Forum der Rasur

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Wochensätze von Rasiermessern

Edmund A

Very Active Member
Da die Suche nichts ergeben hat, hier mal meine Frage:
Wie wurde das früher von den Altvorderen, die sich denn einen Wochensatz Rasiermester leisten konnten, gehandhabt? Wurde der ganze Wochensatz auf Vorrat abgezogen, damit es dann schneller ging, oder jedes Messer unmittelbar vor der Rasur?
War der Wochensatz mit seine hübsch verzierten Schatulle mehr ein Statussymbol?
 
Zu der konkreten Frage kann ich nichts sagen, denn früher, also ganz früher, war ich noch nicht dabei. Meine Vermutung geht dahin, dass diejenigen, die sich früher einen Wochensatz geleistet haben, auch direkt einen Butler o.ä. dazu " gekauft " haben, der sich um die Rasur und das ganz drum und dran gekümmert hat. Also auch ums Ledern, schärfen...Und danach hatte er bestimmt noch Zeit, die Kleider des Herrn auszubürsten und die Kaltmamsell abzustauben. Wie auch immer.
Jedenfalls finde ich es an der Zeit, wenn wir uns in Wort und Bild mal über unsere Wochensätze austauschen. Dieser Faden ist wie gemacht dafür und wenn es mich packt, mache ich mal ein Foto von meinem. Bis dahin könnt ihr mal ran, wenn ihr wollt
 
Gute Frage, ich glaube das haben die Leute unterschiedlich gehandhabt.
Der Ursprung ist ja eh der Mythos, dass die Klinge ruhen muss (So kann man als Hersteller halt auch Wochensätze verkaufen ;) ) Die Buttler Lösung klingt einleuchtend. Einige werden vermutlich auch außerhalb einer Stadt gewohnt haben. Bis da das nächste mal ein Messerschärfer vorbei kommt, konnte das bestimmt mal dauern (auch früher konnte nicht jeder ein RM schärfen). Daher auf Vorrat kaufen (klingt irgendwie vertraut).
Leider kann ich nicht einschätzen, wie das Lohn und Preisniveau früher war. War ein Wochensatz (je nach Ausführung) immer ein Luxusartikel, oder eher vergleichbar mit nem 200er Klingensampler von heute?
Leider habe ich keinen echten Wochensatz nur 6 verschiedene 14er und selbst da fehlt ja noch eins. :flucht1
Sonst gerne her mit den Bildern. Gute Idee @sl
 
(auch früher konnte nicht jeder ein RM schärfen)
Ich vermute aber wenn er es nicht selbst konnte kannte er einen der es konnte.
Ich denke, dass "die Kunst" des Rasiermesserschärfens früher für viele selbstverständlich war, man musste sich eben eh meist selbst helfen.
 
Wikipedia sagt zum Wochensatz das hier:

Zu Zeiten, als die Rasur mit einem Rasiermesser die bevorzugte Methode der Nassrasur war, schafften sich vermögendere Nutzer einen Satz von sieben Messern an.[31] Verkauft wurden diese Messersätze in speziellen Aufbewahrungsbehältnissen, in denen die einzelnen Rasiermesser mit „Sonntag“ bis „Samstag“ gekennzeichnet waren. Laut Phillipp L. Krumholz lag die Anschaffung eines Wochensatzes an Messern darin begründet, dass die über Land ziehenden Scherenschleifer nicht immer verfügbar waren und eine größere Zahl von Messern dafür sorgte, dass zumindest eines von ihnen die für die Rasur ausreichende Schärfe aufwies.[32]
 
Ich vermute aber wenn er es nicht selbst konnte kannte er einen der es konnte.
Ich denke, dass "die Kunst" des Rasiermesserschärfens früher für viele selbstverständlich war, man musste sich eben eh meist selbst helfen.
Wahrscheinlich. Ich glaube aber auch nicht jeder hatte die/den entsprechenden Stein(e). Aber schick ist so nen Satz schon.
 
