Forum der Rasur

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Der Weg zum Rasiermesser, das tatsächlich rasiert

also höre auf hellas und übe mit dem equipment was du hast. früher gab es hier auch keine jnats. und in europa gab es trotzdem scharfe messer, RM und schwerter.



gerne würde ich bei gelegenheit erfahren wie die rasur mit dem “übungsmesser” war
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich möchte euch gegenüber und auch mir selbst ehrlich sein.

Es geht mir nicht nur um die Schärfe des Rasiermessers.
Ich mag den Prozess an sich. Ich mag es, das Messer zu schärfen.
Ich mag das Feedback vom Stein, ich mag den Geräusch, und ich mag es, am Ende stolz auf das Ergebnis zu sein.

Ich habe festgestellt, dass ich sehr mag, wie sich der Schwedenstein anfühlt, und auch, wie mein kleiner GBB in der Hand liegt.
Vielleicht habe ich mir eingebildet, dass ich irgendwann einen „perfekten“ Stein finden werde.
Ich vermute, das ist ein Weg aus Try and Error.

Das ändert natürlich nichts an der Tatsache, dass ich mit den vorhandenen Steinen und Rasiermessern weiter üben werde, bis ich eine scharfe und angenehme Schneide bekomme – stabil und wiederholbar.
 
Warum nicht? Ist ja kein Still gehütetes Geheimnis hier, dass man mit dem Coti ein Messer "von ganz stumpf auf ganz scharf" bringen kann.
Ich weiß, dass GBB unterschiedliche Feinheiten haben können, und gerade das Stück, das ich benutzt habe, war von mir nie für Rasiermesser gedacht.

Es wurde jahrelang nur zum Auffrischen von Kochmessern verwendet – und plötzlich schafft dieser Stein es auch, mein Rasiermesser scharf zu bekommen.
 
Also, heute habe ich mich mit einem Rasiermesser rasiert, das von Anfang bis Ende ausschließlich mit dem GBB geschärft wurde.
Ich glaube, ich beginne zu verstehen, was @Wassermeister mit „Sanftheit“ gemeint hat.

Die Schneide fühlt sich nicht so direkt auf der Haut an.
Nach dem Schwedenstein „klebt“ das Rasiermesser förmlich an der Haut. Man spürt die Schärfe wortwörtlich. Man weiß ganz genau: Wenn ich jetzt nur ein bisschen ungeschickt bin, gibt es ein „Aua“.

Beim GBB fühlt es sich für mich nicht so direkt an. An manchen Stellen musste ich sogar mit der Hand prüfen, ob ich dort überhaupt etwas abrasiert habe.
Ganz automatisch ist mit dem GBB der Rasurwinkel etwas flacher geworden, also der Rücken näher zur Haut.

Und noch etwas: Ich habe viel leichter mit einem ziehenden Schnitt gearbeitet. Leider weiß ich nicht genau, wie es fachlich heißt, deshalb benutze ich ein Wort aus meinem Berufsleben.
Ich meine damit, dass das Messer nicht im 90-Grad-Winkel zum stehenden Haar geführt wird, sondern eher in einem Winkel von etwa 45 Grad.
Ich meine nicht den Winkel zur Haut, sondern die Stellung der Schneide selbst: ob Anfang und Ende der Schneide auf einer Linie stehen oder diagonal geführt werden.
 
Ich meine damit, dass das Messer nicht im 90-Grad-Winkel zum stehenden Haar geführt wird, sondern eher in einem Winkel von etwa 45 Grad.

Du musst dabei sehr vorsichtig sein. Genau so habe ich mir bisher den tiefsten Cut eingefangen und konnte mich 3 Wochen nicht rasieren. Das Messer ist etwas hängengeblieben und dann leicht gehoppelt, um sich tief in die Haut einzugraben. Das ist der Guillotine Effekt. Durch die schräge Führung ist der Winkel, mit dem die Schneide auf der Haut geführt wird, spitzer und damit deutlich schärfer. Auch das Prinzip hinter den Torsionshobeln. Solange alles kontrolliert erfolgt alles gut, aber einmal abrutschen und der Rasierschaum wird rosa.
 
IMG_0632.jpeg

Guten Tag, die Reise geht weiter.
Ich habe mir letztendlich einen vintage GBB gekauft.
Und ja – er unterscheidet sich deutlich von den Steinen, die ich aus moderner Steingewinnung habe.

Was sich am meisten unterscheidet, ist die Härte des Steins. Meine anderen Steine fühlen sich im Vergleich fast „seifig“ an. Und wenn ich das Rasiermesser einfach auf den Stein lege, klingt es sofort ganz anders.

Nach meinem Gefühl ist der Vintage-Stein auch feiner.
Nachdem ich versucht habe, mit ihm zu schärfen, ist mir erst richtig klar geworden, was es mit der schrittweisen Slurry-Verdünnung auf sich hat.
Theoretisch wusste ich das vorher schon und habe einfach stur nach Anleitung gearbeitet: schärfen, verdünnen, schärfen.

Mit diesem Stein kam dann das Aha-Erlebnis.
Als ich den ersten Slurry erzeugt und das Messer aufgelegt habe, konnte ich förmlich spüren, wie die Steinpartikel zwischen Stein und Messer rollen.
Und mit jeder Verdünnung wurde dieses rollende Gefühl weniger, bis das Messer am Ende einfach über den Stein gleitet – nur noch auf fließendem Wasser.
Das war der erste Stein, auf dem das Messer den Haartest bestanden hat, ohne vorher geledert werden zu müssen. Allerdings noch nicht über die gesamte Länge der Schneide.
Das heißt für mich: Der Stein kann es – der Rest liegt an mir. Ich werde weiter üben.
Die Rasur war allerdings sehr angenehm, und ich habe keinen spürbaren Schärfeunterschied entlang der Schneide bemerkt.

