Forum der Rasur

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Germania Cutlery-Works Kastor & Co Stahlwarenfabrik (Oxford)

Brille

Very Active Member
Inhaber der Firma ist Nathan Kastor gewesen.
Die Firma existierte von 1896-1938 mit Sitz in Solingen Ohligs
und produziert wohl hauptsächlich für den Export in die USA.
1938 beschlagnahmten die Nazis die Firma.
Quelle
http://www.strazors.com/index.php?id=304&doc=oxford_razor_germania_cutl_works_germany_

Etwas über die Familiengeschichte der Familie Kastor gibt es hier zu lesen
https://forum-der-rasur.de/forum/threads/imperial-razor-adolph-kastor.2666/

Hier ein Oxford Messer
Fundzustand
O11.jpg


Da es eine schöne gleichmäßige Patina ohne Rost hat, hab ich mich dazu entschieden
"so wenig wie möglich zu polieren".
Die Klinge zwischen 5/8 - 6/8 wirkt in dem großen Horn Heft etwas zierlich und läuft nicht sauber
ins Heft (Austauschheft ?).
Da leider ein "Unterlegscheibe" an einer Niete fehlt, wage ich es nicht diese Nachzuschlagen,
da die Klinge sehr leichtgängig ist.
Das wichtigste jedoch ist, das es rasiert und das tut es hervorragend :) .
Istzustand
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O7.jpg


O5.jpg

Gruß Brille
 
Da ja @Brille oben schon Links zur Historie gesetzt hat (der strazors-Link funktioniert aber nicht mehr, da Alex Tseitlin die Seite aufgegeben hat),
mache ich es mir mal einfach und zeige hier einen kurzen Abriss zur Historie von KASTOR's Scheinfirma W.H. MORLEY & SONS, den ich mal auf FB gepostet habe, bevor ich meine entsprechenden Rasiermesser vorstelle...

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Hier dann mein W.H. MORLEY & SONS #224 mit dem CLOVER BRAND als Warenzeichen, das 1893 für die Gebr. Kastor in Ohligs (Rhld.) bei Solingen eingetragen wurde

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und das damals für gerade mal $ 2,50 zu haben war... was damals aber auch schon viel Geld für einen "Normalverdiener" war...

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Ein hübsch häßliches 3/8 Geradkopf ohne Nummer kann ich auch noch zeigen... es hat aber schon viel und heftig arbeiten müssen und die beste Zeit hinter sich...

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Mit scharfen Grüßen aus der Klingenstadt
Rainer
 
Das ist wirklich interessant, danke für die Informationen! Es ist erschreckend zu lesen, wie die Firma im Jahr 1938 von den Nazis beschlagnahmt wurde. Solche Geschichten geben einen Einblick in die schwierigen Zeiten, die viele Familien und Unternehmen damals durchmachen mussten. Besonders spannend finde ich, dass die Firma anscheinend vor allem für den Export in die USA produzierte. Hast du mehr Informationen darüber, was genau die Familie Kastor auszeichnete oder ob es noch Nachfahren gibt, die die Geschichte weiter bewahrt haben?
 
Das ist wirklich interessant, danke für die Informationen! Es ist erschreckend zu lesen, wie die Firma im Jahr 1938 von den Nazis beschlagnahmt wurde. Solche Geschichten geben einen Einblick in die schwierigen Zeiten, die viele Familien und Unternehmen damals durchmachen mussten. Besonders spannend finde ich, dass die Firma anscheinend vor allem für den Export in die USA produzierte. Hast du mehr Informationen darüber, was genau die Familie Kastor auszeichnete oder ob es noch Nachfahren gibt, die die Geschichte weiter bewahrt haben?

Was aus den Kastor Brüdern in Solingen bzw. Deutschland geworden ist, läßt sich nicht nachvollziehen... selbst in Foren und Seiten, die sich mit der Aufarbeitung der Nazi-Zeit beschäftigen, finden sich nur wenige Hinweise bis Kriegsende.

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International wird KASTOR immer mit der Fa. CAMILLUS CUTLERY in Camillus, New York in Verbindung gebracht, die von den Kastor Brüdern 1901 aufgekauft und bis 1939 von diesen betrieben wurde.

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Danach übernahm der 1922 eingetretene Teilhaber Albert M. Bear die Leitung.
1942 ging die Firma an ULSTER Cutlery und 1947 schließlich an IMPERIAL Cutlery mit sämtlichen Markenrechten über.

Hier die Übersetzung einer US-Seite zu CAMILLUS:

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Der Markenname KASTOR wurde in den USA zum Kriegsende, spätestens nach dem Tod von Adolph Kastor 1946 aufgegeben.
Die Solinger Fabrikgebäude wurden seit der Beschlagnahme 1938 bis Kriegsende als Fertigungsstätte für kriegswichtige Artikel und später zur Produktion von Schirmteilen umgewandelt.
 
Was aus den Kastor Brüdern in Solingen bzw. Deutschland geworden ist, läßt sich nicht nachvollziehen... selbst in Foren und Seiten, die sich mit der Aufarbeitung der Nazi-Zeit beschäftigen, finden sich nur wenige Hinweise bis Kriegsende.

Anhang anzeigen 199468

International wird KASTOR immer mit der Fa. CAMILLUS CUTLERY in Camillus, New York in Verbindung gebracht, die von den Kastor Brüdern 1901 aufgekauft und bis 1939 von diesen betrieben wurde.

Anhang anzeigen 199487

Danach übernahm der 1922 eingetretene Teilhaber Albert M. Bear die Leitung.
1942 ging die Firma an ULSTER Cutlery und 1947 schließlich an IMPERIAL Cutlery mit sämtlichen Markenrechten über.

Hier die Übersetzung einer US-Seite zu CAMILLUS:

Anhang anzeigen 199484

Der Markenname KASTOR wurde in den USA zum Kriegsende, spätestens Rabona nach dem Tod von Adolph Kastor 1946 aufgegeben.
Die Solinger Fabrikgebäude wurden seit der Beschlagnahme 1938 bis Kriegsende als Fertigungsstätte für kriegswichtige Artikel und später zur Produktion von Schirmteilen umgewandelt.
Toll! Danke für die detaillierte Antwort
 
Hier nun mal eines meiner Kastoren - "Our Daisy":

Interessanterweise mal eins mit richtiger KASTOR Adresse, das wohl komplett in Solingen gefertigt wurde, allerdings auch ein Exportmesser.
Allderdings scheint das Heft mit dem Nagelniet später drangekommen zu sein...

Das Warenzeichen O-B-M wurde bereits 1896 registriert und bedeutet ausgeschrieben OUR BEST MAKE.

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Gab es auch als Wort-Bildmarke mit quer verlaufendem Degen...

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