im hochpreisigen Segment angefangen - und beide Hersteller, bzw. ihre Modelle waren zu Martkstart völlig unbekannt, und niemand wusste, wie sie rasieren.
Und zum Thema Limitierung: Als ich 2018 meinen ersten Wolfman geordert hab, gab es unangekündigte Drops, die von manchen Enthusiasten extra per Web-Monitoring überwacht wurden, um überhaupt eine Chance auf einen Hobel zu haben. Auch bei anderen Herstellern sind limitierte Serien, Wartelisten und begrenzte Bestellfenster Usus, siehe Rocnel, Ascender, Durdan, Tedalus, Carbon, etc. Das gab es sogar bei Seifen- (Mammoth Soaps, Southern Witchcrafts) und natürlich Pinselherstellern (Declaration Grooming, Wald, Trotter, Wolf Whiskers).
Warum soll also ausgerechnet die Limitierung auf 100 Exemplare bei Urkunet plötzlich ein "völlig deplatzierter Versuch" sein, künstlichen Kaufdruck zu erzeugen?
Dass Carry Anregungen aus der Community aufgegriffen hat, finde ich übrigens ausgesprochen positiv. Daraus entsteht für mich aber keine Verpflichtung, das Ergebnis anschließend unbegrenzt und zu einem bestimmten Preis anzubieten.
Ich behaupte nicht, dass der Master seine 450 € zwangsläufig wert ist. Das wird sich erst in der Praxis zeigen. Aber ich finde, wir sollten bei einem chinesischen Hersteller dieselben Maßstäbe anlegen wie bei europäischen oder amerikanischen Manufakturen. Die Herkunft sagt weder etwas über die Qualität noch über einen angemessenen Preis aus.
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