Forum der Rasur

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Geht da noch mehr?

Dann holt man einfach ein gutes Zwilling Küchenmesser. Auch die lassen sich auf 12K scharfen, und das rasiert gut.
 
Dann holt man einfach ein gutes Zwilling Küchenmesser. Auch die lassen sich auf 12K scharfen, und das rasiert gut.
Muss ich wohl mal gegen mein 17er Friodur testen (72 1/2 ist zu hohl, als man das mit einem derben Küchenmesser vergleichen könnte) :flucht1
 
Seifen und Rasierwasser kommen aus dem Elsass ( ist ja noch nahebei).

Auch nicht schlecht...
 
Bei Pinseln frage ich mich, ob Borsten beispielsweise in Europa bzw. aus dem Land der Herstellung des Pinsels genutzt werden, oder ob diese auch günstiger in Asien zu beschaffen sind.
Wenn Omega Borstenpinsel für unter 10 € anbieten kann, ist trotz made in Italy ein gewisser Zweifel da.

Der einzige mir bekannte Hersteller welcher Dachshaare aus Europa benutzt soll Plisson sein.

Schweineborsten kommen ausschliesslich aus China, da die auch oft für Malerpinsel benutzt werden. Wenn die in Italien gebunden werden kann man danach Made in Italy draufschreiben.

Es gibt Kunstfasern/haare die auch aus Deutschland und Japan kommen.
 
@Navitimer: danke, guter Hinweis, das mit Plisson. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Kunstfasern auch aus Deutschland kommen könnten. Wir haben hier ein ansässiges Unternehmen, dass ist einer der größten Hersteller (in Dtl.) von Fasern aus recycleten PET-Flaschen - daraus machen die Vliesstoffe zB für Luftfilter u.ä. Warum sollte man aus einem ähnlichen Vorprodukt nicht auch synthetische Pinselborsten herstellen können....

Warum wir Schweineborsten aus China importieren, ist mir nicht ganz klar. Wir sind doch das größte Schlachthaus in Europa: fallen da Schweineborsten nicht als Nebenprodukt ab?
 

Deutschland:


Japan:


Geknüpft wird halt trotzdem in China, aber eigentlich sollten die G5A Fasern ziemlich den Mühle Fasern entsprechen.


@Navitimer: danke, guter Hinweis, das mit Plisson. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Kunstfasern auch aus Deutschland kommen könnten. Wir haben hier ein ansässiges Unternehmen, dass ist einer der größten Hersteller (in Dtl.) von Fasern aus recycleten PET-Flaschen - daraus machen die Vliesstoffe zB für Luftfilter u.ä. Warum sollte man aus einem ähnlichen Vorprodukt nicht auch synthetische Pinselborsten herstellen können....

Warum wir Schweineborsten aus China importieren, ist mir nicht ganz klar. Wir sind doch das größte Schlachthaus in Europa: fallen da Schweineborsten nicht als Nebenprodukt ab?

Ich denke da passt einfach die Qualität nicht... und der Arbeitsaufwand ist da auch noch aussen vor.

Je natürlicher die Schweine gehalten werden, je kälter das Klima ist in dem sie leben, und je älter sie werden, desto länger und steifer werden die Borsten.

Alt werden Schweine in Deutschland leider nicht.

Quelle: https://pinsel-buersten.de/schweineborsten/

Die Borsten werden auf die benötigte Länge zugeschnitten. Der erste Schnitt mit den Wurzelköpfen ist der qualitativ beste Teil, der letzte Schnitt mit den Borstenenden der schlechteste. Durch Mischungen, z.B. des ersten mit dem zweiten Schnitt, kann die Härte, die Qualität und der Preis des Besatzes gesteuert werden.

