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Ming Shi 5000s und andere: Low-End Progress-Klon

mehldau

FdR-Pate
Gerade ist er angekommen: Der extrem billige Progress-Klon aus dem Land des Lächelns. Preis 6,09 Euro inkl. Steuern zzgl. Versandkosten.

Geliefert wurde er in einem schlichten Pappkarton mit der Aufschrift RM Double Edge Safety Razor, Twist Open, Chrome Finish, Steel Construction. Innen nur der Hobel und ein Päckchen RhinoceRos Rasierklingen, keinerlei Polsterung.

Er hat keine Markierung an den Kopfseiten, dafür findet sich innen im Kopf auf Deckel- und Basisplatte jeweils ein kleine Pfeil, der die korrekte Position beim Zusammenbau markiert. Das Gewicht liegt wohl deutlich unter dem Progress 500 (kurzer Griff), obwohl der Griff in der Länge dem Progress 510 entspricht. Die Zahlenskala ist eher halbherzig angebracht worden, 2 und 3 liegen dichter beieinander als die anderen Zahlen. Beim Auf- und Zuschrauben quietscht das Gewinde. Im Gegensatz zum Progress scheint der Griff direkt mit dem Kopf gegossen worden zu sein. Die Verchromung scheint auf den ersten Blick ganz ordentlich zu sein.

Lustiges Detail: Der Knubbel ist von der Unterseite mit Pfeilen und Beschriftung versehen - tighten - undcrew (sic!)

Hier nun ein paar Bilder.

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Gespannt bin ich auf die Praxiserfahrung... Die meisten günstigen China Klone bekannter Produkte sind ja dem original nur optisch nachempfinden und rasieren anders.
 
Gespannt bin ich auf die Praxiserfahrung... Die meisten günstigen China Klone bekannter Produkte sind ja dem original nur optisch nachempfinden und rasieren anders.
Vielleicht ein wenig off topic:
Meine Erfahrungen mit einem Merkue Futur Klon waren ernüchternd, denn der Hobel hat gravierend unterschiedlich gründlich rasiert, je nach Seite. Nichts hat geholfen, auch Youtube Anleitungen nicht. Das Ding ist in die Tonne geflogen.

Bis gespannt wie sich das bei diesem Progress Klon verhält
 
Der Ming Shi 5000s bzw. RM (wofür auch immer diese Abkürzung stehen mag) war heute gleich im Gebrauch und trat gegen den Progress an.

Beide Seiten der Klinge rasieren gleich - insofern schon einmal symmetrisch. Er rasiert wesentlich milder und damit ineffizienter als der Merkur Progress. Der Unterschied zwischen kleinster und größer Einstellung ist wesentlich weniger unterschiedlich als beim Original. Voll aufgedreht fühlt sich der Ming Shi in etwa so an, wie der Progress bei ungefähr 1,5 bis 2. Ganz zugedreht lässt der Ming Shi noch einiges an Stoppeln stehen, die der Progress auf kleinster Stufe klangvoll entfernt.

Überhaupt erzeugt der Ming Shi längst nicht den Klang des Progress.

Die Beschriftung scheint nur aufgedruckt, so dass sie vermutlich irgendwann durch den Gebrauch verschwinden wird.

Lohnt sich der Ming Shi, weil man den Progress zu teuer findet? Ich glaube nicht.

Ist der Ming Shi etwas für das Kuriositäten-Kabinett? Auf jeden Fall.
 
Ergänzend zu erwähnen:

Progress 510: 103g; MingShi: 84g
Progress Stufe 1 etwa MingShi 6
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MingShi voll=Stufe 9. Diese Stufe ist nur mit eingelegter Klinge fest, sonst wackelig entspricht ca Stufe 3
Einschätzung Augenmass und Gegenüberstellung. Leider keine Möglichkeit zum Messen
Links MingShi
Jeweils kleinste Stufe
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MingShi auf Stufe 6, Progress Stufe 1
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MingShi Stufe 9, Progress Stufe 3
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Griffe ziemlich gleich lang

Richtiges Einlegen, wie vom Vorschreiber erwähnt, durch Poka-Yoke verhindert.

Die Feder im MingShi ist sehr schwach. Lässt sich mit kleinem Kraftaufwand zusammendrücken. Ein Progress braucht es ein Vielfaches an Kraft.

