Shavette für Einsteiger - Was mache ich falsch?

um einfach mal den thread zu kapern:
als Anfänger kommt es also, was die Shavetten betrifft, wohl vor allem auf Gewicht und Länge an, um ein, zum Rasiermesser, vergleichbares handling zu bekommen.
Somit also nicht die kurzen, halben Klingen, sondern die „Langen“.
Kurz: welche Shavetten sind denn damit bestückbar und auch zu empfehlen?
Böker Barberette ist mir jetzt schon zu Ohren gekommen. Mit den „Jaguar Klingen“... und sonst?

Danke für eure Tips!
Was ich dabei nicht verstehe, anscheinend möchtest du doch eigentlich ein klassisches Rasiermesser mit fester Klinge, oder? Warum dann erst den Umweg über eine Shavette?
Ich glaube, in diesem Fall bist du besser beraten, wenn du dir gleich ein entsprechendes Messer besorgst.

Ich will dich aber nicht bequatschen, mach ruhig so, wie du willst. Ich frage aus reinem Interesse.
 

Hellas

Klingenflüsterer
Moderator
Gold FdR-Pate
Das ist richtig. Aber für unter 10€ inklusive 100 Klingen, nur um mal zu probieren ob es vom Grundsatz her überhaupt was bringt, finde ich besser als gleich ein Messer zum vielfachen Preis zu kaufen und dann damit nicht klarzukommen.
Gerade die Sedef finde ich zum Ausprobieren denkbar ungeeignet. Schon allein das Gefrimmel eine Klinge einzuspannen und auch wieder zu entfernen (am besten von hinten auf Steintischplatte abziehen) erfordert mehr Aufmerksamkeit als das ledern eines Messers. Zudem ist es ME etwas völlig anderes, sich mit einer Halben DE Klinge in einem WKM zu rasieren oder einem Rasiermesser. Nach einem WKM weis Mann immer noch nicht, wie sich ein Rasiermesser anfühlen wird. Der oben genannte China-Clon der Feather Artist Club kommt da noch am nächsten an ein Rasiermesser ran.
 
Wieso ist das ein Umweg?
Hmmm. Ich vermute, es geht um eine Shavette, die möglichst nah an ein klassisches Rasiermesser rankommt, um damit zu üben & später auf ein klassisches Messer umzusteigen, oder? Für mich ist das ein Umweg. Wie soll ich das erklären?


Z.B.: Ich will lernen, eine Zwiebel zu schälen, übe aber erstmal an einer Kartoffel, um nicht zu weinen. Hinterher stelle ich dann fest, dass bei allen Gemeinsamkeiten eine Kartoffel eben doch keine Zwiebel ist. Und/oder/bzw.: Ich bin scharf auf die Rothaarige, traue mich aber noch nicht. Deshalb mache ich mich an die blonde Schwester ran, lasse sie sich die Haare rot färben & kaufe ihr die gleichen Klamotten, die ihre Schwester hat. Hinterher merke ich, dass die Rothaarige trotzdem ganz anders ist als ihre blonde Schwester.

Das ist meine Einstellung. Wenn ich ein klassisches Messer will, dann hole ich mir ein klassisches Messer & fuchse mich solange ein, bis ich es kann. Zumal, wenn ich die Beiträge hier im Forum & anderswo richtig verstanden habe, sich WKM & Messer mit fester Klinge doch in vielem unterscheiden.

Bei mir war es so, dass ich keine Lust hatte auf einen Hobel & auch nicht auf das Drumherum bei einem klassischen Messer (Abledern, Schleifen usw.). Dann sah ich das erste mal ein WKM & wusste, das ist genau meins, so eines will ich & nichts anderes. Das heißt, ich bin auch in Zukunft nicht heiß auf ein Messer mit fester Klinge. Und wenn das der Ausgangspunkt ist, dann relativiert sich das auch mit den langen Klingen, mit dem Gewicht usw. Mein Orca s z.B. ist sehr leicht & das finde ich toll. Dadurch kann ich es wunderbar leicht führen & prima rumexperimentieren. Naja, usw.

Ich will hier aber niemanden missionieren oder so. Es interessiert mich einfach.
 

wusel

Member
Dann müsste es eigentlich ein Tondeo TM oder eine Shavette sein und wenn die Klingen statt zu brechen, zerschnitten werden, wackelt auch nichts.

