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OUMO ST-3 TEST BRUSH

Ich habe die identische E-Mail bekommen.
Falls die vorzeitige Veröffentlichung bei euch den Eindruck erweckt hat, dass euer Feedback nicht wertgeschätzt wurde, tut mir das aufrichtig leid. Das war nie unsere Absicht, aber ich kann nachvollziehen, warum es so rübergekommen ist. Ihr alle habt echte Zeit und Sorgfalt in das Testen gesteckt — manche von euch haben den Pinsel über Wochen benutzt, Messungen vorgenommen und detaillierte Berichte geschrieben. Zu sehen, dass das Produkt live geht, bevor das Testfenster geschlossen war … ich verstehe, warum das wehgetan hat. Bitte wisst, dass jeder einzelne Bericht, den wir erhalten haben, sorgfältig gelesen wurde und einen echten Anteil an unseren Entscheidungen hatte. Eure Arbeit hat gezählt, und sie zählt immer noch.
Viel besänftigendes Bla Bla.
Jetzt lasst mich euch durch die Überlegungen dahinter führen.

1. Warum zwei Testphasen — intern und global? (... wieder viel Bla Bla gelöscht ...)
Und das zeigt eben, dass Oumo eigentlich nur die internen Tests zu Testzwecken braucht. Der globale Test ist aus meiner Sicht hauptsächlich zu Marketingzwecken durchgeführt worden. Was ja auch okay ist.
 
Ich habe die identische E-Mail bekommen.

Viel besänftigendes Bla Bla.

Und das zeigt eben, dass Oumo eigentlich nur die internen Tests zu Testzwecken braucht. Der globale Test ist aus meiner Sicht hauptsächlich zu Marketingzwecken durchgeführt worden. Was ja auch okay ist.
Vollkommen deiner Meinung. Daher spare ich mir jede weitere Berichterstattung. Es ist schließlich nur ein Hobby und kein Business, für das mich Carry bezahlt :flucht1
Ich bin einfach nur sprachlos....
 
Uff.

Vor dem Hintergrund, mitbekommen zu haben, wie sehr sich einige von euch gefreut haben (zurecht... hätte man annehmen wollen!), daß ihnen die Ehre zuteil wurde, als Tester (deren Meinung wirklich etwas zählt!) ausgewählt worden zu sein, ist, sich diesen Faden von Anfang bis Ende durchzulesen WIRKLICH harter Tobak!
:motzer1

Die Mühe und Zeit, die @SLCStr8Shaves und sicherlich auch viele andere in aufwendige Tests und anschließende Berichterstattung investiert haben... und dann der Launch noch VOR dem Ende der internationalen "Testreihe" (wohl eher Werbekampagne...).
Aber immerhin hat man ja auf nationaler Ebene eine winzige Handvoll wirklich professioneller Tester das neue Produkt ausgiebig auf Herz und Nieren prüfen lassen (da fällt mir doch spontan ein song meiner Lieblingsband ein...

).

...
WHAT.
THE.
FUCK ???!!
:zeter1


Gaaanz schlechter Stil von @Oumo! :nein1

Und ob der Marketing-Coup im Gegenzug [das "gierige" internationale "Testpack" für dieses -meiner bescheidenen Meinung nach- wirklich hässliche und offensichtlich auch minderwertig verarbeitete (Stichwort: falsch herum eingebundene Fasern!) Produkt obendrein noch eine Aufwandsentschädigung zahlen zu lassen, statt wie alle anderen Unternehmen eigens "Werbemarionetten" dafür zu engagieren] wirklich SO BRILLIANT war...
...wenn man sich DA bei @Oumo mal nicht derbe verrechnet hat!

Karma läßt sich nicht bescheißen (auch nicht von aalglatten Marketing-Heinis und ihrem "besänftigendem blabla"!) und schläft nicht, sondern macht sich eine Notiz.

