Forum der Rasur

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Warum seid ihr bei der klassischen Nassrasur (langfristig) hängen geblieben?

Hallo zusammen,

in jungen Jahren habe ich mit Nassrasur angefangen. Nix dolles, Systemrasierer halt, Anfangs Dose dann mit Rasierseife. Dann kam die Bundeswehr und mit ihr ein Elektrorasierer. Es musste halt schnell gehen...
Ja und das blieb dann bis 2022. Urlaub in Schottland, Elektrorasierer dabei aber das Ladegerät vergessen. Meine liebe Ehefrau meinte 3 Wochen unrasiert geht nicht (und mich selber juckt es auch nach spätestens 1.Woche). Also, auf die schnelle Dose und Systemrasierer gekauft und ... schön wars! Dann keimte in mir der Umweltgedanke, und ein Mühle Classik zog ein, diverse Seifen ausprobiert, ein 6S (leider die Kopfplatte kaputt, Gewinde gebrochen)... Kurzum, der Nassrasurvirus hat mich erwischt und ich bekomme Ihn nicht mehr los :) .

LG Rainer
 
Ich hatte bis zur Jahrtausendwende nur einen E-Rasierer.
Ich bin dann irgendwann auf Dosenschaum und Systemrasierer umgestiegen, schon besser für die Haut.
Ich weiß bis heute nicht was mich im Frühjahr 2025 geritten hat, einen Rasierhobel zukaufen.
Hat auf jeden Fall einen bleibenenden Eindruck hinterlassen.
Und wie es halt so geht, wenn man den Umstieg erst mal komplett vollzogen hat,
sind es mittlerweile etlich Hobel, Pinsel und Seifen ...
Ich will nichts anderes mehr.
 
Nach einem langen Weg über Systemi und E Fräse, am Schluss mit DS und Systemi habe ich irgendwann einen Rest Wilkinson Seife im Tiegel gefunden.
Die wollte ich nicht wegwerfen und habe sie benutzt.
Siehe da, besser als DS.
Also wollte ich bei Seife bleiben, fand aber erst einmal keine.
Das hat mich geärgert, also habe ich weiter gesucht bis ich welche gefunden habe, und dann kam eins zum anderen.
Erst hat mich ein klassischer Hobel gereizt, dann kam das erste Forum.
Der Rest ist Geschichte
 
Hab mal ein spontanes persönliches Brainstorming durchgeführt.
Dabei ist zusammengekommen, in freier Anordnung, ohne wertende Reihenfolge:

Entschleunigung und Achtsamkeit
Ritual
Wissenschaftliche Neugier
Spieltrieb
Handwerk und Präzision
Einen an der Waffel haben
Das Gebrumme von Elektrorasierern hassen
Meditatives Schaumrühren
Sinnliches Erleben
Zeit für sich
Wenn man was nicht mehr verbessern kann, dann sollte man dabei bleiben
Nette Forumskollegen
Nervenkitzel
Beruhigt
Es wird nie langweilig
Macht Spaß
Bedürfnis nach Irrationalität
Enttechnisierung
Zeitreise
….

Vielleicht würden mir hier jetzt noch 20 Sachen einfallen :proud
 
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Ich habe in 20 Jahre alles an Systemen und Einwegrasierern durchprobiert, was ich in die Finger bekommen habe beim Dosenschaum wars der billige und ich hätte mal eine kleine Elina Rasiercreme-Tube.
Einmal pro Woche Rasieren wäre damit ungefähr machbar gewesen, wenn ich mich gequält hätte. Dann kamen diverse Billig Haar- und Bartschneidemaschinen, was aber für sehr viele eingewachsene Haare gesorgt hat. Dann habe ich etwa ½ Jahr ausgesehen wie Karl der Große und bin dann irgendwie auf die Idee gekommen, den WC zu kaufen. Die erste Rasur mit absolut falschem Winkel und wilder Führung hat mir dann eine ziemlich gute Rasur beschert (Elkos Men DS und Elkos Fresh AS). Dann hat mein ADHS sich gemeldet und ich hab mich einfach mal drauf eingelassen.
Jetzt habe ich nur noch das Problem, dass mein Bart nicht schnell genug wächst um mir einen konsistenten Dopaminspiegel zu rasieren. rasierensmilie:carrot1
 
