Guten Morgen,
an diesem Sonntag habe ich gewagt, meinen GBB La Veinette wieder auszuprobieren.
Wieder habe ich das Testrasiermesser am Glas stumpf gemacht.
Dann habe ich etwas Slurry erzeugt und mit meinen Hin- und Her-Bewegungen begonnen.
Ca. 20 Bewegungen auf einer Seite, dann das Messer umgedreht und ca. 20 Bewegungen auf der anderen Seite.
Irgendwann wurde der Slurry dunkler durch Metallpartikel.
Dann habe ich immer wieder einen Tropfen Wasser hinzugegeben und den Slurry verdünnt. Das habe ich mehrmals wiederholt.
Da muss ich leider zugeben, dass ich das Verdünnen des Slurrys völlig blind gemacht habe. Ich habe dabei keinen Unterschied im Schärfprozess bemerkt. Also einfach weitergeschärft und immer wieder verdünnt. Irgendwann nur noch mit fließendem Wasser.
Danach bin ich auf den Schwedenstein gegangen – zuerst mit Slurry, dann mit fließendem Wasser.
Ergebnis: In der Mitte besteht das Rasiermesser den Haartest mit Bravour, am Anfang und am Ende der Schneide jedoch nicht.
Hm. Also dachte ich: Am Stein liegt es nicht. Wenn es in der Mitte scharf wird, dann kann es überall scharf werden.
Also habe ich das Rasiermesser wieder am Glas stumpf gemacht und neu angefangen.
Ich weiß nicht, ob ich das technisch korrekt beschreibe, aber so fühlt es sich für mich an.
Es reicht nicht, das Messer einfach nur mit dem Rücken auf den Stein zu legen. Bei mir funktioniert das so nicht. Auch wenn das Messer am Stein liegt, kann ich die Kraft unterschiedlich dosieren.
Das bedeutet nicht mehr oder weniger Druck insgesamt, sondern bewusst zu akzentuieren, welcher Teil der Schneide während der Bewegung stärker beansprucht wird.
Das habe ich an den Metallpartikeln im Slurry bemerkt. Ich kann – je nach Bedarf – mehr Abrieb an bestimmten Teilen der Schneide erzeugen: vorne, in der Mitte oder hinten.
Leider erlauben mir meine Fähigkeiten noch nicht, die ganze Schneide in einer einzigen gleichmäßigen Bewegung perfekt zu schärfen. Also lasse ich den „Schärfeakzent“ bewusst über die Schneide wandern – vom Anfang über die Mitte bis zum Ende und wieder zurück.
Und dann hat es funktioniert.
Haartest über die gesamte Länge der Schneide – ohne Probleme.
Bei synthetischen Steinen hat es einfacher funktioniert, weil die Steine breiter als das Rasiermesser sind.
Was ich noch bemerkt habe:
Der Slurry verhält sich unterschiedlich bei stumpfem und scharfem Messer. Wenn das Messer noch nicht scharf genug ist, schiebt es den Slurry vor sich her. Wenn es scharf ist, gleitet es durch den Slurry, und der Slurry fließt über die Schneide.
Aber nicht nur das: Der Slurry bildet ein bestimmtes Muster aus Metallpartikeln und Steinabrieb. Wenn das Messer scharf ist, kann ich es unter dem Slurry bewegen und wieder herausziehen, ohne dieses Muster wesentlich zu verändern. Der Slurry bewegt sich etwas, aber das Muster bleibt wie vorher.
Ein sehr befriedigendes Gefühl.