Das Rasiermesser auf dem Bild ist übrigens nicht das, um das es im Text geht. Zum Testen und Lernen benutze ich weiterhin mein Übungsmesser. Der Stein auf dem Bild ist aber der richtige.
 
Hallo ihr lieben, mir ist heute etwas schreckliches passiert! Morgen muss ich nochmal beruflich nach Berlin, weshalb natürlich ein Messer im Kulturbeutel gelandet ist, dazu auch mein Stoßriemen. Dabei viel mir folgendes Problem ein: packe ich jetzt (es war heute Mittag) alles ein, habe ich am Abend keine Möglichkeit mehr ein anderes Messer vor der abendlichen Rasur zu ledern. Also wollte ich eben ein anderes Messer direkt über das Leder schicken, aber noch bevor es soweit kam, ist es mir runter gefallen! Natürlich war es eingeklappt, daher wurde schon einiges schlimmes verhindert, aber als es auf dem Boden knallte, ist es aufgesprungen und hat dann den Boden 1-2 mal mitgenommen. Unmittelbar an der Schneide gibt es jetzt ganz kleine Ausbrüche, sie sind sieben mit bloßen Auge zu erkennen:
1774212899594.jpeg

Es lässt sich sicherlich wieder richten, trotzdem habe ich mich natürlich sehr über mich selbst geärgert.
Habe für die eben absolvierte Rasur dann halt ein anderes Messer vorbereitet, aber das nur am Rande…
Wie würdet ihr vorgehen, um die Klinge wieder zu richten? Ich habe einen 1000/6000 Kombistein und einen Schweden. Erstmal den 1000 regulär verwenden, bis alles wieder „im Lot“ ist uns weiter geschärft werden kann, oder eventuell doch etwas anderes? Vielleicht die Schneide mit 90 Grad zum Stein, um möglichst schnell wieder eine einheitliche und gerade Schneide zu produzieren? Oder wäre das hier eher etwas für einen Profi? Ich bin halt noch Anfänger…
Sollte aber alles nur halb so wild sein und auch für Anfänger zumutbar, wäre ich über Tipps dankbar. Es handelt sich übrigens auch um mein erstes und günstigstes Messer, welches am ehesten ein Opfermesser entsprechen würde (auch wenn ich es eigentlich abgesehen von den ersten Schleifversuchen nur ungern so betrachte).
 
Wie würdet ihr vorgehen, um die Klinge wieder zu richten?
Zuerst einmal etwas zur Beruhigung…sei froh, dass es eingeklappt war und Du nicht aus Reflex hinterhergegriffen hast!! ;)

Zum Messer…

Was ich auf dem Bild erkennen kann, ist das nicht schwierig oder gar als „tragisch irreparabel“ einzuordnen. Gehe vor, als
ob Du die Facette neu setzt, was Du ja genaugenommen auch machen musst, also…

  • ob Du Tape verwendest oder nicht, musst Du entscheiden. Ich weiß nicht, ob Du das Messer schon mal geschärft hast.
  • 1 k, bis die Schäden egalisiert sind und beidseitig eine gleichmäßige, neue Facette entstanden ist. Die Schärfe sollte dringend so hoch sein, dass Du die berühmten Armhaare rasieren kannst.
  • 6k bis alle Spuren vom 1k egalisiert sind, zwischendurch evtl. kurz zwischenledern
  • final auf den Schweden (für mich ist da der HT ein guter Indikator)
  • finales, ausgiebiges Ledern, evtl. erneuter HT
  • Aufstehen, dreimal um den Tisch und ein Freudentänzchen tanzen…
  • ab ins kleine Lesezimmer zur Erfolgskontrolle
  • wenn Du am Ende glattrasiert in den Spiegel schaust…a bisserl freuen

Gruß
Gregor
 
Super, danke für die schnelle Antwort. Ich werde es genau so machen, außer HT. Der funktioniert bei mir auch nicht, wenn ein Messer super geschärft ist. Ich sollte dazu erwähnen, dass mein Haupthaar auf 6mm gestutzt ist, ich meine Frau gar nicht es fragen brauche und meine fast 2 Jahre alte Tochter alle Haare behalten darf (sonst gäbe es auch sicherlich auch Ärger von der beva!) :nein1
 
Ich werde es genau so machen
Kurzer Nachtrag…

Ich weiß ja nicht, inwieweit die Schneidkannte schartig geworden ist, d.h. ob da evtl. kleine Teile an der
Schneidkannte durch die Stauchung seitlich stehen. Du solltest es vermeiden, in diesem Zustand zu
Ledern, Du kannst dir so das Leder evtl. ruinieren. Bevor Du auf die Steine gehst, ziehe die Schneide
2-3x über den Rand eines Korkens . Auch solltest Du nach den ersten „Runden“ auf dem 1K die Stein-
oberfläche unter fließendem Wasser abspülen/reinigen. Mache das nicht mit den Fingern, wenn da
klein(st)e Metallstückchen sind, bekommst Du die so schnell nicht mehr aus den Fingern…

…Erfahrungswerte! ;)

Viel Glück!
 
Die Ausbrüche sind tatsächlich weniger dramatisch. Sowas kommt immer wieder vor, da gerade die Schneide doch sehr empfindlich ist, auch wenn die aus Stahl besteht. In dem Fall würde ich mit einem 5000er Stein beginnen und schauen, ob du die Ausbrüche bei der Rasur überhaupt bemerken kannst. Solange die von @DailyDriver erwähnten seitlich abstehenden Stauchungen entfernt werden, wird man die Ausbrüche sehr wahrscheinlich auch auf der Haut nicht erfühlen können.
 
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