UNPACKBAR eigentlich, was hier abgezogen wurde!
:explodieren1
 
Zuletzt bearbeitet:

OUMO ST-3 Test #018 (Fan, 25mm, roter Griff) – Vollständiger Testbericht Teil 1​

Verfasst von Ankerbart, einer von 48 global ausgewählten Testern der OUMO ST-3-Serie, mit KI gegliedert


Einleitung​

Über eine Woche durfte ich einen der 48 global vergebenen ST-3-Testpinsel von OUMO ausführlich prüfen: Test-Sample #018, Fan-Form, roter Testgriff, 25mm Knotendurchmesser, 48mm Loft, Trockengewicht 89g. Der folgende Bericht deckt alle acht offiziellen Testpunkte ab und ist chronologisch aufgebaut: zunächst die Vorabend-Vergleichsserie mit sechs weiteren Pinseln, dann die sieben Testtage mit fixem Seifen-/Technikplan, abschliessend eine Wiederholungsmessung der Wasserretention nach der Testwoche.

Eine Vorbemerkung zur Einordnung: Alle Aussagen zu Faserblend (A/B) und Dichte (EX/SHD-Vorstufe) meines Samples sind Hypothesen, keine bestätigten Fakten – OUMO hat diese Zuordnung den Testern nicht mitgeteilt. Ich kennzeichne das im Text durchgehend.


Teil 1 – Der Testpinsel​

  • Form: Fan (gesichert)
  • Ring/Knoten: 25mm
  • Loft: 48mm (Griffoberkante bis Spitze); Tiefenmessung bis zum Klebepunkt in der Mitte ergab 51mm, d.h. der Klebepunkt liegt gut 3mm unter der Griffoberkante versenkt – ein normaler "Free Loft"-Effekt, kein Fertigungsfehler
  • Trockengewicht: 89g (identisch in Vorabend- und Abschlussmessung)

Zur Loft-Kategorie: Ich vermute eine Zuordnung zur offiziellen "50mm"-Testkategorie aus Carrys späterer Produktions-Zusammenfassung, mit plausibler Fertigungsstreuung von rund 2mm.

Faserblend (Hypothese): Ich vermute Blend B (die Splay-Charakteristik), nicht Blend A – begründet durch die kontrollierte Spreizung und hohe Elastizität, die ich über den gesamten Test beobachtet habe. Möglich, aber unbestätigt: Blend A könnte in die jetzige EX-Version geflossen sein, Blend B eventuell in eine künftige SHD-Version.

Dichte (Hypothese): Ohne direkten Referenzpinsel gleicher Form/Loft in anderer Dichte lässt sich das nicht abschliessend klären. Subjektiv würde ich mein Sample zwischen ST-1 und ST-2 einordnen, was Backbone und Weichheit angeht.

Zur Einordnung: Andere Tester hier tappen im selben Dunkeln. z. Bsp @Garagenparker (#017, Fan) schätzte sich selbst als Blend A ein, hatte aber eine deutlich negativere Face-Lathering-Erfahrung als ich; @Oscar (#019, Fan, 51mm Loft) vermutete sich als "Density EX", blieb sich aber unsicher. Keiner von uns kennt seine tatsächliche Zuordnung – OUMO hat sie nicht kommuniziert.

glamour shot st3 out of the box.jpg


Teil 2 – First Dry Feel​

  • Haptik: sehr angenehm, keine Kratzigkeit
  • Akustik: kein synthetisches Plastikrascheln bei Berührung oder Bewegung
  • Textur: weich, elastisch
  • Rückstellverhalten: springt schnell und bestimmt zurück, keine Trägheit

Bei genauer Betrachtung des Knotens fielen mir ein paar verkehrt eingebundene bzw. invertierte Fasern auf:

Upside sown Fasern.jpg

Das ist rein optisch: Weder trocken noch nass, weder beim Aufschäumen noch im Gesicht war davon irgendetwas spürbar. Bei Naturhaar wären verkehrt liegende Haare typischerweise auch haptisch störend – beim ST-3-Synthetikmaterial trat das nicht auf. Das deckt sich mit Carrys späterer offizieller Erklärung: Die Testcharge wurde noch handgemischt, die Serienproduktion läuft maschinell, wodurch dieses Problem behoben werden soll.

