Das ist eben der Charakter der meisten GBBs, dass sie die Klinge sanfter machen, was aber mit einer reduzierten Schärfe einhergeht. Das ist genau so, wie bei DE Klingen, die es ja auch in sehr scharf, aber etwas rau (Feather, BIC,...), oder sanft aber unter Umständen nicht ganz so scharf (Derby, Treet,...) gibt. Die passende Kombination aus Sanftheit und Schärfe für sich zu finden bzw. reproduzierbar hinzubekommen ist dann die große Kunst, bzw. das Ziel jedes Selbstschärfers. Die maximale Schärfe erreicht man wohl mit einer vollständigen Progression auf synthetischen Steinen, eventuell noch mit Paste im Anschluss. Das macht aber keiner, weil es viel zu unsanft ist. Ein Finish bzw. vollständige Progression auf dem GBB ist halt das andere Extrem. Ich komme mit dem GBB Finish bei einem etwas derberen Messer prima zurecht. Ein vollhohles Messer, das gleich geschärft wurde, schafft es dann aber nicht mehr so leicht durch mein hartes Barthaar. Auch hier kann man wieder die Parallele zu Hobeln ziehen: als Faustregel hat sich mehrfach als passend erwiesen, direkte Hobel mit sanften Klingen und sanfte Hobel mit scharfen Klingen zu kombinieren. Ausnahmen bestätigen die Regel. Wenn mir die Schärfe vom GBB alleine nicht ausreicht, ziehe ich das Messer danach noch über den Pastenriemen.