Einen Rasierhobel hatte ich schon als Jugendlicher, aber mir fehlte die Geduld.
Ich hab mir schnell mit den Händen die Fa Seife ins Gesicht gerubbelt und versucht, die Barthaare irgendwie abzuschrappen.
Ging nicht wirklich gut und war schmerzhaft.
Nachdem ich heimlich den Elektrorasierer von meinem Vater genutzt habe und Ärger bekam, weil ich die ein oder andere Scherfolie kaputt gemacht habe, hab ich mir dann einen eigenen gekauft. Einen Sanyo. Der hatte Batterien oder einen Akku, genau weiß ich das nicht mehr. Zufrieden war ich damit nie und stieg auf einen Philips mit Kabel um. Eigentlich lief alles rund, nur im Sommer mit verschwitzter Haut war es eine Tortur. Streuselkuchen-Alarm!
Zwischenzeitlich hab ich immer mal wieder Hobel ausprobiert, mich aber nie mit der Technik auseinandergesetzt.
Irgendwann fiel der Groschen und der Vorteil im Sommer, die sanfte Rasur, bei verschwitzter Haut hat mich komplett überzeugt.
Den Philips am Kabel hab ich immer noch. Aus nostalgischen Gründen hab ich mir damit vor einigen Monaten mal den Kopf rasiert. Hat ewig gedauert, war aber überraschend gründlich.
Für mich kommt nichts anderes mehr als ein klassischer Hobel ans Waschbecken: Einfach, günstig und gründlich!
 
Es wurde schon viele Gründe erwähnt, denen ich mich so anschließen kann. Vor 40(?) +- Jahren begann meine Rasurkarriere elektrisch, von meinem Vater, eher unbewusst als lästiges Übel, vermittelt. Der Flaum war schnell weg und alles war gut. Dann folgten Jahre des ausprobierens, ob Systemies aller Art mit verschiedensten Dosenschäumen, schließlich war es das was man so in den Badezimmern sah und was Kumpels so nutzten. Egal was man nutzte, es blieb ein lâstiges Übel. Es folgten Jahre des 3 Tagebartes und einigen Trimmern. Aber das Exit Equipment war das halt auch irgendwie nicht. Von Hobeln hat man irgendwie auch was mitbekommen, aber dieser Zeitaufwand...man wollte gut aussehen, durfte aber kaum Zeit in Anspruch nehmen, ein Teufelskreis...Die Vorliebe für klassische traditionelle Dinge wuchs in den letzten Jahren, die Nassrasur mit Hobel, Pinsel und allem was dazugehört, hat ja schon Stil...lange Rede kurzer Sinn, die Vorlieben haben sich geändert, mittlerweile Glatzenträger und Glattheitsfanatiker, durch die Frührente mit Zeit gesegnet, und siehe da, hier bin ich. Me Time wurde erwähnt, der Hang zum klassisch traditionellen (aus meiner Sicht) befriedigt, genieße ich den Spaß daran, zu experimentieren mit dem vorhandenen Equipment die bestmögliche Rasur jeden Tag spätestens jeden 2. Tag zu erzielen, mit mal mehr mal weniger Durchgängen und Aufwand. Dabei kommt dann auch alles mal irgendwie zum Einsatz, E-Fräse, Systemie,Hobel oder Shavette. Danke für die Aufmerksamkeit :cool:
 
Ich würde da doch erst mal wissen wollen, was ist den bitte die "klassische" Nassrasur?
Systemrasierer gibt es seit den 70ern
Dosenschaum mind. seit den 60ern

Damit rasiert doch jeder, der nass rasiert, klassisch ...
Naja da kann man genauso gut sagen "klassisch" sei die am Stein geschärfte Muschel mit der die Menschheit vor Jahrtausenden mit der Rasur angefangen hat.....
Aber jetzt Spaß bei Seite. Wenn ich den Begriff Nassrasur in Google hau, kommt natürlich was vom Forum relativ weit oben.

