Es ist zwar meist etwas früh nach einer ersten Rasur mit einem neuen Hobelgerät schon eine Beurteilung abzugeben, aber Tendenzen lassen sich dennoch feststellen. Die erste Rasur mit dem 34 inox war ziemlich beeindruckend, auch wenn ich nach fast drei Jahren Dauernutzung des „General“ erst einmal wieder mit der kleineren Klingenbreite klarkommen, und mir zusätzlich immer wieder in Erinnerung rufen musste, dass der 34er ja zwei Seiten zum rasieren hat. Man ist halt doch irgendwie ein Gewöhnungstier.
Als Klinge fiel die Wahl auf die Wilkinson. Kein bestimmter Grund, es war eher so, dass sie diejenige war, die ich zuerst gegriffen habe. Ob sie das Beste im 34 inox darstellt, wage ich zu bezweifeln, aber ich habe sie als sehr brauchbare und gut performende Klinge in Erinnerung. Auch so ein Ding: Ich bin überhaupt nicht mehr auf dem Laufenden, was im DE-Klingen Bereich so alles passiert ist in den letzten drei Jahren.
So, aber die Rasur war erste Sahne. Auf Anhieb. Die Hobelgröße, das Handling und das Feeling des Griffes sind noch vertraut, war der 34er mein Einstiegsgerät und lange Zeit mein einziger Hobel. Winkelfindung ist beim Inox überhaupt kein Problem, intuitiv findet sich alles sofort. Neu ist in jedem Fall die Effektivität. Da gibt es meiner Meinung nach eine deutliche Kurve nach oben. Spürbar sanfter und gleichzeitig ebenfalls spürbar gründlicher als die 34er-Kollegen. Da hat sich einiges zum Positiven verändert, wobei wie gesagt andere Klingen als die Wilkinson evtl. noch mehr oder aber weniger bringen werden. Die Rasur heute war etwas unsanfter als ich es von der „General/Schick-Kombi“ gewohnt bin, aber die Gründlichkeit ist ähnliches Niveau. Nachhaltigkeit der Rasur wird sich im Laufe des Tages zeigen.
Alles in allem eine sehr positive Überraschung. Nicht angetan bin ich von dem Schriftzug auf dem Kopf. Den hätte es nicht gebraucht, kann man aber verschmerzen. Auch bei der Herstellungsqualität sieht man deutliche Unterschiede zu den CNC-gefrästen Teilen, die sonst so im Edelstahlsektor hier im Umlauf sind. Die Metalbauer hier werden viel zu meckern finden, mir macht das nichts aus. Auch das matte Finish ist im Falle des 34ers nicht so mein Fall. Poliert wäre mir lieber, würde auch noch mehr das 34er feeling im Vergleich zu den Kollegen „c“ und „g“ aufkommen lassen. Zumindest für meinen Geschmack. Andererseits hebt er sich dadurch auch etwas ab, was die für mich deutlich bessere Performance auch unterstreichen würde. Ein kleiner Negativpunkt stellt für mich auch die etwas veränderte Verschraubung dar. Die Gewindestange ist sehr kurz im Vergleich zum „c“ und „g“, was den Zusammenbau bei mir deutlich fummeliger macht. Die alte Variante wäre mir lieber gewesen.
Also, schon nach der ersten Rasur kann der Kleine Inox bei mir richtig punkten und es ist tatsächlich möglich, dass ich mir mal wieder einen DE Hobel zulege. Dann würde aber auch wieder das lästige Klingentesten losgehen.
BTW, bisher waren die Köpfe des 34er und 23er ja identisch. Weiß je, ob dies bei den Inox auch der Fall ist? Der 23er wäre nach einer Gegentestung für mich vielleicht sogar die attraktivere Variante.