Leider kann ich nicht einschätzen, wie das Lohn und Preisniveau früher war. War ein Wochensatz (je nach Ausführung) immer ein Luxusartikel, oder eher vergleichbar mit nem 200er Klingensampler von heute?
Für die "einfachen" Leute von früher war schon ein Rasiermesser ein Luxusartikel, den man(n) sich leisten mußte, da man ja nichts anderes hatte um sich zu rasieren. Die ersten "safety Razors" kamen meines Wissens erst am Anfang des 20 Jhds auf. Ich glaube sogar zuerst von Wilkinson.

Bei "Bares für Rares" gab es mal so ein Exponat. War ganz interessant. Die Klingen hatten noch die Schleifform eines Rasiermessers - also halb- oder viertelhohl, welche dann in den Rasierer eingelegt wurden. Ein zusammengerollter Riemen um die Klinge zu schärfen, war auch mit dabei.
Fand ich hochspannend und war sehr informativ. War sozusagen der erste SE-Rasierer bzw -Hobel.
 
Wahrscheinlich. Ich glaube aber auch nicht jeder hatte die/den entsprechenden Stein(e).
Gestatte, dass ich da anderer Meinung bin.
Das Schärfen von allen möglichen "scharfen Geräten" war früher für viele eine absolute Notwendigkeit.
Für ein RM hätte sich das sicherlich nicht gelohnt, aber es gab ja auch jede Menge Küchenmesser, Taschenmesser, Werkzeuge die früher in fast allen Haushalten (zumindest auf dem Lande) zu finden waren und scharf gehalten werden mussten.
Ich habe vor ca 2 Jahren durch Zufall einen GBB von meinem Großvater gefunden.
Ich weiß auch, dass er einen großen Sandstein als Schleifstein hatte, und ich denke mich auch noch dunkel an andere Schärfsteine erinnern zu können.
"In der Stadt" kann das natürlich anders gewesen sein, aber das werden wir wohl nie herausfinden
 
Rasiermesser waren früher im Verhältnis zu Einkommen teuer . Wenn man eines besaß dann nur eines oder vielleicht zwei .
In einem Haushalt teilte man sich sogar die Messer .
Von daher waren Wochensätze reiner Luxus der nur der Oberschicht vorbehalten war , zumal die meisten Wochensätze ja nicht
in reinster Schlichtheit daherkamen .
Das Argument immer ein scharfes Messer zur verfügung zu haben will ich nicht anerkennen .
Für mich sind Wochensätze heute uninteressant , was soll ich mit 7 identischen Messer .
 
Gestatte, dass ich da anderer Meinung bin.
Natürlich, davon lebt doch ein Forum (und ich lerne gerne dazu ;) ) Dass es früher eher eine Selbstverständlichkeit war seine Schneidwerkzeuge selbst zu schärfen, bin ich voll deiner Meinung. Ob das auch so für RM gilt, keine Ahnung.
Im Fachbuch „Das Rasiermesser“ gibt es eine lustige Anekdote über Kunden die es eben nicht hinbekommen haben. Und von meinem alten Herren (Jahrgang 47) weiß ich, dass es bis heute nicht auf Steinen schärfen kann. Und der ist mit 14 in eine Gastro Lehre gegangen. Wird wohl die ganze Bandbreite gegeben haben.
 
