Forum der Rasur

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Koch&Schäfer, Solingen Wald (z. B. KAMA, DABO).

The Celebrated

FdR-Pate
Nichts gefunden, also neuen Thread eröffnet zur Firma Koch&Schäfer aus Solingen. Auf die Schnelle kaum was gefunden, bei Revisor gibt es ein tolles Foto:

Hier ein superschönes Messer samt etwas Historie:

Hier gibt es diesen Eintrag zur Firma: Koch & Schäfer, Kama-Stahlwarenfabrik. Solingen in 1925 and 1928. Brand name: ‘Kama’ (1926?).

Da wird sich sicher noch einiges finden lassen. Ich warte derzeit auf zwei 15/16 Brummer von KAMA und hatte zufällig in einer Kleinanzeige dieses hübsche Kama Nr.217 in 5/8 entdeckt und wegen fast NOS Zustand erworben. Es hat die von mir geliebten Schalen in Perluttoptik, ist vollhohl ausgeschliffen und fast 11/16 breit. Zusätzlich Doppelansatz, Erlbremse mit Zierniet, große Ätzung/Vergoldung und polierte Klinge weisen es als durchaus kostpieliges Messerlein aus.

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Da sind sie schon, zwei dicke, vollhohle Rundköpfe namens KAMA Nr.30. Wunderschöne Schalen (Material?), sehr dünn ausgeschliffene Klingen, Tiefenätzung mit Lackierung, Erlbremse. Top Messer mit mehr oder weniger Lagerspuren, die aber an unverdächtigen Stellen sind. Freue mich sehr auf eine erste Verwendung, werde sie aber wohl schärfen lassen. Die Perspektive durch die Kamera täuscht, haben beide satte 15/16 Breite zu bieten.

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Leicht verschliffenes KAMA Nr.77. Nicht mit dem Zustand meines 77'er Herder zu vergleichen, das zu meinen Lieblingsmessern zählt: https://forum-der-rasur.de/forum/threads/herder-friedrich-abraham-sohn.856/page-2#post-129735
Trotzdem auch ein schönes, altes Messer, auch wenn es Honewear aufweist und die Klinge bereits leicht lächelt. Viel kann an Breite aber nicht fehlen, es hat noch fast 13/16 zu bieten. Die Ätzung und Vergoldung ist leicht verblasst, die Flecken davor konnte ich später weitgehend auspolieren. Die Rückseite ist seitdem auch gut. Das Messer war mit vollhohler, polierter, geätzter, vergoldeter Klinge mit Geradkopf und Doppelansatz kein Billigheimer, Die Schalen sind aus Zelluloid und mit Intarsie und Erlbremse versehen. Der Erl ist beideitig serriert.

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Falls jmd auch ein KAMA, wie von Henning oben gezeigt, reinigen und aufpolieren mag, bspw wegen Rost am Erlniet wie ich., so sollte er sich hüten die schönen rotbraunen Schälen zwecks Reinigung allzu lange im Wasser zu lassen.
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Diese sind nämlich nicht aus einem Bakelitmaterial, wie ich vermutete, sondern bestehem aus einer Art gepresstem Zellstoff bzw. Pappe und lieben Wasserkontakt entgegen ihrem Aussehen nicht sehr und neigen zur Aufkösung :D
Mist... muss ich wohl lackieren oder so und dann wieder dranhämmern.
 

maki72​

Hast Du mal mit dem Gedanken gespielt, eventuell den Rand abzuschleifen.
Hab bei meinen Zwilling den porösen Rand abgeschliffen
Post 8 und 15

Und dann einölen (ohne Gewähr)
Post 39-41
Gruß Brille
 
Danke für Deinen Post!
Ich habe gestern noch sinniert wer das Wotan-Heft wie stabilisiert hatte :)

Bin eben leider eben erst aus meinem Werkstatt-/Arbeitszimmer gekommen - und the damage´s done ;)
Die entrostete Klinge wurde erfolgreich neu poliert. Nach dem langwierigen Trocknen und Pressen der Schalen in den letzten Tagen, haben sich die Ränder auf wunderbare Weise wieder weitgehend an die Schalen angepasst. Die teils übriggebliebenen Spalten habe ich eben mit Sekundenkleber verfüllt und angepresst. Danach ist eine Schale in meine selbstgebaute Lackierbox gehängt und mit Klarlack besprüht worden, und trocknet nun gerade. Ich bin gespannt, und gerade wird o.g. Zimmer ausgiebig gelüftet :D
Ich werde mal weiter berichten was es gegeben hat.

