OUMO Test ST-3
Trocknungsverhalten – Aufschäumen – Laden – Reinigung
Hallo zusammen,
hier sind meine ersten Eindrücke nach dem ersten Praxistag mit dem neuen OUMO ST-3.
Bereits gestern am späten Nachmittag habe ich den Pinsel zunächst gründlich ausgewaschen und dabei schon ein wenig mit ihm experimentiert. Die ersten beiden Bilder der Collage (von oben links nach rechts) zeigen den Knoten nach der anschließenden Trocknungsphase. Zwischen dem Auswaschen und den Aufnahmen liegen etwa 15 Stunden. Zu diesem Zeitpunkt war der Pinsel bis auf den inneren Faserkern zu rund 65 % getrocknet. Im Inneren des Knotens sind noch deutlich feuchte bis nasse Fasern zu erkennen, während die äußeren Bereiche bereits vollständig trocken wirken.
Der Pinsel hing während der gesamten Trocknungszeit leicht nach unten geneigt in einem Pinselhalter. Ob sich daraus eine insgesamt längere Trocknungszeit ergibt, wird sich erst im weiteren Verlauf des Langzeittests zeigen.
Für den ersten Praxistest entschied ich mich bewusst für eine Rasiercreme – vermutlich die einfachste Disziplin für jeden Rasurpinsel, unabhängig davon, ob es sich um eine synthetische Faser oder einen Naturhaarknoten handelt. Aufgeschäumt wurde in meiner Keramik-Bowl.
Bereits nach kurzer Zeit ließ sich mühelos ein dichter, cremiger Schaum erzeugen. Besonders positiv fiel dabei das Ladeverhalten des ST-3 auf. Der Knoten nahm die Rasiercreme sehr gleichmäßig und ohne nennenswertes Verkleben der Fasern auf. Innerhalb weniger Augenblicke entstand ein wunderbar voluminöser, vollständig mit Schaum gefüllter Knoten, der an einen kompakten Schneeball erinnerte.
Gerade hierin zeigt sich für mich bereits eine deutliche Verbesserung gegenüber dem ST-2. Während dessen Fasern bereits früh klebrig wirkten, teilweise verklumpten und dadurch keine wirklich homogene Schaumaufnahme ermöglichten, verteilt sich der Schaum beim ST-3 gleichmäßig im gesamten Knoten. Das Ladeverhalten hinterlässt daher bereits beim ersten Praxistest einen ausgezeichneten Eindruck und stellt für mich eine klare Weiterentwicklung gegenüber dem Vorgänger dar.
Auch das Verhalten der Fasern während des Aufschäumens hat mir ausgesprochen gut gefallen. Im Vergleich zum ST-2 zeigt sich hier ebenfalls eine spürbare Weiterentwicklung. Während der Vorgänger schon beim Aufschlagen deutlich nachgab und die Fasern stärker einknickten, blieb der ST-3 über den gesamten Schäumvorgang hinweg angenehm formstabil. Er verhielt sich dabei genau so, wie man es von einem hochwertigen Rasurpinsel erwartet – mit einer natürlichen Biegung der Fasern, ohne dabei an Stabilität zu verlieren.
Die beiden letzten Bilder der Collage zeigen den Pinsel unmittelbar nach dem Ausspülen und dreimaligen Ausschlagen des überschüssigen Wassers. In diesem Zustand ist ein leichtes Zusammenhaften einzelner Faserbereiche zu erkennen. Dazu möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch keine abschließende Bewertung abgeben. Diesen Punkt werde ich in den kommenden Praxistests gezielt beobachten, insbesondere im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf die Trocknungszeit und das langfristige Verhalten des Knotens.
Vorläufiges Fazit
Nach dem ersten Praxistag hinterlässt der neue ST-3 insgesamt einen sehr positiven Eindruck. Besonders das verbesserte Ladeverhalten, die gute Formstabilität beim Aufschäumen sowie die gleichmäßige Schaumaufnahme gefallen mir bisher ausgesprochen gut. Gegenüber dem ST-2 sind bereits jetzt erste Verbesserungen erkennbar.
Jetzt freue ich mich auf die nächsten Rasuren. Vor allem das Verhalten beim Face Lathering, der Splay, das Backbone unter realen Bedingungen sowie weitere wichtige Parameter werden zeigen, welches Potenzial die neue ST-3-Faser tatsächlich besitzt.
Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntagmittag.