Rasur am 08.08.2026
Basic-Care: Weleda Calendula Pflegeöl
Pre-Shave: Proraso Crema Pre Barba, Grün
Rasierseife: T.F.S. Intenso Bergamotto Neroli
Rasierpinsel: Yaqi Ferrari (Rot/Weiß) mit Tuxedo Knoten 26 mm
Rasierhobel: Nord Razors, Freya, Standard, Originalgriff, und Alpha Shaving, Outlaw Evolution, SS, mit RazoRock Super Knurl Handle in Titan
Rasierklinge: Tiger Platinum (die Graue) (5)
After-Shave: Speick Men
Klingenbeurteilung im Vergleich: *
Heute die angekündigte Vergleichsrasur. Linke Gesichtsseite mit dem Freya, rechte Seite mit dem Outlaw. Sowas hatte ich bisher noch nicht gemacht. Ich bewundere ab heute alle Rasur YouTuber die solche vergleichenden Rasuren durchführen, und auch noch dabei in die Kamera schauen und laufend reden. Wie soll man sich hier entspannt rasieren. Immer der Kopf dabei, mit dem einen Hobel rasieren bis hier, und mit dem anderen bis da, und dann dauernd den Hobel wechseln.
Nichtsdestotrotz war das heute trotzdem erkenntnisreich. Im direkten Vergleich war auffällig, dass der Outlaw Evolution eindeutig mehr Bladefeel hat. D.h. der Freya Standard hat eigentlich überhaupt kein Bladefeel. Außer beim Ansetzen im Mundbereich.
Die zweite Auffälligkeit war, dass ich mit den beiden Rasierern sofort in eine unterschiedliche Rasiertechnik gehe. Beim Outlaw unbedingt gleichmäßig längere Züge und nicht polieren. Das gibt sonst Reizungen. Der ist eindeutig der etwas direktere der beiden Kandidaten. Der Freya ist, schon von seiner Kopfgeometrie her (zumindest beim Standard) mehr auf kürzere Züge und etwas Polieren ausgelegt. Mehr so wie ich das beim RazoRock Daily mache, aber nicht ganz so ausgeprägt.
Der Freya fühlt sich milder an. Auf einer "Aggressivitätsskala" würde ich den Freya so in der Mitte des mittleren Bereichs anordnen, und den Outlaw noch im mittleren Bereich, aber ganz oben an der Grenze zu den Aggressiven. Vielleicht müsste man den Outlaw mehr mit dem Freya E vergleichen (habe ich aber nicht).
Der dritte Bereich in dem sie sich deutlich unterscheiden, ist die Leistungsfähigkeit im ATG Bereich. Im Bereich der Nasenlöcher rasiere ich ja immer so im 45° Winkel nach oben. Die Barthaare sind hier sehr drahtig und wachsen hier sehr flach. Hier hängt sich der Outlaw deutlich ein, während der Freya diese Stelle mit Supersanftheit meistert. Zur Ehrenrettung des Outlaw muss ich jedoch sagen, dass ich hier zuerst den Freya benutzt habe, und dann direkt danach den Outlaw, und ich erstmal mit dem Freya Winkel weiterrasiert habe. Ich gehe bei hier direkteren Rasieren mit der Klinge hier sehr steil oder sehr flach, dann geht das auch. Aber hier punktet der Freya einfach deutlich.
Auch im ATG Bereich am Hals leistet der Freya Spitzenarbeit. Hier ist er, in dieser Leistungsfähigkeit, dem RazoRock Daly sehr ähnlich. Die Klingenklemmung, und Vorgabe des Klingenwinkels ist bei diesen beiden Rasierern (Freya und Daily) sehr ähnlich. Der Outlaw hakt sich hier mehr ein. Ich habe mich hier also mit dem Outlaw so rasiert, wie ich das mit den meisten Rasierern mach, nämlich im 45° Winkel ATG zu ziehen. Mit dem Freya (wie auch mit dem Daily) kann ich hier direkt in die ATG Richtung gehen. Das Ergebnis war dann ziemlich gleich. Der Outlaw ist effizienter, geht aber nur 45°. Der Freya Standard ist nicht ganz so effizient, macht das aber durch sein enormes ATG Vermögen wieder wett.
Die Unterschiede bezüglich der Winkeltoleranz der Köpfe fand ich jetzt nicht so relevant. Der Outlaw hat natürlich einen deutlich weiteren Winkelbereich, in dem er rasiert. Aber ich gehe bei beiden Rasierern wie automatisch, allein schon aufgrund der akustischen Rückmeldung und meiner Rasurerfahrung, in den passenden Winkel. ATG rasiere ich mit dem Outlaw mit einem deutlich flacheren Klingenwinkel, mit so kurzen Huschern am Hals. Beim Freya kann man den vorgegeben Winkel einfach beibehalten, da dieser hier gut funktioniert. Ich habe hier nicht weiter drüber nachgedacht, und habe mich auch von dem engeren Winkel des Freya in keiner Weise eingeengt gefühlt.
Was ist denn jetzt der bessere Hobel?
Kommt darauf an, würde ich sagen. Wie die eigenen Präferenzen sind. Wem diese ATG Leistungsfähigkeit sehr wichtig ist, der sollte eher zum Freya greifen, oder zu ähnlich ausgeprägten Klemmern. Wer mehr Winkelfreiheit mag, ist mit dem Outlaw besser bedient. Persönlich würde ich mich eher für den Freya entscheiden. Der Outlaw Evolution ist sehr gut, und die Klemmung jetzt auch nicht schlecht, aber bei meinen vielen Hobeln eher redundant. Er besitzt eher eine klassische (zugegebenermaßen sehr gut ausgefeilte) Kopfgeometrie, aber irgendwie generisch ähnlich mit anderen Hobeln. Der Freya bietet hier mehr Innovation und ungewohnt Neues, ist aber auch die deutlich eigenwilligere Rasierhobel-Persönlichkeit. In dieser Hinsicht ist der Freya dem Blackbird sehr ähnlich. Der größte Minuspunkt beim Freya ist der Preis

. Der ist natürlich sehr ambitioniert. Allerdings muss man auch fairerweise berücksichtigen, dass hier ein nicht unerheblicher Aufwand betrieben wird, den Rasierer insgesamt und vor allem den Kopf sehr leicht zu bekommen. Mit all diesen (vermutlich zeitaufwändigen) Ausfräsungen. Hier sehr ich für eine Titanversion nicht so den Bedarf. Beim direkteren und deutlich schwereren SS Outlaw neigt man dann doch häufig zur Titan-Variante. Das relativiert den Preis etwas.
Ab jetzt wird wieder mindestens tageweise verglichen. Dieses gleichzeitig Verwenden zweier Hobel führt einfach zu keinen entspannten Rasuren. Wie kann das dann repräsentativ sein, in diesen YouTube Videos?
*
Kommt wieder, wenn ich dann mal eine andere verwende

, sonst nur dauernd Wiederholungsschleife.