Alles richtig, für viele Dinge kann man Geld ausgeben, bei denen der Nutzwert völlig vernachlässigbar ist. Eine Casio-Uhr für weniger als einen Hunni ist robuster und genauer als jede Rolex, AP, Blancpain, VC, JLC oder PP und verursacht keine Folgekosten für "Revisionen" oder Reparaturen. Trotzdem drücke ich mir gern die Nase an teuren Uhrengeschäften platt. Wer tut das auch nicht?
Ich bin sicher ein Rasurverrückter, aber irgendwie habe ich inzwischen doch einen Igel in der Tasche bei der aktuellen Preisentwicklung für "gehobenes" Rasurequipment. Ich weiß nicht, aber im schieren Anhäufen von Hobeln für mehrere Hundert Euro pro Stück vermag ich keinen Lustgewinn mehr zu erzielen. Zumal jeden Monat ein neuer Hersteller auf dem Markt erscheint.
Selbiges gilt bei Pinseln und Seifen. Noch ein Superduperfancy Resingriff in Limited Edition mit High Mountain Manchurian Badger, eine Rasierseife mit verseiftem Bären-, Nandu- und Narwalfett und Einhorntalg mit Mondstaub.
Und das Ganze ist ja immer wie eine Pyramide aufgebaut, niemand hat einen Wolfman-Hobel, einen Chubby 2 Manchurian mit superfancy Grifffarbe und eine Dose SV. Wir reden hier ja nur über die Kosten für die Spitze der Pyramide, nicht über die bereits aufgelaufenen Kosten des vorhandenen Unterbaus. Und mit den Dingen des Unterbaus lassen sich mit Sicherheit perfekte lustvolle Rasuren erreichen. Wir müssten uns einfach mal etwas bescheiden und nicht immer "Mehr! Mehr!" rufen wie der kleine Hävelmann.
Und mal ganz ehrlich, wenn ich sowas wie "Nachhaltigkeit" der Rasur höre: Ob ich die nachwachsenden Stoppeln nun nach x Stunden spüre, 30 Minuten früher oder erst eine Stunde später: ist das wirklich von irgendwelcher Bedeutung?