Wird wohl ein Kandidat für die Vitrine/Kuriositäten.

Sonntag Vergleichsrasur.
 
Heute meine Vergleichsrasur zum Nachlesen hier

Fazit:
Ähnliche Performance von Progress und Klon. Der Ming Shi ist auf allen Stufen sanfter, aber auch weniger effizient ist. Mein Klon konnte auf allen Stufen gut Stoppeln entfernen, auch auf der untersten Stufe. Nach dem Nachbessern mit dem Mingh Shi hat der Progress noch Mal was zum Entfernen gefunden und hat das BBS perfektioniert.
Der Billig-Klon funktioniert gut. Nicht ganz so gut oder edel wie jetzt die anderen Klone, wie der Avanti, Parker Variant OC oder gar der Rocnel Sailor, aber er funktioniert. Ist dabei leichter und sanfter als der Progress und wird genau da sein Zielpublikum finden. Wem also der Progress zu schwer und/oder zu aggressiv ist, kann ruhig zum Ming Shi greifen. Das Teil ist nicht nur was für die Kuriositätenkiste.

Wie lange der hält, ist eine andere Frage... Qualität ist bei dem Preis-Leistungsverhältnis aber ganz ok.
 
Hab heute die erste Rasur mit dem Ming Shi hinter mich gebracht. Eingelegt war eine Shark Super Stainless.
Für die erste Rasur war es okay, nicht schlecht aber auch nicht überragend. Glatt bin ich aber nach drei Durchgängen und ein Bisschen Ausputzen geworden.
Hatte auf Stufe 4 angefangen aber bin dann auf Stufe 5 hoch. Hatte irgendwie das Gefühl, dass eine Seite des Hobels etwas mehr Bladefeel hatte.
Die Rasur war sehr angenehm und reizfrei.
Für das Geld ist er echt brauchbar. Hatte ih für knapp 7 Euro im Yintal Shop (über aliexpress) geordert.
Meiner kam übrigens in der Ming Shi Verpackung, nicht in so ner schwarzen Box, wie im Start Post.
Ich werde ihn bestimmt noch öfter benutzen.
 
Bin jetzt doch noch neugierig geworden. Heute war der Mingshi für 4,90Euro im Bündelangebot (Kaufe 3 und es ist versandkostenfrei). Habe noch 20 Matgicol für 1,30Euro und ein iphone USB Ladekabel für einen Euro dazu gepackt und bekomme alles versandkostenfrei mit DHL geliefert. Bin gespannt, wie der Progress Klon rasiert. Ich werde berichten.
 
Und schon nach einer Woche kam die Karawane von Ali bei mir vorbei und hat den MingShi 5000 S gebracht. In Anbetracht des Preises geht die Verarbeitungsqualität in Ordnung. Aussen auf dem Deckel ist die Verchromung an einer Stelle leicht abgerieben und innen im Deckel ist ein Kratzer von ca. 15mm. Ist sicher eine Frage der Zeit, wann die Verchromung an der Stelle abplatzen wird. Nun zur Rasur - nach dem ersten Zug wusste ich wieder, warum ich den Progress verkauft habe. Bladefeel bei Stufe 5 ist spürbar, aber noch erträglich. Ich bin halt ein Weichei, was dies betrifft. Drei Durchgänge M5-Q4-G3 haben eine glatte Gesichtshaut ohne jeglich Irritation, Blutpunkte oder Reizung geschafft. Lediglich am Hals musste ich mit dem Exi nacharbeiten. An der Stelle blieb selbst bei Q6 noch was beim 5000 S stehen.
Nach nun 10 Minuten fühlt sich mein Haut entspannt und glatt an - DFS nahe am BBS würde ich sagen. Jammern auf hohem Niveau ...

Insgesamt kann man für einen Heiermann nicht meckern. Wer aber restlos zufrieden mit seiner Rasur sein will, kommt am Original nicht vorbei.

Von der Verarbeitungsqualität ganz zu schweigen.

Wer seinen Spieltrieb befriedigen will, ist hier aber gut bedient.

Von allen MingShi Klonen ist der hier der bislang beste Hobel, gefolgt vom Futur Klon, der auch noch brauchbar ist. Den Gillette Slim Klon kann man getrost in China lassen.

