Über die Firma Empor habe ich nicht viel mehr als die Eintragungen im "Örtlichen" [1] und im Stadtbranchenbuch [2] herausgefunden. Die Adresse ist demnach: Empor Engel & Co. Stahlwarenfabrik, Melchanthonstraße 10, 42653 Solingen.
Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die Historie von
EMPOR Engel & Co. zu recherchieren... was nicht ganz einfach war, da verwirrenderweise der Firmenname mit und ohne "
s" am Ende publiziert wird, sowohl in Handels-Registern, als auch von der Firma selbst in Zeitungs-Annoncen... Die Gründe dafür sind mir unklar, zumal es sich definitiv immer um die selbe Firma handelt und zudem eine Verwechslungsgefahr mit einigen anderen "Engels"-Firmen in Solingen besteht... Wie dem auch sei...
Emil Engel wird 1897 in Elberfeld (Wuppertal) geboren und ist 1921 Handlungsgehilfe in Barmen (Wuppertal).
Ebenfalls 1921 meldet der Solinger Stahlwarenhersteller
Carl vom Stein sein Warenzeichen
HEXATOR für Messerschmiedewaren, Sensen, Sicheln, Hieb- u. Stichwaffen an.
1923 gründet der frisch gebackene Kaufmann
Emil Engel mit diesem Carl vom Stein und Oswald Thoß die
HEXATOR GmbH in Elberfeld, um unter dem geschützen Namen Stahlwaren herzustellen und zu vertreiben.
1924 gründet
Emil Engel jedoch mit Bruder
Paul Engel seine eigene Firma, die offene Handelsgesellschaft
ENGEL & CO. in Elberfeld und tritt als Geschäftsführer bei HEXATOR aus. Früh genug, denn die durch die Hyperinflation schwer gebeutelte HEXATOR GmbH muß 1926 Konkurs anmelden, wird 1927 liquidiert und ist 1928 erloschen.
1926 tritt der Bruder Paul Engel bei ENGEL & CO. aus und Emil Engel ist Alleininhaber.
1937 zieht er mit seiner Firma nach Gräfrath b. Solingen an die WuppertalerStr. 251 (dem Fabrikgebäude, das einst die Firma Von Brosy - Steinberg bis ca. 1933 betrieben hatte und das heute noch von LUTZ-Blades genutzt wird) um dort eigene Stahlwaren wie Rasiermesser, Instrumente und Scheren herzustellen.
1940 erteilt er dort den Kaufleuten Eugen Auerbach und Hans Mewes Prokura und 1942 dem Solinger Kaufmann Friedrich Wilhelm Mandler Einzelprokura.
Einen Warenzeicheneintrag für die Marke
EMPOR ist leider nicht zu finden.
1953 sind
Emil und Helmut Engel als Inhaber der EMPOR Engel & Co. eingetragen. Die Adresse lautet jetzt
In der Freiheit 19, Solingen-Gräfrath.
Aus dem alten Bürgerhaus heraus werden Rasierklingen, Rasiermesser, Scheren aller Art, Haut- u. Nagelzangen, sowie Maniküre-Instrumente vertrieben.
Die Produktion erfolgt wohl noch immer an der WuppertalerStr. 251.
1970 ist die Firma dann eine Kommanditgesellschaft.
1973 werden noch Stahlwaren für den Friseurbedarf, Manikure-Etuis und Rasierklingen vertrieben.
1976 + 1978 sind
Edith und Siegfried Engel Inhaber der Firma EMPOR An der Freiheit 19 in SG-Gräfrath. Eugen Auerbach ist immer noch Prokurist.
Seit 1976 sind allerding der Rasierklingenhersteller Friedrich Lutz mit Ehefrau Emma bereits die Eigentümer der Fabrik der Wuppertaler Str. 251.
Also darf davon ausgegangen werden, daß seitdem dort keine Produktion mehr für die Fa. EMPOR Engel & Co. erfolgt und die Firma nur noch Handel betreibt, jedenfalls bleibt sie im HRG eingetragen.
2004 erfolgt eine Neugründung mit Siegfried Engel und Edith Engel (geb. Müller) an der Melchanthonstr. 10, in einem unscheinbaren Privathaus in Solingen-Gräfrath am Dycker Feld. Dort findet sicher keine Produktion statt, lediglich dürfte von dort aus ein Handelsgeschäft mit Fremdlogistik geführt werden.
2017 tritt die Firma
Empor Engel & Co. Stahlwarenfabrik in Liquidation und wird schließlich 2019 aus dem HRG gelöscht.
Mit scharfen Grüßen aus der Klingenstadt
Rainer