Forum der Rasur

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J.A. Henckels Zwillingswerk, Solingen (Zwilling, Wotan, Friodur u.a.)

Ich möchte euch 2 neue Zugänge vorstellen, die beide sehr angenehm rasieren. Beide kamen ohne erkennbare Honewear, evtl NOS aber das weiß ich nicht genau.

Einmal ein 14er:
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Das Messer nahm mit Tomo Finish am JNat eine sehr gute Schärfe an und rasiert angenehm sanft.

Und ein 72:
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Auch dieses Messer kam ohne Vorarbeit direkt auf den Finisher mit Tomo Trace Slurry. Schon nach 5 Schüben kam der Undercut, Finale dann mit Wasser. Auch dieses Messer rasiert sehr sanft und gründlich.
Mittlerweile mag ich die Friodure wirklich sehr gern.
 
Der Friodurstahl ist kein spezieller Carbonstahl sonder das ist der rostfreie Stahl von Zwilling. Quasi die INOX-Variante. Gibt es heute z.B. noch Kochmesser raus. Ich habe zwei davon und kann sie empfehlen. Die Produktion von Rasiermessern ist m.W.n. mittlerweile eingestellt.

KS-Modus on

Friodur bezeichnet genau genommen nicht den eigentlich verwendeten Stahl, sondern bezieht sich auf das spezielle Härteverfahren des verwendeten, rostfreien Stahls. Das Unternehmen J.AHenckels Zwilling hat dieses Verfahren 1939 entwickelt und patentieren lassen. Dabei wird der Stahl auf über 1000 °C erhitzt, dann sehr rasch auf unter 800 °C gebracht (Stichwort „Eisgehärtet“) und im Anschluß auf die normal vorherrschende Umgebungstemperatur gebracht. Dieses Verfahren macht den verwendeten Stahl sehr hart aber gleichsam flexibel und korrosionsbeständig.

KS-Modus off


Für einen scharfes, schnitthaltiges Messer, bringt aber gleichzeitig manchen Schärfer unter uns zur Verzweifelung, denn die FRIODUR Rasiermesser sind (zum Teil) aufgrund des Härteverfahrens manchmal etwas „zickig“ auf den Steinen.

Alle Angaben ohne Gewähr

Gruß
Gregor
Doppelter KS ;)

Ihr hab Beide Recht.
Friodur beschreibt zwar das Härteverfahren, aber das wird nur bei rostträgen Stählen angewendet, oder besser muss bei denen so durchgeführt werden. Normaler C-Stahl wird etwas anders beim Härten behandelt. Als das Verfahren in den 30ern bei Zwilling entwickelt wurde, gab es zwar schon rostträgen Stahl, aber der war nach den "klassischen" Härtemethoden nicht für Messerklingen zu gebrauchen.

C-Stahl muss, nachdem er auf die Härtetemperatur gebracht wurde, sehr schnell in Öl oder Wasser abgeschreckt werden.
Chrom-Stahl wird zwar auch auf Härtetemperatur gebracht und dort gehalten (die liegt meist etwas höher und wird länger dort gehalten), wird dann aber (meist) an der Luft abgeschreckt (zwischen Metallplatten eingeklemmt um Verzug zu minimieren) und erst dann einer Tiefkühlbehandlung unterzogen (entweder mit Trockeneis oder speziellen TK-Schränken bei -70°C, oder auch Flüssigstickstoff bei -196°C). Da können auch schon ein paar Minuten zwischen liegen. Auch sollte das Härten im Vakuum oder in speziellen Schutztaschen erfolgen, da der Luftsauerstoff stört.
Der Rest ist dann wieder gleich (Anlassen bei ca. 200°C).
Bei modernen Chromstählen (z.B. VG10 etc.) muss auch nicht mehr zwingend tiefgekühlt werden, bringt aber in der Endhärte besser Werte.
Hatte da mal ein paar Anbieter verglichen, die als Service das Härten anbieten. Schmiedeglut z.B. bietet für rostträge Stähle keine TK-Behandlung an, Schanz aber schon. Da war auch klar, wo der Rohling hingeht. ;)
 
Ich wollte keinesfalls die Aussage(n) von @Lord Vader in Frage stellen, sondern meinen Beitrag eher als Ergänzung verstanden wissen.

Dank deiner umfangreichen, fachkundigen Erklärung ist nun auch deutlich geworden, wie komplex und umfangreich der oft so einfach klingende Begriff „Härten“ in der Praxis realisiert werden muss. Vielen Dank für die Erklärung, es zeigt einmal mehr, dass Fachwissen durch fast nix zu ersetzen ist…:daumenhoch
 
Mein erstes J.A. Henckels und damit auch mein erstes Rasiermesser ist bei mir angekommen.

Ich muss gestehen, ich war etwas überrascht ob der Größe. Es kam mir recht klein vor als ich es ausgepackt habe. Vermutlich habe ich mir zu viele Fotos angesehen und einen falschen Eindruck gewonnen. Inzwischen habe ich mich aber dran gewöhnt - an die Optik. Rasieren kommt noch - da bin ich doch etwas nervöser, als ich dachte :rolleyes:

Die Schachtel gehört offensichtlich nicht zum Messer - darin war es aber immerhin gut geschützt auf dem Weg zu mir.

