Forum der Rasur

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Smart Helix - Apollo Light

Heute angekommen

Bericht folgt
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Die Entscheidung für den Kauf DIESES Rasierhobels in der preislich gehobenen Klasse fiel bei mir, als ich die ausgeklügelte, aufwendige Verpackung gesehen habe.
Nun bin ich zwar kein Verpackungsfetischist, aber wer so viel Überlegung in die Transporthülle verbraucht, der MUSS zwangsläufig sich auch eine Menge Gedanken über die Funktion und Fertigung eines qualitativ hochwertigen Rasierhobels gemacht haben.
Obwohl ... UKRAINE ... mhhh, ob der wohl hier ankommt?
Und dann noch der deutsche Zoll :confused:

Lange Rede kurzer Sinn, ich habe KLICK gemacht und nach 11 Tagen bangen Wartens war er in meinem "BarberShop" angekommen.
Der Zoll hatte gnädig auf seinen Obolus verzichtet und einen grünen Aufkleber auf das kleine Paket gepappt, danke Jungs ;)

Also, Hände gründlich gewaschen und los ging die Auspackzeremonie ...
ja, das aufwendig gemachte Holzkistchen samt seine Laserverzierungen ist schon eine Augenweide ! Selbst die BEVA war begeistert und hat sogar vergessen, nach dem entrichteten Preis zu fragen; lediglich eine freundliche Aufforderung: "Das schöne Holzkistchen wirftst du aber nicht weg!?"
Iwo, das hübsche Schatzkästchen kommt natürlich ausnahmsweise mal nicht in den dunklen Keller zu den anderen Kartonagen, sonder bekommt einen freien Platz in meinem überdimensionalen Rasier-Hardware "Setzkasten", ist doch klar!

Der Apollo light wurde dann ausgiebig bewundert - Aussehen, Verarbeitung und Haptik liegen auf einem extrem hohen Level (OK, leider auch der Preis) - und ist von mir aus dem Stand auf Platz 1 meiner kleinen Herde gesetzt worden.

Tja, ob man aber mit diesem technischen Glanzstück auch rasieren kann ... ???
Das werde ich allerdings erst in einigen Minuten erfahren, denn dann ist der rasur-technische Stapellauf unter extremen Bedingungen angesagt. Wetterbedingt lassen sich bei mir die Rolladen z.Z. nicht öffnen, alles vollkommen vereist! Unser Haus sieht aus, wie mit Glas überzogen und anschließend mit Puderzucker garniert!
Also wird der "glanzvolle APOLLO" - wenig glorreich - quasi unter Feldlager-Bedingungen, bei schnödem Kunstlicht seine ersten Arbeit verrichten müssen.
Na ja, wenigstens haben wir Strom und warmes Wasser... zumindest momentan noch, wer weiss, was in 5 Minuten los ist!

Also Jungs, drückt mir die Daumen, ich werde sicherheitshalber mal ein starke LED-Campinglampe am Mann tragen!
Sollte ich unter diesen widrigen Bedingungen "überlebe" werde ich mich natürlich mit dem Rasur-Ergebnis zurückmelden rasierensmilie
 
So Freunde, wollte mich doch melden, wenn ich es "überlebt" habe, da bin ich ohne Blutvergiessen also wieder ...
und nicht nur lebend sondern auch tadellos rasiert, vollkommen ohne jegliche Blessuren oder auch nur den Hauch von Rasurbrand daumenh!

OK, ich hatte ja echte Bedenken ob der filigrane Schnitter problemlos zu bedienen wäre und habe an einer geeigneten Stelle am linken Unterarm versucht, den geeigneten Winkel zu ermitteln ... etwas steiler als gewohnt also, aha, dann also frisch ans Werk.
Keine zusätzlichen Experimente bei der Seife oder dem Pinsel, nur Bewährtes, um die Einflussgrößen übersichtlich zu halten.

Mutig hatte ich die Feather eingelegt, meine schärfste Waffe, alles oder nichts ist meine Devise, oder:
"Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!"

Vorsichtige erste Aktionen im Backenbereich (neben den Ohren) ... was ist das ... gar keine Klinge drin?
Doch, ohne Zweifel! Schon nach einem Strich alle Stoppeln weg, erstaunlich!

Dann im Halsbereich versucht ... vorsichtiger, da altersbedingt hier nicht mehr alle so glatt, wie ehedem.
Ein paar Winkeländerungen versucht, insbesondere im Bereich des Adamsapfels.
Oh ja, der Ukrainer ist wesentlich stärker vom Anstellwinkel abhängig als meine anderen Lieblinge, das muss man also künftig noch intensiver austesten. Für heute war aber Feierabend, denn was soll man sich rasieren, wenn keine Stoppeln mehr vorhanden sind.

Was soll ich zusammenfassend sage? Für den ersten gemeinsamen Ausritt bin ich mehr als zufrieden. Zwar noch nicht besser, als mein momentaner Liebling, der Rockwell 6S mit Platte 4, aber er kommt nahe ran! Ob's weiter nach oben geht, das werde ich in den kommenden Rasuren noch genauer ausbaldowern.

