Die Firma Tückmantel & Martin mit Sitz in Ohligs wurde am 1. Juli 1913 gegründet. Gesellschafter waren
Otto Tückmantel und
Carl Martin.
Das erste eingetragene und wahrscheinlich bekannteste Warenzeichen war „Tückmar“ (1913). Im Anschluss daran folgte eine Reihe weiterer Warenzeichen, deren Auflistung hier den Rahmen sprengen würde. Zeigen möchte ich eins, weil es eine amüsante Abwandlung des Firmennamens Kayser, Ellison & Co. Limited aus Sheffield war.
Wenn ich richtig recherchiert habe, gab es die Firma zuletzt unter der Rechtsform „Tückmantel & Martin GmbH & Co“ bis zum 28.12.2006. Sie war Bestand des Firmenverbundes der Wilh. Werhahn KG, zu der auch Zwilling und die Jaguar Stahlwarenfabrik GmbH & Co KG gehören. Mit Ausscheiden des Gesellschafters Jaguar Stahlwarenfabrik GmbH & Co KG wurde die Firma Tückmantel & Martin zum oben genannten Datum gelöscht, das Warenzeichen „Tückmar“ wurde auf die Jaguar Stahlwarenfabrik übertragen und erst 2017 gelöscht.
Vorstellen möchte ich ein Bartputzer 1927-Rasiermesser. Der erste Eintrag in diesem Strang zeigt ein Bartputzer Modell 1930. Meins müsste das Vorgängermodell sein, für das ein eigenes Warenzeichen eingetragen wurde.
Die Bartputzer-Rasiermesser wurden seitens Tückmantel & Martin im Jahr 1929 bis Anfang 1930 stark in Lokalzeitungen als Messer für Selbstrasierer beworben.
Zwischen den beiden Anzeigen in der obigen Abbildung liegen genau 12 Monate. Das heißt, dass innerhalb eines Jahres über 70.000 Rasiermesser dieses Typs verkauft wurden. Ich finde, das ist eine beachtliche Anzahl.
Interessant auch, dass Tückmantel & Martin diesen Frameback-Schliff als neue Evolutionsstufe der Rasiermesserschliffe (erst derb, dann hohl und schließlich der „Bartputzerschliff“) schmackhaft machen wollte. Wie wir alle wissen, konnte sich dieser Schliff nicht durchsetzen und muss wohl, zumindest was die Solinger Rasiermesser anbetrifft, als kurze Episode und Ausnahmeerscheinung gelten.
Ich hatte heute ein anderes Bartputzer 1927 Rasiermesser gezeigt, das für die Firma Karl Hummel (Karlsruhe) hergestellt wurde:
Karl-Hummel-Bartputzer 1927.
Im direkten Vergleich zeigt sich, dass es beim Schleifen der Frameback-Klinge leichte Toleranzen auftraten, was ja bei manueller Herstellung auch nicht anders zu erwarten ist.
Die Klinge des links gezeigten „Karl-Hummel Bartputzer-Messers“ ist bis oben, wo der breite Rücken anfängt, beinahe parallel geschliffen, während man beim Tückmantel & Martin-Messer einen minimal keilförmigen Schliff erkennen kann. Die linke Klinge ist auch erkennbar dünner ausgeschliffen. Rasiertechnisch dürfte das keine Auswirkungen haben.