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Bildgestaltung bei Rasur-Bildern

owlman

Writes More Here Than At Work
Hallo!

Es gibt soweit ich sehen kann noch keinen Ort, um über Bildgestaltung zu diskutieren (der Bilder-Thread sollte ja ausschließlich zum Zeigen da sein), deshalb mache ich hier mal was neues auf. Falls ich mich irre oder was übersehen habe, bitte ich die Mods zum Verschiebung. :happy

Mir ist aufgefallen, dass die Frequenz von Schwarz-weiß-Rasurbildern anscheinend zunimmt. Ich schaue in der Regel zuerst in den Rasur-des-Tages-Thread, sehe dort schöne bunte Fotos, und im Bilder-Thread steht dann die "Nachruf-Variante" davon, was ich häufig eher schade finde, denn ihm direkten Vergleich "fehlt" mir dann etwas. Geht das nur mir so?

Ich habe mich auch schon an s/w-Fotos versucht, finde es aber ungleich anspruchsvoller, eine wirklich knackige Bildwirkung hinzubekommen ohne dass Elemente im grau-grau untergehen. Hat jemand vielleicht Tips?
 
Hallo owlman,

vorab - ich halte wenige meiner Bilder für wirklich gut - sehr viel häufiger geht es mir mit deinen so...
Trotzdem fühle ich mich von deiner Frage (mit)angesprochen - daher hier meine zwei bescheidenen cent :D

Ich muss gestehen, dass ich mich von diesem "Trend" (farbe in der RdT, sw in Rasurbilder) habe anstecken lassen.
Die Motivation war/ist dabei zum Einen meine Begeisterung für gute, ausdrucksstarke, Schwarzweißaufnahmen und zum Andern so ein Stück weit der Versuch eine Rasur nicht in drei Fäden (RdT, Rasurbilder, Völker hört...) als schaaler Aufguss immer gleich zu präsentieren.

Auch wenn ich stets versuche bewusst farb- und sw-Aufnahme getrennt so zu gestalten, dass das nicht eines nur die farblose Variante ist, muss ich mir doch eingestehen, dass es nicht immer gelingt eine eigenständige Bildaussage zu kreieren.

Die Bilder, bei denen mir selbst das sw-Bild gut gefällt, sind meist kontraststark und weisen kräftig strukturierte Bereiche auf.
Ebenfalls gut funktioniert es m.E. wenn das Ursprungsbild schon eher monochrom ausfällt.
Als Stilmittel versuche ich bei den sw-Bildern Veränderung in Belichtung und Kontrast zu verwenden.

Recht zufrieden bin ich mit den folgenden Ergebnissen:
Pic1
Pic2
Pic3
Pic4
 
Vorab: Meine Frage war keineswegs als Vorwurf an irgendwen gemeint; ich hoffe, ich habe mich da nicht irgendwie missverständlich ausgedrückt. :happy

Ja, die Sache mit "mehrmals das selbe" sehe ich auch. Deshalb stelle ich meine Fotos immer nur in den Bilder-Thread und nicht noch zusätzlich in die RdT, wo sie sich meiner Wahrnehmung nach in kürzester Zeit "versenden", während der Bilder-Thread auch nach längerer Zeit noch zum Stöbern einlädt. Das meinte ich mit "schade" - wenn ich z.B. heute sehe, wie @maranatha seinen wunderschönen Regenbogen-Pinsel in der RdT zeigt, der im Bilder-Thread in s/w leider ziemlich untergeht.

Aber zurück zur Bildgestaltung: Aus meiner Sicht sind s/w-Fotos in aller Regel deutlich aufwändiger als Farbfotos, weil das Auge weniger "abgelenkt" wird. Entsprechend muss die Schärfe sehr präzise sitzen, und die Kontraste müssen schön knackig sein. Das ist entweder viel Arbeit im Aufbau, oder dann später in der Nachbearbeitung. Ich habe dazu einen Thread mit ein paar Tips und Beispielen in einem englischsprachigen Forum gefunden:

https://www.atgshaving.com/threads/sotd-behind-the-scenes.3349/

(Abseits vom s/w-Thema und mehr für Profis gibt's dort auch noch einen zweiten Thread mit Tips: https://www.atgshaving.com/threads/how-i-create-my-sotd-pictures.8838/ )

Ich selber habe bislang nur "geschummelte" s/w-Bilder hinbekommen, wie z.B. dieses, oder dieses, oder dieses. Ich glaube, mein Auge sucht bei der Zusammenstellung einfach immer viel eher nach Farben als nach Formen.

