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Welche Klingen für Merkur 15c?

Ich musste ohne Vater aufwachsen, der mir das alles erklären kann.

Für mich hilft die Rasiercreme beim Gleiten, aber sie wird nach 2-3 Minuten trocken. Jedenfalls die von Nivea. Aber das Zeug ist doch nur eine Creme, was kann man da falsch machen?
 
Wenn die Rasiercreme richtig aufgeschlagen ist, und du von diesem richtig aufgeschlagenen Schaum eine üppige Schicht auf dem Bartbereich aufgetragen hast, dann wird diese nicht nach 2-3 Minuten trocken. Da machst irgendwas verkehrt. Die Baleapinsel gibt es mit verschiedenen Haaren. Synthetisch, Schweineborste, Dachs. Wenn der Pinsel helle, und im trockenen Zustand sehr harte und steife Haare hat, dann ist das Borste. Die Must du vorher in Wasser einweichen. Am besten zehn Minuten. Dann den Pinsel ausschlagen. Wenn der Pinsel auch nach dem Einweichen noch ziemlich pieksig ist, und die Farbe der Haare eher so braun bis grau ist, dann ist das billiger Dachs. Kauf dir am besten einen Balea mit synthetischen Haaren. Das steht auf der Packung. Dann nimmst du dir eine Müslischüssel oder ähnlich, tust hier ca. einen gestrichenen Teelöffel Rasiercreme rein, und dann ca. 5 Teelöffel Wasser dazu, und dann rührst du, und rührst, und rührst, bis so ein üppiger schotziger leicht cremiger Schaum entstanden ist. Das kann dauern. Gegebenenfalls tust du noch tröpfchenweise Wasser dazu. Oder noch ein klein wenig Rasiercreme, wenn zu viel Wasser. Musst du probieren wie viel genau. Die Angabe ist so ein erster Anhaltspunkt. Dann auftragen, und mit kreisenden Bewegungen einmassieren, dann nochmal eine Schicht drauf, und verstreichen. Da sollte schon üppig Schaum aufs Gesicht.
Der Winkel des Griffs zum Gesicht sollte ca. 40 Grad betragen. Schneide dir mal aus Karton einen Winkel mit 40 Grad und halte den mal an den Griff, nur so zur Überprüfung.
Wenn du mit dem Rasierer im Gesicht von unten nach oben rasierst, dann must du den natürlich schon etwas andrücken, weil der Rasierer ja ja auch nach unten drückt.
Schau dir doch mal Rasiervideos auf YouTube an.
Da sich beim Rasierhobel, im Unterschied zum Systemrasierer, der Kopf ja nicht bewegt, musst du beim Bewegen über die Haut, die Stellung des Griffs, ständig an die Rundung des Gesichts anpassen. Ich vermute, dass der Winkel nicht stimmt, bzw. du diesen ständig verlierst, da Gesicht ja rund, mit Ecken und Kanten. Auch der Merkur rasiert absolut gründlich genug, wenn der Winkel stimmt. Nur so als Idee: Du kannst dir ein kleines Kartonwinkeldreieck ja mal an den Griff mit Tesafilm ankleben, um zu sehen wie du ständig den Griffwinkel anpassen musst.
Und 15 mal über die gleiche Stelle gehen, vielleicht auch noch mit Druck, ist keine gute Idee. Das braucht Übung. Wenn zu stopplig im Ergebnis, dann lass es so, und probiere es am nächsten Tag wieder, usw. bis es besser wird. Das braucht einfach seine Zeit.
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Morgen,

eigentlich ist von den Kollegen alles gesagt: Du solltest Dich zu allererst mal mit dem richtigen Schaum beschäftigen. Mit einer ordentlichen, fetten Schaumschicht werden die Haare schön weich, die Klinge gleitet über die Haut und schneidet die Haare ab. Da kratzt dann auch nichts.

Ich glaube übrigens nicht, dass Du zwingend einen Synthetikpinsel brauchst, auch mit Borste oder Dachs, … kann man das gut hinbekommen. Borste muss halt vor dem Aufschlagen eingeweicht werden, aber zu all dem findest Du hier auch sehr viel in den Fachsträngen. Mach nur bitte nicht gleich zu Anfang eine Wissenschaft draus. Ist alles auch kein Hexenwerk.

Deshalb: Lerne erst mal, wie man richtigen Schaum aufschlägt, das mussten wir alle erst mal lernen, dann die Haare damit einweichen lassen, dann tastest Du Dich langsam an die richtige Technik ran. Und dann wirst Du auch mit Deinem Equipment glücklich.
 
Hallo @grisumo und @Andreas74 ,

erstmal danke, dass ich mich ernst nehmt. Mir hat bisher niemand gesagt, dass die Rasiercreme die Stoppeln feucht halten soll; es steht auch nicht auf der Nivea-Packung. Deswegen war ich davon ausgegangen, dass sie hauptsächlich dafür da ist, das Gleiten der Klinge zu erleichtern. Entsprechend habe ich sie als dünnen Film aufgetragen statt üppig, wie es offenbar sein sollte.

Den Pinsel gucke ich mit genau an und untersuche, wie er sich nach gründlichem Einweichen verhält.

