Forum der Rasur

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„Freyja“ Rasierhobel von Nord Razors

Ich hatte den von Anfang an noch in der Kickstarter Phase gekauft - vor allen Dingen auch wegen den guten, ausführlichen Erklärungen des Entwicklers Dawid. Und er hat nicht übertrieben - es hat zwar etwas gedauert aber das Produkt ist einfach Spitze. Hinzu kommt der außergewöhnliche Support - wie schon berichtet wurde mein Frejya nach SE gesendet und kam „aufpoliert“ wieder zurück :)
 
Ich sehe schon, daß die Effizientplatte wohl auch demnächst hier Einzug halten wird. Es wird hier wohl niemanden geben, der sie mir verkaufen möchte, daher werde ich sie dann direkt bei NR bestellen. Ich werde Dawid mal fragen, ob er sie auch machined verkaufen könnte, dann passt sie zum restlichen Hobel.
 
Um die Standardplatte des Freyja von meiner Seite aus einordnen zu können, würde ich sie auf gleichem Niveau mit dem Apex und der Standardplatte sehen. Die heutige Rasur mit dem Apex war nahezu identisch. Da der Apex bei mir mit in der obersten Liga spielt, sagt das viel Gutes über den Freyja aus.
 
Um die Standardplatte des Freyja von meiner Seite aus einordnen zu können, würde ich sie auf gleichem Niveau mit dem Apex und der Standardplatte sehen. Die heutige Rasur mit dem Apex war nahezu identisch. Da der Apex bei mir mit in der obersten Liga spielt, sagt das viel Gutes über den Freyja aus.
Du machst es mir echt schwer mich von Freya fern zu halten. Da die Apex-Family auch weit oben bei mir steht...
 
Das Freyja Kapitel ist seit heute beendet.
Ich hatte große Erwartungen an ihn, aber er konnte es mir einfach nicht recht machen, warum kann ich auch nicht so richtig erklären. Das Ergebnis war dann doch nicht ganz auf dem Apex Niveau, es war ein auf und ab mit den Gefühlen. Behalten und weiterprobieren oder abstoßen und sich befreien. Letzteres hat dann heute doch gesiegt. Nach 2 DG war einfach immer noch zu viel der Stoppeln da, trotz einer Kai Klinge, die bekanntlich noch einige PS rausholen kann. Der Blackbird Ti hat dann kurzen Prozess gemacht und es war dieses Gefühl während der Rasur, der Sound, wie man die Klinge spürt, die Wendigkeit, das Ergebnis. All das ging mit dem TiBird so spielend leicht und einfach, dass ich jetzt froh bin, dieses Kapitel beendet zu haben.
Sicher kann die Effizientplatte mehr als die Standardplatte, aber dazu fehlt mir jetzt einfach die Lust.
 
Der gestern bei mir angekommene Freya von Nord Razors, Platte Standard, den ich hier im Mitgliederhandel erworben hatte, wollte natürlich sofort getestet werden.
Ich hatte diesen wieder mit der in letzter Zeit ständig verwendeten Tiger Platinum Klinge bestückt, zur besseren Vergleichbarkeit mit den die letzten Wochen benutzten Rasierhobeln.
Ich hatte beim Freya spontan den Eindruck, dass hier ein Enthusiast der klassischen Nassrasur die (aus seiner Sicht) Vorzüge verschiedener Rasierhobelkonstruktionen zusammen in einem Design vereinen wollte, also das beste aus verschiedenen Philosophien sozusagen. Das Kopfdesign ist sehr gewichtsreduziert und filigran konzipiert. Hier ist innerhalb des Kopfes irgendwie alles rausgefräst, was nicht notwendig ist. Hieraus resultiert vielleicht auch die Zahnung der Klingenklemmfläche. Ein wenig Tatara und ein wenig Blutt ist in dieser Filigranität zu finden.

Sehr auffällig fand ich auch, dass der Winkelbereich in dem der Freya effizient rasiert eher klein ist. In diesem engen Bereich rasiert er jedoch sehr effizient. Dieser Effizienzbereich ist deutlich zu hören und zu spüren, wobei in diesem Bereich das Klingengefühl nicht stark ausgeprägt ist. Mit diesem engen Rasierbereich erinnert er mich etwas an den Feather AS-D2. Verglichen mit dem Oliworks Meteoriten (ist hier eher das Gegenteil) könnte man sagen: Beim Meteoriten (bzw. generisch Gibbs) verläuft die Kurve der möglichen Klingenwinkel in einer eher flachen Parabel. Beim Freya ist diese mehr steil und an der Spitze abgeflacht.

Im Kopfdesign stecken auch deutliche Anleihen an die Festwinkelrasierer. Hier hat er mich spontan etwas an den RazoRock Daily erinnert. Beim Daily (wie auch beim Henson) ist jedoch die Klinge stärker gebogen. Die Linie entlang Schaumkante und Kappe verläuft beim Daily in einer länger ausgezogenen Geraden. Die Auflagefläche ist beim Daily größer. Beim Freya ist dieses Merkmal deutlich zu finden, jedoch nicht so stark ausgeprägt. Die Kappe ist dann auch oben mehr abgerundet. Die Klingenklemmung ist, wie beim Daily, beim Freya sehr stark ausgebildet und fast bis zur Klingenschneide gezogen.

