Forum der Rasur

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Heute habe ich ein Messer geschärft...

Dank einer großzügigen Leihgabe von @Ni3mand konnte ich endlich einen blinden Fleck in meiner Messerrasurwelt loswerden. Nämlich das Schärfen mit einem Coticule. Ich war immer bisher davon ausgegangen, dass ich stundenlang die Klinge auf dem Stein rubbeln müsste, da ein Coticule ja auch als Finisher benutzt wird und Finisher als langsam gelten. Das für ein gewaltiger Irrtum.

Tatgegenstände:

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Da ich für meine ersten Experimente mit einem Coticule kein geschärftes Messer stumpfen wollte, habe ich ein Messer genommen, das ich bisher noch gar nicht geschärft hatte: Mein Engelswerk 57.

Ich habe den Rücken des Messers abgeklebt und mit dem Anreiber eine milchige Slurry erzeugt. Nun kam eine mir vertraute Vorgehensweise, dem Schärfen eines Rasiermessers mit Hin- und Herbewegungen, ohne die Klinge zu wenden. Da ich das gewohnt bin, bin ich das etwas flotter herangegangen und war war fast schon erschrocken, dass die Klinge innerhalb von wenigen Minuten so weit war Armhaare problemlos zu schneiden. Danach habe ich die Slurry erneuert und nun die Klinge gegen die Schneide geführt. Dabei etwa dreimal die Slurry verdünnt, nämlich immer dann, wenn ich einen Slurry Undercut erkennen konnte. Zum Schluss Rücken doppelt abgeklebt und nur mit Wasser 10 Doppelschübe gegen die Schneide absolviert. Das ganze Schärfmanöver hat maximal 15 Minuten gedauert!

Die heutige Rasur war sehr angenehm. Mir fehlt der Vergleich wie das Messer mit einem Thüringer geworden wäre, aber die Schärfe ist voll in Ordnung und kann so bleiben. Wenn das gleich am Anfang so gut funktioniert hat, wie ist wohl die Schärfe, wenn mit der Zeit mehr Erfahrung dazu kommt?!

Ich weiß nicht, ob ich mich jetzt bei @Ni3mand bedanken soll. Ich verspüre seit gestern Abend den unbedingten Drang Geld für einen Coticule ausgeben zu wollen :smoker1

Vielen Dank, lieber @Ni3mand , für dein Vertrauen und natürlich für die Erfahrung, die ich mit deinem Stein machen durfte. Ich habe wieder etwas gelernt.
 
Wie willst du denn drücken um die Facette nicht zu erreichen.
Naja, theoretisch zumindest, wenn man auf die Facette so stark drückt, dass sie sich durchbiegt, könnte es sein, dass man die Spitze nicht mehr erreicht. War jedenfalls gelegentlich hier oder drüben von den Experten zu lesen. Deswegen gibt man ja Druck auf den Rücken, oder? Allerding sgont es Messer, wo ich das Gefühl habe, dass die Klinge an manchen Stellen nicht 100%ig aufliegt. Vermutlich, weil sie ganz leicht krumm sind. So z.B. o.g. Böker. Dann gebe ich an der Stelle eben ganz leicht (!) ein bisschen Druck direkt auf die Facette. Bei mir hat es funktioniert. Bin da halt immer noch ein wenig unsicher.
 
@mensch
Das hat schon recht lange gedauert.
Ist immer abhängig davon, wie die alte Facette aussieht, wieviel runter muss.
Wie @Alvaro ja geschrieben hat, öfters den Stein reinigen und "anreiben".
Je nach dem was man für Steine hat, ist es noch Abhängig davon, mit wieviel Wasser man die betreibt.
Ich persönlich betreibe die NSS mit "viel Wasser" (sind dadurch langsamer).
Dann spielt der "Druck" auch eine große Rolle, muss man ausprobieren, Steine kennen lernen usw..
Wenn man dann auch noch eine Klinge / Stahl hat, die höher "gehärtet" sind dauert, dauert es hat etwas länger.
 
Bei einem Schärfauftrag lag eine ordentliche Macke vor. Da musste heute mal wieder der 2000er/5000er Kombistein hergenommen werden. Nach kaum 200 DS auf dem 2000er, konnte der 5000er egalisieren und der Schiefer glätten.
Jetzt kam das Lederbrett mit schwarzer Bacher-Paste zum Einsatz. Danach das Baumwollbrett und dann das Lederbrett.
Armhaare in ein paar Millimetern Entfernung zur Haut, fielen wie die Grashalme beim mähen. Da kein Messer meine Hände verlässt, ohne Testrasur, zeigte sich auch dabei, daß die Schärfe gelungen ist. Übrigens wurde die komplette Progression mit einer Lage TESA strong auf dem Rücken absolviert.
Reinigen Desinfizieren und leicht ölen, damit sich ein FdR Mitglied wieder schön rasieren kann.

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Naja, theoretisch zumindest, wenn man auf die Facette so stark drückt, dass sie sich durchbiegt, könnte es sein, dass man die Spitze nicht mehr erreicht.
Wie soll denn das gehen?
Da müsste man aber schon ordentlich in die Höhlung drücken damit ein Punkt hinter der Facette als zweiter Auflagepunkt entsteht.
Aus meiner Sicht totaler Blödsinn.
Das Messer liegt an zwei Punkten auf, auf dem Rücken und auf der Facette.
Sollte der Punkt an der Facette NICHT die vordere Spitze sein ist einfach nicht durchgeschärft oder die Facette ist ballig
Vermutlich, weil sie ganz leicht krumm sind.
Wenn die Klinge krumm ist sieht man das aber an der Facette Breite, und dann würde ich auch nicht drücken
 
Das Messer liegt an zwei Punkten auf, auf dem Rücken und auf der Facette.
Sollte der Punkt an der Facette NICHT die vordere Spitze sein ist einfach nicht durchgeschärft oder die Facette ist ballig

Oder der Rücken ist schief / krumm. Dann liegt die Facette nicht gleichmäßig auf und es sieht im ungünstigen Fall nach dem ersten Versuch zu schärfen so aus:

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(Die Schulter habe ich erst danach so platt gemacht)
 
Oder der Rücken ist schief / krumm. Dann liegt die Facette nicht gleichmäßig
Solche Messer sind wahrlich beim Schärfen keine Freude, gerade wenn man sich am Beginn
seiner Karriere mit den lieben Steinchen befindet. In manchen Fällen ist es hilfreich, auch
ein wenig abseits des geübten und oft für logisch zu haltende Maßnahme zu denken & agieren.

Jeder, der Rasiermesser schärft wünscht sich breite, plane Steine und ebenso gerade Messer, das
ist aber halt nicht immer so. Insofern „bearbeitete“ Steine, d.h. synthetische oder Natursteine, deren
Kannten bearbeitet sind verwendet werden, kann man sich behelfen, indem man genau diese Kannten
nutzt. Das heißt, nicht auf der großen Fläche schärft, sondern die (vermeintlich krumme) Klinge partiell
auf einer der schmalen Seiten/Kannten bearbeitet. Ja, so etwas bedarf Übung, das braucht aber das
„normale“ Schärfen auch.;)

Gruß
Gregor
 
Jeder, der Rasiermesser schärft wünscht sich breite, plane Steine und ebenso gerade Messer, das
ist aber halt nicht immer so. Insofern „bearbeitete“ Steine, d.h. synthetische oder Natursteine, deren
Kannten bearbeitet sind verwendet werden, kann Mann sich behelfen, indem man genau diese Kannten
nutzt. Das heißt, nicht auf der großen Fläche schärft, sondern die (vermeintlich krumme) Klinge partiell
auf einer der schmalen Seiten/Kannten bearbeitet. Ja, so etwas bedarf Übung, das braucht aber das
„normale“ Schärfen aber auch.
Ich denke darüber gibt es auch einen eigenen Strang
 
Da müsste man aber schon ordentlich in die Höhlung drücken damit ein Punkt hinter der Facette als zweiter Auflagepunkt entsteht.
Aus meiner Sicht totaler Blödsinn.
Nun ja, imho braucht es da nicht unbedingt einen zweiten Auflagepunkt dafür. Wir sind uns vermutlich einig, dass der Winkel an der Facette bereits bei leichtem Durchbiegen spitzer würde. Wenn man es schafft, mit konstantem Druck zu schärfen, wäre das ggfs. egal. Glaube aber nicht, dass man das schafft.