Den Winkel bekomme ich m.E. ganz gut hin. @razorgaga hatte ja geschrieben, gerade beim Merkur 15c sorge schon eine leichte Abweichung dafür, dass die Klinge nicht mehr die Bartstoppeln berührt. Das kann ich gut nachvollziehen. Ebenso beim Gillette King C.

Was die Anzahl der Züge angeht: In diesem Video (Link geht direkt zum Rasurbeginn) geht der Herr 4-5 Mal über jede Stelle, ohne neu zu seifen. Ist das eine gute Idee oder sollte man besser wirklich nur genau ein Mal?

LG
Junior
 
Was die Anzahl der Züge angeht: In diesem Video (Link geht direkt zum Rasurbeginn) geht der Herr 4-5 Mal über jede Stelle, ohne neu zu seifen. Ist das eine gute Idee oder sollte man besser wirklich nur genau ein Mal?
Der Herr in dem Video ist der gute Jörg, der hier auch aktiv ist.

Der frönt schon lange unserem gemeinsamen Hobby und weiß dementsprechend natürlich genau, was er tut: Technik, Druckdosierung, Winkel, etc.

Dazu kommt die Frage der Seife (Schaumqualität, Menge, Ghost-Lathering, …). Mit manchen Seifen würde ich auch allenfalls einmal über eine Stelle gehen, mit anderen kann man das getrost in (in begrenztem Maße natürlich) anders handhaben.

Dir als Anfänger würde ich empfehlen, zunächst mal immer für eine ordentliche Schaumschicht zu sorgen - vor jedem Zug. Du wirst dann schnell herausfinden, was geht und was Du besser bleiben lassen solltest.
 
erstmal danke, dass ich mich ernst nehmt. Mir hat bisher niemand gesagt, dass die Rasiercreme die Stoppeln feucht halten soll
Vielleicht noch sehr wichtig, falls nicht ohnehin schon klar. Das Wichtigste um die Bartstoppeln weich zu bekommen ist Wasser. Also erst mal, vor dem Auftragen des Schaums, die Barthaare gut durchfeuchten. Dazu benötigt man kein Handtuch. Einfach mehrmals viel Wasser aufs Gesicht klatschen und in die Barthaare einmassieren. Die (also meine zumindest) brauchen etwas bis sie gut durchfeuchtet sind.
 
Hallo @grisumo und @Andreas74 ,

erstmal danke, dass ich mich ernst nehmt. Mir hat bisher niemand gesagt, dass die Rasiercreme die Stoppeln feucht halten soll; es steht auch nicht auf der Nivea-Packung. Deswegen war ich davon ausgegangen, dass sie hauptsächlich dafür da ist, das Gleiten der Klinge zu erleichtern. Entsprechend habe ich sie als dünnen Film aufgetragen statt üppig, wie es offenbar sein sollte.

Den Pinsel gucke ich mit genau an und untersuche, wie er sich nach gründlichem Einweichen verhält.

Den Winkel bekomme ich m.E. ganz gut hin. @razorgaga hatte ja geschrieben, gerade beim Merkur 15c sorge schon eine leichte Abweichung dafür, dass die Klinge nicht mehr die Bartstoppeln berührt. Das kann ich gut nachvollziehen. Ebenso beim Gillette King C.

Was die Anzahl der Züge angeht: In diesem Video (Link geht direkt zum Rasurbeginn) geht der Herr 4-5 Mal über jede Stelle, ohne neu zu seifen. Ist das eine gute Idee oder sollte man besser wirklich nur genau ein Mal?

LG
Junior

Das kommt drauf an. Wenn deine Seifenschicht gut ist und es auch ein ausreichende Ghost Lather vorhanden ist, "kann" man auch mehrfach über eine Stelle gehen. Der Ghost Lather ist die schmierige Schicht, die im besten fall übrigbleibt, wenn du den Schaum mit dem Hobel abgetragen hast, dafür ist aber die Schaum Zubereitung entscheidend. Der Schaum darf auf keinen Fall zu trocken sein oder zu dünnflüssig (also zu viel Wasser). Deshalb finde ich es für Anfänger immer gut, wenn man eher zu viel Seife oder Creme nimmt, als zu wenig und sich dann mit langsamer Wasserzugabe an die gewünschte Schaumkonsistenz heranarbeitet.

Aber Vorsicht, mit jedem Zug trägt man den Ghost Lather weiter ab bzw. wird das Gesicht trockener. Ich würde am Anfang wenn man noch kein Gefühl dafür hat, lieber mehrmals nachschäumen.
 
Ich habe jetzt mal den grau-braunen Pinsel 10 Minuten ins Wasser gehalten, ist dann viel weniger pieksig.
Hab auf der Internet Seite von dm mal nachgesehen. Das haben die einen Borstenpinsel, erkennbar an dem braunen Querstreifen im Pinselhaar, und einen Synthetik mit eher so schwarzem Haar mit vereinzelt hellen Haaren drin. Welchen davon hast du denn? Dachshaar haben die, glaube ich, schon lange nicht mehr. Wenn er also diesen Querstreifen hat, dann ist die Sache klar: Borste + langes Einweichen notwendig.
 
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Schon vor vielen Jahren gekauft. Ob die Farbe des Griffs geblieben ist? Dann wäre es Naturborste. Vielleicht gab es damals noch Dachs.
 
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