Daher auch die Bezeichnungen von 90% Tops oder 75% Tops bei beispielsweise bei Semogue. ;)
 
Naja, die ganze Diskussion um die „regionalen“ Produkte ist nicht ganz zu Ende gedacht. Es mag zwar sein, dass die vermeintlich regionalen Produkte in Deuschland hergestellt werden, aber wie sieht es mit den Rohstoffen aus? Die Öle und Fette für die in Deutschland hergestellten Seifen?
Kokosöl, Jojoba, Sheabutter und sonstige Pflegeöle wachsen sicher nicht beim Bauern um die Ecke auf dem Acker.
Der Stahl für die Hobelklingen aus Eisfeld wird sicher nicht mehr in Bochum verhüttet, sondern wird aus dem Ausland zugekauft, weil er dort billiger ist.
Ein paar Hobel mögen vielleicht in Deutschland produziert werden, aber woher kommt das Material für den Zinkdruckguss der Hobel, oder wo werden die Rohstoffe für das Messing gewonnen, wo das Roheisen für das Edelstahl abgebaut?
Bei den Pinseln könnte man natürlich auf die auch hier als Abfallprodukt entstehenden Schweineborsten zurückgreifen. Aber geben unsere klassischen Zuchtschweine für die Fleischgewinnung überhaupt die benötigten Borsten? Nicht ohne Grund liest man auf vielen (Maler-)Pinsel „Chinaborste“. Das wird wohl einen Grund haben.

Bei den Pinselgriffen auf heimisches Holz zurückgreifen, aber auf welcher Maschine werden sie verarbeitet, selbst wenn sie bei uns kleinen Pinselbauern hergestellt werden? Die Drechselbänke kommen schon lange nicht mehr aus heimischen Firmen. Die Drechseleisen, egal ob Kirschen oder Billighersteller, werden überwiegend in China gefertigt. Und wo kommt der Stahl für die Eisen her? Und die Maschinen für die Herstellung der Eisen?
Und was ist mit den überwiegend verwendeten Kunststoffgriffen?

Unter Umständen wären die Rasiermesser(Klingen) von Aust, Wacker Böker &Co noch regional, die Hefte dann aber schon wieder nicht, denn nur sehr wenige deutsche Hölzer sind für Messerhefte wirklich geeignet. Das Hornheft kann man auch nicht aus unseren heimischen Kuhhörnern herstellen, denn die haben zu kurze Hörner. Da muss es schon Wasserbüffel sein. Natürlich gibt es die mittlerweile auch in Europa; da es aber eine eingeführte Rasse ist, kann man sie auch nicht wirklich als regional bezeichnen.

So nett auch dein „grüner“ Gedanke ist, wirst du ECHTE regionale Produkte im Rasurbereich wohl kaum noch finden; so wie in fast allen anderen Bereichen, denn es geht ja nicht nur um das Produkt selbst, sondern auch um die Verpackungen, Maschinen, Geräte und Rohstoffe, aus und mit denen die Produkte hergestellt werden.
 
Eines will ich sicher nicht : Mich auf meinem Totenbett für irgend etwas schämen zu müssen .
Also versuche ich ein guter Mensch zu sein , dazu gehört das ich meinen Asbest nicht im Garten vergrabe und kein Altöl auf die Wiese kippe.
Auch muss ich im Winter keine Erdbeeren essen.
Wenn jetzt Freund Hein nach mir greift werde ich gewiss nicht erröten nur weil ich mich mit Rasurartikel aus aller Welt rasiert habe :flucht1

Und ja, ich habe auch kein schlechtes Gewissen nur weil ich mit einem Diesel nach Österreich fahre um mir dort ein Messer abzuholen.
 
So nett auch dein „grüner“ Gedanke ist, wirst du ECHTE regionale Produkte im Rasurbereich wohl kaum noch finden; so wie in fast allen anderen Bereichen, denn es geht ja nicht nur um das Produkt selbst, sondern auch um die Verpackungen, Maschinen, Geräte und Rohstoffe, aus und mit denen die Produkte hergestellt werden.
:uhoh
Eines will ich sicher nicht : Mich auf meinem Totenbett für irgend etwas schämen zu müssen .
:mog1:deal

Lösung: :yes_nicken

Bart wachsen lassen.

Der Letzte macht hier dann bitte das Licht aus :flucht1
 
Man muss nicht alles richtig machen, um nachhaltig zu leben .....
Der Gedanke, bei seinem nötigen (und unnötigen) Einkäufen auf Regionalität zu achten, hat für mein Entscheiden zwei Aspekte: Transportwege, die so kurz und notwendig wie nötig sind - und die Unterstützung der (weitgefasst) heimischen mittelständischen Betriebe.
 