Wenn die Klinge krumm ist sieht man das aber an der Facette Breite, und dann würde ich auch nicht drücken
Und was machst Du, wenn die Facette in einem Bereich (in meinem Fall der vordere Teil, gar nicht erst entsteht, obwohl der Stein plan ist* und der Rücken komplett aufliegt (ok, vielleicht ist dann auch nicht der Rücken, sondern die Klinge verbogen)?

* Zudem drehe ich den immer wieder mal, damit eben genau die Ursache "Stein nicht plan" möglichst ausgeschlossen wird.
 
Es sollte als Denkanstoß/Inspiration dienen…
Wie auch mein Beitrag.


Und was machst Du, wenn die Facette in einem Bereich (in meinem Fall der vordere Teil, gar nicht erst entsteht, obwohl der Stein plan ist* und der Rücken komplett aufliegt
Dann würde ich z.B. genau das machen was @DailyDriver oben anregt oder etwas an der Breite abnehmen (nur im absoluten Notfall, hatte ich noch nie)

Es gibt eben keinen Königsweg, manchmal muss man eben einen suchen.
Ich glaube. Nicht, dass es ein Messer gibt welches sich nicht schärfen lässt, sie wurden ja auch bei der Herstellung geschärft (irgendwelche Billigsäbel Mal ausgenommen)
Ich habe einmal im "Gut rasiert Forum" einmal einen Strang dazu eröffnet und dort Messer gezeigt
 
Blöde Frage, hast du das Problem nur auf einer Seite, dass sich keine Facette bildet?
Wenn ja ist doch an dieser Stelle nur der Winkel etwas kleiner da die Facette ja auf der zweiten Seite die vorderst Stelle ja erwischt, dürfte sich höchstens bei der Standzeit bemerkbar machen.

Auch hier gilt wieder " Die Rasur ist die einzige Wahrheit"
 
Blöde Frage, hast du das Problem nur auf einer Seite, dass sich keine Facette bildet?
Bei dem o.g. Böker wure die Facette merkwürdigerweise auf keiner Seite erwischt. Ich habe dann (war mal ein Tipp aus irgendeinem anderen(?) Faden hier) an der Spitze ganz bisschen Druck mit Zeigefinger (hin) und Daumen direkt auf die Facette gegeben. So hat es dann geklappt.

Wenn ja ist doch an dieser Stelle nur der Winkel etwas kleiner da die Facette ja auf der zweiten Seite die vorderst Stelle ja erwischt, dürfte sich höchstens bei der Standzeit bemerkbar machen.
Das Problem kenne ich auch. Die betreffenden Messer muss ich mir aber nochmal in Ruhe vornehmen. Ich denke, auch da werde ich mit gezieltem (leichten!) Druck direkt auf Teile der Facette zu arbeiten versuchen. Jedenfalls komme ich da nicht weiter mit nur Druck auf den Rücken ausüben (in Schub-/Zugrichtung), wie es immer heißt.

Auch hier gilt wieder " Die Rasur ist die einzige Wahrheit"
Naja, meiner Erfahrung nach funktionieren diese Tests eigentlich immer ganz gut. Leider auch umgekehrt. Wenn z.B. die Haarprobe direkt über dem Haltepunkt nicht auf ganzer Länge funktioniert, bekomme ich das Messer nicht vernünftig rasurscharf. Oft genug ausprobiert (also einfach trotzdem Progression zu Ende gebracht). :frown
 
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