Visuelle Veränderung über den Testverlauf (Out-of-the-Box vs. nach 7 Anwendungen)​


Zur Ergänzung der textlichen Beobachtungen habe ich den Testpinsel #018 sowohl im Neuzustand als auch nach Abschluss aller 7 Testtage fotografisch dokumentiert – jeweils als Glamour Shot, seitliche Nahaufnahme und Draufsicht auf die Faserspitzen.


glamour shot st3 out of the box.jpg
glamour shot st3 nach 1 Woche.jpg

Im direkten Vergleich fällt die veränderte Gesamtform auf: Im Neuzustand wirkt der Knoten als geschlossene, kuppelförmige Masse mit dicht beieinanderliegenden Fasern. Nach 7 Anwendungen zeigt sich eine gemässigt sichtbare ein offenere, breiter gefächerte Silhouette – ein optischer Beleg für die bereits an Tag 3 beschriebene Verbesserung des Splay-Verhaltens, die sich auch im trockenen Zustand zeigte.

st3 liegend knoten.jpg
st3 liegend knoten nach 1 Woche.jpg

Auch in der liegenden Seitenansicht bestätigt sich dieser Eindruck: Die Faserspitzen wirken nach 7 Anwendungen einzeln unterscheidbarer und leicht feiner auslaufend, während sie im Neuzustand tendenziell einheitlicher und kompakter zusammenlaufen.


ST3 knote neu oben.jpg
ST3 knoten oben nach 1 Woche.jpg

Die Draufsicht auf die Faserspitzen zeigt einen ähnlichen, aber subtileren Unterschied. Eine wichtige Einordnung, um nicht mehr in die Bilder hineinzulesen, als sie hergeben: Diese Fotos liefern eine sichtbar veränderte, offenere Gesamtform und leicht feiner wirkende Faserspitzen am Rand des Knotens – ein Bild, das mit der an Tag 5 entwickelten Spliss-Hypothese vereinbar ist, aber angesichts der Foto-Auflösung keinen eindeutigen mikroskopischen Nachweis für tatsächlichen Spliss liefert. Eine abschliessende Verifizierung bliebe weiterhin einer Mikroskop-Aufnahme vorbehalten.

(Hinweis zum Neuzustand: Ein leichter Braunstich im Knoten vor dem ersten Waschen ist bei fabrikneuen Pinseln normal und verschwindet nach dem Auswaschen; er hat keinen Bezug zur oben beschriebenen Splay-Veränderung.)


Teil 3 – Vorabend-Vergleichsserie (7 Pinsel)​


Am Vorabend des eigentlichen Tests habe ich den ST-3 gegen sechs weitere Pinsel aus meiner Sammlung antreten lassen, alle mit Arko-Seife und Bowlaufschhäumen: RasurKult "Samurai" (OUMO ST-1 EX, 27mm), RasurKult "Navajo" (OUMO ST-1, 25mm, Bulb), OUMO Exceed-贰-Classic (Super Fiber ST-2, 29mm, Fan), Wald Shaving A1 "Dove Nimbus" (Prototyp #331), Trotter Handcrafts "Raven" (Mühle STF++, 25mm) und RasurKult "Mustafar" (G5C, 24mm, Hybrid).

(Anmerkung zur STF++-Wahl: Ich habe bewusst die dichtere ++-Variante statt des Standard-Mühle-STF gewählt, weil dieser vom Vortag noch nass war und die Gewichtsmessung verfälscht hätte – ausserdem konzentriert sich die Community ohnehin stärker auf die STF++-Variante.)


glamour shot gruppe.jpg

Und hier einzeln;
ST1:
glamour shot st1.jpg

ST1EX:
glamour shot st1ex.jpg
ST2:
glamour shot st2.jpg
Wald A1:
glamour shot wald.jpg
STF++:
glamour shot STF++.jpg
G5C:
glamour shot gc5.jpg

Wasserretention (Trocken → Voll → Ausgedrückt → 3× geschüttelt → Ausgeschüttelt → 3h → 6h → 16h)​


PinselTrockenVollΔ PeakΔ%Ausgedrückt3× geschütteltAusgeschüttelt3h6h16h
ST-389g107g+18g20%95g94g91g91g90g89g
ST-1 (Navajo)75g104g+29g39%83g79g78g77g77g75g
ST-1 EX (Samurai)116g158g+42,5g37%127g119–121g119–121g118g117g116g
ST-2 (Exceed-贰)111g158g+47g42%128g125g123g120g118g117g
Wald A1101g130g+29g29%118g105g104g103g102g100g
Mühle STF++98g129g+31g32%107g103g101g100g99g98g
G5C (Mustafar)84g109g+25g30%91g87g86g85g84g84g