Aber davon unabhängig sind die meisten Suchtreffer Dosenschaum und Systemis oder Systemi vs Elektro gegenüberstellungen von Herstellern, Beauty, Dermatologen, etc Seiten.

Gibst du aber "klassische" Nassrasur ein, dann sind die Treffen ausschließlich Hobel, Messer, Pinsel, etc.....unser Nischen-Hobby eben..... Mainstream Systemi wird halt einfach nur Nassrasur genannt, "modern" vorneweg ist da nicht notwendig, da die meisten durch Werbung sowieso primär das damit verbunden haben...... zumindest bis Störtebekker diese Marktlücke für sich genutzt hat..... zumindest dafür ist diese doofe Marke gut, genauso wie Daniel Wellington (oder später die Apple watch) die Handy Generation teilweise wieder an Uhren geführt hat als "Retro" Modeartikel.
 
Zuletzt bearbeitet:
Irgendwie schlägt mein Herz für alte Sachen, mechanische Uhren, als Kind die Dampfmaschine, später privat die Siebträgermaschinen. Erstens trinke ich sehr gern und viel Kaffee und zweitens dampft und zischt es, Manometer… Spielzeug für den großen Jungen!
Ich sehe auf jeden Fall die Gemeinsamkeiten :lol
Der Marketing Mensch würde da jetzt Zielgruppenprofil zu sagen.

Ist aber allgemein so, dass ich hier teils eine roten Faden an Erfahrung sehe!
 
durch Werbung sowieso primär das damit verbunden haben...... zumindest bis Störtebekker diese Marktlücke für sich genutzt hat..... zumindest dafür ist diese doofe Marke gut
Genau so sehe ich das auch. Ich würde mir niemals etwas bei denen kaufen, selbst, wenn zur Abwechslung mal eine Eigenentwicklung verkauft würde, weil ich die ganze Firmenphilosophie mit dem Umlabeln und teurem Verkauf von billigsten China-Produkten nicht ausstehen kann. Wenn sie wenigstens nicht so tun würden, als seien das alles innovative Produkte, die sie selbst entwickelt haben. Trotzdem bin ich dankbar, dass es die gibt und sie eine so aggressive Werbekampagne hatten, weil ich sonst wohl niemals auf diese Nische käme und bis heute mit dem Elektrobrummer hantieren würde.
 
Ich kann diese Frage sehr einfach beantworten. Es ist die für mich angenehmste und auch gründlichste Art der Rasur.

Natürlich habe ich mich wie viele andere auch mal mit einem Elektrorasierer rasiert. Gerade in der Zeit in der ich mehr in Hotels verbracht habe als zu Hause, war der Elektrorasierer ein durchaus praktisches Hilfsmittel um sich zu rasieren. Allerdings dauerte diese Phase nicht sehr lange, denn ich empfand die Rasur als weder gründlich noch sehr angenehm.
Besonders wenn es mal ein wenig mehr Bartwuchs war begann es doch recht unangenehm zu werden.
Systemrasierer habe ich auch einmal ausprobiert. Schliesslich will man ja auch mit der Zeit gehen. Sie waren durchaus gründlich und angenehm. Was mir aber bei diesen Rasierern gefehlt hat war die Stabilität des Rasierers, irgendwie nicht wertig und doch recht zappelig. Im Endeffekt war es eine extrem kurze Phase mit Systemrasierern. :lol
Erst in den letzten zwei bis drei Jahren habe ich dann auf einmal richtig viel Spaß an der Rasur bekommen und dann auch dank dieses Forums so einiges ausprobiert.