@ShavingNose: Pic1 finde ich sehr gelungen, der Rex ist knackscharf und das white-out an den Rändern hilft prima bei der Konzentration auf das Wesentliche. Bei Pic2 ist ziemlich viel los, und der Pinselgriff ist halb da und halb "verschluckt"; ich weiß gar nicht, wo ich genau hinschauen soll. Pic3 ist von den Elementen her wieder schön reduziert, die Schärfeebene - und damit die Aufmerksamkeit - liegt allerdings mehr auf dem Handtuch als auf den Utensilien, das lenkt mich etwas ab. Pic4 finde ich auch wieder gelungen; die Schärfe ist schön auf dem Etikett der Dose platziert, und hier sind zwar auch einige Stellen "verschluckt", das wirkt aber gewollt um das Auge nicht abzulenken.
 
Also ich mag die Rasurbider! Ich gebe @owlman recht, meiner Ansicht nach sind die Bilder, die in SW in dem Bilder-Thread gezeigt werden durch dieses spezielle Darstellung abgewertet. Aber jeder sowie er es mag.
 
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Ich habe mich auch schon an s/w-Fotos versucht, finde es aber ungleich anspruchsvoller, eine wirklich knackige Bildwirkung hinzubekommen ohne dass Elemente im grau-grau untergehen. Hat jemand vielleicht Tips?
Beschäftige mich schon "sehr lange" mit der Fotografie - hat aber in der letzten Zeit böse nachgelassen. Kann Dir nur zustimmen - SW Bilder (Graustufenbilder) sind anspruchsvoller "in der Herstellung". Farbbilder können schon durch die Farbe zusätzliche Emotionen (bewusst - unbewusst) entlocken. Nur als Beispiel: ein Film (bewegte Bilder) kann ganz genau auf eine gewünschte "Emotion" hinarbeiten - benötigt aber auch mehr Informationen zur Darstellung.
Mein Tip aus meiner bescheidenen Erfahrung:
Kontrastreiche Motive. Wie bei der HDR-Fotografie (mehrere gleiche Aufnahmen nur mit verschiedenen Belichtungen). Jede Belichtungstufe fördert einen anderen Schärfebereich. Hoffe, etwas positives mit diesem Beitrag dazugesteuert zu haben. :eek: :confused: ;)
 
Wenn ich jetzt noch meine Spiegelreflexkamera nebst Stativ für HDR Aufnahmen im Bad platziere, muss ich glaube ich ausziehen :D
 
@owlman
Ich kann Deine Empfindungen völlig nachvollziehen. Tatsächlich habe ich mich heute morgen selbst gefragt, ob man gerade diesen Pinsel in s/w reinstellen sollte. Ehrlich gesagt, nein.
Aber ich bin kein Fotokünstler, habe aber Spaß daran das morgendliche Werk kurz zu dokumentieren, auch im Bild (das zugegebenermaßen schnell mal geschossen wird). Die Motivation das Rasurbild auch in s/w zu posten ist die gleiche wie bei ShavingNose. Nämlich die, nicht das selbe Bild in verschiedenen Strängen unterzubringen. Meine Bilder erfüllen eh nicht den Anspruch künstlerisch wertvoll zu sein und oftmals finde ich das selbe Motiv in s/w einfach attraktiver, ohne jetzt der sicherlich noch anspruchsvolleren Aufgabe einer s/w Fotographie irgendwie gerecht zu werden.
Aber Du hast recht. Im Falle z. B. meiner heutigen Bildeinstellung wäre es ratsam gewesen, auf die eingebende Muße zu warten und dann erst zu entscheiden. ;)
 
Aber ich bin kein Fotokünstler, habe aber Spaß daran das morgendliche Werk kurz zu dokumentieren, auch im Bild (das zugegebenermaßen schnell mal geschossen wird). [ ... ] Meine Bilder erfüllen eh nicht den Anspruch künstlerisch wertvoll zu sein
Ach, doch, durchaus. Bei dem Bild von Montag z.B. finde ich das korrespondierende Blau des Pinselgriffs und des Deckels sehr schön. Ein unkomplizierter Akzent der aber viel bringt.
 