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Meinen MingShi 5000s finde ich gar nicht mal so schlecht. Die Verarbeitung war auch beim Progress nie 100%, aber der hier kostete den Bruchteil des Preises. Und es gibt ja auch einige kleine Vorteile. Die Durchbrechungen zum Durchspülen hat der Progress gar nicht. Und es gibt nicht die oft gescholtenen Grate am Drehknopf. Außerdem hat er nicht den seitlichen und zu beachetnden Pfeil, sondern innerlich einen winzigen Steg mit entsprechender Ausparung am Boden, sodaß man kaum falsch zusammendrehen kann. Man hat sich also durchaus auch Gedanken zur Verbesserung gemacht, ohne das Original zu verlassen. Ohne Klinge steht die Einstellung übrigens exakt auf dem +, mit eingelegter Klinge fast exakt auf der 1, auch das ist besser als beim Progress selbst. Jedenfalls aus meiner Erinnerung an diesen.
Das einzige was ich derzeit bemängeln würde wäre, daß die Seiten nicht gleich rasieren, die eine ist merklich aggressiver als die andere, aber auch darauf kann man sich einstellen. Mitgeliefert wurde diese Matgicol Klinge, die sich bei der ersten Rasur als gar nicht mal so schlecht erwies. Das Ganze (Ausputzen nach der Messerrasur) lief relativ gediegen ab und hinterließ komischerweise nicht die erwarteten Blutpunkte, die mich nach den ungewohnten Hobelrasuren eigentlich des Öfteren nerven.

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Optisch und von der Haptik her finde ich den 5000s echt gut. Gute Beschichtung, insgesamt ziemlich sauber gearbeitet. Müsste eine Weile suchen, um qualitative Unterschiede zu den Hobeln von Merkur zu finden. Die Feder für die untere Platte scheint mir ein wenig schwach zu sein, aber vielleicht muss das so sein. Bin mal gespannt, wie der sich in der Praxis schlägt.
 
Im direkten Vergleich ist die Beschichtung meines Ming Shi an den Kopfseiten sichtbar bescheidener als beim Merkur. Dafür hat der die deutlich rauere Unterseite, wo er nach dem Guß wohl nicht so poliert wurde. Der Knopf des Merkur ist breiter und dunkler, die Zahlen tiefer als die wahrscheinlich gelaserten beim Ming Shi. Was auffällt ist auch, daß die Kopfunterseite des Ming Shi merklich wuchtiger ist. Was mir aus der Vergangenheit gleich auffiel beim Progress: Man muß halt beim Kopf auf Pfeil und Strich achten und der Ming Shi hat da den Vorteil, daß man ihn nicht falsch zusammensetzen kann. Ich finde Verarbeitungsmäßig steht es daher 1 : 1, denn beide scheinen Vor und Nachteile zu haben. Und beim Ming Shi sind wie erwähnt die Seiten leider merklich verschieden. Man kann sich darauf einstellen, aber beide gleich wäre halt doch schöner. Aber, der Progress hat mich selbst im Angebot bei Douglas noch rund das Zehnfache des Chinesen gekostet.

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Mein Gerät ist übrigens das alte Gerät von amfibia. Vielen Dank nochmal an der Stelle.

Der Versucht heute morgen war ganz OK. Mit Supermax-Stainless-Klinge (die bei mir meist recht angenehm läuft) und 3R-Seife (ebenfalls zuverlässig gut), erst auf der ersten Stufe, dann habe ich auf die zweite Stufe aufgedreht - was auch tatsächlich eine leichte Veränderung bringt.

Die Seiten sind nicht ganz identisch. Sehen kann man das, meine ich, nicht, aber im Gesicht fühlt es sich dann schon deutlich anders an. Eine Seite ist erheblich direkter/aggressiver/winkelverschieden als die andere Seite.

Rasurverhalten war gut, Geräusche auch schön. Kann man sich mit rasieren. Werde das wohl weiter verfolgen und bin gespannt, ob ich den Klingenspalt bei zunehmend stumpferer Klinge weiter öffnen möchte, so wie ich das beim Progress machen würde.

Als Verbesserungsidee habe ich überlegt, ob man die Feder austauschen könnte. Möglicherweise würde ein stärkerer Federdruck an der unteren Platte besseren Halt geben. Aber vielleicht ist es auch egal.
 
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