Rasiermesser waren früher im Verhältnis zu Einkommen teuer . Wenn man eines besaß dann nur eines oder vielleicht zwei .
In einem Haushalt teilte man sich sogar die Messer .
Von daher waren Wochensätze reiner Luxus der nur der Oberschicht vorbehalten war , zumal die meisten Wochensätze ja nicht
in reinster Schlichtheit daherkamen .
Das Argument immer ein scharfes Messer zur verfügung zu haben will ich nicht anerkennen .
Aber gerade da macht ein Wochensatz Sinn, um immer scharfe Messer zu haben. Ein wohlhabenderer Mann muss nicht immer Hausangestellte gehabt haben, die das für ihn erledigten, denn dafür gab es dann ja die Messer- und Scherenschleifer. Und einer Hausangestellten wird man damals wohl eher selten diese Aufgabe überragen haben, die Rasiermesser zu schärfen; schon allein, WEIL die Rasiermesser, insbesondere Wochensätze, damals Luxusartikel waren. Genau so hat man sich in dieser Gesellschaftsschicht weder die Hände am Automotor oder im Garten schmutzig gemacht.
 
Ich weiß nicht…

Bei den „Buddenbrooks“ kommt jeden Morgen der Barbier.
Die Schicht hat sich rasieren lassen.
Die Gesellschaftsschicht „drunter“ hatte wahrscheinlich nicht das Geld für einen Wochensatz.
 
Wochensätze an Rasiermessern sind eine moderne Erscheinung. Sie wären früher auch einfach nicht notwendig gewesen, da sich die Menschen nicht täglich rasiert haben. Meistens am Samstag, um am Sonntag gut rasiert in die Kirche gehen zu können. Und da Material teuer und Arbeit billig war, sind die einfachen Leute zum Barbier gegangen, statt eigene Ausrüstung anzuschaffen. Wer sich ein Rasiermesser leisten konnte, hat sich von seinem Knecht oder der Ehefrau rasieren lassen.
 
Wir reden von "FRÜHER", wir sollten aber auch klären WANN das FRÜHER war.
Die gesellschaftlichen Verhältnisse waren mit Sicherheit um 1800 andere als um 1900.
1800 konnten sich sicherlich viele KEIN RM leisten, alleine durch die Industrialisierung wird das um 1900 anders gewesen sein.
 
Wir reden von "FRÜHER", wir sollten aber auch klären WANN das FRÜHER war.
Die gesellschaftlichen Verhältnisse waren mit Sicherheit um 1800 andere als um 1900.
1800 konnten sich sicherlich viele KEIN RM leisten, alleine durch die Industrialisierung wird das um 1900 anders gewesen sein.
Das stimmt sicher. Ab 1900 begann dann aber langsam schon die Zeit der Hobel/Rasierklingen und spätestens nach dem 1. Weltkrieg waren Wochensätze von Rasiermessern ein Anachronismus. Diese Zeit des steigenen Wohlstandes, in der sich die Männer Rasiermesser zur Selbstrasur gekauft haben, war also sehr kurz, wenn das überhaupt jemals die Regel gewesen sein sollte.
 
Ich persönlich glaube auch, daß es so zwischen 1800 und 1900 üblich war, einmal die Woche zum "Babier" zu gehen, und sich dort Rasieren zu lassen.Die Wochensätze waren bestimmt der " gehobenen Gesellschaft " vorbehalten. Hier gab es denn auch wo möglich das entsprechende Personal, was die Rasur des Hausherren vollzog. Denn zum Unterschied zum einfachen Volk, wollte die gehobene Gesellschaft täglich glatt rasiert sein.
 
Das meiste was man heute an Wochensätzen sieht stammt ja aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert (Alles davor ist wahrscheinlich zu selten und/oder schon Schrott) Wobei man ab und zu auch ältere Sets aus England findet. Dann aber häufig als Zweiersatz. Die Zeit der RM ging ja erst richtig in den 50/60er Jahren nieder, also nach der Industrialisierung. Ich tippe, das war zu de Zeit schon eher ein Statussymbol.
Aber wo passen da eigentlich die Framebacks rein? Die gibt's ja schon länger. Ist das die ehemalige "billig"-Alternative zu nem Wochensatz oder die Luxusvariante eines WKM. Bei den schraubbaren braucht man ja nur 7 Klingen und nicht ganze 7 Messer. ;)
 
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