Im übrigen, bevor ich dieses Forum gefunden hatte, habe ich mich mit meinem damaligen Hobel tatsächlich über zwanzig Jahre lang rasiert. Diesen hatte ich damals in einer lokalen Drogerie als Set gekauft. Und meistens habe ich ihn mit Dosenschaum verwendet. Das Aufschlagen von Seife hat mir damals einfach zu viel Zeit gekostet. Mein Lieblingsschaum war der Gillette Classic und mein einziges Rasierwasser das ich verwendet habe war das Hâttric CLASSIC After Shave.

Wenn Ihr mich jetzt fragt welcher Hobel es war, muss ich gestehen dass mich das zu der Zeit nicht die Bohne interessiert hat. Er hat eben funktioniert.
Er liegt noch irgendwo verpackt im Keller und wenn ich mal Lust habe werde ich ihn mal suchen gehen. :)
 
Schöner Thread bzw. schöne Frage!

Ich habe meinen ersten Flaum noch mit dem Systemrasierer wegrasiert, bis mir es zu blöd wurde. Dann bestimmt etwa 10 Jahre nur noch einen Trimmer benutzt, bei dem meist in etwa ein 3-Tage-Bart stehen geblieben ist. Sah „gepflegt“ genug aus für mich, niemand hat sich dran gestört, hat also schon gepasst.

Dann kam die große Wende: Durch Zufall habe ich auf Reddit von Rasierhobeln gelesen, genauer ging es da um den Henson AL13. Da ich ungefähr zur gleichen Zeit einen neuen Job angenommen habe, habe ich mir vorgenommen, dort in Zukunft ordentlich rasiert zu erscheinen.

Eins führte zum anderen… In der Drogerie erstmal einen King C. Gillette Hobel gekauft, Seife und Pinsel dazu und die ersten Rasuren damit absolviert. Die waren zwar okay, hatte aber viel mit Blutpunkten etc. zu kämpfen, bis ich mal von einer „Grain-Map“ gelesen habe. Bin dann auch recht schnell über dieses Forum hier gestolpert, hab viel als Gast gelesen, mich dann dazu entschlossen hier beizutreten (Ende Nov 2022) und dann war der Zug abgefahren :flucht1

Dass ich dabei geblieben bin grenzt schon fast an ein kleines Wunder, es hat wirklich Monate (und 2-3 Hobel) gedauert bis ich wirklich sanfte, gründliche und verletzungsfreie Rasuren hinbekommen habe. Rückblickend bin ich sau froh, das durchgezogen zu haben, da die klassische Nassrasur wirklich eins der besten Hobbys ist, das ich mir je angeschafft habe.

Sie hat ein notwendiges Übel zu etwas gemacht, auf das ich richtig hinfiebere. Die ganzen verschiedenen Hobel, Pinsel, Seifen, Aftershaves auszuprobieren macht unfassbar viel Spaß und der Austausch darüber in diesem wunderbarem Forum setzt dem ganzen Prozedere noch die Sahnehaube auf.

Man muss sich zwar (mit Hang zum sammeln und horten) wirklich beherrschen, da die Menge der Produkte schier unendlich ist, wenn man aber dann mal etwas findet das funktioniert oder wunderbar duftet, dann freue ich mich jedes Mal auf den Einsatz.

Das FdR trägt auf jeden Fall viel dazu bei, mich auf jede Rasur zu freuen und mit diesem liebenswerten Haufen hier darüber fachzusimpeln - vielen herzlichen Dank :)
 
cooler thread….

als der pflaum spross hatte ich eine braun elektrofräse gefunden im bad. also ran an den speck…die köpfe waren stumpf und haben mehr gerissen…das teil ist noch auf dem badezimmer boden verstorben.

dann werbung inspiriert im supermarkt dosenschaum und systemi gekauft. ich glaube der erste war ein wilkinson sword protector…. war rückblickend ok.

dann in den letzten 7 jahren vor dem erleuchtenden letzten tagen des jahres anno 2024 schmerzhafte miese rasuren mit diversen systemies von beiden grossen herstellern, mit der super werbung.
wohlgemert einmal die woche da es echt kein spass gemacht hat.

und dann kam das licht, im DM vor lauter frust und keinen willen mehr für eine systemklinge den aufgerufenen preis zu zahlen ein WKM, pinsel und rasiercreme gekauft und los ging es.

jetzt nach einer steilen lernkurve sind tägliche rasuren mit dem RM kein problem.

auch dank der tollen leute hier im forum.
 