Ich „messer“ auch mit normalem RM, aber unter der Dusche zB. nehme ich eins von den oben genannten. Die Qualität der Rasur ist genau so gut wie mit dem RM, aber das Verletzungsrisiko in der Nasszelle ist mit den Teilen aufs Minimum reduziert.

Klar, schneiden geht immer noch. Aber im Worst Case maximal nen mm tief. Das lässt sich noch gut „stripen“. Besser als nähen.
 

Bad_Rockk

Very Active Member
Für mich ist ein WKM mit langer Klinge kein wirklicher Umweg, es ist eher ein Weg der parallel zum Rasiermesser verläuft. Auf beiden Wegen kann man sich gut oder auch schlecht rasieren, abhängig von Material und Talent.

Ein WKM zum Einstieg in die ganze klassische Rasur hat m.M. den Vorteil, dass man sich nur auf das Rasieren konzentrieren muss. WKM aufklappen ggf. neue Klinge einlegen und loslegen. Das Material ist hier kein großer Faktor, wenn man denkt die Klinge ist stumpf, neue einlegen. Ist es danach nicht besser, war wohl nicht die Klinge schuld und es fehlt Übung.

Ich habe mich über ein Jahr mit Rasiermessern rasiert und es war nicht wirklich erfolgreich. Hobel fande ich einfach uncool und habe sie komplett ignoriert. Mein Problem lag aber vor allem am Ledern. Wenn man das nicht richtig kann und/oder einen suboptimalen Riemen hat. Dann braucht man ständig einen fachkundigen Forumskollegen, der einem das Messer wieder schärft. Wenn man nicht gleich 3 identische Messer hat, entstehen dadurch wieder Zwangspausen und die Technik wird von alleine auch nicht besser. Was ich Messer hin- und hergeschickt habe... Wohnt der Fachkundig nebenan, dann herzlichen Glückwunsch und ab in die Lehre zu ihm/ihr. Ist aber bei den wenigsten der Fall.

Bzgl. dem Gewicht des Rasiergeräts muss letztlich jeder selbst entscheiden. Ich bin mit der Bluebeards Shavette nicht wirklich klar gekommen, da ich den Winkel nicht sauber halten konnte. War mir einfach zu kippelig. Je schwerer ein Messer/Hobel/WKM ist, desto träger reagiert es auf die Bewegung der Hand. Für mich ist das ein Vorteil.

Der Sicherheitsaspekt ist für mich kein Unterschied zwischen Messer und WKM. Wenn man aufpasst und bei der Sache ist, gibt es keine langen und tiefen Schnitte. Kleine Cuts und Blutpunkte sind normal bei jedem Einsteiger, die bekommt man aber auch beim Hobeln. Und auch mit einem Systemrasierer kann man sich schneiden, wenn man die falsche Technik anwendet. Wenn einem das WKM/Messer mal aus der Hand gleitet, dann muss man versuchen es nicht reflexartig zu Fangen. Das kann üble Verletzungen erzeugen. Ein Messer kann nach solch einen Sturz hinüber sein, ein WKM verkraftet das deutlich besser.

Mit dem WKM kann man m.M. herausfinden, ob man überhaupt Spaß und Entspannung an der Messerrasur findet. Und das zu einem recht günstigen Preis und ohne mehrere Bewegungen (Ledern + Rasieren) gleichzeitig lernen zu müssen. Es gibt weniger Variablen die das Ergebnis beeinflussen.

Ich habe die klassischen Rasiermesser noch nicht komplett aufgegeben, aber aktuell habe ich dazu weder die Zeit, Muse noch das nötige Kleingeld. Und wenn man nicht komplett dahinter steht, bringt es nichts es halbherzig zu versuchen. Wenn man sich ein WKM mit SE-Klingen zulegt, dann direkt auch einen SE-Hobel ausprobieren. Ist für manchen, wie für mich, der Schlüssel zu einer gründlichen und sanften Rasur. Wenn man mal weiß, wie ein gutes Ergebnis für einen aussieht/anfühlt kann man auch neue/andere Varianten richtig einordnen.
 
Es könnte ja auch jemand sagen, ich möchte mich in allen drei Gattungen, Hobel, WKM & klassisches Messer, versuchen. Für mich ist es nur dann ein Umweg, wenn man sich des WKM nur bedient, weil man sich für ein Messer mit fester Klinge warm machen will. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass das entsprechende WKM ja möglichst nah am Messer mit fester Klinge liegen soll, ist das auch gar nicht mehr so billig, glaube ich. Deshalb ist es bestimmt eine Überlegung Wert, sich den "Umweg" mit dem WKM zu sparen. Zumal:
Nach einem WKM weis Mann immer noch nicht, wie sich ein Rasiermesser anfühlen wird. ...
 
