Da dieser Thred hier jetzt schon einige Jahre brach liegt, wärme ich ihn mal auf... wobei ich mich an der Überschrift "
Bildgestaltung" orientiere, denn bisher schien mir das eher eine "Schwarz / Weiß"-Diskussion gewesen zu sein...
Ich muß vorausschicken, daß ich zwar Rasiermessersammler, aber kein Nassrasierer bin... macht mit 7-14 Tage Gestrüpp im Gesicht auch wenig Sinn...
So alle 14 Tage geht der elektrische 3mm Rasenmäher von OSTER drüber und gut isss, den Hals macht der Mäher ohne Aufsatz auch gut genug...
Es hat mir dennoch immer sehr viel Freude bereitet, meine antiken Rasiermesserschätze dekorativ mit Rasurzubehör artgerecht abzulichten.
Da dies keine echten Rasurbilder waren, habe ich sie hier nie platziert... das wäre mir zu unehrlich gewesen.
Auch waren diese Fotos nie von künstlerich hohem Wertanspruch geprägt, sondern eher ein dekorativer Bestandteil der Dokumentation meiner Sammlung.
Hier ein simples Beispiel eines 1890-1910er W. PICARD Cronenberg a.d.Kohlfurt b.Solingen 8/8 French im Kreise seiner Zubehörkollegen, die sich über die Jahre ganz unbemerkt immer mal wieder zur Rasiermessersammlung dazugeschlichen haben...
Solche Bilder habe ich dann desöfteren mal in verschiedenen Rasurgruppen bei Facebook gepostet, wo sie durchaus Zuspruch und Gefallen fanden.
Nun aber zu meinem eigentlichen Anliegen...
Seit einiger Zeit beschäftigt mich die Möglichkeit, die eigentlich von mir verhaßte, weil sehr dümmliche KI bei Google, hier aber bei GEMINI zur Bildgestaltung zu verwenden.
Zwar muß man GEMINI wie einem 3-jährigen Kind haargenau erklären, was man will und oft ist die KI auch genauso eigensinnig und störrisch wie ein solches, aber meist kommt doch etwas Ansehnliches dabei heraus.
Zuerst mit historischen Werkstatt-Antriebsmodellen aus dem Dampfspielzeug-Hobby probiert, ließ ich die KI diese in einem historisch authentischen Umfeld einer Fabik oder Werkstatt aufstellen.
Die Ergebnisse waren von enttäuschend bis begeisternd... wie schon gesagt... das 3-jährige eigensinnige Kind, das kaum technische Zusammenhänge versteht...
Mittlerweile habe ich aber gelernt, mit der KI so zu kommunizieren, daß sie zu 90% das macht was ich will... vielleicht war
ich ja am Anfang auch nur zu blöd...
Heute hat es mich gereizt, das mal mit meinen Rasur-Stilleben auszutesten und für das oben gezeigte Bild kam, nach etwas Korrektur von Kontrast und Farbstimmung, das dabei heraus...
Vom Ergebnis bin ich fast begeistert... meine Schätze sind in einem authentischem Umfeld wie gewünscht auf dem Waschtisch eines Barbiers dargestellt, auch wenn das 3-jährige Kind mal wieder ein, zwei Eigentümlichkeiten eingeschmuggelt hat und da es ja auch noch nicht lesen und schreiben kann, sind HARDRIGHT Pinsel und COLGATE Seifendose nicht lesbar, aber halbwegs wiedererkennbar dargestellt, während das EXTRA HOLLOW GROUND auf dem Rasiermesser sogar korrekt wiedergegeben wurde.
Auch hat es aus meiner gestürtzen Originalperspektive einen angenehmeren Betrachtungswinkel gewählt.
Also habe ich noch ein paar Versuche gemacht... diesmal mit einem Lauterjung PUMA RM und Eigenbau-Pinsel...
..und die KI Version auf einem Spiegel-Sideboard beim Barbier...
...und ein BÖKER für Schmitd & Ziegler Remscheid und einem weiteren Eigenbau-Pinsel...
...hier die KI Version beim Barbier... den Pinselgriff hat das Kind mal wider so gemacht wie es will, aber die rauchende Zigarre im Spiegel finde ich genial...!
...dann mal eine Szene bei der Al Capone hätte Pate stehen können... und schon kennt ihr alle mein Dritthobby...
...hier gefällt mir, daß mein Hintergrund verwendet und erweitert wurde... zudem hat das Bild eine Qualitätsverbesserung erfahren...
...nun noch etwas rustikaler mit REYNOLDS-Messer im Westernthema...
...und per KI in artgerechter Umgebung von 1875...
...schließlich noch ein #14 FILAMONICA mit modernisiertem RUBBERSET #4...
...zeittypisch zum Dorfbarbier nach Spanien verlegt...
wie gesagt, mit dem Lesen und Schreiben ist es nicht weit her... es schreibt einfach irgendwas... zur Not auch drei mal das Gleiche...
Das waren bestimmt nicht meine letzten KI Spielereien... Material habe ich noch genug... das läßt sich wohl noch in vielen Variationen verfeinern...
Ist das aber nun reine Spielerei oder darf das auch einen künstlerichen Anspruch haben und gezeigt werden...?
Schließlich liegt der Spielerei ja ein mit eigenem Material und Gerät selbst erzeugtes Originalbild zugrunde.
Bei Ölgemälden würde man von Fotorealismus sprechen.
Geht sowas noch als Rasurbild durch oder müßte man da eine eigene Rubrik für Stilleben aufmachen...?
Oder sagt ihr "bäääähhh... KI - Dreck... laß mich damit in Ruhe"...?
Mit scharfen Grüßen aus der Klingenstadt
Rainer