Der ST-3 ist damit der klare Ausreisser nach unten: geringste relative (20%) und absolute (+18g) Wasseraufnahme aller sieben Pinsel. Der ST-2 markiert das andere Extrem (+47g, 42%) – und ist zugleich der einzige Pinsel, der nach 16h nicht vollständig auf sein Trockengewicht zurückkehrt (117g statt 111g, +6g Restfeuchte). Bemerkenswert auch der ST-1 EX: Zwischen "3× geschüttelt" und "ausgeschüttelt bis nichts mehr kommt" gab es keine weitere Gewichtsänderung – ein sehr effizientes, schnelles Abtropfverhalten trotz hoher Peak-Aufnahme.


trockengewicht ST3.jpg


ST3 komplett nass gewicht.jpg
ST3 komplett nass gewicht knoten.jpg
ST3 ausgedrückt gewicht.jpg
ST3 ausgedrückt gewicht knoten.jpg
ST3 ausgedrückt + 3x geschüttelt gewicht.jpg
ST3 ausgedrückt + 3x geschüttelt knoten.jpg
ST3 komplett ausgeschgüttelt gewicht.jpg
ST3 komplett ausgeschgüttelt knoten.jpg
ST3 3h.jpg
ST3 6h.jpg
ST3 16h.jpg


Wegen Bilderlimite von 30 Stk pro Artikel kommt gleich Teil 2
 

OUMO ST-3 Test #018 (Fan, 25mm, roter Griff) – Vollständiger Testbericht Teil 2​

ST1:

trockengewicht ST1.jpg
ST1 knoten oben.jpg
ST1 komplett nass gewicht.jpg
ST1 komplett nass gewicht knoten.jpg
ST1 ausgedrückt gewicht.jpg
ST1 ausgedrückt gewicht knoten.jpg
ST1 ausgedrückt + 3x geschüttelt gewicht.jpg
ST1 ausgedrückt + 3x geschüttelt knoten.jpg
ST1 komplett ausgeschgüttelt gewicht.jpg
ST1 komplett ausgeschgüttelt knotenjpg.jpg
ST1 3h.jpg
ST1 6h.jpg
ST1 16h.jpg

Ich erspare euch jetzt die weiteren Bilder. Analog so ging es auch mit den anderen Pinseln. Auf Anfrage, kann ich euch die Bilder schicken.

Bowl-Aufschäum-Ranking (Arko-Seife)​

  1. Wald A1 (schnellster, bester Schaum)
  2. Mühle STF++
  3. ST-1 EX
  4. ST-1
  5. G5C / ST-3 (gleichauf)
  6. ST-2 (letzter Platz – poröser Schaum trotz höchster Wasseraufnahme)

wald bowl.jpg
wald bowl pinsel.jpg
stf++ bowl.jpg
stf++ bowl pinsel.jpg
st1ex bowl.jpg
st1ex bowl pinsel.jpg
st1 bowl.jpg
st1 bowl pinsel.jpg
G5C bowl.jpg
G5C bowl pinsel.jpg
st3 bowl.jpg
st3 bowl pinsel.jpg
st2 bowl.jpg
st2 bowl pinsel.jpg

Zusätzlich noch Handaufschäumen des ST-3:
handaufschäumen pinsel.jpg
handaufschäumen hand.jpg

Bilderlimit erreicht. Weiter gehst mit Teil 3

 

OUMO ST-3 Test #018 (Fan, 25mm, roter Griff) – Vollständiger Testbericht Teil 3​

Die Effizienz-These​

Die wichtigste Erkenntnis dieses Vergleichs: Pinsel-Effizienz zeigt sich nicht in der absoluten Materialmenge, sondern darin, wie schnell und mit wie wenig Wasser die Ziel-Konsistenz erreicht wird – eine mechanische Eigenschaft der Faserstruktur, nicht nur eine Frage der Materialmenge.
  • Der ST-2 nahm bei gleicher Ladezeit tendenziell zu wenig Material auf, was den Schaum porös machte.
  • Der ST-3 nahm genau die richtige Menge für jede Wasserzugabe auf – "richtig dosiert".
  • Der Wald A1 nahm objektiv wenig Material auf, verarbeitete es aber offenbar so effizient, dass trotzdem die perfekte Konsistenz entstand.

