Forum der Rasur

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Razorock Game Changer

Hallo @HGS,

danke! Ich hatte damals alle Vergleichsrasuren genau dokumentiert und in einer Datei abgespeichert, so dass ich die Erfahrungen aus meinen Aufzeichnungen entnehmen konnte.

Bei der Suche nach einem idealen Hobel für die eigenen Rasurbedürfnisse bewegen wir uns zumeist auf einem sehr schmalen Grat, auf dem kleine Nuancen am Ende wichtig sind und den Ausschlag geben.
Bei meiner Suche nach einem oder auch mehr idealen Hobeln für mich habe ich insgesamt 26 Hobel bzw. Hobelplatten kennengelernt. Besitzen tue ich von diesen 26 Hobeln bzw. Hobelplatten derzeit noch 11. Drei bis vier davon könnten demnächst aber noch verkauft werden.

Mir ist sehr wohl bewusst, dass jeder Hobelfreund andere Bedürfnisse und Vorlieben hat und daher für sich individuell seine passenden Hobel und Klingen finden muss. Was dabei ausgesprochen hilfreich für diese Suche ist, sind viele gute Videos im Internet, vor allem von Jörg mit seinem Kanal "Glatt-Rasiert" und von Christian Ortlepp, und die deutschen und US-amerikanischen Foren, insbesondere dieses Forum, in dem ich auch ein wenig mitmache.

An dieser Stelle möchte ich mich mal ganz herzlich für all eure tollen und sehr hilfreichen Beiträge zu den unterschiedlichen Hobeln und Rasierklingen bedanken, wie den vielen tollen Beiträgen zu den vielen Hobeln von RazoRock, Above the Tie, Timeless, Blackland, Wolfman, Tatara, Yaqi, Dscosmetic, Merkur, Mühle, Giesen & Forsthoff usw. Ohne diese vielen Beiträge von euch würde ich heute nicht wissen, welche Hobel sehr sanft und dennoch hocheffizient sind und dass es neben einer Wilkinson Sword oder Personna Platinum, die man in vielen Drogerien bekommt, auch noch eine Gillette Perma Sharp, Gillette 7 o´Clock Super Platinum oder Feather gibt, die heute zu meinen Lieblingsklingen gehören.

Vielen herzlichen Dank! goodjob!
 
Hallo @razorgaga,

schon seit einiger Zeit wollte ich einen abschließenden Beitrag zu meinem von dir zitierten Vorhaben vom 25.12.2025 schreiben. Da du mir nun die Frage stellst, ist der richtige Zeitpunkt dafür wohl gekommen ;).

Neben dem Game Changer .68 CC hatte ich die Bodenplatten des GS .68 OC und GS .76 CC gekauft und etwas später noch die Bodenplatte des GS .84 CC erworben. Tatsächlich habe ich dann viele Vergleichsrasuren gemacht, aber nicht nur die angekündigten Vergleichsrasuren und Tests mit den Game Changern, sondern auch mit dem RazoRock Lupo 58 CC und 72 CC und Lupo Aluminium sowie dem Rockwell 6S. Zu guter Letzt kamen im Frühjahr 2026 dann noch der RazoRock MJ-90A und der Yaqi Ghost 70SP und 90SB in Edelstahl und der Yaqi Ghost 70 Titan dazu.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Ghosts haben alle anderen aufgezählten Hobel mit Ausnahme des Lupos Aluminium aus dem Rennen geworfen. Aber dazu am Ende dieses Beitrags.

Deine Frage kann ich mittlerweile somit sehr gut aus meiner Sicht beantworten. Dazu muss man meinen Hauttyp und meine Rasurziele kennen. Ich habe eine relativ glatte, aber sehr weiche, sensible Haut, weshalb ich mich am liebsten mit sanften, aber dennoch effizienten Hobeln rasiere. Ich rasiere mich in der Regel alle zwei bis drei Tage und rasiere mich dann auch immer bbs-glatt. Dafür benötige ich einen Hobel, der das mit drei oder auch nur zwei Durchgängen und ein bis zwei Touch-ups der "Problemstellen" sehr sanft schafft.

Ich hatte die große Hoffnung, dass von den vier Game Changer-Platten mindestens eine Platte dabei ist, die diesem Wunsch entspricht. Denn die vielen guten Rezensionen zum Game Changer hatten mich das hoffen lassen. Hier nun meine zusammengefassten Erfahrungen mit den vier Game Changer-Platten:

Game Changer .68 CC: Der GS .68 CC ist ein relativ sanfter Hobel, mit dem man ein gutes DFS(+)-Ergebnis, aber kein gründliches, nachhaltiges BBS-Ergebnis erreichen kann. Weil ich aber grundsätzlich ein sanftes BBS-Ergebnis anstrebe, konnte sich der GS .68 CC bei mir nicht behaupten. Ich benötige mit ihm zu viele Durchgänge, um ein möglichst gründliches Ergebnis zu erhalten, weshalb meine Haut dann zu sehr belastet und angestrengt wird.