In disesem, wie ich finde sehr spannenden Faden, ist es viel zu schnell still geworden...
Meine Frage war keineswegs als Vorwurf an irgendwen gemeint; ich hoffe, ich habe mich da nicht irgendwie missverständlich ausgedrückt. :happy
sicher nicht missverständlich ausgedrückt - aber eben zumindest bei mir 'nen Nerv getroffen:
"billige s/w-Kopie" mache ich mir eben selbst zum Vorwurf, wenn das s/w-Bild keine eigenständige Daseinsberechtigung hat.
Ja, die Sache mit "mehrmals das selbe" sehe ich auch. Deshalb stelle ich meine Fotos immer nur in den Bilder-Thread und nicht noch zusätzlich in die RdT
Das Thema habe ich für mich jetzt damit erschlagen, dass ich das Bild in den Bilder-Faden stelle - und in der RdT verlinke :rolleyes:
Aber zurück zur Bildgestaltung [...] Ich habe dazu einen Thread mit ein paar Tips und Beispielen in einem englischsprachigen Forum gefunden:
https://www.atgshaving.com/threads/sotd-behind-the-scenes.3349/
(Abseits vom s/w-Thema und mehr für Profis gibt's dort auch noch einen zweiten Thread mit Tips: https://www.atgshaving.com/threads/how-i-create-my-sotd-pictures.8838/ )
Die Threads sind beide der Hammer! Vor allem der zweite!
Auch ich habe mich zwar in früheren Tagen mit reichlich schwerem Equipement als Landschaftsfotograf versucht - aber was manche der Kollegen da in Sachen Produkt-Fotografie treiben ist schlicht maßlos beeindruckend.
Ich selber habe bislang nur "geschummelte" s/w-Bilder hinbekommen [...] mein Auge sucht bei der Zusammenstellung einfach immer viel eher nach Farben als nach Formen.
Mir gefallen auch Deine "geschummelten" sehr gut - und gewissermaßen spiegeln sie genau das wieder, was ich mir erlauben würde als Deine fotografische Handschrift zu bezeichnen: ein tolles Gespür für stark reduzierte, stimmige Arrangements mit klar differenzierten Farben.
In diesem Fall ist die Farbe eben Schwarz! ;) Aus diesem Blickwinkel ist es sehr nachvollziehbar, dass Dir Graustufen nicht so leicht fallen.

@ShavingNose: Pic1 finde ich sehr gelungen, der Rex ist knackscharf und das white-out an den Rändern hilft prima bei der Konzentration auf das Wesentliche.Pic3 ist von den Elementen her wieder schön reduziert, die Schärfeebene - und damit die Aufmerksamkeit - liegt allerdings mehr auf dem Handtuch als auf den Utensilien, das lenkt mich etwas ab. Pic4 finde ich auch wieder gelungen; die Schärfe ist schön auf dem Etikett der Dose platziert, und hier sind zwar auch einige Stellen "verschluckt", das wirkt aber gewollt um das Auge nicht abzulenken.

Danke für die Analyse! daumenh! Ich werde versuchen mir von Deiner Reduktion auf das Wesentliche ein Scheibchen abzuschneiden und mich bemühen - gerade die s/w-Bilder nicht so "voll zu stopfen" :D
 
Moin!
Hab eben diesen interessanten Thread entdeckt. Zum Thema Schwarz-Weiß nur einige Anmerkungen.
Das häufigste Mißverständnis ist, zu glauben ein S/W Bild sei nur entsättigtes Farbbild, also eine Graustufenversion. Damit ist aber fast jedes Motiv dazu verdammt im Grau abzusaufen. Um Schwarz-Weiß mit mehr Erfolg zu betreiben, ist es wichtig zu verstehen, welche Wellenlängen des Lichts den Film schwärzen. Auch im Digitalbereich ist das von Wert, da man dann gezielt mit Kanälen und Ebenen arbeiten kann. Mit der Zeit bekommt man dann auch einen Blick für die geeigneten Motive.
Ich finde die Rasurfotos deswegen so reizvoll, weil die Zutaten doch sehr begrenzt sind. Man muss sich was einfallen lassen und den schmalen Grat riskieren, der einen von der Werbefotografie trennt.
 
Ich habe mich auch schon an s/w-Fotos versucht, finde es aber ungleich anspruchsvoller, eine wirklich knackige Bildwirkung hinzubekommen ohne dass Elemente im grau-grau untergehen. Hat jemand vielleicht Tips?

Das ist in der Tat ein sehr interessantes und anspruchsvolles Thema. Ich muss dazu sagen, dass ich, als ich vor ungefähr viereinhalb Jahrzehnten mit dem Fotografieren begann, schon aus finanziellen Gründen zu S/W-Filmen griff. Farbe war damals aberwitzig teuer, jedenfalls für mich, einen Schüler mit kleinem Taschengeld, der seine Filme als Meterware kaufte und im heimischen S/W-Labor, aus preiswerten gebrauchten Geräten provisorisch eingerichtet, selbst aufrollte, nach dem Fotografieren entwickelte und seine eigenen Vergrößerungen anfertigte. Wenn man mit der S/W-Fotografie beginnt, wird man zwangsläufig lernen müssen, bei Motivwahl, Blickwinkel, Licht, Belichtung und auch der Bearbeitung im Labor (heute: am PC mit der entsprechenden Bildbearbeitungssoftware) "Schwarz-Weiß" zu sehen, zu denken und zu arbeiten.

