Forum der Rasur

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Der Weg zum Rasiermesser, das tatsächlich rasiert

Wenn der Stein nicht plan ist oder wenn der Rücken nicht gerade ist, dann schiebt man das Messer in immer leicht modifizierten Winkel. Das macht es dann schon schwierig. Bei krummen Rücken schlägt die grosse Stunde der Pastenriemen, die diese Probleme gekonnt ausgleichen als Finisher.
 
Er hat alles was er braucht. Die Naniwa's sind vollkommen ausreichend, wären die Steine nicht plan, hätte er keinen HHT geschafft. Pastenriemen ist unnötig, er hat einen Coti und möchte einen Thüringer als Finisher. Und um unsaubere Geometrie auszuschließen hat er sich extra ein Ralf Aust geholt...
Wahrscheinlich liegt es nur an der Technik und da heißt es einfach üben.
 
Ich habe einen Thüringer Schwedenstein angeboten bekommen und würde gern deine Erfahrung damit wissen.
Da bin ich kein guter Ratgeber! Ich würde mich selbst noch als Neuling bezeichnen, rasiere mich selbst erst seit 08/25 mit dem Messer. Ich habe als die Schärfe nicht mehr ausreichend war mit einen 1000/6000 Kombistein bei meinen Übungsmesser einmal eine neue Facette gesetzt und mit dem Schwedenstein gefinished. Der Rücken war dabei abgeklebt, die Steine nass und beim Schwedenstein habe ich einen Anreiber benutzt um direkt Slurry zu haben. Immer in Richtung Schneide geschärft, Messer wurde dabei wieder schön scharf. Auf den HHT gebe ich übrigens nicht das geringste. Ich bin wohl zu doof dafür, da passiert rein garnichts bei meinen Messen. Dabei war mein Übungsmesser vom Verkäufer (Mitforist) gut Geschäft gekommen, aber auch damals war mir der HHT nicht gelungen. Meine zwei neuen Messer (beide diesen Monat einen sehr erfahrenen Messerer im Forum abgekauft) kamen ebenfalls Rasurscharf, aber auch hier gelang er mir nicht, habe es auch nur aus Interesse versucht.
Mein Lernmesser habe ich übrigens nochmal aufgefrischt, also nach ca 20-30 Rasuren nochmal über den Schweden gejagt (war an sich nicht notwendig) und die Schärfe war schon sehr gut meiner Meinung nach. Mir persönlich sogar etwas zu scharf, erst die eben durchgeführte dritte Rasur nach der Auffrischung hatte wieder eine gute Schärfe bei zeitgleicher Sanftheit.
Wie die Körnung zu werten ist, kann ich dir nicht sagen. Aber es reicht meiner Meinung nach allemal aus um das Messer Rasurscharf zu schärfen. Hast du denn schon den Schwedenstein gekauft? Ich würde dir andernfalls anbieten gegen Übernahme der Versandkosten meinen als Leihgabe zum Test zu schicken.
 
Ich danke euch für eure Tipps! Ich fasse das für mich mal zusammen, auch wenn es noch ein paar Momente gibt, die ich nicht ganz verstehe.
Meine geplante Vorgehensweise:
  1. Neue Facette am Naniwa 1000 setzen: Da es ein Übungsmesser ist, ohne den Rücken abzukleben. Das Ganze erfolgt sanft und ohne Druck über den Stein, gedreht wird über den Rücken.
  2. Entgraten: Wenn die Facette überall sauber gesetzt ist, den Grat mit einem Korken oder dem Leinenriemen entfernen.
  3. Naniwa 3000: Ca. 100 Doppelbewegungen, danach wieder über Kork oder Leinen entgraten.
  4. Naniwa 8000: Ca. 100 Doppelbewegungen, danach wieder entgraten.
  5. Naniwa 12.000: Ca. 200 Doppelbewegungen, danach wieder entgraten.
  6. Belgischer Brocken: Ca. 30 Doppelbewegungen, danach wieder entgraten.
  7. Lederriemen: Zum Abschluss ca. 100 Doppelbewegungen.
Dazu hätte ich noch ein paar Fragen, bei denen ihr mir vielleicht weiterhelfen könntet:
  • Muss ich wirklich nach jedem Stein entgraten oder erst ganz zum Schluss vor dem Lederriemen?
  • Wenn der Belgische Brocken ca. 8000 Grit hat, macht es dann Sinn, vorher den Naniwa 12.000 zu nutzen, oder sollte ich direkt vom 8000er zum Belgischen Brocken wechseln?
  • Verstehe ich es richtig: Wenn ich den Belgischen Brocken oder einen Thüringer als Finisher nutze, arbeite ich ohne Slurry, sondern nur unter fließendem Wasser?
 