Game Changer .68 OC: Mit dem GS .68 OC hatte ich nur wenige Rasuren, weil er mich nicht überzeugen konnte. Denn er rasiert rauer mit mehr Blade Feel als der GC .68 CC und ist dabei nicht wesentlich gründlicher als dieser. Im Oberlippenbereich kann man mit ihm wegen des offenen Kamms deutlich schwerer gegen den Strich rasieren, weshalb ich mir dort bei jeder Rasur Blutpunkte zugezogen hatte. Weil ich eine kleine Hauterhebung neben dem Mundwinkel habe, hat er diese bei den ersten beiden Rasuren blutig rasiert. Er ist dafür zu direkt und nimmt "alles" mit, was ihm im Wege steht. Das muss nicht sein.

Game Changer .76 CC: Diese Hobelplatte hat mich am meisten von den vier Game Changern beeindruckt und ich hatte mich am Ende schwer getan, mich von ihr zu trenne. Denn sie ist mein Game Changer-Gewinner, aber nicht mein Endsieger.
Am meisten Vergleichsrasuren habe ich mit dem GS .76 CC und dem Lupo 58 CC gemacht. Hier mein Ergebnis dazu: Der GS .76 CC rasiert bei mir etwas weniger gründlich als der Lupo 58 CC und reizt meine Haut geringfügig mehr während der Rasur als der Lupo 58 CC, auch wenn Letzterer etwas direkter mit einem etwas stärkeren Blade Feel auf der Haut rasiert. Meine Haut ist nach einer BBS-Rasur mit dem GS. 76 CC daher für rund eine Stunde nach der Rasur leicht angespannt, nach einer BBS-Rasur mit dem Lupo 58 CC nur rund 30 Minuten.

Game Changer .84 CC: Mit dieser Bodenplatte hatte ich mich nur ein- oder zweimal rasiert und dann war klar, dass sie nicht zu mir passt. Der GS .84 CC ist zwar der gründlichste der vier getesteten Game Changer, jedoch ist er auch der direkteste Game Changer und reizt meine Haut grundsätzlich zu stark während der Rasur, wenn ich in ihm normal breite, scharfe Klingen verwende. Im Oberlippenbereich ist er wegen seines etwas größeren Klingenspalts und seinem Klingenvorsprung auch ein wenig harsch bei mir, weshalb ich dort einen Blutpunkt durch ihn bekam.

Zusammenfassung:
  • Der GS. 68 CC ist ein relativ sanfter Hobel mit mittlerer Effizienz für gute DFS-Ergebnisse.
  • Der GS .68 OC ist deutlich direkter, aber nicht wesentlich gründlicher als der GS .68 CC.
  • Der GS .76 CC ist trotz des etwas größeren Klingenspalts und der positiven Klingenexposition relativ sanft und rasiert bbs-glatt, Er ist dabei aber nicht der sanfteste Hobel für meine Haut.
  • Dasselbe gilt für den GS .84 CC, der zwar der gründlichste, aber auch der direkteste und am wenigsten sanfte dieser vier Game Changer ist.
Als ich mir im Frühjahr 2026 noch den Lupo Aluminium gekauft hatte, war ich mehr als erstaunt gewesen, dass dieser viel mehr meinen Erwartungen entsprach, als jeder Game Changer und Edelstahl-Lupo. Und als ich letztendlich die Yaqi Ghosts für mich entdeckt hatte, hatte ich die Hobel gefunden, mit denen ich aalglatte BBS-Ergebnisse in zwei bis drei Durchgängen mit 1 bis 2 Touch-ups supersanft erreichen kann, ohne dass meine Haut danach angespannt, geschweige denn gereizt ist. Von allen aufgezählten Hobeln ist dazu nur noch der Lupo Aluminium und der MJ-90A in der Lage, wobei Letzterer für mich einen zu großen Klingenspalt hat (ca. 1,1 mm).

Mittlerweile habe ich alle Game Changer verkauft und etwas später haben auch meine drei RazoRock Mambas einen neuen Besitzer gefunden. Den Rockwell 6S hatte ich für die Verglechsrasuren von einem Freund ausgeliehen.

Geblieben sind von den aufgezählten Hobeln neben den drei Ghosts nur die drei Lupos und der MJ-90A. Über meine Erfahrungen mit den Ghosts werde ich demnächst etwas im entsprechenden Strang schreiben. Meine Erfahrungen mit den Lupos habe ich im Strang "Razorock Lupo" veröffentlicht.
Hallo @George,
vielen Dank für den tollen Bericht. Meine Erfahrung mit den drei GC-Platten .68-P, .76-P und .84-P decken sich mit deiner Einschätzung: der GC .68-P ist für mich zu ungründlich und der GC .84-P ist mir für eine tägliche Rasur zu harsch. Für mich stellt von den Dreien der GC .76-P den Sweetspot dar.
Bislang betrachtete ich die Ghosts als redundant zu den GameChangern, aber vielleicht verdienen diese doch eine genauere Betrachtung ;)
 
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