Wie Du schon richtig festgestellt hast, sind gute S/W-Aufnahmen nicht einfach Farbaufnahmen, denen man die Farbe geklaut hat. ;) Wer glaubt, gute Farbaufnahmen durch Entsättigung in gute S/W-Aufnahmen umwandeln zu können, der wird in den allermeisten Fällen eine herbe Enttäuschung erleben, denn tatsächlich gehen die allermeisten Motive, die in der Color-Version noch so prächtig hervor stachen, in einem Einheitsbrei von Grautönen unter.

Bei guten S/W-Fotos ist es wichtig, auf einen spannenden Bildaufbau durch Linienführung, Kontraste, den gezielten Einsatz von Symmetrien und Asymmetrien zu achten und durch richtige Lichtführung das Bildmotiv bzw. die Bildaussage zu betonen.

@lotse: Die Fotografie von Rasurutensilien gehört eindeutig in den Bereich der Tabletop- und damit auch der Werbe- und Produktfotografie und ist, zumindest auf dem Niveau, welches man hier anhand der Ergebnisse einiger Nutzer bewundern kann, schon im Grenzbereich zwischen Handwerk (denn genau dazu zählt die Fotografie) und Kunst. Ich finde überhaupt nichts verwerflich daran, wenn man sich die Werbefotografie bei der Gestaltung seiner Fotos zum Vorbild nimmt, als eine Art variable Generalvorlage, nicht als sklavisch zu kopierende Blaupause. Von erfolgreichen Profis zu lernen, das halte ich für gut und ehrenhaft.

Das unten abgebildete Beispiel habe ich tatsächlich, beim Aufbau, bei der Lichtführung (Einsatz eines entfesselten Blitzgeräts) und beim Blick durch den Kamerasucher, ausdrücklich für eine Veröffentlichung als S/W-Foto konzipiert. Als Farbaufnahme finde ich es zwar akzeptabel, aber so richtig gut gefällt es mir "in Bunt" nicht. Selbstverständlich wurden bei der Entwicklung der RAW-Daten für die S/W-Veröffentlichung völlig andere Parameter gesetzt als bei der Color-Variante. Durch die Farbentwicklung liegt die Betonung übrigens auf einem Detail, das ich gar nicht hervorheben wollte, nämlich dem Päckchen mit den Voskhod-Klingen. Bei der S/W-Version liegt das Augenmerk, wie von mir gewünscht, auf der Pitralon-Flasche und dem Rasierhobel, erst der zweite Blick geht auf die Rasierklingenpackung, die Rasiercremetube und den Pinsel. Manchmal bedeutet der Verzicht auf Farbinformationen auch einen Gewinn, nämlich wenn man dergestalt den Blick von einem zwar farblich auffälligen, aber nicht im Fokus befindlichen Gegenstand auf das eigentliche Motiv lenken kann.

cgb_OPI8142-rev-2.jpg


cgb_OPI8142-rev.jpg

(Ich bitte um Entschuldigung dafür, dass ich beim Aufbau leider vergaß, die Fingerabdrücke von der Rasierwasserflasche und dem Pinselgriff abzuwischen.)
 
Da dieser Thred hier jetzt schon einige Jahre brach liegt, wärme ich ihn mal auf... wobei ich mich an der Überschrift "Bildgestaltung" orientiere, denn bisher schien mir das eher eine "Schwarz / Weiß"-Diskussion gewesen zu sein...

Ich muß vorausschicken, daß ich zwar Rasiermessersammler, aber kein Nassrasierer bin... macht mit 7-14 Tage Gestrüpp im Gesicht auch wenig Sinn...
So alle 14 Tage geht der elektrische 3mm Rasenmäher von OSTER drüber und gut isss, den Hals macht der Mäher ohne Aufsatz auch gut genug... :flucht1

Es hat mir dennoch immer sehr viel Freude bereitet, meine antiken Rasiermesserschätze dekorativ mit Rasurzubehör artgerecht abzulichten.
Da dies keine echten Rasurbilder waren, habe ich sie hier nie platziert... das wäre mir zu unehrlich gewesen.
Auch waren diese Fotos nie von künstlerich hohem Wertanspruch geprägt, sondern eher ein dekorativer Bestandteil der Dokumentation meiner Sammlung.

Hier ein simples Beispiel eines 1890-1910er W. PICARD Cronenberg a.d.Kohlfurt b.Solingen 8/8 French im Kreise seiner Zubehörkollegen, die sich über die Jahre ganz unbemerkt immer mal wieder zur Rasiermessersammlung dazugeschlichen haben...