Dass ich dabei geblieben bin grenzt schon fast an ein kleines Wunder, es hat wirklich Monate (und 2-3 Hobel) gedauert bis ich wirklich sanfte, gründliche und verletzungsfreie Rasuren hinbekommen habe.

Bei mir war es tatsächlich auch nicht so intuitiv oder eine Offenbarung bei der ersten benutzung, wie man das ja bei manchen so liest. Ich habe damals glaube ich gemerkt, dass gerade Wangen und an manchen Halsregionen alles deutlich besser rasiert ist, ohne irritation....dafür war an den Problemzonen anfangs weniger Spass angesagt. Da wurde halt mit Altbeständen an systemi köpfen nachgeholfen

Um Bruce Lee in die sache hineinzuziehen....ich fürchte den Mann, der einen Kick 10.000 Mal geübt hat.
...
Also so viele rasuren hab ich nicht gebraucht bis ich den dreh raushatte, aber bis die Hobel Technik wirklich gut gegessen hat und die perfekte Schaum Konsistenz obendrein.....vieeeeele Monate
Zum Glück war der Spieltrieb so ausgeprägt, jetzt wie bei dir die tollsten Resultate samt Ritual:herz1
 
Irgendwie liest es sich bei uns allen recht ähnlich. So war mein Weg:

Als junger Mann den ersten Flaum mit einem Systemie und Dosenschaum entfernt (fragt mich nicht, welcher Systemie das war, irgendwas mit zwei oder drei Klingen).

Danach kam ich zur Bundeswehr und da es dort schnell gehen musste kam die erste Elektrofräse (es war ein Payer). Dann hab ich drei Jahre Vollbart getragen (boah sehen die Fotos gruselig aus).
Als der runter kam, ging es elektrisch weiter, allerdings hatte ich immer einen dunklen Bartschatten im Gesicht. Als dann bei dem Payer die Scherfolie hin war und ich mir eine neue kaufen wollte, bin ich über einen Philips gestolpert. Der konnte schon Nass-Trocken und auf der Rückseite konnte man ein Beutelchen mit einer Rasuremulsion einlegen.

Da mir aber auch da irgendwann die Ergebnisse nicht zusagten da immer noch ein Bartschatten zu sehen war, bin ich wieder zum Systemie plus Dosenschaum beziehungsweise-gel gewechselt, dann aber mit fünf Klingen plus Trimmerklinge. Allerdings hatte ich dann nach einer gewissen Zeit immer massive Hautreizungen.

Die Rasur war eine lästige Pflicht.

Dann kam eine Zeit mit 3-Tage Bart. Der gefiel mir irgendwann nicht mehr, da es mir zu ungepflegt aussah.

Also wieder Systemie und Dosenschaum.

Vor gut 7 Jahren habe ich mir dann in einem Fachgeschäft neue Küchenmesser gekauft. Der hatte auch einen kleinen Bereich mit Rasiersachen. Da sah ich dann ein Set von Mühle mit Hobel, Pinsel, kleiner Schale und einem Ständer. Mir fiel ein, dass mein Opa sich auch immer mit so etwas rasiert hatte. Also wollte ich das auch mal ausprobieren. Anfangs habe ich einfache Rasiercremes aus dem DM genutzt. Irgendwann hab ich dann eine Captain Fawcett geschenkt bekommen und habe festgestellt, dass Rasierschaum auch ganz anders sein kann. Das hat mich neugierig gemacht.

Und dann bin ich hier gelandet.

Warum werde ich bei der klassischen Nassrasur bleiben?