Vergleicht man die unmittelbaren Konkurrenten, so wirkt der Ukrainer Smart-Helix Apollo light nahezu leicht und elegant gegen den Kanadier Rockwell 6S, der massig und nahezu plump rüberkommt.
Die wesentlich aufwendigere Bearbeitung des Handgriffs läßt nicht nur den höheren Preis besser verdauen, nein, die Haptik wird dadurch verblüffend zum Positiven verändert; egal wie man den Ukrainer bei nassen Fingern dreht und wendet, nie muss man befürchten, dass er einem aus der Hand fällt ... absolut wunderbar ausbalanciert! Davon werde ich mir auf jeden Fall noch 1-2 an Land ziehen ;)

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Insbesondere im Kopfbereich ist der Unterschied besonders deutlich erkennbar, was natürlich im starken Mass an der doppelseitig nutzbaren Grundplatte des Rockwell liegt.
Hier ist auch erkennbar, dass die Geometrie der Klinge vollkommen anders ausgelegt ist, während der 6S eher die übliche stärkere Wölbung besitzt, liegt im Apollo die Klinge viel flacher. Die Klingenschneiden liegen im Foto übrigens in einer Höhe!

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Lange Reder kurzer Sinn:
Ich bin sehr zufrieden mit meinem Ukrainer ... und für die internationale Völkerfreundschaft habe ich damit auch etwas getan :bier1
 
Vorsichtshalber bin ch mal mit der milderen ( I ) Platte angefangen ... ich habe den Eindruck, mir reicht das auch für eine tadellose Rasur.
Aber dazu sind erst ein paar weitere Experimente fällig, die aber nicht von heute auf morgen zu erledigen sind.
 
Lieber @Nargothrond ich bin zwar (offensichtlich) nicht Fynn1177, aber ich möchte diesen Rasierer - nach mittlerweile mehreren Jahren ständiger Nutzung - noch immer anpreisen und auf das höchste loben: Vorher wie auch nachher habe ich wirklich viele Hobel ausprobiert und der Apollo Light (aggressive Platte) ist nach den ganzen "Säuen", die hier mittlerweile durch's Dorf getrieben wurden, meine einzige Konstante - neben dem R41. Er ist gleichzeitig sanfter und gründlicher als der R41, kommt aber leider nicht so gut mit langem Barthaar zurecht, er verstopft dann recht schnell, weshalb ich mir angewöhnt habe, einen (bei mir mittlerweile üblichen) 5-7 Tage Bartwuchs zunächst mit dem R41 WTG zu kürzen und den Rest mit dem Apollo zu erledigen.
 
Nachdem ich angefangen habe mich mit der klassischen Nassrasur zu beschäftigen und durch den etwas ungewöhnlichen Weg über die Kopfrasur zur Hobelei gefunden habe, hätte ich nie gedacht, dass ich irgendwann zu einem Enthusiasten werde.

Dieser Enthusiasmus hat dazu geführt, dass ich eine Liste von fast nicht bis nicht mehr erhältlichen Hobeln habe und mit dem Smart Helix Apollo Light konnte ich wieder einen abhaken und nach dem General, dem kupfernen Sailor MC 2025 bleiben nur noch zwei Unobtaniums offen, sprich die Jagd geht weiter…

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Hier geht es aber um den Apollo Light, er wird in einem einfach aber wunderschön gearbeiteten Holzkistchen geliefert. Die Verarbeitung ist makellos. Die Basisplatte ist austauschbar, eine milde (Gap 0,5 mm) und eine aggressive (Gap 0,85) Variante stehen zur Verfügung, der Klingenüberstand ist bei beiden positiv - soweit ich das richtig verstanden habe - und bei der Rasur zeigt sich v.a. bei der aggressiveren Platte ein sehr angenehmes Bladefeel, nicht zu viel, es fühlt sich spürbar angenehm an.

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Der Griff liegt sehr komfortabel in der Hand und die Knurl-Oberfläche sorgt für einen absolut sicheren Halt. Die Basisplatten haben hinter der Schaumkante runde Löcher, durch die der Schaum abläuft, was gut funktioniert, aber bei der Reinigung etwas mehr Sorgfalt erfordert. Die Klinge wird sehr gut und fest geklemmt, kein Flattern, aber auch nur ein leises Summen bei den Rasurzügen, kein himmlischer Carbon-Cx-Sound.

Die Kopfplatte hat Vertiefungen, wie die Scallopped Kopfplatten der Timeless Hobel, ob es irgendeinen tieferen Grund hat, weiß ich nicht, aber stören tut es nicht. Der Hobel gleitet beim „Kappenreiten“ ohne Hüpfen und Ruckeln.

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Die „milde“ Basisplatte ist schon sehr gründlich, aber die Nachhaltigkeit ist nicht besonders gut, nach 10-11 Stunden fängt es bei mir an zu kratzen. Die aggressivere Basisplatte ist für mich nah dran am Optimum, absolut gründlich, sanft mit einem moderaten Bladefeel und einer Nachhaltigkeit von ca. 13-14 Stunden, damit für mich die passendere für die tägliche Rasur.

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Fazit:
Ich hoffe, dass irgendwann die ukrainische Hobelschmiede wieder ihr Geschäft aufnehmen kann, denn der Hobel spielt auf dem Niveau der Großen mit. Ich möchte den Hobel nach den diversen Rasuren nicht mehr missen.
 
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