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Solche Bilder habe ich dann desöfteren mal in verschiedenen Rasurgruppen bei Facebook gepostet, wo sie durchaus Zuspruch und Gefallen fanden.

Nun aber zu meinem eigentlichen Anliegen...

Seit einiger Zeit beschäftigt mich die Möglichkeit, die eigentlich von mir verhaßte, weil sehr dümmliche KI bei Google, hier aber bei GEMINI zur Bildgestaltung zu verwenden.
Zwar muß man GEMINI wie einem 3-jährigen Kind haargenau erklären, was man will und oft ist die KI auch genauso eigensinnig und störrisch wie ein solches, aber meist kommt doch etwas Ansehnliches dabei heraus.

Zuerst mit historischen Werkstatt-Antriebsmodellen aus dem Dampfspielzeug-Hobby probiert, ließ ich die KI diese in einem historisch authentischen Umfeld einer Fabik oder Werkstatt aufstellen.
Die Ergebnisse waren von enttäuschend bis begeisternd... wie schon gesagt... das 3-jährige eigensinnige Kind, das kaum technische Zusammenhänge versteht...
Mittlerweile habe ich aber gelernt, mit der KI so zu kommunizieren, daß sie zu 90% das macht was ich will... vielleicht war ich ja am Anfang auch nur zu blöd... teufel_lachend

Heute hat es mich gereizt, das mal mit meinen Rasur-Stilleben auszutesten und für das oben gezeigte Bild kam, nach etwas Korrektur von Kontrast und Farbstimmung, das dabei heraus...

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Vom Ergebnis bin ich fast begeistert... meine Schätze sind in einem authentischem Umfeld wie gewünscht auf dem Waschtisch eines Barbiers dargestellt, auch wenn das 3-jährige Kind mal wieder ein, zwei Eigentümlichkeiten eingeschmuggelt hat und da es ja auch noch nicht lesen und schreiben kann, sind HARDRIGHT Pinsel und COLGATE Seifendose nicht lesbar, aber halbwegs wiedererkennbar dargestellt, während das EXTRA HOLLOW GROUND auf dem Rasiermesser sogar korrekt wiedergegeben wurde.
Auch hat es aus meiner gestürtzen Originalperspektive einen angenehmeren Betrachtungswinkel gewählt.

Also habe ich noch ein paar Versuche gemacht... diesmal mit einem Lauterjung PUMA RM und Eigenbau-Pinsel...

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..und die KI Version auf einem Spiegel-Sideboard beim Barbier...

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...und ein BÖKER für Schmitd & Ziegler Remscheid und einem weiteren Eigenbau-Pinsel...

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...hier die KI Version beim Barbier... den Pinselgriff hat das Kind mal wider so gemacht wie es will, aber die rauchende Zigarre im Spiegel finde ich genial...!

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...dann mal eine Szene bei der Al Capone hätte Pate stehen können... und schon kennt ihr alle mein Dritthobby... teufel_lachend

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...hier gefällt mir, daß mein Hintergrund verwendet und erweitert wurde... zudem hat das Bild eine Qualitätsverbesserung erfahren...

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...nun noch etwas rustikaler mit REYNOLDS-Messer im Westernthema...

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...und per KI in artgerechter Umgebung von 1875...

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...schließlich noch ein #14 FILAMONICA mit modernisiertem RUBBERSET #4...

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...zeittypisch zum Dorfbarbier nach Spanien verlegt...
wie gesagt, mit dem Lesen und Schreiben ist es nicht weit her... es schreibt einfach irgendwas... zur Not auch drei mal das Gleiche...

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Das waren bestimmt nicht meine letzten KI Spielereien... Material habe ich noch genug... das läßt sich wohl noch in vielen Variationen verfeinern...

Ist das aber nun reine Spielerei oder darf das auch einen künstlerichen Anspruch haben und gezeigt werden...?
Schließlich liegt der Spielerei ja ein mit eigenem Material und Gerät selbst erzeugtes Originalbild zugrunde.
Bei Ölgemälden würde man von Fotorealismus sprechen.
Geht sowas noch als Rasurbild durch oder müßte man da eine eigene Rubrik für Stilleben aufmachen...?
Oder sagt ihr "bäääähhh... KI - Dreck... laß mich damit in Ruhe"...?



Mit scharfen Grüßen aus der Klingenstadt
Rainer
 
Hatte mir ja eigentlich außer ein paar netten Likes auch ein paar Antworten erhofft... oder ist das Thema für Euch nicht so relevant...?

Hier nochmal eine Szene mit einem SOLINGEN 6/8 Rasiermesser und meinem Rubbeset-Nachbau in Holz, so wie ich sie abgelichtet habe...