Eine Verfeinerung dieser These betrifft den ST-2 direkt: Er zeigte die höchste Wasserretention aller Pinsel, lieferte aber den schwächsten Lather – auf den ersten Blick ein Widerspruch zur "zu wenig Material"-Erklärung. Meine Hypothese: Es handelt sich nicht primär um Materialmangel, sondern um einen Verdünnungseffekt durch Wasserüberschuss – wenn ein Knoten überproportional viel Wasser gegenüber der aufgenommenen Seifenmenge hält, verdünnt sich der Schaum automatisch, selbst bei normaler absoluter Seifenaufnahme. Hohe Wasserretention kann Lather-Qualität also verschlechtern, wenn das Wasser-Seife-Verhältnis nicht aktiv gegengesteuert wird.


Teil 4 – Die sieben Testtage​

Fixer Plan: nur Face Lathering, kein Bowl-Lathering (das war ausschliesslich am Vorabend erlaubt).

Tag 1 – Ethos Apple Bourbon Bay Rum, Tiegel-Technik​

Mittleres Backbone, guter Gesichtsschaum. Wassermanagement noch nicht optimal – Pinsel schleuderte gesprühtes Wasser eher weg, als es zu absorbieren.

Schaumbild

Tag 2 – Saponificio Varesino Felce Aromatica, Bloom + Tiegel​

Gebloomt mit 2ml warmem Wasser, dann mit praktisch trockenem Pinsel aufgenommen. Materialaufnahme sehr gut, im Bereich von ST-1, tendenziell Richtung ST-1 EX. Der Protoschaum war hervorragend cremig-dicht – besser als ST-2 und ST-1, etwa auf ST-1-EX-Niveau. Der finale Schaum war cremig, joghurtartig und überraschend stabil, hielt die komplette Rasur.

Bemerkenswert: Sehr wenig Schaum wurde im Knoten selbst gespeichert, trotzdem war die Schaumabgabe ins Gesicht hervorragend – kontrolliert und gleichmässig statt hin- und hergeschoben (deckt Testpunkt 6, Lather Hold, ab).

Zwei Schwachstellen zeigten sich deutlich: Der Pinsel schleuderte aufgesprühtes Wasser aus dem Gesicht statt es zu absorbieren, was ständiges Nachsprühen nötig machte. Und der Testgriff wurde bei Nässe sehr rutschig – der Pinsel fiel sowohl an Tag 1 als auch Tag 2 aus der Hand.

Schaumbild

Tag 3 – Floris No. 89, Stick-Technik​

Gebloomt, dann mit praktisch trockenem Pinsel direkt auf der Seife geladen. Die Ladezeit lag im Bereich von ST-1, knapp unter ST-1 EX. Bemerkenswert schnell entstand ein rasiercreme-ähnlicher Protoschaum bereits vor dem Gesichtskontakt – ohne zusätzliches Wasser.

Das Wassermanagement war spürbar besser: das Wegschleudern von Sprühwasser reduzierte sich deutlich, nur noch zu Beginn kurz spürbar. Ein weiteres Haar ging beim Gesichtsschäumen verloren (insgesamt 5 seit Testbeginn – 2 beim Vorabend-Handschäumen, 2 an Tag 1, 1 an Tag 3; danach kein weiterer Verlust bis Testende).

Für mich der bisher beste Tag: eine deutliche Einarbeitung war spürbar, auch im trockenen Zustand splaytete der Knoten schöner, das anfängliche "Flattop" verschwand zunehmend. Wichtig für die Einordnung: Die gute Rasurqualität ist primär das Verdienst der Seife, nicht des Pinsels – sobald der Pinsel den gewünschten Schaum zuverlässig herstellt, hat er seinen Job erledigt, und die eigentliche Rasurqualität liegt in der Verantwortung der Seife.

Schaumbild

Tag 4 – Mitchell's Wool Fat (Original Talg-Version), Bloom + Laden​

Hinweis vorab: Sowohl die originale Talg-Version als auch die spätere vegane Version von MWF sind inzwischen beide nicht mehr erhältlich.

