Forum der Rasur

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Was macht die perfekte Rasur wirklich aus?

Ich bin der Meinung, das die Technik im Umgang mit dem Rasierhobel den größten Einfluß auf den Erfolg einer BBS Rasur hat. Alles anderen wie Rasierseife, Vorbereitung der Haut, Aftershave und Klinge gleichen kleine Abweichungen in der Technik aus. Dabei finde ich es aber sehr wichtig, das der Rasierhobel zum Barthaar und der Gesichtshaut passt.
 
Ich sehe das ähnlich wie @Elbe - es kommt buchstäblich auf das Know-How des Nutzers an. Dabei ist ja schon das Wissen um die passende Hard- und Software inbegriffen.
Die Erfahrung bringt es mit sich, dass man sich richtig vorbereitet, den Schaum hinbekommt und wie man den Rasierer/das Rasiermesser am besten verwendet.
Die beste und teuerste Ausrüstung ist in den Händen eines unwissenden Nutzers wertlos. Kennt man sich jedoch aus, so kann man auch mit einfachen Mitteln eine traumhafte Rasur hinbekommen. Ich habe über die Jahre hinweg immer mehr verstanden, was das Richtige für meine Gesichtshaut ist und wie ich die besten Ergebnisse erzielen kann.
 
Für mich ist die schöne Rasur geschehen, wenn ich hinterher im Spiegelbild lächle.
Die grundlegende Technik zum Führen des Schneidewerkzeugs ist durch nichts zu ersetzen. Aber selbst wenn ich den Hightech-Rasierer in der Hand halte, die 20-Öle-special edition-Artisanseife perfekt angerührt habe mit meinem mundgenagtem Exklusiv-Engelhaarpinsel- perfekt wird es nie. Perfektion zu erstreben ist der Weg in die Frustration. mho
 
Ist doch wie bei einem guten Essen: natürlich braucht es dazu erstklassige, frische Zutaten, passendes Küchenequipment, also schnell reagierende und genau in der Hitze zu dosierende Herde, die dazu passenden hochwertigen Pfannen und Töpfe usw. usf. Das sind die Voraussetzungen, damit es überhaupt etwas werden kann.

Damit es dann auch wirklich etwas wird, ist aber der Koch entscheidend. Wenn der Koch ein Stümper ist und nicht so recht weiß, was er tut, wird das alles nichts. Letzten Endes sind dessen Fähigkeiten und Können doch der Faktor, der den Unterschied ausmacht.
 
Ich denke das die Seife gut zubereitet werden muss. Bestenfalls bekomme ich mit einer Arko ein entsprechendes und ebenso gutes BBS hin wie mit einer SV,PAA oder Harris.
Allerdings muss wie bei einem guten Menü alle Komponenten gut zusammenspielen.
Ergo sind in meinen Augen alle Komponenten und deren zusammenspiel entscheidend.
Es gibt nicht nur einen Grund.
 
Das mit der Tagerform halte ich für komplett überbewertet . Hobel Weitwurf ist glaube ich noch nicht Olympisch .
Wenn man lange genug dabei ist bedarf es also keiner besonderen Tagesform .
Gute Vorbereitung , also immer schön einseifen und eine gute Klinge ob Messer oder Hobel ist wohl am wichtigsten.
Welche Rasierseife man wohl nimmt erscheint mir dabei auch nicht ganz so wichtig ,die meisten tun was sie sollen ganz hervorragend .
Der Pinsel ist eigentlich egal ,trägt er doch nur den Schaum ins Gesicht , er sollte aber wenigstens gut aussehen wegen den Rasurbildern .
 
wie kann etwas wichtiger sein, als eine scharfe Klinge
Natürlich ist im extremen Sinne eine Rasur ohne scharfe Klinge nicht möglich, aber ich hatte schon bessere Rasuren mit einer Klinge beim 60. Einsatz als mit einer beim ersten oder zweiten Einsatz. Eine Klinge bleibt offenbar meist länger rasurfähig als landläufig angenommen, und auch die frischeste Klinge kann eine perfekte (oder auch nur gute) Rasur nicht garantieren wenn die übrigen Variablen nicht stimmen. Meine Erfahrung sagt, dass auch nach einer schlechten Rasur mit anderen Bedingungen aber derselben Klinge tadellose Rasuren möglich sein können. Ich würde mich zugespitzt zu dem Verdacht versteigen, dass von seltenen Produktionsfehlern abgesehen jeder hier im Forum bei jedem Klingenwechsel rasurfähige Klingen wegschmeißt (was völlig okay ist, weil dann halt andere Prioritäten überwiegen).