Wenn alle Stricke reißen, werde ich wohl Deinem Vorschlag folgen, und tatsächlich auf die Ränder verzichten. Auf Einölen wäre ich nicht gekommen, und das bleibt eine Option.
 
Hier mal für die Akten ein DABO Messer der Fa. Koch & Schäfer Kama Stahlwarenfabrik.

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Ich kenne noch einen alten Solinger Rasiermesserschleifer, der in den 1960er Jahren dort gearbeitet hat. Leider konnte ich im Gegensatz zur Marke Kama, die gebildet wird aus den Anfangsbuchstaben der Firmengründer KArl Koch und MAx Schäfer, bislang nicht herausfinden, woraus sich der Name DABO zusammensetzt.

Gut scharf! hatzicho
 
Hier gibt es diesen Eintrag zur Firma: Koch & Schäfer, Kama-Stahlwarenfabrik. Solingen in 1925 and 1928. Brand name: ‘Kama’ (1926?).

Da wird sich sicher noch einiges finden lassen.

Ein wenig habe ich tatsächlich vor einiger Zeit finden können:

Die Eintragung der Firma "Koch & Schäfer, Stahlwarenfabrik" in das Handelsregister der Stadt Ohligs erfolgte am 13. Juni 1922 rückwirkend für den 1. November 1919.
Das Warenzeichen KAMA wurde nicht wie in dem zitierten Beitrag vermutet 1926, sondern früher registriert (Beantragung am 31. Oktober 1919 eingetragen, Registrierung am 19. August 1920).

1919-10-31_Carl Koch und Max Schäfer (Wald-Solingen) - Warenzeichen KAMA für FdR.jpg


Interessanterweise nennt die Eintragung des Warenzeichens "Wald-Solingen" als Firmensitz. Tatsächlich befand sich die Firma zu dem Zeitpunkt in Ohligs-Weyer in der Itterstraße 21. Der Umzug in die Stadt Wald wurde 1928 vollzogen und zwar in die Heukämpchengasse 19.
Im Jahre 1939 wurde die Gesellschaft aufgelöst und Max Schäfer wurde alleiniger Firmeninhaber.
Die Heukämpchengasse 19 mit Max Schäfer als Inhaber blieb bis in die 1970er Jahre Firmensitz.
Danach konnte ich keine weiteren Informationen über das Unternehmen mehr finden.
 
Ein wenig habe ich tatsächlich vor einiger Zeit finden können:

Die Eintragung der Firma "Koch & Schäfer, Stahlwarenfabrik" in das Handelsregister der Stadt Ohligs erfolgte am 13. Juni 1922 rückwirkend für den 1. November 1919.
Das Warenzeichen KAMA wurde nicht wie in dem zitierten Beitrag vermutet 1926, sondern früher registriert (Beantragung am 31. Oktober 1919 eingetragen, Registrierung am 19. August 1920).

Interessanterweise nennt die Eintragung des Warenzeichens "Wald-Solingen" als Firmensitz. Tatsächlich befand sich die Firma zu dem Zeitpunkt in Ohligs-Weyer in der Itterstraße 21. Der Umzug in die Stadt Wald wurde 1928 vollzogen und zwar in die Heukämpchengasse 19.
Im Jahre 1939 wurde die Gesellschaft aufgelöst und Max Schäfer wurde alleiniger Firmeninhaber.
Die Heukämpchengasse 19 mit Max Schäfer als Inhaber blieb bis in die 1970er Jahre Firmensitz.
Danach konnte ich keine weiteren Informationen über das Unternehmen mehr finden.

Max Schäfer ist 1970 verstorben. Danach führte sein Erbe Günter Schäfer die Firma noch 2 Jahre. 1972 wurde die Firma gelöscht.

Tolles Messer!
Wunderbar dünn geschliffen, finde ich. Einer meiner Lieblinge, der den Sistrum recht ähnlich ist.