Sehr harte Seife, etwas mehr Ladezeit als bei Floris nötig, aber wieder eine gute, cremige Masse erreicht. Das Wassermanagement zeigte eine deutliche Verbesserung: nur noch 1-2 Wasserspritzer, praktisch keine Schaumspritzer mehr. Backbone und Splay blieben stabil und wunderbar präzise arbeitbar.

Der bessere Halt an diesem Tag war kein Zufall, sondern eine bewusste Grifftechnik-Entscheidung: Statt den Griff sauber von Seife freizuhalten (was ihn bei Nässe rutschig macht), habe ich bewusst so gegriffen, dass die Finger eingeseift werden – dafür lag der Pinsel deutlich sicherer in der Hand. Ein klarer Trade-off, keine Übungssache.

Der finale Schaum war stabil, cremig, joghurtartig – nach meiner Einschätzung der beste, den ich je mit einer Mitchell's-Talgseife erzielt habe. Kein weiterer Faserverlust.

Die Knotengrösse von 25mm empfand ich – wie auch andere Tester im FdR-Thread – als etwas zu klein; 27-28mm wären wohl optisch und praktisch besser gewesen. Das deckt sich mit OUMOs späterer Ankündigung, die Serie auf 27mm zu erhöhen.

Schaumbild

Tag 5 – Martin de Candre Original, Tiegel-Technik, ohne Bloom​

Kein Bloom-Schritt, wie im Plan vorgesehen. Ladezeit etwas länger als bei anderen Synthetiks, aber kürzer als ST-2 – insgesamt sehr gute Aufnahme. Der Protoschaum entstand weiterhin auffallend schnell, bereits vor dem Gesichtskontakt fast rasiercreme-ähnlich. Der finale Schaum war sehr gut und ergiebig.

Eine wichtige, sehr lokal begrenzte Beobachtung: Die Faserspitzen fühlten sich verändert an – samtiger, weicher, fast wie ein gut eingearbeiteter Naturhaar-Pinsel. Das betrifft ausschliesslich die Spitzen der einzelnen Fasern, nicht den Knoten als Ganzes und nicht das Backbone, das über den gesamten Test unverändert stabil blieb. Meine Vermutung: eine Makroaufnahme würde vermutlich leichten Spliss an den Faserenden zeigen, was die veränderte Optik und Haptik erklären würde – eine mikroskopische Verifizierung war mir aber nicht möglich.

Meine Hypothese dazu, bewusst als unbestätigt gekennzeichnet: Der vermutete Spliss an den Faserspitzen könnte – analog zum bekannten Verhalten von Naturhaar- und Borstenpinseln – sowohl die zunehmende Weichheit als auch das verbesserte Wassermanagement erklären, das ich von Tag 1 zu Tag 5 beobachtet habe (nur noch zwei Tropfen ganz am Anfang weggeschleudert). Das ist eine plausible, aber unbestätigte Beobachtung.

Schaumbild

Tag 6 – Tabac (Original Talg-Version), Bloom + Laden​

Gebloomt, dann Seife geladen. Die Ladezeit lag etwas über ST-1 EX, etwas unter ST-2. Der Protoschaum musste nicht zusätzlich gewässert werden – die Masse war von Anfang an sehr kompakt und dicht, eines der besten Protoschaum-Ergebnisse im gesamten Test. Der finale Schaum brauchte nur noch etwas Volumen und Glanz, ging schnell mit wenig Wasser.

Kleine methodische Klarstellung, die mir wichtig ist: Es geht hier nicht um klassisches Bowl- versus Face-Lathering, sondern um zwei unterschiedliche Ladetechniken, die beide im Gesicht aufgeschäumt werden – "Bowl/Tiegel-Technik" (Seife wird aus dem Tiegel aufgenommen, dann im Gesicht verarbeitet) versus "Stick-Technik" (Seifenstick wird direkt im Gesicht verrieben). Normalerweise erziele ich mit der Stick-Technik die besseren Ergebnisse. Die heutige Tiegel-Version mit dem ST-3 war aber überraschend gut – nicht weit hinter der Stick-Qualität, und insgesamt unter meinen Top-3 aller bisherigen Tabac-Gesichtsschäume überhaupt.

Der Pinsel war zu diesem Zeitpunkt vollständig eingearbeitet: berechenbar, kontrollierbar, auch der Griff bereitete keine Probleme mehr. Kein weiterer Faserverlust.