Um die Titelfrage zu beantworten: Tagesform. Sie entscheidet stärker darüber, ob man das Zusammenspiel aller Bestandteile ordentlich hinbekommt, als die individuelle Qualität dieser einzelnen Bestandteile - auch dann noch wenn man reichlich Kenntnisse und Erfahrung mitbringt.
 
Bei mir ist es eine Kombination aus Allem.
Tagesform, Hautbeschaffenheit, Vorbereitung, Seife, Klinge, Hobel, Pinsel, AS, Pflege, Beduftung, Biorythmus, Mondstand, Jahreszeit etc...
Soll heissen, das gleiche Set kann an verschiedenen Tagen unterschiedlich gut sein.
Eine grössere Auswahl mit reichlich Kombinationsmöglichkeiten ist vorhanden.
 
Auch ich könnte nicht einen einzigen Faktor benennen. Es ist, wie im vorherigen Beitrag benannt, die Kombination aus allem. Wobei die käufliche Anteil der Zutaten in dieser Kombination sehr verschieden sein kann. Es kann sich dabei um sehr günstiges, wie auch teures Rasurequipment handeln, die ganze Bandbreite. Wobei gerade die Abwechslung für mich auch einer der wichtigen Faktoren dabei ist.
Ich würde aber nicht von einer perfekten Rasur sprechen wollen, sondern von einer sehr guten. Diese perfekten Rasuren, die sich gelegentlich und unerwartet einstellen sind dann fast wie magische Momente, deren Gründe ich nicht benennen könnte. Irgendwie harmoniert dann einfach alles perfekt, und man weiß nicht warum.
Auch das Gegenteil kann, wenn auch selten, mitunter vorkommen, und man kann hier auch nicht ergründen warum.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für die interessante und vielfältige Diskussion, die durch meine Frage entstanden ist.

Bei mir hat sich inzwischen gezeigt, dass sich meine Rasur vor allem dadurch deutlich verbessert hat, dass ich der Rasurvorbereitung mehr Aufmerksamkeit schenke.

Ich versorge meine Haut bereits vor dem Schlafengehen mit Feuchtigkeit – zunächst mit Aloe-Vera-Gel und anschließend mit Gesichtscreme. Auf Reisen reicht mir dafür auch mein Aftershave-Balsam vom Morgen, sodass ich nicht unnötig viel mitnehmen muss.

Direkt vor dem morgendlichen Einschäumen verwende ich zusätzlich eine Pre-Shave-Creme.

Bei den Rasierseifen und -cremes habe ich dagegen festgestellt, dass das konkrete Produkt für mich offenbar keine entscheidende Rolle spielt. Auch mit meinen verschiedenen Klingen komme ich gut zurecht. Jede Klinge verwende ich viermal fürs Gesicht und zweimal für die Glatze, bevor ich sie wechsle.

Mein persönliches Fazit bisher: Die richtige Vorbereitung scheint bei mir einen deutlich größeren Einfluss auf eine gründliche und gleichzeitig reizfreie Rasur zu haben als die Wahl der Seife oder Klinge.
 
Theoretisch kann man auch das Pferd von hinten aufzäumen und sich fragen, was in unterschiedlicher nicht beständiger Qualität vorhanden ist. Also quasi auf was man aufpassen muss beim Equipment.

Pinsel: GIbt es überhaupt Pinsel mit denen man keinen perfekten Schaum machen kann? Ich denke mal nicht, es sind eher Vorlieben und vor allem beim Gesichtsschäumen das Gefühl auf der Haut.

Klingen: Da kann man sich auch mit (fast) jeder rasieren. Dem einen liegen scharfe Klingen mehr, der andere mag es sanfter. Aber für mich nebensächlich.

