Rasur am 11.08.2026
Basic-Care: Weleda Calendula Pflegeöl
Pre-Shave: Proraso Crema Pre Barba, Grün
Rasierseife: T.F.S. Intenso Bergamotto Neroli
Rasierpinsel: Yaqi Ferrari (Rot/Weiß) mit Tuxedo Knoten 26 mm
Rasierhobel: RazoRock, Daily, Standard, Grooved
Rasierklinge: Tiger Platinum (die Graue) (4)
After-Shave: Myrsol Metisol
Ein starker Konkurrent ist er, der Daily, für den gestern verwendeten Freya. Blickt man vor Vorne, bei eingelegter Klinge, auf die beiden Hobel (nebeneinanderliegend), dann bestehen hier schon gewisse Ähnlichkeiten. Man könnte fast sagen, die schauen auf den ersten Blick gleich aus. Mit der sich V-förmig von der Basisplatte zur Kappe hin verbreiternden Ansicht sehr ähnlich. Die Klingenschneide bei beiden Hobeln nur minimal gegenüber der Kappenkante vorstehend und von unten her fast bis zur Schneide geklemmt. Daran anschließend ein relativer großer Spalt und eine breitere flach ausgebildete Schaumkante. Bei beiden Hobeln auch eine längere, mit der Fläche der Schaumkante eine Linie bildende plane Fläche. Beim Daily noch ausgeprägter und am Kopf oben noch länger gezogen. Beim Freya mehr ausgerundet. Blickt man auf die beiden Stirnseiten, dann fällt jedoch auf, dass die Klinge beim Daily stärker gebogen ist, wobei die Biegung weiter außen erfolgt (wie beim Henson). Beim Freya verläuft die Klingenbiegung traditioneller. Die deutlich als gemeinsame Linie mit der Schaumkante ausgebildete Fläche am Kopf, wird beim Freya durch mehr Materialmasse zwischen dieser Fläche und Klinge hergestellt. Das heißt, beim Freya ist der ideale Griffwinkel steiler konzipiert.
Die deutliche Gemeinsamkeit der beiden Hobel ist diese enorme Leistungsfähigkeit im ATG Bereich. Das fühlt sich sehr ähnlich an. Wobei, nach meinem Empfinden, die Klinge beim Freya etwas mehr übersteht (mehr Exposure). Beim Daily finde ich schneller in den passenden Griffwinkel. Vielleicht deshalb, weil mir, als notorischem Kantengleiter, das Ziehen des Griffes Richtung Haut sozusagen die natürliche Hobelhaltung ist. Wenn ein Hobel mehr von der Kappe her kommend geführt werden will, dann muss ich das mehr willentlich ansteuern.
Die Rasur mit dem Daily war, wie gewohnt, herrlich unkompliziert, sehr sanft und äußerst gründlich. Der liegt mir einfach der Daily. Wobei mir hier die Standard Ausführung lieber ist. Der Daily benötigt eine sehr stark ausgeprägt polierende Rasiertechnik. Da ist er, für mich, dem Henson sehr ähnlich. Ob man mit dem Daily zurecht kommt oder nicht, das hängt auch stark davon ab, Inwieweit man sich auf diese ganz andere Rasiertechnik einlassen kann oder will. Das ist wie beim Design94.
Um jetzt nochmal die Kurve zum Freya zu bekommen. Der Freya Standard hat meines Erachtens etwas mehr Exposure und benötigt mehr Aufmerksamkeit (was sich vielleicht, oder besser vermutlich, ändert wenn man ihn ständig benutzt). Mit dem Daily Standard kann man sehr beherzt drauf los polieren, was nicht zu Reizungen führt, auch nicht den kleinsten Ansatz einer Reizung hinterlässt. Beim Freya muss man etwas aufpassen, es beim Polieren nicht zu übertreiben. Im Ergebnis muss ich dem Daily heute etwas mehr Gründlichkeit attestieren. Allerdings habe ich diesen auch schon oft benutzt.
Ich habe mich heute gefragt, ob der Freya mit der Mild-Platte dem Daily Standard nicht am ähnlichsten wäre. Mit Platte Mild vielleicht eher beherztes drauflos Polieren wie beim Daily Standard, und mit der Platte Efficient dann mehr Winkelfreiheit und längeres Durchziehen. Die Platte Standard wäre dann so ein Kompromiss in der Mitte.
Fazit: Ein stark unterschätzter Rasierer.