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Kleine Anleitung Griffschalen für Rasiermesser selber machen

Drechsler

Active Member
Hallo,

ich dachte, es könnte den einen oder anderen interessieren. Daher hier der Beginn einer kurzen Anleitung, wie ich meine Griffschalen bastele.

Ich hatte noch eine kleine Dreidecker-Klinge, die ich bei Revisor mit bestellen musste, um den Mindestbetrag (oder war es dann ohne Versandkosten) zu erreichen.

Als erstes beginne ich, die Klinge auf mögliche Heftformen zu legen, um zu sehen, was passen könnte.

Das pdf mit den Vorlagen ist ganz unten.

Wenn ich eine passende Form ausgewählt habe, drucke ich die passende Seite auf einen dünnen Karton, schneide sie aus und klebe sie mit doppelseitigem Klebeband auf das Material, aus dem die Griffschalen entstehen sollen.

Hier z.B. ein grün eigefärbtes Holz (Muschelahorn).

Die 10mm Stärke des Holzes sollten eigentlich ausreichen, um es später in der Mitte zu trennen.

In den nächsten Tagen geht es weiter.

IMG_6204.JPGIMG_6205.JPG
 

Anhänge

  • Scale-Drawings.pdf
    896 KB · Aufrufe: 11
Da ich ja auch einige Acrylschalen selbst hergestellt habe, interessiert mich deine Vorgehensweise sehr. Vor allem deine Werkzeuge.

Für alle, die Acryl benutzen wollen: Das Acryl muss "gegossen" sein, sonst entstehen ganz schnell Abplatzer. Gegossenes Acryl kann man sägen und abschleifen.
 
Danke für die Blumen. Ich wusste leider selbst nicht mehr, von wo ich die Vorlage für die Griffschalen hatte.

Klar, Maschinen und Maschienchen erleichtern die Arbeit. Aber statt eine Dekupiersäge kann man auch eine Laubsäge einsetzen und statt einem Bandschleifer geht es auch per Hand zu schleifen.

Ich werde mal drauf achten, immer auch eine Alternetibe für den Hausgebrauch vorzustellen.

Das mit den Auftragsarbeiten... eher ungern. Dafür ist das, was ich da mache einfach zu unprofessionell.

Aber folgendes Angebot. Wenn jemand Interesse hat, seine eigenen Schalen herzustellen und sich das nicht oder nicht ohne Unterstützung zutraut, könnt ihr gerne Kontakt mit mir aufnehmen und in meiner Werkstatt mit meinen Maschinen eure Griffschalen selbst herstellen.

Wir können das Material absprechen und ich kann ggfls. Tipps geben, wo ihr das Material vorab beschaffen könnt.

Alles weitere, wie Schleifmaterial, Nieten etc. ginge auf meine Kappe und würde euch nichts kosten.
 
Danke für die Blumen. Ich wusste leider selbst nicht mehr, von wo ich die Vorlage für die Griffschalen hatte.

Klar, Maschinen und Maschienchen erleichtern die Arbeit. Aber statt eine Dekupiersäge kann man auch eine Laubsäge einsetzen und statt einem Bandschleifer geht es auch per Hand zu schleifen.

Ich werde mal drauf achten, immer auch eine Alternetibe für den Hausgebrauch vorzustellen.

Das mit den Auftragsarbeiten... eher ungern. Dafür ist das, was ich da mache einfach zu unprofessionell.

Aber folgendes Angebot. Wenn jemand Interesse hat, seine eigenen Schalen herzustellen und sich das nicht oder nicht ohne Unterstützung zutraut, könnt ihr gerne Kontakt mit mir aufnehmen und in meiner Werkstatt mit meinen Maschinen eure Griffschalen selbst herstellen.

Wir können das Material absprechen und ich kann ggfls. Tipps geben, wo ihr das Material vorab beschaffen könnt.

Alles weitere, wie Schleifmaterial, Nieten etc. ginge auf meine Kappe und würde euch nichts kosten.
danke auch an dich, ebenso an @DailyDriver

ihr habt mich da inspiriert. hab mir schon 3 hölzer ausgesucht. nieten und rivets würde ich via koraat bestellen. fehlt nur noch das Kleinwerkzeug. aber die Idee steht was schlaues nächstes jahr zu machen. Falls ich nicht weiterkomme glaube ich du wohnst nicht all zu weit weg von meiner mutter :cool: wenn ich mal da wieder hinkomme
 
Weiter geht es mit der Dekupiersäge. Hier meine Frommia von 1964.

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Grob ausschneiden. Besser bisschen zu größ als zu klein. Alternativ könnte man auch eine Laubsäge verwenden oder die Ecken etc. grob mit einer anderen Säge wegschneiden.