Beim Rasieren bin ich sofort auf kürzere Polierzüge gegangen. Der Freya fühlt sich sehr mild an. Unter der Nase, wie auch in den Mundwinkeln war dann jedoch eine sehr leichte Gereiztheit spürbar. Also doch etwas direkter als er sich anfühlt. Ich würde sagen, das mit den kürzeren Zügen passt, jedoch ist nur wenig Polieren nötig (wenn man den richtigen Winkel hat).

Beim Griff hatte ich zuerst den Eindruck, dass genau an der Stelle, an der ich ihn halte (im Bereich dieser polierten Kule) leider keine Rändelung vorhanden ist. Im Verlauf der Rasur lagen dann aber Daumen und Mittelfinger zupackend in der Kuhle, der Zeigefinder lag auf der oberen Verdickung auf und der Ringfinger lag an der kurzen Verdickung am Griffende an. Hat also recht gut gepasst, und war auch nicht rutschig.

Ist das jetzt der heilige Gral? Natürlich nicht. Gibt es nicht. Aber eine weitere, etwas eigenwillige, Rasurhobelpersönlichkeit in meiner Rotation. Er braucht, wie so mancher andere Hobel auch, eine auf ihn abgestimmte Rasurtechnik. Ich denke, der Freya ist potentiell leistungsfähiger als ein Hobel aus der Game Changer Klasse (nur ein Vergleich zur Verdeutlichung), jedoch schwieriger zu handhaben. Die Game Changer Hobel sind einfacher und unkomplizierter im Handling und können eine größere Nutzergruppe ansprechen, wie z.B. auch der 6S. Der Freya scheint mir hier potentiell leistungsfähiger, braucht jedoch ein deutlich präziseres Ansteuern des idealen Winkelbereichs. Zeitpunkt Heute würde ich sagen, dass der Freya mit der Standardplatte für mich im passenden Direktheitsbereich liegt. Bei der Efficient Platte wäre vermutlich der Winkelbereich größer, aber auch das Reizpotential.

Alles in allem ein sehr guter Rasierhobel, wie einige andere auch die ich habe. Es bleibt spannend. Mal sehen wie sich das weiter entwickelt mit dem Freya.
 
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Bitte vergleiche den Freya auch gegen den Designer Titanium mit langem Griff. Das würde mich brennend interessieren.
Oh, das ist nicht so einfach, da der Design94 schon ziemlich einmalig ist, auf seine Art (von den Rasierhobeln die ich kenne). Der Design94 erreicht seine Gründlichkeit und Sanftheit (nach meiner Wahrnehmung) mit "streichelnder" Poliertechnik. Man kann sich mit dem Design94 sicherlich auch anders rasieren, aber bei mir führt genau diese Technik zu so enorm sanften und lässigen "BBS"-Rasuren. Die Klingenschneide nähert sich der Haut so Stück um Stück. Der mögliche Winkelbereich ist beim Design94 deutlich höher, wobei dieser ja sehr lautstark Rückmeldung gibt, wenn der Winkel optimal ist.

Beim Freya rasiert die Klinge nah an der Haut. Beim Standard stark gezähmt, aber im idealen Winkelbereich trotzdem nah dran. Der mögliche Winkelbereich ist beim Freya eng. Man hört diesen Sweetspot, und spürt ihn auch leicht aber sehr deutlich und präzise über die Klingenschneide wenn der Winkel genau am Punkt ist. Die akustische Rückmeldung ist bei weitem nicht so deutlich wie beim Design94. Man sollte mit dem Freya nicht zu viel Polieren, wenn man den Winkel nicht trifft. Beim Design94 gehört Polieren zum Konzept.

Vermutlich ist die Wahrscheinlichkeit mit dem Freya gut zurecht zu kommen deutlich höher, wenn man "Festwinkel"-Rasierern und Rasierern mit präziserem engeren Rasierwinkelbereich zumindest nicht gänzlich abgeneigt ist. Dieser eher enge Rasierwinkelbereich hat mich etwas an den AS-D2 erinnert. Der Freya ist aber in diesem Sweetspot-Bereich direkter, soll heißen, man muss hier, anders wie im AS-D2 keine Feather-Klinge einlegen, damit er rasiert.
Ich hab den Freya jetzt ja nur einmal benutzt, insofern nur der erste Eindruck, aber ich denke die beiden Rasierhobel sind schon ziemlich unterschiedlich. Also keine Alternative, und keine Konkurrenz, sondern Ergänzung und Abwechslung. Ich liebe Abwechslung :happy.
 
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Heute würde ich sagen, dass der Freya mit der Standardplatte für mich im passenden Direktheitsbereich liegt
Heute ist heute, und morgen ist morgen. Mir geht schon durch den Kopf, wo ich jetzt die passende "Efficient" Platte herbekomme. Nur so zum Vergleich :proud.
 
Oh, das ist nicht so einfach, da der Design94 schon ziemlich einmalig ist
Hatte noch was wichtiges vergessen. In der Hand gehalten, wirkt der Freya, mit seinem Original-Griff sehr zierlich. Geht so in die Tatara Masamune Richtung. Der Griff lässt sich jedoch, wie oben beschrieben, sehr angenehm halten. Der Design94 Titanium mit dem langen Griff sieht dagegen aus wie Goliath, lässt sich aber, aufgrund des leichten Materialgewichtes und seines großen Griffdurchmessers, super im hinteren Griffdrittel halten. Da kommt dann kaum Druck auf den Kopf. Dieser Griff, das ist auch ziemlich einmalig beim Design94.
 
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