  • Muss ich wirklich nach jedem Stein entgraten oder erst ganz zum Schluss vor dem Lederriemen
Wenn du konsequent das Messer gegen die Schneide führst, dann musst du nicht entgraten. Allerdings können dabei Mikroausbrüche entstehen. Ich führe das Messer mit dem Rücken voran bis zum 10K Stein, dann entgraten und danach gegen die Schneide auf einen Thüringer.
  • Verstehe ich es richtig: Wenn ich den Belgischen Brocken oder einen Thüringer als Finisher nutze, arbeite ich ohne Slurry, sondern nur unter fließendem Wasser?
Ich arbeite ohne Slurry.
 
Wenn du mit dem 12.000 Stein geschärft/gefinisht hast, dann ist es contraproduktiv auf den Belgischen Brocken zu gehen. Dieser ist, da beißt die Maus keinen Faden ab, grober als der 12.000 Wasserstein.
Auf dem GBB schärfen ist etwas für Könner. Die Kunst ist, den Stein dazu zubringen dass er immer feiner schleift.

Deshalb, lass den GBB weg. Am besten verkaufen. Oder behalte ihn.
Wenn du dann auch ein Virtuose an den Steinen geworden bist, benutze ihn wieder. Aber dann artgerecht, vom Anfang bis zum Finish.
 
Wenn du unbedingt auf dem Naturstein finishen möchtest, dann empfehle ich dir nach dem 8.000 Naniwa einen Gray Slate, eventuell noch vorher einen Mustang und denn den Grey. Oder aber nach dem 8.000 einen Thüringer, Escher, Schwedenstein, Forelle o.ä..
 
Da muß ich mal eine Lanze für den GBB brechen - wenn dir das Messer nach 12k ein wenig zu aggressiv oder zu harsch ist, dann macht es durchaus Sinn den GBB als Finisher zu nutzen - wenig fliessend Wasser, mal nur ein paar wenige Doppelschübe und das Messer wird sanfter (fang mal mit 10 an, teste das Messer und wenn es immer noch zu harsch ist, dann 20…) - es gibt durchaus GBBs, die höher angegeben werden als 8k.
Hast du denn nähere Infos zum Brocken?
Grade seh ich, daß er ca. 8k haben soll - aber auch damit macht das unter Umständen Sinn….
 
Auch wenn man ja jedes Thema hier X-mal neu diskutieren kann und jeder sein Rad neu erfinden wie er mag, aber:

Hier mal was zum Einlesen bzgl. Schärfen mit dem Coticule . Für mich ist das eine "Stand-alone-Lösung", wenn ich nur mit einem Stein zu einer Schneide gelangen will, die scharf genug zu rasieren, aber dennoch angenehm sanft ist. Ich komme in der Regel nicht auf die Idee, den Coti nach einem 12k Naniwa zu verwenden. Da kann man für eine sanfte Schneide auch einen Grey Stone nehmen, wenn man keinen Thüringer pp zur Hand hat.

Und zum Thema Schärfen mit Kunststeinen: Hier habe ich mal eine mögliche Vorgehensweise in "Low-cost" auf einem K1040 beschrieben. Funktioniert selbstverständlich auch mit Naniwa Steinen.

Im Übrigen kann ich jedem, der sich ernsthaft mit dem Schärfen von Rasiermessern beschäftigen will nur anheim stellen, sich mal mit @Senser `s Schärfanleitung zu befassen.

Viele Weg führen bekanntlich nach Rom. Indes kann man sich dabei auch schnell verlaufen. Die drei vorgenannten Wege führen jedenfalls jeder für sich zum Ziel.
 
Guten Abend, Freunde.
Erstens möchte ich mich für eure Hilfe bedanken.

@Hellas , danke für die gesuchten Artikel. Es waren viele Informationen und sie haben mir sehr geholfen.
@mich2525 , danke für das Rasiermesser für Trainingszwecke.
@kumadori , danke für den Swedenstein.
@Status , danke für das Telefongespräch. Es war sehr detailliert und hilfreich.
@Wassermeister , danke für deine Informationen und Unterstützung.
Und auch an alle, die ihre Erfahrungen mit mir geteilt haben.

Ich durfte heute einen Durchbruch erleben und gleichzeitig bin ich ein bisschen verwirrt.

Ich habe heute mein Testrasiermesser genommen, es stumpf gemacht und mit dem Naniwa 3000 angefangen. Schon da war es komisch. Das Rasiermesser fühlte sich ganz anders an. Es fühlte sich „härter“ an und ich konnte starken Materialabrieb im Wasser beobachten.

Also habe ich natürlich weitergeschärft, ohne Angst, das Rasiermesser zu beschädigen.

Dann bin ich zum Naniwa 8000 gegangen. Und seltsam war, dass ich auch dort deutlich Abrieb sehen konnte. Ich konnte die Metallpartikel im Wasser klar erkennen.

Als Nächstes habe ich 100 Doppelzüge am Leinenriemen gemacht.
Und dann bin ich zum Swedenstein gegangen.

Das war ganz interessant. Erstens war es ein sehr befriedigendes Gefühl, das Messer über den Stein zu führen. Dann hat das Messer angefangen zu quietschen und später begann es leicht am Stein zu „kleben“.
Da habe ich aufgehört.