Koch & Schäfer hat hauptsächlich für den italienischen Markt produziert. Die Messer waren extrem dünn geschliffen.
Zitat des letzten Schleifers, der für Max Schäfer gearbeitet hat: „… der Alte (Schäfer) legte sehr viel Wert darauf, dass die Messer sehr dünn ausgeschliffen wurden. Die waren schon nicht mehr am Klingeln, eher am Rappeln - wie eine Blechdose. Die konntes Du aus dem Fenster in den Wind hängen….“

Hier mal einige Kama Modelle aus meinem Fundus, teilweise noch unrestauriert:

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Gut scharf! hatzicho
 
Die Kama Stahlwarenfabrik Koch & Schäfer nahm 1919 seinen Betrieb mit Verwaltungssitz an der Kaiserstr. 91 in Wald (am oberen Weyer) auf, während die Schleiferei an der Itterstr.21 (am unteren Weyer) war.
Dank der hohen Qualität seiner Produkte entwickelte man sich trotz Witrschaftskrise sehr schnell weshalb man 1928 in die Heukämpchengasse 19 umzog.
1939 übernahmen Karl Koch und Max Schäfer die Leitung. Der Export erstreckte sich hauptsächlich auf England, Italien und Kanada.

Neben der Kama-Serie produzierte das Unternehmen auch die seltenen Marken Dabo und Mäuser – letztere mit den ikonischen „drei Affen“ gilt heute unter Sammlern als eines der begehrtesten Rasiermesser weltweit.


Eine solche Rarität ist mir vor Jahren durch Zufall (Dachbodenfund eines Solinger Freundes) in die Hände geraten, leider nicht im besten Zustand...

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auch die Goldätzung war leider vom Zahn der Zeit befallen...

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und die Rückseite sah nicht viel besser aus...

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Es gelang mir jedoch in stundenlanger und schonender Aufarbeitung per Hand, die Goldätzung zu retten

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und die Scharte in der Wate mit geringstmöglichem Breitenverlust auszumerzen...

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trotz dem vielen "Bling-Bling" liebe ich dieses Messer... vielleicht auch, weil es das Geschenk eines Freundes war... :herz1

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Nun will ich noch eins zeigen, daß zwar nicht mir gehört, aber sicherlich hier auch von Interesse ist...

Heute bin ich von einem amerikanischen FB-Freund (Admin der FB-Gruppe SRP) gefragt worden, ob ich zu dem folgenden KAMA-Messer etwas sagen kann...
obwohl der grichische Besitzer (jetzt auch Mitglied in unserer FB-Gruppe RASIERMESSER) bereits alles Nötige dazu recherchiert hatte...

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Es handelt sich hier um die limitierte Serie „Solingen 1750“ mit der handschriftlich persönlichen Widmung „Garantie! Günter Schäfer“ aus den 1960ern.

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Das Messer wird begleitet von einem Zertifikat mit der laufenden Nr. 147825

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Günter Schäfer war vermutlich der Sohn von Max Schäfer, der in der Nachkriegszeit (1950er-1960er Jahre) die Geschäftsführung übernahm.

Sicher ist dieses Messer mittlerweile auch ein sehr begehrtes Sammlerstück...


Mit scharfen Grüßen aus der Klingenstadt
Rainer
 
Sehr schönes Exemplar!

Günter Schäfer war vermutlich der Sohn von Max Schäfer, der in der Nachkriegszeit (1950er-1960er Jahre) die Geschäftsführung übernahm.

Ja, wie bereits weiter oben von mir erwähnt -
Max Schäfer ist 1970 verstorben. Danach führte sein Erbe Günter Schäfer die Firma noch 2 Jahre. 1972 wurde die Firma gelöscht.

Die Firma Koch & Schäfer war in der Nachkriegszeit durchaus bedeutend und eine "Größe" unter den Solinger Rasiermesserherstellern (natürlich nicht vergleichbar mit Henckels oder Ern). Einer der letzten Rasiermesserschleifer dort erzählte mir, das jeder Schleifer bei Kama drei Hohlschleifmaschinen zur Verfügung hatte, um für die Einzelschritte -Watenschliff - Hohlschliff - Ab- bzw. Scharfmachen - nicht immer die Steine wechseln und die Einstellungen ändern zu müssen. 15 Mitarbeiter waren danach allein für das Pliesten der fertig geschliffenen Messer zuständig.

Gut scharf! hatzicho
 
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