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Der Weißabgleich mit dem Smartphone bei ungünstigem Tageslicht auf weißer Arbeitsfläche ist etwas suboptimal gelungen.. Aber man erkennt das Wesentliche.

Die Patina kommt noch ein weniger runter. Dremel, Autosol und das Poliboy Silbertuch werden ran dürfen..
 
Mit der #78 und der Römischen Ziffer XIII scheint es zu den extra(?)hohlgeschliffen zu gehören.

Bin sehr gespannt auf die erste (Rasiermesser-)Rasur.

Ach ja, der Pelikan ist auch hübsch…hier im Forum gibt es übrigens auch einen „Füller-Thread“ :happy
Uiuiui... Das ist so eine Sache mit den alten Vögeln.. davon sind auch ein paar hier gelandet und ich bin hin und wech, damit jeden Tag schreiben zu dürfen. Da muss ich mal bei Gelegenheit rüberschauen. Danke für den Hinweis!
 
Bei mir ist ein weiteres Henckels 33 eingezogen.

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Das Messer oben ist das neue, das Messer unten hatte ich bereits hier vorgestellt:

Beitrag im Thema 'J.A. Henckels Zwillingswerk, Solingen (Zwilling, Wotan, Friodur u.a.)' https://forum-der-rasur.de/forum/th...gen-zwilling-wotan-friodur-u-a.33/post-363543

Sehr interessant ist zu sehen, wie sich die Messer unterscheiden. Ich meine gar nicht so sehr die Spitze, die vielleicht mal mit der Zeit bei dem oben abgeschliffen worden sein kann, sondern die Angel. Das neue Messer hat eine deutlich dickere Angel als das Messer unten. Welches tatsächlich neuerer Herstellung ist, kann ich nicht sagen. Beide haben aber einen Bleikeil.
 
Wenn der Rost nicht bis zur Facette geht, kann man das schöner machen und rasierfähig hinbekommen. Besonders schön wird es dann wohl nicht, aber ein guter Rasierer kann daraus auf jeden Fall werden - eben vorausgesetzt, dass der Rost die Schneide/Wate/Facette nicht erwischt hat. Sonst hast du nach Entfernung eine Säge ;)

Warum nicht selber versuchen? Ist, Zeit vorausgesetzt, eine recht schöne Beschäftigung, und man lernt was über die Dinger. Und wenns misslingt ist, in dem Fall, nix besonders Erhaltenswertes futsch.
 
Ich denke, dass das Messer kaum oder gar keinen materiellen Wert hat. Eine Restaurierung ist nur aus persönlichen Gründen von Bedeutung.

Leider verfüge ich weder über das nötige Werkzeug noch über die erforderlichen Fähigkeiten, um es selbst zu reparieren.

Könntet ihr mir vielleicht einige Namen nennen?

Vielen Dank im Voraus!
 
Soweit ich weiß, macht hatzicho Restaurationen. Solinger Stahl wohl ebenso, und auch Bartisto restauriert Messer. Das hätte ich gerade so im Kopf ....
Wesentlich günstiger ist sicherlich ein Bogen 320er Nassschleifpapier - und Muskelschmalz verbunden mit einem Schleifblock, oder besser Weinkorken. Danach feineres Papier bis zur Politur. Ist kein Hexenwerk, und man braucht nicht unbedingt Profiwerkzeug.
 
Leider verfüge ich weder über das nötige Werkzeug noch über die erforderlichen Fähigkeiten, um es selbst zu reparieren.
Ich möchte mich dem Ratschlag von @maki72 anschließen, zuerst einfach mal im Thema „Messerpflege - Restaurierung“
informieren, da gibt es reichlich Informationen und Beispiele, wie es gehen kann, was man braucht oder nicht…und es
dann einfach mal selbst probieren und anfangen…
 
Hallo zusammen, wo kann mann ein J.A. Henckels Messer restaurieren lassen?

Vielen Dank!

Anhang anzeigen 208529

Ich habe gerade für mich selbst dieses (eigentlich wertlose) A-L-U Rasiermesser aufgearbeitet, das sich in einem ähnlichen Ausgangszustand befand als es ankam...

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die Wate war durch Rost sehr angefressen...

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Jetzt sieht es mit wenig genug Aufwand (mehr lohnt nicht) so aus...

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Es hat jetzt keinen losen oder aktiven Rost mehr, aber ein paar Narben sind geblieben, was aber für meinen Geschmack auch die Historie untersteicht und authentisch aussieht.

Es hat wieder eine durchgehend saubere Wate, die man sogar nochmal rasurscharf abziehen könnte.
Mehr lohnt hier nicht, sonst wäre der Materialverlust zu hoch, was Erkennbarkeit der Markierungen, Patina und Klingenbreite nur negativ beeinflussen würde.

Das Gleiche würde ich für Dein Messer empfehlen, wenn es Dir aus einem persönlichen Grund am Herzen liegt.
Der Aufwand dafür bewegt sich noch im zweistelligen Taschengeldbereich weit unter 50,-€

Bei Interesse gerne Nachricht.

Mit scharfen Grüßen aus der Klingenstadt
Rainer
 
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