Danach 20 Doppelzüge am Leinenriemen und 100 am Lederriemen.

Und das Ergebnis?

Der Haartest ist einfach super. Das Haar fällt einfach ab, ohne Kraft, ohne alles. Ich war wirklich überrascht. Ich musste keinen Winkel suchen oder mehrmals versuchen. Nur Berührung und das Haar ist durchgetrennt.

Danach habe ich das Rasiermesser knapp über die stehenden Armhaare geführt, ohne die Haut zu berühren. Die Klinge trennt die Haare dabei mühelos.
Also ich bin wirklich zufrieden.

Jetzt werde ich versuchen, das Ergebnis reproduzierbar zu machen.
Und wenn ich es schaffe, dann versuche ich es mit dem Escher.

Noch etwas: Ich habe meine Bewegungen geändert. Ich lege das Messer auf den Stein und mache 20–30 Bewegungen nach vorne und zurück, dann drehe ich das Messer über den Rücken und wiederhole es. Alles ohne Druck.

Was ich allerdings nicht verstehe: Warum schaffe ich es mit dem Aust-Messer nicht? Es fühlt sich beim Schärfen viel weicher an. Es ist nicht schlecht, es ist einfach ganz anders.
 
Erstmal herzlichen Glückwunsch - ist schon ein erhabenes Gefühl wenn man es geschafft hat =)

Jetzt werde ich versuchen, das Ergebnis reproduzierbar zu machen.
Hast du dich auch damit rasiert? Wie war die Rasur?

Was ich allerdings nicht verstehe: Warum schaffe ich es mit dem Aust-Messer nicht? Es fühlt sich beim Schärfen viel weicher an. Es ist nicht schlecht, es ist einfach ganz anders.
Ich weiß zwar nicht was du für ein Testmesser gekauft hast, aber jedes Mess ist ein klein wenig unterschiedlich, eventuell ist der Stahl anders gehärtet, eventuell ist die Schneide etwas dünner ausgeschliffen - alles Dinge die man sowohl beim Schärfen als auch bei der Rasur merkt.

Grüße
 
Hast du dich auch damit rasiert? Wie war die Rasur?
Ja, habe ich heute gemacht. Es hat funktioniert, so wie ich es mir gewünscht habe. Nämlich – die Haare werden einfach abgetrennt und ich fühle kaum etwas.

Und was ich heute noch bemerkt habe: Das Messer bleibt auf der Haut liegen.
Es ist schwer zu erklären. Früher hat sich das Messer anders verhalten, es hat auf die Haare reagiert, im schlimmsten Fall wurde es von den Haaren angehoben. Heute bleibt das Messer einfach ruhig liegen, egal was ich mache.

Und die Haut fühlt sich gut an – kein Jucken, keine Irritation, nichts.
Ich habe das Gefühl, dass meine Haut so auch eine tägliche Rasur vertragen kann.
Warum machst du das Messer stets stumpf vor dem Schärfen?
Ganz einfach – ich bin in der Lernphase. Ich möchte sicher gehen, dass ich die Facette überall richtig gesetzt habe.
Wenn ich das beherrsche, werde ich ganz normal nachschärfen, ohne die Schneide kaputt zu machen.
 
Es geht weiter.
Ich habe es heute wieder mit dem Testmesser gemacht und dann mit dem Aust-Messer wiederholt.

Naniwa 3000
Naniwa 8000
Leinenriemen 100
Schwedenstein
Leinenriemen 20
Leder 100

Hat super funktioniert. Haartest ohne Probleme. Von oben, von unten – egal, das Haar wird sicher und mühelos durchgetrennt.

Was ich verstanden habe:
Es ist wie beim Fahrradfahren – man muss das Gefühl einmal bekommen, dann weiß man, worum es geht. Mit Worten ist das sehr schwer zu erklären.
Ich fange an zu fühlen, wann die Schneide über die ganze Länge gut ist und ich mit dem Stein fertig bin.

Bei synthetischen Steinen gleitet das Messer dann wie auf Eis, es bekommt fast keinen Widerstand mehr. Vor allem gleitet es seitlich, nach vorne, nach hinten – fast so, als würde man eine Münze über Eis schieben.

Bei Natursteinen ist es genau andersherum – das Messer „klebt“ am Stein.

Heute hat es nach dem Naniwa 8000 und dem Leinenriemen den Haartest zwar bestanden, aber für mich fühlt sich das Ergebnis vom Schwedenstein deutlich besser an.
Ich habe hier noch einen gelb-grünen Escher liegen und freue mich schon darauf. Leider muss ich noch überlegen, wie ich das Etikett schütze.

Ich habe auch festgestellt, dass ich lieber harte Steine mag. Deshalb werde ich den GBB La Veinette und den Naniwa Super Stone 8000 verkaufen und mir dafür einen Naniwa Chosera 5000 oder 10000 kaufen.

Wenn jemand einen Chosera hat – was würdet ihr vor dem Naturstein empfehlen?
 
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