Ich sag nur: Vintage und second hand.
Der Krempel existiert schon und muss nicht neu hergetellt werden.

Wenn ich z.B. einen Hobel lokal finde ist es egal daß der vor hundert Jahren in den USA hergestellt wurde.
Klingen aus den 60ern und 70ern benutze ich regelmäßig.
Ungeliebte Seifen aus dem Forum? Bevor sie in der Mülltonne landen...
 
So nett auch dein „grüner“ Gedanke ist, wirst du ECHTE regionale Produkte im Rasurbereich wohl kaum noch finden; so wie in fast allen anderen Bereichen, denn es geht ja nicht nur um das Produkt selbst, sondern auch um die Verpackungen, Maschinen, Geräte und Rohstoffe, aus und mit denen die Produkte hergestellt werden

Das ist mir schon bewusst. Selbst die lokale Töpferei wird die Knetmasse im Großhandel bestellen und ggf. aus einem Land beziehen, wo ich mit den Arbeitbedingungen nicht einverstanden bin. Vielleicht wird auch der Brennofen nicht mit Ökostrom betrieben...

Im Einzelfall wird es immer schwierig sein, die richtige Balance zu finden. Aber das ist ja eigentlich die Diskussion, die ich anstoßen wollte. Geht noch mehr? Damit meine ich: Hobel, Pinsel, Klingen und Seife von regionalen Herstellern zu verwenden ist relativ gut umzusetzen - für mich persönlich wären damit auch keine großen Einschränkungen verbunden. Klar teste ich gern mal Produkte aus USA, Canada. China oder sonst wo her, darauf könnte ich aber auch leicht verzichten. Die letzte Ausbaustufe, wie von @j0mber vorgeschlagen, ist mir deutlich zu radikal. Dazwischen liegt irgendwie ein Kontinuum, wo jeder für sich entscheiden muss, was für ihn noch verhältnismäßig ist.

Für meinen Teil werde ich mich nochmal informieren, woher diverse Pinselhersteller ihre Materialien beziehen (mal sehen wie auskunftsfreudig die sind) - für die Anregungen jedenfalls schonmal vielen Dank. Gleichzeitig werde ich nicht anfangen zu fragen, ob die Maschinen mit Schmierstoffen von Klüber Lubrication (München) oder Fuchs Petrol (Mannheim) geschmiert werden und dann bei Fuchs Petrol anrufen, um zu fragen, wo die Rohstoffe für den jeweiligen Schmierstoff herkommen.

Kurz gesagt: die low-hanging fruits mitzunehmen trägt mich auf meiner regionalen Nachhaltigkeitsreise schon ein ganz gutes Stück weit. Es ist noch nicht das (für mich gefühlte und definierte) Optimum. Frei nach Monaco Franze: a bissl was geht imma. Sehr viel weiter wird es für mich aber nicht gehen, weil die Grenze des für mich zumutbaren dann langsam erreicht wird.

Nochmal danke für die vielen Antworten. Ich hatte etwas Sorge als fanatischer Öko-spinner abgekanzelt zu werden. Das hat sich nicht bewahrheitet - geiles Forum!

Fred
 
Klar teste ich gern mal Produkte aus USA, Canada. China oder sonst wo her, darauf könnte ich aber auch leicht verzichten.
Oha, mein lieber Fred, große Wort. Verzicht.. das ist ein schwieriges Thema:flucht1

Spannender Exkurs jedenfalls, darüber mal nachzudenken, wie das mit der Regionalität bzw. Nachhaltigkeit der eigenen Rasurutensilien ist :)

PS: Die Faktoren Zeit und Geld dürfen nicht vergessen werden. Wenn die wenig Rolle spielen, bist du meist auf dem richtigen Weg dich so nachhaltig wie möglich auf dem Planeten zu bewegen, denn bewusst mehr zu zahlen, für etwas was es in fast gleicher Qualität um weniger als ein 1/10 ausm Land des lächelns gibt.. das muss man sich auch mal leisten können.
 