Schaumbild

Tag 7 (letzter Testtag) – HAGS Barberwood, Scoopen, ohne Bloom, Face Lathering only​

Ohne Bloom, wie für diese Croap-artige Seife korrekt vorgesehen – kein Fehler, sondern methodisch richtig, da die Konsistenz naturgemäss weich ist. Die Ladezeit lag im normalen Rahmen der anderen Tage.

Zur Klarstellung: Nicht die Seifenbase selbst war klebrig, sondern das, was man aus ihr herausholt – der Protoschaum tendierte eher zur flüssigen als zur festen Seite von "cremig". Mit Wasserzugabe entstand zwar eine schöne cremige Masse, aber jede weitere Wasserzugabe verteilte sich dadurch sofort grossflächig.

Das war das ausgeprägteste Wassermanagement-Problem des gesamten Tests: Ein grösserer Teil der Rasurzeit ging fürs Wiedereinsammeln verlorenen Schaums drauf statt für den eigentlichen Aufschäum- und Auftrageprozess. Trotzdem reichte der Schaum am Ende völlig aus, und die Rasurqualität war sehr gut – auch mit einem eher aggressiven Rasierer war der Schaum praktisch perfekt: fliessend, schützend, gleitend.

Zur Einordnung: HAGS Barberwood liefert typischerweise einen eher "slick", weniger voluminösen Schaum – das gewohnte Volumen zu erreichen war also keine besondere Pinselleistung, sondern normal zu erwarten. Das eigentliche Problem war nicht die Herstellung des Schaums, sondern das Halten im Knoten. Meine Erklärungshypothese: Der 25mm-Knoten ist möglicherweise nicht dicht genug für diesen Seifentyp – besonders relevant für Nutzer, die den gesamten Schaum für mehrere Rasurdurchgänge auf einmal herstellen, während ich schrittweise pro Durchgang neu aufschäume, wofür die Knotendichte ausreichend war.

Kein weiterer Faserverlust. Gesamtfaserverlust über den kompletten Test: 5 Fasern.

Schaumbild



Teil 5 – Abschlussmessung (nach Testwoche)​

Gleiche Methodik wie am Vorabend: Trocken → Voll → Ausgedrückt → 3× geschüttelt → Ausgeschüttelt → 3h → 6h → 16h. Kleine methodische Einschränkung: Aufgrund meines Arbeitsalltags konnte ich die 3h/6h-Fenster nicht mit exakt derselben Umgebungskontrolle einhalten wie am Vorabend – die Werte sind trotzdem verwertbar, aber diese Einschränkung soll transparent benannt sein.


StufeVorabendAbschlussΔ
Trocken89g89g0g
Voll (durchtränkt)107g109g+2g
Ausgedrückt95g96g+1g
3× geschüttelt94g93g−1g
Ausgeschüttelt91g91g0g
Nach 3h91g90g−1g
Nach 6h90g89g−1g
Nach 16h89g89g0g


Kernaussage: Die Peak-Wasseraufnahme war nach der Testwoche minimal höher (+2g absolut, bzw. von 20,2% auf 22,5% relativ zum Trockengewicht gestiegen) – ein kleiner, aber konsistenter Unterschied. Deutlich auffälliger: Die Trocknungsgeschwindigkeit war spürbar höher. Während die Vorabend-Serie erst nach vollen 16h wieder exakt beim Trockengewicht landete, war das bei der Abschlussmessung bereits nach 6h der Fall – fast eine Verdreifachung der Trocknungsgeschwindigkeit.

Alle Δ-Werte zwischen den beiden Messreihen liegen bei maximal ±1,9% – nahe an der Messtoleranz meiner Waage (1g-Auflösung, was bei Werten um 90-110g ohnehin einer Schwankungsbreite von etwa 1% entspricht). Ich werte die Gramm-Feinheiten daher als unterstützendes Indiz, nicht als eindeutigen Beweis, für die an Tag 5 entwickelte Spliss-Hypothese. Die robusteste, klar über die Messtoleranz hinausgehende Beobachtung bleibt die Zeit bis zur vollständigen Trocknung (6h statt 16h) – das liefert die erste quantitative Unterstützung für die rein qualitativ/taktil geäusserte Vermutung von Tag 5, dass sich an den Faserspitzen etwas verändert haben könnte, das sowohl Weichheit als auch Wasserverhalten beeinflusst.