Pre Shave: Unterstützt eine schlechte RS/RC, bei einem Top Produkt eher sinnbefreit.

AS / ASB: Kann man sogar weglassen, hilft wenn man was vermurkst hat aber für mich nicht entscheidend. Duft ist netter Bonus.

Die 2 wichtigsten Komponenten wären für mich:

Nummer 2: RS/RC. Hier gibt es für mich doch einige schwer aufzuschäumende RS/RC und auch etliche B-Klasse Produkte die für mich niemals perfekt funktionieren werden, egal wie gut Ich sie aufschäume

Nummer 1: wichtigstes Kriterium - Hobel. Hier ist meiner Meinung nach die Spreizung enorm. Von supersanft bis brutal bissig gibt es alles. Von flachem Winkel, bis steil; kopflastig, mittig, hecklastig, schwer versus ultraleicht und viele andere Kriterien. Ich kann mich zwar mit vielen rasieren, bin aber zu unbegabt um alle sehr gut oder gar perfekt zu beherrschen. Darum für mich der Hobel!
 
Das mit der Tagerform halte ich für komplett überbewertet . Hobel Weitwurf ist glaube ich noch nicht Olympisch .
Wenn man lange genug dabei ist bedarf es also keiner besonderen Tagesform .
Gute Vorbereitung , also immer schön einseifen und eine gute Klinge ob Messer oder Hobel ist wohl am wichtigsten.
Welche Rasierseife man wohl nimmt erscheint mir dabei auch nicht ganz so wichtig ,die meisten tun was sie sollen ganz hervorragend .
Der Pinsel ist eigentlich egal ,trägt er doch nur den Schaum ins Gesicht , er sollte aber wenigstens gut aussehen wegen den Rasurbildern .
Genau das beschreibt für mich die Tagesform.
Wenn ich die Parameter Seife/Schaum, Technik und Equipment nicht mehr optimieren muss, weil ich dauerhaft wünschenswerte Ergenisse erziele, dann sind Ausreißer nach unten das Ergebnis der Tagesform, weil einer der genannten Parameter nicht wie gewohnt Anwendung gefunden hat.
Ist eine Henne-Ei-Debatte: Ich zieh' mein Messer an 364 Tagen ab, am 365. Tag vergesse ich es und die Rasur leidet darunter.
Liegt letztlich an der Klinge, aber ursprünglich an meiner Vergesslichket/Tagesform.
 
Wenn jetzt noch der Stand des Mondes dazu kommt, ist die Esoterik Rasur fertig.

Wohlgemerkt! Der TO wollte ein Kriterium wissen, was für jeden das wichtigste ist. Dazu versuche ich mal eine Argumentationskette aufzubauen.
Anfänger ohne Kenntnis: Hier kann man noch gar nicht von einer richtigen Rasur sprechen.
Fortgeschrittener mit Erfahrung: Grundlage ist vorhanden, das Rasierzeug in seiner Gänze ist entscheidend.
Tagesform: Heißt das, wenn ich das Glücklichsein gepachtet habe, rasiere ich mich immer gut und wenn ich depressiv bin, immer schlecht?
RS/RC: Egal was ich nehme, es entsteht ein gewisser Gleitfilm. Das geht mit Öl auch. Manche verwenden Duschgel.
Pinsel: Der wohl unwichtigste Teil. Selbst die mit Stick aufgetragene Seife, lässt sich von Hand mit Wasser in einen Gleitfilm verwandeln.
Hobel: Hier wird es interessant. Denn OC, CC sowie die Hobelgeometrie sind ein großer Unterschied für die Anwenderhaut. Aber kein Garant für eine nachhaltige Rasur.
DE Klinge: Die Auswahl einer Klinge ist so individuell wie der Anwender.
RM: verschiedene Schliffe, unterschiedliche Breiten entscheidet die Vorliebe beim Rasurgefühl.

Jetzt stelle man sich folgende Frage.
Egal welche der o.g. Kriterien kann durch Veränderung eine sanfte und Nachhaltige Rasur ermöglichen, wenn man eine stumpfe Klinge verwendet?

(Ich mag solche Diskussionen, die rein auf Argumenten basieren und nicht in pers. Streit ausarten.)
 
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