Forum der Rasur

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Kamisori schärfen - was ist zu beachten?

BloodyCut

Writes More Here Than At Work
Der Titel ist Programm :cool:
Was ist beim schärfen eines Kamisoris zu beachten?
Ist es gleich wie beim Rasiermesser oder gibt es Besonderheiten auf die zu achten wären?

Ich konnte über die SuFu nicht viel finden. Falls ich was übersehen hab bitte verschieben.

Ich freu mich schon auf zahlreiche Antworten :D

PS: Um diese Messer geht es:

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Habe zumindest das hier gefunden:

Die Klinge eines Kamisoris hat zwei Seiten, eine obere „Omote“ und eine untere „Ura“, wobei auf der Uraseite der verwendete Stahl und der Name des Schmieds gestempelt sein kann. Tamahagane wird ausschließlich für die untere Seite verwendet, für die obere kommt weicheres und elastischeres Eisen zur Anwendung. Geschärft/poliert wird im Wesentlichen – anders als beim europäischen Rasiermesser – im Verhältnis 3:1, d. h. 3 Schübe auf der Omote-Seite und dann erfolgt 1 Zug auf der Ura-Seite. Zu diesem Punkt gibt es aber verschiedene Meinungen, so schärfen/polieren einige Leute auch im Verhältnis 7:2, um die perfekte Schneide zu erhalten.

Im Vergleich zu einem westlichen Rasiermesser hat ein Kamisori eine asymmetrische Klingenform und wird üblicherweise nur mit einer Seite zur Wange genutzt.
 
Ganz richtig!
In deinem Fall ist die obere Seite auf dem letzten Bild auch oben. Ich wage mal zu bezweifeln, dass man den Unterschied bemerkt, ob nun 3:1 (6:2) oder 7:2 geschärft wurde. Tendenziell eher 7:2 oder höher. Die Ura Seite bekommt bei mir alle 10 Schübe zwei bis drei Schübe mit ab. Das richtet sich aber auch nach dem Abnutzungsgrad des Kamisori. Ich klebe mein Kamisori auch ab, weniger des Winkels wegen, nur der Schönheit halber. Auch über das Abkleben gehen die Meinungen auseinander. Aber so ist das nun einmal bei Freaks...;)
 
@BloodyCut
Jetzt hast du mich kurz in Verlegenheit gebracht ,habe mal schnell mein altes Kamisori aus einer Schublade gekramt und mir kurz ins Gesicht gehalten .
Die Ura Seite , also die mit dem Stempel ist dem Gesicht abgewannt endsprechend ist die zu schärfende Seite die Omote dem Gesicht zugewannt.
Aus dem Stegreif hätte ich jetzt glatt andersrum getippt.
So oft habe ich mich mit einem Kamisori noch nicht rasiert und bei meinen Western Kamisori spielt die Seite ja keine Rolle.
 
Ich weiß zumindest so viel über Kamisoris und die Anwendung, dass es grundsätzlich KEIN Selbstrasierer war, sondern man immer rasiert wurde. Und da die linke Hand bei den Japanern in der klassischen Kultur immer eine untergeordnete Rolle spielt, gibt es auch nicht die Frage, welche Hand das Messer beim „Kunden“ geführt hat.
Wenn du es also in die rechte Hand nimmst und eine andere Person damit rasieren würdest, hast du die richtige Seite.
Bedeutet, die stärker abgenutzte Seite (die Ura) kommt zum Gesicht.
Du siehst auch im Bereich der runtergeschliffenen Stelle am Messer eine zweite Metallfarbe. Dort geht das weichere Eisen in die harte Tamahagane-Platte, dem wertvollen und harten Stahl für die Schneide, über.
 
Kamisori sind und waren keine Selbstrasierer da hat @Nightdiver recht aber egal ob ich mich selbst oder einen anderen rasieren würde
mit rechts gegriffen ist die Ura Seite also die Seite die kaum geschärft wird dem Gesicht abgewannt.
Vielleicht gibt es in unseren Reihen einen richtigen „ Kamisoristi" der es besser und genauer erläutern kann.
 