Teil 6 – Cross-Reference zu anderen Testern​

Ein kurzer Blick über den eigenen Testrand hinaus lohnt sich. Mem aus London (Sample #028, 27mm, 55mm Loft, Medium-Dichte, Bulb-Form) berichtete für sein Sample keine Probleme mit Wasser-Wegschleudern – im Gegenteil, eine kontrollierte, graduelle Wasserfreigabe ohne "Dumping". Das steht meiner eigenen Erfahrung mit dem Wegschleudern (besonders an Tag 1-2) zunächst gegenüber. Ich ordne das aber nicht als Widerspruch ein, sondern als formfaktor- bzw. konfigurationsabhängige Beobachtung: Mems Bulb-Form, grösserer Durchmesser und höherer Loft unterscheiden sich deutlich von meinem Fan/25mm/48mm-Sample. Mems Backbone-Einschätzung ("moderate, mehr als Cashmere, weniger als G5A/G5C") deckt sich dagegen sehr gut mit meiner eigenen "mittleres Backbone"-Einordnung.

Auch in diesem Thread zeigt sich ein gemischtes Bild: @Garagenparker (#017, Fan) hatte eine deutlich negativere Face-Lathering-Erfahrung mit kompaktem statt voluminösem Schaum, während sein Bowl-Test hervorragend war – ein Hinweis darauf, dass Form/Blend-Kombinationen sehr unterschiedlich auf die beiden Anwendungsarten reagieren können. Oscar (#019, Fan, 51mm) berichtete von aussergewöhnlicher Sprungkraft und gutem Wasser-/Schaumhalt, ohne Verspritzen. @SLCStr8Shaves (#044, Fan, 52,6mm) lieferte einen sehr methodischen Bericht mit einem direkten Vergleich zum Wald A1 (Spitzenweichheit fast gleichauf, aber der Wald deutlich besser verarbeitet).


Fazit​

Der ST-3 (#018, Fan) ist ein Pinsel mit spürbarer Einarbeitungszeit – für mich der erste Synthetik-Knoten überhaupt, bei dem sich das so deutlich zeigt. Über die sieben Testtage hinweg hat er seine Kernaufgabe, zuverlässig einen cremigen, joghurtartigen Schaum zu produzieren, konstant gut erfüllt, unabhängig von Seifentyp und Ladetechnik. Backbone und Splay pendelten sich früh auf ein angenehmes, mittleres Niveau ein und blieben danach stabil.

Die grösste Schwäche liegt im Wassermanagement, besonders in den ersten Tagen und bei flüssigeren Seifenbasen wie HAGS – hier zeigte sich wiederholt ein Neigung, Wasser bzw. Schaum aus dem Knoten heraus zu schleudern statt es zu halten. Diese Tendenz besserte sich über den Testverlauf, möglicherweise im Zusammenhang mit dem vermuteten Spliss an den Faserspitzen. Die Knotengrösse von 25mm empfand ich als zu klein; OUMOs Ankündigung, in der Serie auf 27mm zu gehen, halte ich für die richtige Entscheidung.

Methodische Einschränkungen dieses Berichts: Der Föhntest (Testpunkt 7) wurde bewusst nicht durchgeführt, nur die natürliche Trocknung dokumentiert. Die Abschlussmessung unterlag leicht reduzierten Zeitfenstern gegenüber der Vorabend-Messung. Beide Punkte sind hier bewusst offen benannt statt verschwiegen.

Abschliessend möchte ich mich auch für die offene und ehrliche Kommunikation von OUMO bedanken – sowohl für die Entschuldigung bezüglich einzelner Aspekte des Testprozesses als auch für die Ankündigung eines künftigen, einladungsbasierten Testsystems mit engerer Kommunikation. Das zeigt, dass das Feedback der Testgemeinschaft ernst genommen wird, und ich freue mich auf mögliche künftige Zusammenarbeit.



Herzlichen Dank an Carry und das gesamte OUMO-Testteam für die Möglichkeit, Teil dieses Tests zu sein.
 
Mein Gott was für ein Testbericht !! :beleidigt1 :rolleyes:
Unglaublich die Mühe und Arbeit die darin steckt.
Bin sprachlos …. :proud:Eek
 
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