Bzgl. dem Gewicht des Rasiergeräts muss letztlich jeder selbst entscheiden. Ich bin mit der Bluebeards Shavette nicht wirklich klar gekommen, da ich den Winkel nicht sauber halten konnte. War mir einfach zu kippelig. Je schwerer ein Messer/Hobel/WKM ist, desto träger reagiert es auf die Bewegung der Hand. Für mich ist das ein Vorteil.
Nö, damit habe ich beim Orca s überhaupt keine Probleme. Und ich bin eigentlich nicht unbedingt der begnadete Feinmechaniker.

Klar soll jeder für sich selbst entscheiden. Aber eine Verallgemeinerung der Art: "Es muss unbedingt ein schweres WKM sein, sonst wird das nichts.", wie sie evtl. an anderer Stelle auftaucht, ist eben auch nicht richtig.
 

Finny

Member
Hmmm. Ich vermute, es geht um eine Shavette, die möglichst nah an ein klassisches Rasiermesser rankommt, um damit zu üben & später auf ein klassisches Messer umzusteigen, oder?
Stimmt! daumenh!
Aber, wie Bad_Rockk (und andere) auch sagen, es ist für mich derzeit eine einfache und schnellere Möglichkeit, die Rasiertechnik eines Messers nachzuempfinden, als wenn ich direkt mit dem Messer anfange. Mich mit schleifen und ledern einzufuchsen... fehlt mir derzeit die Muße.
Aber grundsätzlich haat du Recht: Ziel ist, irgendwann einmal, das Messer. Jetzt ist es erstmal nur so ein Rumgespiele.
(also: erstmal die Blonde, und danach die rothaarige Schwester)

btw.: ich habe ein Böker und die langen Jaguar Klingen bestellt :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun...auch ich besitze ein WKRM...ein Tondeo Sifter,und ich kann sagen,dass wir in diesem Leben keine Freunde mehr werden
Es vergeht kaum eine Rasur ohne dass ich mir mindestens einen Cut hole
Auch ich hab mir das so vorgestellt,dass ich vom WKRM zum richtigen Rasiermesser wechsle wenn ich es mit dem WKRM beherrschen würde
Beherrschen?Mein Gott...wie hab ich mich getäuscht?Wie fürchterlich hab ich mich getäuscht :lol:lol:lol:lol
Man muss bei jeder Rasur 100% konzentriert sein und ich habe das Gefühl,dass sich bei mir gar keine Routine einstellen will
Das Gewicht dieses WKRM ist ziemlich gering....verleitet also zum aufdrücken
Aufdrücken=Cuts
Ich besitze dieses noch nicht mal sehr günstige Gerät zwar immer noch,unterlasse es aber(leider) mich damit zu rasieren
Ich möchte nicht unbedingt für eine Woche wie Scarface aussehen :confused::lol
 

Barbon

FdR-Pate
Nun...auch ich besitze ein WKRM...ein Tondeo Sifter,und ich kann sagen,dass wir in diesem Leben keine Freunde mehr werden
Es vergeht kaum eine Rasur ohne dass ich mir mindestens einen Cut hole
Auch ich hab mir das so vorgestellt,dass ich vom WKRM zum richtigen Rasiermesser wechsle wenn ich es mit dem WKRM beherrschen würde
Beherrschen?Mein Gott...wie hab ich mich getäuscht?Wie fürchterlich hab ich mich getäuscht :lol:lol:lol:lol
Man muss bei jeder Rasur 100% konzentriert sein und ich habe das Gefühl,dass sich bei mir gar keine Routine einstellen will
Das Gewicht dieses WKRM ist ziemlich gering....verleitet also zum aufdrücken
Aufdrücken=Cuts
Ich besitze dieses noch nicht mal sehr günstige Gerät zwar immer noch,unterlasse es aber(leider) mich damit zu rasieren
Ich möchte nicht unbedingt für eine Woche wie Scarface aussehen :confused::lol
Deshalb empfehle ich WKM mit größerem Gewicht, meine Dovo Shavette liegt auch nur herum.
 
Oben