1. Ich mag es glatt im Gesicht zu sein. Mit meinem derzeitigen Setup bekomme ich jeden Tag reproduzierbar BBS hin, und das verletzungsfrei.
2. Die unterschiedlichen Rasierseifen und AS sind für mich regelrecht eine Aromatherapie. Je nach Lust und Laune wähle ich aus, worauf ich gerade Lust habe.
3. Ich mag es, wenn der Pinsel mein Gesicht einschäumt. Dieses Hautgefühl ist einfach unheimlich angenehm für mich.
4. Zeit nur für mich. Meine BEVA weiß mittlerweile, dass die Rasur für mich zu einem Ritual geworden ist. Sie lässt mich daher machen und versucht es auch zu vermeiden mich dabei zu stören. Da ich Schichtdienst habe und grundsätzlich rasiert zur Arbeit gehe, rasiere ich mich zu unterschiedlichen Tageszeiten.

Ich glaube, ich könnte noch viele weitere Aspekte hier aufzählen, aber das Ergebnis bleibt immer gleich:
Für mich gehört zu einer guten Rasur immer ein Rasierpinsel, eine schöne Seife, das passende AS und ein Hobel oder ein Messer.
Für mich gibt es nichts anderes mehr.
 
Vielen Dank, bester @shavin'nic für die Frage. Das trifft ja genau die Frage, die wir eigentlich alle bei der Vorstellung beantworten, und die wir nicht müde werden, zu wiederholen, in der Hoffnung, die bekanntlich zuletzt stirbt, es diesmal prägnanter formuliert zu bekommen.

  • Selbstverständlich mit Braun micron angefangen. Ende der 70er lag der Fortschritt noch in der Luft, und selbstverständlich rasierte man sich mit fortschrittlichen Geräten. Mein Vater schenkte mir das neueste Modell, als ich seinen wohl zu oft zu benutzen begann.
  • Während des Studiums dann gelegentliche Explorationen von Wegwerfrasierern und Dosenschaum, einfach aus Neugier.
  • Beim ersten USA-Besuch 1988 Braun nicht mitgenommen, und vor Ort in DC dann Gilette-System-Rasierer mit auswechselbarem Kopf und Dosenschaum gekauft. Das war definitiv besser. Und mußte über die mehreren Wochen des Urlaubs durchgezogen werden.
  • Ein Jahrzehnt des Hin und Her zwischen E-Rasur und Nassrasur mit Dosenschaum begann. Zwischendurch nochmal in den USA, da immer naß. Beim letzten Besuch (Jahr der Clinton-Wiederwahl) dann auch mal Gel zur Handschäumung ausprobiert.
  • Im neuen Jahrtausend dann zunehmende Vernachlässigung des Elektrorasierers, Benutzung eines Pinsels mit Palmolive-Stick zur Nassrasur, Ablage des Rasierers auf Blademaster-Magnet (heißt: nur einmal im Jahr die teuren Klingeköpfe nachkaufen). Weiß nicht, was attraktiver war: das bessere Rasurergebnis oder der Bohei/das Ritual.
  • 2015 dann Umstieg auf den Hobel, Benutzung richtiger Rasierseife (Valobra). Der 100er-Pack Derby-Klingen und der 10er-Pack Feather-Klingen reichten bis zum Ende der Hobelei 2023. Der Klingenkopf wurde immer noch auf dem Magneten abgelegt, mit 50/50-Chance bei DE, dass jetzt gerade die andere Seite zur Ausrichtung kommt..
  • Die Nassrasur war bei mir also eine schon gut eingefahrene Routine, bevor sie dann in das "Hobby" mit nicht absehbarer Kauflust abglitt, bei dem das erste Messer nicht das letzte sein sollte, eine extra Box im Bad nun mit Rasierseifen gefüllt ist, ein extra Regal weiter oben diverse After-Shaves und Pinsel griffbereit hält, und ich nun zum Rasurtagebuchschreiber mutiert bin. Very strange!
 
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