RdT: Freitag, 07.08.2026
Durchgänge: 1 x M + 1 x Q an Hals und Kinn
Schaum: Saponificio Varesino "70th Anniversary"
Pinsel: Simpson M7 Manchurian Badger "Candy Stripe"
Hobel: Merkur 23 Inox Mk. II
Klinge: Gillette Nacet (1)
Rasierwasser: 4711 Echt Kölnisch Wasser Aftershave-Lotion
Bewertung: 09/10
Bock auf Bewährtes
Im Moment bin ich, vielleicht ist es dem Alter geschuldet, in einem "Keinen-Bock-auf-Veränderungen"-Modus, zumindest bei meinen Rasuren. Ob ich von meinen Simpson M7-Pinseln noch einmal wegkomme, weiß ich ebenso wenig zu beantworten wie die Frage, warum ich seit einem Dreivierteljahr denselben Rasierhobel verwende. Ich könnte natürlich schnoddrig mit derselben Antwort um die Ecke kommen wie bei der Frage, warum sich der Hund die Eier leckt: "Weil ich es kann!" Oder, etwas eleganter und ebenso wenig geistreich, wie George Mallory auf die Frage, warum er unbedingt den Mount Everest besteigen wolle: "Weil er da ist." - Doch um der Wahrheit die Ehre zu geben, sage ich einfach: "Weil ich keinen besseren Hobel und keinen besseren Pinsel habe." Bei den Seifen von Saponificio Varesino verhält es sich übrigens ähnlich; seit ich die Reste der Wickham Magnum wegschäumte, bin ich regelrecht erleichtert, dass ich mich wieder meinen italienischen Lieblingsseifen zuwenden kann. Bei den Klingen bin ich etwas indifferenter, ob es nun eine Gillette Nacet, eine Wilkinson Sword oder eine Personna Platinum ist, welche die Stoppeln schneidet. Allerdings habe ich von der Nacet den mit Abstand größten Bestand, folglich werden die am häufigsten eingesetzt.
Die Rasur selbst verlief wie gewohnt: Der sanfte, aber gründliche Rasierer und die ebensolche, nagelneue Klinge räumten die Stoppeln erstklassig aus dem Weg und das Rasierwasser teilte mir anschließend mit, dass alles sehr gut gelaufen war. Tatsächlich habe ich, seitdem ich die o. g. Kombination verwende, keine einzige Rasur mehr erlebt, die schlechter gewesen wäre als das, was man als guten Durchschnitt bezeichnen kann; die allermeisten lagen sogar im sehr guten bis Spitzenbereich. Dies verstärkt dann wiederum die Tendenz zum Festhalten am Bewährten, zumindest bei mir, denn ich sehe mich selbst durchaus als einen Hedonisten.
Euch allen ein weltbestes Vize-Wochenende!