Macht besser mal Druck auf eure Bundes- und Landtagspolitiker, dass Menschen, die Begriffe wie "geplante Obsoleszenz" äußern, nicht mehr als Verschwörungstheoretiker abgestempelt werden und dass vorsätzliche Irreparabilität von technischen Gebrauchsgeräten unter Strafe gestellt wird. Dazu kommt noch das Verbot von fest eingebauten und nicht austauschbaren Akkus, den "beschleunigten Alterungsprozessen" via Firmwareupdates und Lieferung von Ersatzteilen nur für ausgewählte herstellerüberwachte "Repair-Center".

Das sind die Dinge, die in den nächsten Jahren auf den Prüfstand gebracht werden müssen und wenn diese Probleme erst mal beseitigt sind, dann haben wir einen ganz gewaltigen Schritt in die richtige Richtung getan.

Wenn ich die ganzen Schiffe mit riesigen Containern sehe, die unseren "bewusst geplanten" Wohlstandsabfalll nach Müllaysia bringen weil China ihn schon nicht mehr haben will, könnte ich ko...

Aber das sind nur meine persönlichen 2 Cent zu diesem Thema.
 
Guter Punkt @Batou
Nachhaltigkeit ist heutzutage out, wenn man bewusst Sollbruchstellen in Geräte einbaut. Aber der Konsument möchte ja auch gerne immer das neueste haben. Ein IPhone ist nach ein paar Jahren nicht mehr nutzbar, weil die Software nicht mehr aktualisiert wird.
guck dir mal wacker an. Seine Hexe ist noch aus dem ersten Weltkrieg. Das nenn ich Nachhaltigkeit ;)
und wenn man alte Solinger Messer kauft (so vor 1940) ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das aus deutschem Stahl mit deutscher Kohle gemacht wurde.
 
…schwieriges, aber wichtiges Thema!

Ich glaube, das wichtigste ist, DAS man überhaupt etwas tut. Wie viel und in welchem Bereich muss jeder für selbst entscheiden.
Ob man beim Rasierzeug den größten Hebel hat, lasse ich mal dahingestellt. Das meiste Equipment hält ewig. Wenn ich z.B. daran denke, wie lange (zumindest bei mir) eine Rasierseife hält und wenn ich dann dagegenhalte, was ich früher für die gleiche Standzeit an Rasieschaumdosen verbraucht habe, wird mir heute leicht übel… Nicht das man da immer noch was rausholen kann, trotzdem wäre zu überlegen, ob man nicht an anderer Stelle einen größeren Hebel hat.
Ich finde das Thema „man muss sich das auch leisten können“ eine spannende Aussage.
Ich will das nicht von der Hand weisen, aber ich versuche in vielen Bereichen auf Qualität und damit für mich auch auf Nachhaltigkeit zu schauen.
Beispiel Essen: Ich bin Fleischfresser - ich liebe gutes Fleisch. Aber ich muss nicht jeden Tag Fleisch essen, ich kaufe lieber gutes und hochwertiges Fleisch vom Metzger der nachweislich sein Fleisch von regionalen Bauern bezieht und zahle dafür gerne etwas mehr. Aber das esse ich dann halt z.B. nur 1x die Woche. Das kostet dann auch nicht mehr, als wenn ich jeden Tag ein Schnitzel beim Discounter kaufe.
Ich kaufe auch hochwertige Schuh, die kosten dann schon mal 200-300 Euro. Teuer Ja, die trage ich aber auch 10 Jahre. Natürlich könnte ich auch jedes Jahr ein neues paar Schuhe für 30 Euro kaufen - geht auch, aber das ist für mich Nachhaltigkeit, Qualität und letztendlich auch Ökobilanz, denn die hochwertigen Schuhe kommen meist wenigstens aus Europa. Klar, wenn ich anfange woher das Leder kommt, wo es gegerbt wird, usw.. könnte es natürlich schon wieder eng werden, aber das ist bei den „billigen“ Schuhen sicher auch nicht besser.

Ich denke, dass wir bei unserem Rasierequipment - gegenüber den Nutzern der Mehrklingenrasierern und Dosenschaum - eh schon nicht schlecht dastehen und vermutlich in vielen anderen Bereichen mehr erreichen können, nicht desto trotz ist es eine spannende Überlegung.
 
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