Hallo zusammen,
dank einer großzügigen Leihabe - an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank! - kam ich in den Genuss, den Maxwell June DE Rasierhobel zu testen. Ich bevorzuge i. d. R. sanfte Hobel mit geringem Spalt und/oder Exposition. Meine zwei aktuellen Favoriten sind der ATT Windsor R und die Nord Razors Freyja mit der Standard Platte.
Der Maxwell June Hobel hat in den englischsprachigen Foren, v. a. bei Bader & Blade recht schnell eine große Fangemeinde angesammelt, was mitunter an dem wirklich unglaublich fairen (lies: niedrigen) Preis liegt. In der Standardausführung mit einer Topcap und dem soliden Griff liegt der Preis bei 89 US-Dollar, und das für einen Made in US gefrästen Edelstahlhobel!
Wie
@JAHE in seinem Eingangsbeitrag schon erwähnt hat, gibt es den Maxwell June DE in verschiedenen Ausführungen, jedoch wird hier anstelle der üblichen Basisplatte die Topcap ausgewechselt und ist in SX (sanft), Standard und EX (effizient) erhältlich.
Zum Hobel selbst gibt der Hersteller keine Informationen, was Gap und Exposition anbelangt. Was sich durch den Wechsel der Topcaps ändert, kann man sich somit auch nur zusammen reimen. Da die Exposition i. d. R. an der Baseplate/Schaumkante hängt, kann es diese schon mal nicht sein, und ich vermute damit eher eine Änderung des Spaltes und möglicherweise des Winkels der Klinge, wobei ich keine großen optischen Unterschiede zwischen der Standard- und der EX-Topcap erkennen konnte.
Was natürlich gesagt werden muss: „You get what you pay for”, die Ausführungsqualität des Hobels ist gut, man merkt aber schon, dass es eben kein „Luxushobel“ ist. Das Finish ist machined, mit deutlich sichtbaren Bearbeitungsspuren und v. a. an der Baseplate einige scharfe Ecken und Kanten. Überraschenderweise ist aber keines der Bauteile ein „Handtuchkiller“.
Habe versucht einige Eindrücke heute vorm wieder verpacken fotografisch einzufangen:
Die Testkonfiguration waren die Standard- und EX-Topcap mit dem kurzen, hohlen Griff.
Schande über mein Haupt, ich habe vergessen, den Hobel zu wiegen, bevor ich ihn wieder verpackt habe. Der Hersteller sagt dem hohlen, kurzen Griff ein Gewicht von 51 Gramm zu, dem soliden kurzen Griff 76 Gramm. Damit dürfte der Hobel den ich testen durfte ein Gewicht von etwa 90 Gramm gehabt haben - war perfekt!
Der kurze Griff ist ca. 84 mm lang, es gibt auch noch einen längeren Griff mit 96 mm (ebenfalls hohl und solide erhältlich) sowie einen passenden Stand.
So, viel geschrieben, nun zur Rasur. Hatte je zwei Rasuren mit der Standard- und EX-Topcap.
Soviel vorweg - der Maxwell June DE ist kein Hobel für Bladefeel-Connaisseure oder Liebhaber von aggressiven Rasierhobeln. Beide Topcaps waren mir vom Bladefeel her sehr sympathisch, auch die EX-Topcap ist alles andere als gefährlich. Die Standard-Topcap hat ein sehr, sehr ähnliches Rasurgefühl als der Windsor R und rasiert für seine Sanftheit überraschend gründlich und nachhaltig. Die EX-Topcap hebt die Effizienz ein wenig, jedoch auch zu Lasten des Komforts.
Der Hobel liegt während der Rasur super in der Hand, der Griff ist griffig und der „Bobbel“ am Ende gibt eine schöne Möglichkeit, die Fingerkuppe darin rasten zu lassen. Mit dem hohlen Griff ist der Hobel sehr gut ausbalanciert, sprich weder Griff- noch Kopflastig und lässt sich leicht führen.
Ich war wirklich begeistert von den Rasuren, vor allem von der Standard-Topcap!
Leider geht mit einem Versand über den Teich und der Einfuhr-USt der günstige Preis schnell massiv in die Höhe, was sehr schade ist. Für den Preis, der in den USA zu löhnen ist, ist der MJ DE ein wahnsinnig guter Hobel.
Werde ich mir einen kaufen? Nein - jedoch nur, weil er am Rasiergefühl sehr nah am Windsor R liegt. Falls jemand diesen nicht hat und daran kein Interesse hat, kann ich den MJ DE aber wirklich empfehlen.
Vielen Dank nochmals für die Möglichkeit, den Hobel zu testen zu dürfen!