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...und hier das, was GEMINI auf meinen Wunsch hin daraus gemacht hat...

1778251327496.png


Ich finde das Thema perfekt umgesetzt...


Was sagt Ihr dazu...?


Mit scharfen Grüßen aus der Klingenstadt
Rainer
 
Hatte mir ja eigentlich außer ein paar netten Likes auch ein paar Antworten erhofft... oder ist das Thema für Euch nicht so relevant...?
Lieber Rainer,

eins vorweg: Persönlich habe ich dermaßen schlechte Erfahrungen gemacht, dass ich diese eigentlich zu 100 % ablehnen müsste, aaaber selbstverständlich muss man alles im Konsens sehen und nicht alles über den berühmten „einzigen“ Kamm scheren. In deinen Beispielen kann ich der KI schon Positives abgewinnen, wobei dies natürlich nicht der KI allein gebührt. Diese ist, wie du meiner bescheidenen Meinung nach auch bereits einleitend richtig beschrieben hast, ein unbedarftes, unwissendes Kleinkind. Eine meiner Lieblingsweisheiten zum Thema „Computer“ war und ist:​

Ein Computer ist nur so schlau wie sein Bediener und bei manchen bleibt der Bildschirm halt dunkel …:proud

Nun zu deinen Bildern,

ich finde es sehr gut, dass Du die originalen Bilder im Vergleich zu den KI-unterstützten Bildern zeigst. Es ist sehr beachtlich, was da mittlerweile möglich ist. Aber wie bereits vorweg betrachtet bzw. dargelegt, das macht ja die KI nicht von alleine … dem EDV-Gott sei Dank. Zur Bildgestaltung möchte ich sagen, dass Du vielleicht hier und da darauf achten solltest, wo bzw. bei welchem Accessoire der eigentliche Schwerpunkt liegt. Mir persönlich sind die Bilder zum Teil schon etwas überladen und tendieren dazu, vom Thema Rasur abzulenken. Dies mag aber auch im Auge des Betrachters liegen und/oder auch von dir so gewollt sein. Ich vertrete bei Fotografien das Prinzip des Z-Musters* als Hilfe beim Bildaufbau und der Regel des außermittigen Schwerpunktes. Meist funktioniert dies auch, aber die berühmten Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Stimmung bzw. Lichtgestaltung in deinen Bildern finde ich sehr passend und quasi „stilecht“ gewählt und passend dargestellt. Gerade dieser Teil der Bildgestaltung ist ein sehr großes „Spielfeld“ und ist m. E. mit dafür entscheidend, ob der Gesamteindruck stimmig ist oder nicht. Inwieweit selbiges durch die KI regeln, steuern oder beeinflussen kann? Keine Ahnung, da hast Du mit Sicherheit mehr Erfahrung als ich.​

Alles in allem finde ich deine Bilder wirklich sehr schön anzuschauen. Weiter so und viel Spaß bei weiteren Kreationen, die du uns auch in Zukunft
nicht vorenthalten solltest.:daumenhoch

*) Kurz zur Erläuterung … Das menschliche Auge bzw. der Beobachter, der ein Bild zum ersten Mal anschaut, sieht das Bild im Regelfall in einer Z-förmigen Linie an. Komischerweise liegen hier Links- und Rechtshänder umgekehrt vor. Der Blick startet im oberen Drittel und schwenkt dann vom Unterbewusstsein gesteuert zur Seite und dann diagonal nach unten, um dann einer geraden Linie folgend, am gegenüberliegenden Punkt vom Startpunkt aus gesehen, zu enden. Dies geschieht alles nahezu automatisch und die Beachtung dieser „Regel“ hat sich entsprechend bei der Bildgestaltung in der Fotografie, Malerei und anderen bildenden Künsten manifestiert.

Danke und Gruß
Gregor
 
@SolingerStahl und natürlich auch alle anderen…

Hier möchte ich das im obigen Post genannte Z-Prinzip und den „außermittigen“ Schwerpunkt anhand einiger
Bilder von mir einmal darstellen. Allerdings haben diese Bilder nicht die Rasur als Thema, tuen den beiden
vorgenannten Möglichkeiten/Prinzipien der Bildgestaltung wohl keinen Abbruch…

In diesem Stillleben sind neben beiden o.a. Merkmalen auch noch ein sehr schwieriges,
aber ungleich „mächtiges“ Thema vereint…die Schwarz-Weiß-Fotografie…

Titel: „Vergänglich“
verg%C3%A4nglich.jpeg


In diesem Bild ist das „Z-Muster“ sogar deutlich sichtbar und quasi gleichzeitig das Thema…