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Dann auf meinen gebrauchten Billigbandschleifer und die Außenform sauber schleifen. Möglich wäre auch eine Raspel und/oder ein Feile, per Hand schleifen oder mit einem Schleifteller an der Bohrmaschine. Bandschleifer (gebraucht € 40,-) ist aber schon angenehmer.

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Bisher waren meine Schalenmaterialien dünn genug, dass ich den Rohling nicht in der Mitte trennen musste. Hier also die Premiere. Die Dekupieräge hat sich nicht dafür bewährt, habe dann die Japansäge genommen (dünner Schnitt = wenig Materialverlust) und per Hand gesägt.

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Jetzt kam wieder der Banschleifer zu Einsatz, im die Schnittflächen zu glätten. Ein plan aufgelegtes Blatt Scheifpapier geht aber zum per Hand schleifen auch.

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Als nächstes klebe ich die Hälften wieder mit doppelseitigem Klebeband zusammen. Da das letzte Klebeband aber für die anderen Griffschalen draufgegangen und heute Feitertag ist, ist hier für heute erst mal Feierabend.

Euch ein gutes Jahr 2026 und wenn ihr die Bilder jetzt gesehen habt, könnt ihr ja vielleicht auch nachvollziehen, warum ist so was nicht als Auftragsarbeit anbieten kann.
 
Nun kommen die Löcher für die Nieten oder Schrauben. Bohrer 2mm. Bei einer Standbohrmaschine (meine ist für ein 2mm Loch ein klein wenig überdimensioniert) ist das Loch natürlich immer schön im rechten Winkel. Handbohrmaschine geht aber auch.

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Jetzt kann der für die Form der Griffschalen aufgeklebte Karton ab.

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Zum grob schleifen verwende ich so eine elektrische Feile. Muss man aber höllisch aufpassen. Was weg ist, ist weg. Handfeile oder grobes Schleifpapier geht auch und ist vermutlich ungefährlicher.

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Nun zwei Bilder, bei dem beim ersten eine Seite , beim zweiten beide Seiten grob geschliffen sind.

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Jetzt beginnt das schleifen von Hand. Ich hatte 120er, 180er, 240er, 320er, 400er, 600er und 1000er Schleifpapier. Man sollte die Abstufungen nicht zu groß wählen. Sonst schleift man sich, um die Riefen der Vorgängerkörnung zu erntfernen, einen Wolf.

So sehen die Schalen dann fein geschliffen aus. Die Poren habe ich noch mit Druckluft ausgepustet (ein Bürstchen geht auch).

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Hier sind sie jetzt mit einen Holzöl behandelt. Nun poliere ich die Griffschalen mit Carnaubawachs. Erst das braune, dann das weiße.

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Das obere ist mein Polierbock. Eigentlich ein normaler Schleifbock, den ich aber umgepolt habe, dass er andersrum läuft. Natürlich habe ich auch die Welle gedreht, weil sich sonst die Muttern, an den Enden der Welle, aufdrehen könnten.

Man könnte auch per Hand oder mit einer kleinen Polierscheibe auf einer Bohrmaschine polieren.

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Mit einer feinen Klinge habe ich die Schalenhälften dann an der verklebung mit dem doppelseitigen Klebeband getrennt und so sehen sie jetzt aus.

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Das nächste wird dann der Keil und das verheiraten der Klinge mit den Griffschalen sein.

Für den Keil plane ich wieder ein Stückchen Tagua-Nuss.
 
Da das letzte Klebeband aber für die anderen Griffschalen draufgegangen und heute Feitertag ist, ist hier für heute erst mal Feierabend.
Zuerst einmal vielen Dank für den tollen, ausführlichen Bericht! :daumenhoch

Ich habe da als Alternative mal dir Pappe von einem Schreibblock (schön dünn und trotzdem recht grob) und mit Wasser
verdünnten Holzleim (normalen Ponal-Holzleim) benutzt, funktioniert tadellos, sollte aber ausreichend Zeit zu trocknen
bekommen. Nach dem trennen sind die Reste relativ leicht mit einer Ziehklinge und/oder Schleifpapier entfernbar.
 
Ja, als Hobbydrechsler kenne ich das natürlich. Auch wenn ich es noch nie gamacht habe. Das ist ein klassische Papierverleimung. Meist wird sogar nur eine Lage Zeitungspapier verwendet. So lassen sich identische Halbsäulen für Schränke, Uhre etc. drechseln.
 
@Drechsler
Tolle Anleitung, aber ich musste lachen.
Warum?
Es hat mich an eine DIY Anleitung zum Bau von irgendetwas in einem alten MAD Heft erinnert.
Alle Werkzeuge würden als selbstverständlich vorausgesetzt, inklusive einer Walzstrasse für Stahlblech.
Lediglich für einen Hammer gab es die Empfehlung, dass dieser auch durch einen Stein ersetzbar sei
 
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