Ich rasiere mich häufiger mit Kamisoris. Dabei muß man unterscheiden: Es gibt die klassischen, asymetrischen Klingen und in der neueren Zeit (20. Jh.) auch symetrische, also europäisch geformte Klingen. Ich besitze z.B. ein Hoshi Tombo, das ist symetrisch im Anschliff. Vermutlich eine Reaktion darauf, dass auch der japanische Mann sich zunehmend selbst rasieren musste/konnte/wollte.
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Diese faltbaren Kamisoris - wie auch das von Dir gezeigte - sind oft auch nicht mehr in der traditionellen Weise geschmiedet. Zum Einsatz kam häufig schwedischer Stahl für eine Monostahlklinge. Das spielt für uns als Nutzer nur eine untergeordnete Rolle, scharf werden diese Messer genauso und nur sehr selten macht sich während der Rasur ein Unterschied bemerkbar. Aus meiner Erfahrung haben die traditionellen, feuerverschweißten Klingen eine höhere Standzeit. Und nur bei meinem Iwasaki bemerke ich einen Unterschied während der Rasur. Warum, weiß ich nicht. Ich schärfe immer auf den gleichen Steinen mit minimalen Änderungen (verschiedene Nagura). Es liegt wahrscheinlich an einer sehr ausgetüftelten Wärmebehandlung des Stahls. Die Stahlsorten selbst sind nicht so verschieden.
Während der Rasur wechsle ich natürlich die Seiten. Immer führt bei mir die rechte Hand - ich rasiere quasi die rechte Gesichtshälfte mit einem falsch geführten Kamisori. Zumindest in der Aufwärtsbewegung gegen den Strich. Dabei verringere ich den Winkel zur Haut adäquat zur Klingengeometrie. Möge der japanische Rasiergott mir verzeihen, es funktioniert sehr gut.
Dein Messer ist im Rücken immer mit geschliffen worden. Das ist ja eigentlich auch vernünftig - der Klingenwinkel bleibt im Prinzip identisch und man kann sehr gut den Grad der Politur an der breiten Auflagefläche beurteilen. Für die Schneidengeometrie gelten keine anderen Regeln als für unsere europäischen Messer. Nur dass die Schneide bei Kamisoris entprechend dem Anschliff asymetrisch ist. Ich achte beim Schärfen darauf, dass die Ura Seite sich nicht verändert. Von daher zähle ich auch nicht mit, sondern bewerte das rein von der Ansicht.
 
Was ich noch vergaß: Kamisori ledere ich nicht wie normale Rasiermesser. Ich ledere mit liegendem Riemen und lege eine Zeitung drunter. Man kann sich aber auch ein Brettchen bauen, dünnen Filz (sowas wie Klavierfilz) aufkleben und darüber das Leder. Bislang war ich dafür zu faul und mache es wie oben beschrieben an der Tischkante. Sinn der Sache ist ein eher harter Andruck, nicht so weich wie beim gespannten Hängeriemen. Mit hartem Andruck meine ich nicht, das während des Lederns aufgedrückt wird, sondern die Festigkeit des Leders. Mit dieser Methode habe ich bei Kamisoris deutlich bessere Schneideneigenschaften.
 
So, bin mal gespannt wie es morgen klappt.
Bin mit dem King 1k eingestiegen, 5k, 12k, Herbertz. Armhaare springen ja super weg, Barthaare schneidest auch freihängend, aber, den Haartest mit den Haaren meiner Frau (blond, ungefärbt, sehr dünn) schafts nicht.
Geledert hab ich's wie von @lotse oben beschrieben.
Mal schauen :D, zur Not liegen ja noch ein paar andere "schafe" Messer bereit ;)
 
Also, ich hab zwei DG's mit dem Kamisori heute gemacht. Mit der "richtigen" Seite (Stempel zum Spiegel) wo ich's hinbekommen hab und da wo halt nicht dann mit der "falschen" Seite.
Den letzten DG hab ich dann mit dem R41 gemacht um mal zu schauen wieviel noch wo steht. Eingebildet hab ich mir, dass an den Stellen, die ich mit der richtigen Seite rasiert hab weniger übrig war. Im Halsbereich war es am ausgeprägtesten. Hier hab ich mit dem R41 auf der rechten Seite noch richtig was abgeräumt und auf der linken nur noch "nachgebessert".
Hm, das ruft doch nach Übung!!
Und ich werd das Messerchen noch mal über die Steine schicken und mal als Finisher den "AlvaRo sharpening Stone" nehmen.
Mal schauen wies dann wird. :cool:

@lotse:
Das Ledern auf einem fest (sehr fest) gespannten Schraubspannriemen müsste doch auch gehen, oder ist da auch zu viel "Durchhang"?
Ich hatte auch schon mal Rasiermesser auf Schaumstoff abgezogen, die waren mir dann allerdings wesentlich zu überagressiv, vll probier ich das bei diesem Messer auch nochmal, irgendwie sollte das mit dem HHT schon noch klappen...:rolleyes:
 
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