Titel „ Zarte Bande“
zarte_Bande1.jpg


Den „Schwerpunkt“ deutlich außermittig gesetzt…

Titel: „Schwarzkittel“
schwein1bearb.jpg


Ein schmales „Z“, aber den Schwerpunkt schön außermittig gesetzt…

Titel: „Die Würfel sind (noch nicht ganz“ gefallen“
polish_save.png


(Alle Bilder ©by Gregor Langer)

Danke und Gruß
Gregor
 
Zuletzt bearbeitet:
Zur Bildgestaltung möchte ich sagen, dass Du vielleicht hier und da darauf achten solltest, wo bzw. bei welchem Accessoire der eigentliche Schwerpunkt liegt. Mir persönlich sind die Bilder zum Teil schon etwas überladen und tendieren dazu, vom Thema Rasur abzulenken. Dies mag aber auch im Auge des Betrachters liegen und/oder auch von dir so gewollt sein. Ich vertrete bei Fotografien das Prinzip des Z-Musters* als Hilfe beim Bildaufbau und der Regel des außermittigen Schwerpunktes. Meist funktioniert dies auch, aber die berühmten Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Stimmung bzw. Lichtgestaltung in deinen Bildern finde ich sehr passend und quasi „stilecht“ gewählt und passend dargestellt. Gerade dieser Teil der Bildgestaltung ist ein sehr großes „Spielfeld“ und ist m. E. mit dafür entscheidend, ob der Gesamteindruck stimmig ist oder nicht.

Danke für Deine Meinung lieber Gregor !
Dein gesamter Text bestätigt meine eigene Einstellung zum Thema und meine Einführung zu dieser Diskussion.
Das Z-Prinzip der Bildaufteilung war mir neu, früher habe ich mich beim Fotografieren oftmals am Goldenen Schnitt nach Fibonacci versucht, der über eine mathematische Flächenteilung eine immer enger werdende Spirale darstellt, die ebenfalls außerhalb der Bildmitte ihr Zentrum findet,

1778280516907.png


aber da war mir dann auf Dauer der Focus aufs Objekt dann doch zu sehr verschoben, weshalb ich heute das eigentliche Objekt doch gerne wieder in der Bildmitte platziere.

Bei diesem Foto von 2020 ging es mir um die Dokumentation eines gerade erworbenen G.&E. HÄUSGEN Rasiermessers (aus Familienherstellung) im Kreise zweier Kollegen und einem von mir restaurierten HMW-Dachs-Pinsel, allerdings waren mir der Focus und die Beleuchtung immer zu aufdringlich...

1778281764271.png


...da finde ich die von der KI erzeugte Version angenehmer zu betrachten, auch wenn hier die Details des eigentlichen Objektes verloren gehen...

1778281847023.png


...das Auge hat hier aber Zeit und Gelegenheit nach links und rechts zu schwenken und den historischen Gesamtzusammenhang ohne weitere Erklärung zu begreifen.

Die Bildgestaltung wähle ich meist nach Gutdünken, manchmal minimalistisch - wenn es mir nur darauf ankommt das Rasiermesser anstatt alleine, in authentisch passendem Umfeld mit wenig Zubehör zu zeigen und manchmal überladen wie oben bei "Al Capone" und "Western" zu sehen - wenn es mir daran gelegen ist, nicht nur den Blick auf das Rasiermesser zu ziehen, sondern eine Stimmung mit dem Bild zu erzeugen, die dem Betrachter "die gute alte Zeit" vor Augen hält, in der diese Rasurutensilien benutzt wurden.
Weitere Accessoires wie antike Taschenuhren, Messer, Waffen oder andere historische Gegenstände platziere ich manchmal am Bildrand um meinen persönlichen Vorlieben Ausdruck zu verleihen.

Ich bemühe mich immer, das thematische Zubehör zeitgerecht zu wählen, denn ein antikes Rasiermesser mit einer modernen Seife in einer grellbuntschillernden Plastikdose zu zeigen ist für mich ein unverzeihlicher Stilbruch.
Desöfteren benutze ich auch gerne Accessoires wie Whiskyglas, Pfeife und Zigarre, um mit dem Bild zu erklären, daß damals die Messerrasur in der wenigen Freizeit gerne in Ruhe und Gemütlichkeit zelebriert wurde, genauso wie einen Cognac zu genießen und dabei eine Pfeife oder Zigarre zu rauchen... wehe der Ehefrau oder dem Kind, das dabei hektisch störte und den Genußprozess unterbrach...

Deswegen habe ich meine Fotos auch bisher nicht als "Rasurbilder" angesehen und in dieser Rubrik hier veröffentlicht, denn es sind für mich eher Bildkompositionen meiner Sammelleidenschaften, denen ich - wenn ich mich schon nicht nass rasiere - wenigstens damit einen lebhaften Ausdruck verleihen möchte.


Mit scharfen Grüßen aus der Klingenstadt
Rainer
 
Weniger ist mehr!

Früher habe ich bei ernsthafter Komposition immer ewig daran gearbeitet, alles innerhalb des fotografischen Rahmens so auszutarieren, dass eine Art visuelles Gleichgewicht entsteht. Da Übung den Meister macht, wurde mit der Blickschulung auch die Geschwindigkeit erhöht, in der das passiert. Meine Rasurbilder sind nach einer Phase der Stillebenkomposition nun im wesentlichen Schnappschüsse am Ende der Rasur, haben dokumentarischen Charakter, und sind doch Kompostionen, halt mit dem Bauchgefühl der verinnerlichten und verdauten Regeln. Ich mach immer ein Übersichtsbild, und ein freies Detailbild, die Freiheit ist wie in der von mir seit Jahren praktizierten Street Photography die des Framing, nicht der Inszenierung.

Weil ich die Inszenierung nur als Vorwand für das Framing betrachte, lege ich auch keinen besonderen Wert auf ersteres. Das bin ich soweit weg von AI-Nutzung, wie es weiter nicht geht. Für mich ist die Fotografie ein Dialog zwischen dem Auge und der Welt im Medium des Rahmens, da finde ich keinen Platz für AI. Bin ja kein Filmemacher, Werbeillustrator oder sonstwie auf fiktionale Welten aus, wenn ich fotografiere.
 
Danke für Deine Ausführungen @les pronk !
Genau das unterscheidet meine Bilder (sowohl Fotos als auch KI generierte) von Deinen und vielen anderen "Rasurbildern".
Da ja bei mir weder voher oder nachher eine Rasur stattfindet, wäre es unehrlich von mir eine solche damit dokumentieren zu wollen, weshalb ich diese Fotos erst gar nicht unter diieser Rubrik veröffentlicht habe und erst recht nicht die KI Versionen.
Ich lege tatsächlich mehr Wert auf die Inzenierung der Szene, um das gezeigte Rasiermesser oder auch mal einen SE-Rasierhobel mit seinem Zubehör und ggf. einigen weiteren Accessoires eine kleine Geschichte erzählen zu lassen, ähnlich einem Maler, der wenn er ein Stilleben komponiert auch etwas mit seinem Werk zum Ausdruck bringen will.

Anstatt zu dokumentieren, will ich damit eher Erinnerungen schaffen, was in dem folgenden Bild unbeabsichtigt und ganz spontan gelungen ist...

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Hier hatte unser mittlerweile verschollener und heute sicher nicht mehr lebender Freigang-Kater Smokey vor 10 Jahren beschlossen, mir Gesellschaft zu leisten, was ich mit einem Schnappschuß dankbar angenommen habe, daher auch die mindere Bidqualität.
Leider war es mir nicht möglich in dieser spontanen Situation den Hintergrund mit Aktenordnern auf dem Schaukelstuhl auszublenden oder anzupassen und so bin ich froh, daß dies nun die KI für mich umsetzen konnte.

1778322672783.png


Nun ist dieses Bild für mich eher eine bleibende Erinnerung an Smokey, als an den gezeigten RONSON Rasierhobel oder den englische Roßhaarpinsel...



Mit scharfen Grüßen aus der Klingenstadt
Rainer
 
Wie hilfreich eine KI bei der Bildgestaltung sein kann, habe ich heute erfahren...

Ich hatte mir vor vielen Jahren ein "Foto" eines Rasiermessers mit einem ungewöhnlichen Gebr. Emde Solingen BROSEM Heft abgelegt, obwohl es qualitativ grottenschlecht und völlig verblitzt war... da bin ich heute wieder drüber gestolpert und habe mich erneut über den Fotografen geärgert...

Dieses "Foto" in einem herkömmlichen Bildbearbeitungsprogramm aufzubessern hätte Stunden gedauert und ein gutes Ergebnis wäre fraglich gewesen.

1778502916120.png


Nun hatte ich GEMINI gebeten, das Rasiermesser exakt zu übernehmen, aber die Blitzeffekte zu entfernen...

1778503846529.png


Das Ergebnis finde ich spektakülär gut... selbst die Ätzung (oder was davon noch überig war) hat es versucht wiederherzustellen und man kann das Bild jetzt endlich anschauen ohne Augenkrebs davon zu bekommen...

1778504675294.png


Auch die Detailaufnahme, die nicht besser war als die Gesamtansicht, ist nun perfekt wiedergegeben...

Mit scharfen Grüßen aus der Klingenstadt
Rainer
 
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